Günter Bannas war lange Jahre Hauptstadtbüroleiter der F.A.Z. und in Präzision, Stil, Objektivität und Humor ein Vorbild für mich und viele andere. Jemand, vor dem man sich verneigt. Nun ist er leider gestorben. Der Nachruf von Berthold Kohler: https://t.co/XqxpDB7Rex
Spahn - Leihmutterschaft - Heuchelei. Ist Spahn nicht auch derjenige, der als Bundesgesundheitsminister das Urteil des Bundesverfassungsgerichts boykottiert hat, das den Menschen ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben in Würde attestiert hat?
@NZZde Ein weiteres Puzzlestück bei der Frage, ob man CDU/CSU noch wählen kann. Glaubwürdigkeit? Integrität? Oder doch: Alle Tiere sind gleich, aber ein paar sind gleicher.
Der Chef der grössten Fraktion im deutschen Parlament ist im Babyglück. Eine Leihmutter aus den USA hat für ihn und seinen Mann ein Kind ausgetragen. Spahn umgeht somit die deutsche Rechtslage – und das ist keine Kleinigkeit. https://t.co/yS1wmrmHv9
Die Bundesregierung will das Auskunftsrecht entkernen, und der Kanzler ruft seinen Kritikern zu, sie sollen «wegtreten». Mehr Demut wäre angebracht. https://t.co/yQN4WWxzDj
Andrea Nahles nennt die Abschaffung der Minijobs einen „großen Wurf“. 6,8 Millionen Menschen um ihren Arbeitsplatz zu bringen, könnte sich in Wahrheit als das größte Radikalisierungsprogramm erweisen, das eine Bundesregierung je auf den Weg gebracht hat. https://t.co/Ja0b223KYd
Manche fordern, Deutschland müsse wieder „mehrheitsfähig” in den UN werden. Ehrlich? UN-Mainstream bedeutet: mehr Autoritarismus, mehr Antisemitismus, weniger Demokratie, weniger Rechtsstaat, weniger Klimaschutz. Und das für ein Gremium, das Russland & China sowieso blockieren?
Sie vergrub Flaschen unter einem Apfelbaum. Darin befanden sich 2.500 Gründe, warum die Nazis sie tot sehen wollten.
Ihr Name war Irena Sendler, und im Warschau der 1940er-Jahre traf sie eine Entscheidung, die den Begriff Mut neu definieren sollte: Sie würde jeden Tag in die Hölle gehen und Kinder herausholen.
Offiziell arbeitete sie als Sozialarbeiterin im Warschauer Ghetto und untersuchte dort auf Typhus. In Wirklichkeit organisierte sie eine der waghalsigsten Rettungsaktionen der Geschichte. Das Warschauer Ghetto war nicht nur Armut hinter Stacheldraht – es war ein Todesurteil in Zeitlupe, ein Ort, an dem 400.000 Juden auf engstem Raum zusammengepfercht waren und auf die Deportation nach Treblinka warteten.
Irena konnte nicht alle retten. Aber sie konnte ihre Kinder retten.
Die Fluchten waren erschreckend kreativ. Säuglinge wurden in Werkzeugkisten herausgeschmuggelt, ihre Schreie vom Klirren des Metalls gedämpft. Kleinkinder fuhren in Müllwagen unter Ladungen von verrottendem Müll hindurch. Ältere Kinder gingen durch das Gerichtsgebäude, das Eingänge sowohl zum Ghetto als auch zur „arischen Seite“ hatte. Manche wurden in völliger Dunkelheit durch die Kanalisation geführt, ihre kleinen Hände umklammerten die Hände von Fremden, die flüsterten: „Ihr seid jetzt in Sicherheit.“
Doch Irena verstand etwas Wesentliches: Ein Leben zu retten, war nur die halbe Miete. Diese Kinder verloren alles – ihre Familien, ihre Namen, ihre Identität. Also tat sie etwas Außergewöhnliches. Sie notierte jedes Detail: den wahren jüdischen Namen des Kindes, seine neue falsche Identität, die Namen seiner Eltern. Sie schrieb alles auf winzige Zettel, versiegelte sie in Gläsern und vergrub sie unter einem Apfelbaum im Garten einer Freundin.
Sie hielt ein Versprechen an die Zukunft. Sie sorgte dafür, dass diese Kinder, wenn dieser Albtraum vorbei war, wieder zu sich selbst finden konnten.
Im Oktober 1943 holte die Gestapo sie ab. Sie wussten, dass sie etwas verbarg, aber sie wussten nicht, was. Sie zerschmetterten ihre Beine und Füße und verlangten Namen, Orte, einfach alles. Sie gab ihnen nichts. Schweigen wurde ihr letzter Akt des Widerstands. Sie wurde zum Tode verurteilt.
Doch der polnische Widerstand hatte noch nicht mit ihr abgeschlossen. Am Tag ihrer Hinrichtung bestachen sie einen Wächter. Man ließ sie blutend im Wald zurück, ihr Name wurde der Liste der Hingerichteten hinzugefügt. Offiziell tot, verbrachte sie den Rest des Krieges im Untergrund und rettete unter falscher Identität weitere Leben.
Nach Kriegsende kehrte Irena zu jenem Apfelbaum zurück. Sie grub die Einmachgläser aus. Die Tinte hatte überlebt. Viele der Eltern nicht – die meisten waren in Treblinka umgekommen –, aber diese Namen ermöglichten es Hunderten von Kindern, ihr Erbe, ihre Geschichte, ihre Wahrheit zurückzuerlangen.
Irena Sendler wurde 98 Jahre alt und starb 2008. Wenn man sie eine Heldin nannte, schüttelte sie den Kopf, und eine Traurigkeit, die nie ganz aus ihren Augen wich, ließ sie nicht los. „Ich hätte mehr tun können“, sagte sie. „Dieses Bedauern wird mich bis in den Tod begleiten.“
Doch sie hinterließ uns auch eine Wahrheit, die den Lärm unserer modernen Welt durchdringt:
„Jedes Kind, das ich mit meiner Hilfe retten konnte, rechtfertigt meine Existenz auf dieser Erde, nicht etwa Ruhm.“
Eine Frau. Eine Liste. Flaschen unter einem Baum. Und 2.500 Seelen, die den nächsten Tag erleben durften.
Geschichte und Wissen
Kinderlose Frau stirbt. Ihre Schwester erbt ihr Techaktien-Depot im Wert von 1 Million Euro.
Freibetrag: 20.000 Euro
Erbschaftsteuer: 294.000 Euro
Um die Steuer zu begleichen, verkauft die Schwester das halbe Depot. Auf die Gewinne werden 75.000 Euro Kapitalertragssteuer und 4.125 Euro Soli fällig.
In Summe fließen 373.125 Euro an Steuer. Der Staat nimmt sich mehr als 1/3 dieses bereits voll versteuerten Geldes.
Die aktuelle Bedrohungslage für Grönland ist weit mehr als eine bizarre Episode im Stile Donald Trumps. Sie ist ein Warnschuss für uns alle. Wer Trumps Slogan „Make America Great Again“ bislang nur als wirtschaftliche Kampfansage verstanden hat, hat ihn fundamental missverstanden. Trump nimmt diesen Satz wörtlich – auch und gerade territorial. Nach den jüngsten Aktionen der USA gegenüber Venezuela muss jedem klar sein: Es geht dem US-Präsidenten um die physische Vergrößerung des amerikanischen Einflussbereiches, wenn nicht sogar um die Erweiterung des Staatsgebietes. Grönland ist dabei kein Zufallsziel, sondern wegen seiner Lage zur Arktis und den dortigen neuen Handelsrouten von höchster strategischer Relevanz. Trump agiert hier im Geiste einer von ihm selbst so benannten „Donroe-Doktrin“ – einer aggressiven Neuinterpretation der klassischen Monroe-Doktrin.
Wir sind damit Zeugen einer historischen Zäsur: Wir erleben die Rückkehr des klassischen „Raumdenkens“, wie es der Staatsrechtler Carl Schmitt einst in seiner Theorie der „Großraumordnung“ skizziert hat. Das Zeitalter des reinen Völkerrechts, in dem Grenzen unverletzlich schienen, wird abgelöst von einem Zeitalter der imperialen Räume. Die USA definieren unter Trump ihren Raum neu und offensiv, genau wie es Russland mit seinem brutalen Angriffskrieg und China im Indopazifik bereits tun.
Für uns Europäer heißt das: Wir müssen diese neue Realität schonungslos anerkennen. Wenn die Großmächte USA, China und Russland wieder primär in Räumen denken, müssen wir das in gewisser Weise auch tun – nicht um fremde Gebiete zu erobern, sondern um nicht selbst unter die Räder zu kommen. Zbigniew Brzeziński hat Eurasien einst treffend als das „große Schachbrett“ beschrieben. Wenn wir nicht aufpassen, werden wir auf diesem Brett vom Spieler zur Spielfigur degradiert – zum bloßen Spielball im Kampf um Eurasien zwischen Washington, Moskau und Peking. Wir laufen Gefahr, lediglich auf dem Speiseplan der Großmächte zu stehen, statt selbst am Tisch zu sitzen.
Die Antwort auf diese Bedrohung verlangt, die eigene „Raumverteidigung“ zu organisieren – und zwar durch weltweite, belastbare Partnerschaften mit Japan, Taiwan, Australien, Südkorea, Kanada und Südamerika u.a. Wir müssen unseren Raum gemeinsam mit Gleichgesinnten verteidigen, um die liberale Demokratie zu schützen. Dabei geht es explizit nicht darum, imperiale Einflusssphären zu schaffen, sondern unsere Freiheit und unsere Werte zu schützen. Das erfordert zwingend den Aufbau eigener militärischer Fähigkeiten und geoökonomischer Stärke. Wir brauchen eine europäische Unabhängigkeit von den USA und China in den kritischen Bereichen Technologie, Verteidigung und Handel.
Hier zeigt sich jedoch die ganze Tragik der aktuellen deutschen und europäischen Politik: Wenn die EU es nicht einmal schafft, ein Wirtschaftsabkommen wie Mercosur zu verabschieden, brauchen wir über eine militärische Präsenz in Grönland gar nicht erst zu diskutieren. Wer schon bei Handelsverträgen zögert, ist für die harte Machtpolitik, die Trump uns aufzwingt, schlicht zu schwach. Die Zeit läuft uns davon, denn Trump schafft schnell und hart Fakten. Europa muss endlich lernen, seinen Raum selbst zu behaupten, damit wir nicht erleben müssen, daß andere über unsere Köpfe hinweg entscheiden. Das bedeutet, dass wir die Ukraine nicht länger als Außenposten, sondern als integralen Teil unseres eigenen freiheitlich-liberalen Raums begreifen müssen. Wie der Historiker Karl Schlögel treffend feststellte, ist die Ukraine „Europa en miniature“; ihre Städte sind europäische Städte, und ihre Verteidigung ist somit keine Hilfe für Dritte, sondern unsere eigene Verteidigung. Wir können und müssen mehr für die Ukraine tun.
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Benjamin Netanyahu hat vollkommen recht: Der kaltblütige Anschlag auf feiernde Juden in Australien ist das Ergebnis einer Politik, die das öffentliche Zelebrieren von Judenhass duldet. An australischen Universitäten steht die postkoloniale Theorie hoch im Kurs, die behauptet, dass Israel ein Bollwerk des westlichen Imperialismus im arabischen Raum sei, dort lehren Personen wie Ghassan Hage, der das Massaker der Hamas als gelungene antikoloniale Widerstandsaktion legitimierte. Immer wieder werden Synagogen und Restaurants angegriffen, jüdische Kinder verfolgt, Autos, Büros und Gebäude von Juden beschädigt. Die Anzahl der Angriffe auf Juden und jüdische Einrichtungen stieg 2024 um 317 (!) Prozent. Dennoch werden selbst antisemitische Gewaltaufrufe verharmlost.
Das ist in Europa keineswegs besser. Auf Massendemonstrationen in Frankreich, Belgien, England, Spanien und in anderen europäischen Ländern werden Hamas-Parolen skandiert, jüdische Touristen werden aus Flugzeugen und von Campingplätzen entfernt und in Restaurants nicht mehr bedient. Anschläge auf Juden haben ebenfalls eine lange Tradition, erst von Rechtsradikalen, jetzt zunehmend von Muslimen. In Frankreich haben antisemitische Morde, fast immer von fanatisierten Muslimen begangen, seit dem Jahr 2000 dazu geführt, dass fast 100.000 Juden das Land verlassen haben.
In Deutschland radikalisiert sich eine antisemitische Szene, die offen die Vernichtung Israels fordert, an Universitäten sind jüdische Studenten stark gefährdet, im der Öffentlichkeit gilt die hebräische Sprache ebenso als Risiko für Leib und Leben wie sichtbare Zeichen des Jüdisch-seins. Bekundungen von Politikern, dass jüdisches Leben sicher sei oder dass "Nie wieder" noch immer gelte, sind zu inhaltleeren Lippenbekenntnissen geworden. Schuld am zunehmend gewaltbereiten Antisemitismus ist auch eine mehr als einseitige Berichterstattung in den Öffentlich-Rechtlichen Medien, die sich vollkommen kritikresistent gibt. Wer in Deutschland Attentate wie in Australien verhindern möchte, muss der Tatsache endlich ins Auge sehen, dass Antisemitismus gegenwärtig vor allem ein Problem einer links-islamistischen Querfront ist, die auf Ermahnungen nicht reagieren wird.
#Antisemitismus, #Juden, #Australien