The Friday: At noon, as the clock strikes twelve
Johann Wolfgang von Goethe was born for dead 277 years ago. On birth as a political category, the "Veloziferian" age, and the question of what we are actually celebrating when we celebrate a dead man.
A child who does not breathe
It begins with a near-failure. On August 28, 1749, at noon—while the bells in Frankfurt am Main are striking twelve—a boy is born in the house on the Großer Hirschgraben who is not breathing. The child has turned blue; the midwife is overwhelmed; the family is in sheer distress. They rub him, warm him, and hold the small body up to the window’s light until, at some point—no record captures the exact moment—a first cry rings out through the room...
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Der Spaziergänger: Die Kuppel
Mein Panamahut hat einen schmalen, dunklen Schweißrand bekommen, einen ledrigen Schatten an der Innenseite des Bandes, der ihn endlich aussehen läßt wie einen Hut, der etwas erlebt hat. Bis vor zwei Wochen war er ein Schaufensterobjekt, jetzt ist er Geschichte. Ich setze ihn auf, schiebe die Sonnenbrille zurecht, knöpfe das Leinenhemd eine weitere Stufe auf und trete in die Helligkeit. Es ist halb zehn, die Luft riecht nach heißem Asphalt und verbrannter Erde, und für einen Moment stehe ich in der Tür wie jemand, der vergessen hat, in welcher Stadt er eigentlich lebt...
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Das Schöne am Fotografieren ist das Sich-Herauslösen aus der Welt. Man ist nicht mehr Teilnehmer, man ist Beobachter; eins mit sich selbst und mit der Kamera.
Ich liebe die unperfekten Fotos, die unperfekten Motive, Alltagssituationen, ungestellt, vielleicht unbemerkt von den Personen, die man festhält – im Moment der Aufnahme. Sie zeigen das echte Leben. Die Tiefe kommt nicht vom perfekten Motiv; die Tiefe liegt im Augenblick verborgen, den man oft erst selbst bei der späteren Durchsicht der Aufnahmen bemerkt.
Als ich einmal in New York war und wieder fotografieren konnte, wurde mir das besonders bewusst. New York ist mein am häufigsten fotografiertes Motiv – mit Abstand vor allen anderen Motiven. Fotografieren ist Sich-Ausdrücken; das Leben nachzeichnen. Es geht mit Worten, mit Lyrik, und es funktioniert genauso mit der Fotografie.
Hier sind ein paar Impressionen.
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The beautiful thing about photography is the way it allows you to step out of the world. You are no longer a participant; you become an observer — at one with yourself and with the camera.
I love imperfect photos, imperfect subjects, everyday situations: unstaged, perhaps unnoticed by the people you capture in the moment of taking the picture. They show real life. Depth does not come from the perfect subject; depth lies hidden in the moment, often noticed only later, when you look through the photographs again.
When I was in New York once and was able to take photographs again, I became especially aware of this. New York is my most photographed subject — by far, more than any other. Photography is a form of self-expression; it is a way of tracing life. It can be done with words, with poetry, and it works just as well through photography.
Here are a few impressions.
展望未来——数十亿——同一条道路 / A Look into the Future – Several Billion – One Path / Ein Blick in die Zukunft – Mehrere Milliarden – Ein Weg (Video)
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Der Freytag: Das Fest auf dem Schlossberg - zum 194. Jahrestag des Hambacher Festes - 30. Mai 1832
Es gibt Momente in der Geschichte, die sich der Erinnerung auf eigenartige Weise entziehen — nicht weil sie unbedeutend wären, sondern weil das, was aus ihnen hätte werden können, nicht wurde. Sie liegen wie unausgesprochene Sätze in den Akten der Vergangenheit, voller Möglichkeit, voller Konjunktiv. Das Hambacher Fest ist ein solcher Moment, und vielleicht ist es das deutscheste aller Beispiele für diese eigentümliche Geschichtsform: das Beinahe....
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Der Freytag: Der Klang, der die Welt verschob – eine Annäherung an Richard Wagner
Es gibt Tage im Kalender, die ihr eigenes Echo tragen. Der 22. Mai ist ein solcher: An ihm, im Jahre 1813, kam in einem Leipziger Gasthof mit dem barocken Namen „Zum Roten und Weißen Löwen" ein Knabe zur Welt, der die abendländische Musik in eine Richtung treiben sollte, von der niemand zuvor wusste, dass es sie überhaupt gibt. Wilhelm Richard Wagner – zu Ehren seines Geburtstages soll diese Kolumne von ihm handeln. Wäre er noch unter uns, hätte er an diesem Tag sein zweihundertdreizehntes Lebensjahr vollendet. Eine ungerade Zahl, beinahe musikalisch in ihrer Sprödigkeit. Und doch: zwei Jahrhunderte, und sein Schatten reicht bis in die Akustik der Konzertsäle, in die Soundtracks unserer Kinofilme, in jene Stille, mit der ein moderner Hörer vor der Wucht eines Wagner-Vorspiels innehält...
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An Afternoon with Albert Camus – Lourmarin in the Autumn of 1959
The bus from Aix had dropped me off in Lourmarin in the late morning, at a square shaded by plane trees whose leaves were already turning yellow. The Mistral had swept through the night before; one could still sense it in the clarity of the air, in the almost unreal sharpness with which the Luberon stood out against the sky. Provence in October is not the Provence of postcards, but something sterner—something that does not reach out to you, but waits to see if you will come to it...
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