Stell dir vor, du schläfst als gesetzestreuer Bürger um 4 Uhr morgens gemütlich in deinem Bett und plötzlich explodiert deine Tür und maskierte Bewaffnete schlagen auf dich ein, bis deine Knochen brechen. Das ist Ercan T. aus Monheim (NRW) passiert.
„SEK-Einsatz nach Gewalt im Rockermillieu“ titeln der @sternde, die @rponline, @gabonn, @wznewsline und andere Medien. Sie alle schrieben eine Meldung der @polizei_nrw_me ab.
Das Problem: Es ist Unsinn.
Ercan T. ist gar kein gewalttätiger Rocker. Er wurde mit einem Tatverdächtigen verwechselt, der den selben Vornamen hat. Nicht einmal den selben Nachnamen. Und trotzdem unterschrieb ein Richter den Einsatzbefehl der Polizei.
Wie so etwas passieren kann? Das darf es nicht. Es gibt zig Männer mit dem Namen Andreas Müller. Durch Daten wie Geburtsdatum, Geburtsort etc. und vor allem Ermittlungen vermeidet man Verwechslungen. Im Fall von Ercan aber gab es keine rechtsstaatliche Sorgfalt.
Als Ercan schrie, entgegnete ihm das SEK „wein nicht, Heulsuse“. Er musste notoperiert werden. Er erlitt durch den Überfall einen Knochenbruch im Gesicht und mehrere Prellungen.
Als wären wir in Russland oder Israel.
Den Behörden ist die Verwechslung mittlerweile bekannt. Richtigstellungen? Fehlanzeige. Die Pressemeldung der Polizei ist unverändert im Netz. Statt echten Journalismus zu betreiben, schrieb die Presse einfach die Polizeimeldung ab und hat nicht einmal den Anstand, sie zu löschen oder zu korrigieren.
Könnte es sein, dass Ercan, ein deutscher Staatsbürger, in den Augen Einiger nicht Mensch genug ist, um gerecht behandelt zu werden? Die Reaktionen sprechen für sich. Von niemandem eine Entschuldigung oder Verantwortung. Anstatt dass NRWs Innenminister @hreul oder Bundesinnenministerin @NancyFaeser sich für die Behörden entschuldigen, besuchte der türkische Innenminister besuchte Ercan. Anstatt, dass die Tagesschau über den Fall aufklärt, interviewt ihn der türkische Staatssender TRT im Krankenhaus.
Einzig der Bürgermeister Monheims, Daniel Zimmermann, der als bürgernah gilt, kümmerte sich und organisierte dem Opfer nach der Verwüstung und Gewalt eine neue Wohnung. Das alles passt leider so sehr zu unserer Zeit.