⏸️ Kommentar: „Judenhasscafe“? Halbwahrheiten!
Eine Meldung geht viral. Gehen wir es kurz durch.
▶️ Jule Ahrendt von der Bild berichtet am Montag, dem 08.06.2026 von einem Vorfall in einem Berliner Café.
▶️ Die Einleitung des kurzen Artikels lautet »Judenhass im Herzen der Hauptstadt! Wegen einer Israel-Flagge wurden Gäste aus einem Café am Potsdamer Platz geworfen. Die Polizei musste sie dabei sogar vor einem aufgebrachten Mob schützen.«
▶️ »Während bei der Kundgebung am Potsdamer Platz gegen Israel gehetzt wurde, zeigten Besucher des Cafés „Espresso House“ Haltung – mit einer israelischen Flagge.«
Tonus des Beitrags: Nachdem Gäste eines Cafés sich gegen eine angrenzende pro-palästinensische Demo positioniert hätten, wären sie des Cafés verwiesen worden.
▶️ Derjenige, der die Gruppe rausschmeißt, wird auf Social Media ständig als „Besitzer“ bezeichnet. Auch Frau Ahrendt gibt diese Bezeichnung so wieder. Es handelt sich jedoch um eine Kette.
▶️ Inzwischen haben sich auch offizielle Stellen mit dem Vorfall befasst, darunter der Account der israelischen Botschaft und im Artikel wird der Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Jochen Feilcke zitiert.
▶️ Grundlage des Artikels scheint ausschließlich ein einziges Video zu sein, das Jule Ahrendt von dem Vorfall gesehen hat.
▶️ Auf Social Media wurden jedoch mehrere Videos des Vorfalls aus verschiedenen Perspektiven und in zeitlichem Abstand veröffentlicht. Und die zeigen sehr deutlich, dass die Gäste mit der Israelischen Flagge tatsächlich vom Café aus provoziert haben. Sie hielten die Flagge Richtung pro-palästinensischen Demonstrationsteilnehmern, riefen Slogans und gingen in mindestens eine lautstarke Interaktion mit einem Teilnehmer.
▶️ Die Situation stellt sich also völlig anders dar.
Diese drei Gäste, ein Mann und zwei Frauen (eine davon mit einem Tichel, die vor allem von verheirateten orthodoxen und ultraorthodoxen jüdischen Frauen getragen wird) haben sich offenbar bewusst in diesem Café positioniert.
Von dort aus haben sie weiterhin mit Demonstrationsteilnehmern interagiert, man kann auch sagen diese provoziert.
Als sie von den Polizeibeamten begleitet worden, ist auf keinem Video etwas von einem „wütenden Mob“ zu sehen.
Und niemand scheint sich zu fragen, warum Besucher eines Cafés zufällig eine Nationalflagge dabei haben.
🔴 Es ist jedes gute Recht eines Inhabers, sie zum Gehen aufzufordern. Aus völlig offensichtlichen Gründen. Beispielsweise, weil man als gastronomischer Betrieb dadurch nicht politisch positioniert werden will. Beispielsweise weil man befürchtet, dass zu einem anderen Zeitpunkt der Laden deshalb beschädigt wird.
Das hat nichts mit Judenhass zu tun. Das hätte genauso gut erfolgen können, hätte es sich um eine andere Flagge gehandelt.
Ich habe über Jahre hinweg immer wieder in der Gastronomie gejobbt, als Köbes, Kellner, Türsteher, Barmann. Kämen drei Gäste und würden aus meinem Bereich, meinem Hausrecht, mit einer französischen, japanischen oder peruanischen Flagge mit Demonstranten außerhalb interagieren, hätte ich vermutlich weniger freundlich reagiert, als der Mitarbeiter in Berlin. Vor allem hätte ich sie höflich gefragt, ob sie noch alle Nadeln an der Tanne hätten, mich und meinen Laden in ihre Scheiße hineinzuziehen.
Und als ehemaliger Soldat hätte ich sie gefragt, ob sie glauben, dass die Polizeibeamte ihre persönlichen Bodyguards sind. Die da rumstehen wie bestellt und nicht abgeholt, um sie und ihre Freiheiten zu schützen, während sie sich mal schön auf ein Käffchen hinsetzen. Das ist schlicht unanständig und abgehoben.
▶️ Natürlich hat die Bildzeitung auch angefragt. Man muss Gegenstimmen abbilden, sonst kann es gerichtlich werden. Wenn man keine Antwort bekommt, klaut man eben bei anderen:
»Gegenüber der Berliner Zeitung äußerte sich Nikolas Niebuhr, Geschäftsführer des Unternehmens mit Sitz in Hamburg, jedoch. Demnach hätten der Mann und die Frau im Café angeblich lautstark Parolen gerufen, als die Demo vorbeilief. „Gäste haben sich gestört gefühlt und darüber beschwert“, behauptet Niebuhr. Der Geschäftsführer weiter: „Wir wollen nicht Teil einer Demo sein. Wir wollen einfach nur Kaffee verkaufen.“«
Das steht am absoluten Ende des Artikels.
Ich erkecke und erdreiste mich mal, Empfehlungen auszusprechen.
• Der 20 Jährigen Jule Ahrendt aus Würzburg empfehle ich, sich zu hinterfragen, ob sie beim Volontariat an der Axel Springer Academy nicht gelernt hat, mehr als eine Quelle zu verwenden. Und ob es nach dem Abi nicht besser gewesen wäre, zunächst eine volle Ausbildung zu absolvieren, anstatt direkt zur Bild zu gehen.
• Demjenigen, der die Schlagzeile geschrieben hat, empfehle ich, sich gut gegen Arbeitslosigkeit zu versichern. Die Arbeitsplätze für solche hetzerischen Betätigungen sind rar, vermutlich hat er keinen hohen Marktwert.
• Den jüdischen und israelischen Offiziellen erlaube ich mir zu empfehlen, sich genauer zu informieren, bevor sie sich äußern.
• Den drei Gästen empfehle ich dringend darüber nachzudenken, ob sie mit ihrem realitätsfernen, unanständigen, unverschämten und arroganten Verhalten Israel tatsächlich geholfen haben. Oder Juden in Deutschland. Die europäische Öffentlichkeit unterscheidet nämlich nicht zwischen den vielen Strömungen innerhalb Israels oder der Juden. Ebenso wenig übrigens bei Muslimen.
• Und allen Beteiligten empfehle ich mal darüber nachzudenken, dass ihre eigennützige, egoistische, halbgare Ziegenpisse Existenzen vernichten kann. Nur damit sie sich mal kurz Relevanz einreden konnten.
Wenn die Nummer nun von pro-palästinensischen Propagandisten ausgeschlachtet wird, dann war das absehbar.
Seit dem 07.10.2023 versuche ich als nicht-jüdischer, atheistischer, linksliberaler Deutscher mein Scherflein beizutragen und gegen die Propaganda anzukämpfen. Und dann kommen drei Hodenkobolde in Berlin und scheißen kaffeetrinkend mit Anlauf da rein.
Können wir einfach mal wieder wenigstens halbwegs normal werden?
Wie kann man denn arbeiten gehen und zu zweit trotzdem regelmäßig hier bei Twitter betteln und 700-800 euro Warmmiete nicht bestreiten können?
Zeit, dringend was zu ändern. Oder ist der Mann zu beschäftigt, bei Rewe mit der Security zu streiten?
Im neuen Verfassungsschutzbericht heißt es angesichts der Arbeit der Friedensbrücke. "Der Fall wäre dann nicht nur als strafrechtlicher Einzelfall zu bewerten, sondern als Hinweis auf belastbare prorussische Unterstützungsstrukturen im Inland". Recherche: https://t.co/42Qd5W83qZ
Björn Banane hält einen minutenlangen Vortrag über Pressefreiheit, Extremisten und dunkle Machenschaften.
Andreas aus Bad Freienwalde hört sich alles an, wägt die Argumente sorgfältig ab und liefert anschließend die vermutlich kürzeste Medienkritik des Jahres:
"Vielleicht sollten Sie es einmal statt mit Journalismus mit einer Therapie probieren."
Manchmal gewinnt nicht der Lauteste die Diskussion. 🐑😂