Terrorismusexperte Neumann über die Häufung von Anschlägen vor der Bundestagswahl und den Zusammenhang mit dem nicht funktionierenden Integrationssystem und Nachahmungstäter👇🏼
„Fast alle Attentäter der vergangenen Jahre kommen aus dem Bereich Flucht und Asyl. Das zeigt zunächst mal, dass nicht der Islam an sich das Problem ist. Wir haben in Deutschland fünf Millionen Muslime, ungefähr die Hälfte hat türkische Wurzeln. Sie tauchen in der Terrorismusermittlung fast gar nicht auf. Aber wir sehen, dass Leute, die im Asylsystem sind, sich überproportional häufig radikalisieren. Das Problem ist also in erster Linie ein völlig überlastetes Asylsystem, das auch zu psychischen Erkrankungen und erhöhter Gewaltkriminalität führen kann. Es ist doch klar, dass es nicht gut gehen kann, wenn wir 100.000 junge Männer mit hohen Erwartungen aus Konfliktgesellschaften in ein System stecken, in dem sie keine Perspektive haben, keiner sinnvollen Tätigkeit nachgehen können und jahrelang in Unterkünften sitzen.
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SPIEGEL: Hat Sie diese Häufung der Anschläge im Moment also nicht überrascht?
Neumann: Nein, überhaupt nicht. Schon vor München, Villach und dem nicht islamistischen Anschlag in Magdeburg wurden im Zwei-Wochen-Takt Anschläge vereitelt, zum Beispiel in Baden-Württemberg, Hessen und Schleswig-Holstein. Ein ähnliches Muster beobachte ich auch in der Schweiz und Österreich. Die aktuellen Fälle sind also nur eine Fortsetzung von dem, was wir in den vergangenen zwölf bis 15 Monaten bereits beobachten konnten.
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SPIEGEL: Radikalisieren sich die Menschen inzwischen anders?
Neumann: Vor zehn Jahren, auf dem Höhepunkt der letzten Anschlagswelle in Europa, gab es funktionierende Netzwerke mit Menschen, die über Monate Anschläge geplant und durchgeführt haben. Die gibt es inzwischen kaum noch. In Solingen, München oder Villach handelte es sich um Einzeltäter, die nur geringen Kontakt mit dem IS hatten und auch nicht nach Syrien oder in den Irak reisten. Unter Forschern war es lange auch Konsens, dass es zumindest zusätzlich einen Einfluss offline braucht, also zum Beispiel einen radikalen Prediger. Das ist seit dem 7. Oktober 2023 anders. Wir registrieren immer mehr Fälle von Menschen, die sich ausschließlich oder fast ausschließlich über das Internet radikalisiert haben. Das liegt zum einen am Volumen an Propaganda im Internet, aber auch am Algorithmus. Es ist einfacher denn je, in Filterblasen gezogen zu werden.
SPIEGEL: Die Anschläge häufen sich nun gerade vor der Bundestagswahl. Gibt es einen Zusammenhang?
Neumann: Es gibt keinen Zusammenhang zur Bundestagswahl, der mir bewusst wäre. Natürlich fragen sich die Menschen, wem diese Anschläge nutzen. Man muss sich aber an die Fakten halten. Der IS hat nicht dazu aufgerufen, der letzte mir bekannte Aufruf für Anschläge in Deutschland betrifft das Oktoberfest.
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Aus aktuellem Anlass:
„Ich stehe für solche spielerischen Sachen wirklich ungern zur Verfügung“ sagte mir Christian #Lindner sechs Tage vor dem Ampel-Aus auf meine Frage, ob er ein solches provozieren wolle. Den Eindruck, ein Spieler zu sein, wies er von sich. Tenor: Solch schräge Gedanken seien typisch für Journalisten. #Zeit @bertpsch
Die neue Mitte-Studie ist da: „8,3 % zeigen ein manifestes rechtsextremes Weltbild: eine massive Zunahme im Vergleich zu den zwei bis drei Prozent der letzten Erhebungen. Auch der Graubereich derer, die Aussagen mit „teils-teils“ beantworten, ist mit 20% höher als je zuvor.“
coole Sätze für wenn man auf Arbeit etwas brutal verkackt hat:
- da war der Erwartungshorizont leider zu hoch angesetzt
- da waren die Prozesse leider noch nicht ausreichend optimiert
- Kommunikationskanäle klarer benennen
- hier müssen die Zuständigkeiten besser geklärt werden
Das macht mich fix und fertig. Ich komme nicht damit klar dass ich keine Reichweite habe, um aufzuklären, was hier geschieht... Dass ich zu unbedeutend bin und nicht in Talkshows eingeladen werde um den Medien zu zeigen, welch KATASTROPHALE Aussagen hier getätigt werden...1/7
#Digitalisierung der #Verwaltung ist die Schwester der #Justiz Digitalisierung. Und deswegen ist das hier für Justiz auch wegweisend. Oder sollte es vielleicht sein.
Wow. #hrInfo schürt gerade mit ziemlich deutlichem Framing im Interview mit Nancy Faeser zuwanderungsfeindliche Ressentiments…. Was denn da los @hrPresse ?
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Das Rechtssystem und die Justiz leisten insgesamt eine qualitativ hochwertige und ebenso wichtige wie gute Arbeit. Deswegen ist es total ok, alle Ecken kritisch zu beleuchten, um etwaige Defizite offen zu diskutieren und zu beheben.
#Fehlerkultur und #Justiz: Man kann es gar nicht oft genug sagen: Kritische evidenzbasierte Selbstreflektion der Justiz und ihrer Akteur:innen sowie umfassende transparente Erforschung sorgen für Authentizität und stärken Vertrauen. Ein Rechtsstaat kann und muss das aushalten.
Der als "Badewannenmörder" verurteilte Mann war wohl über 13 Jahre unschuldig in Haft. Die Zeit kann ihm auch ein Wiederaufnahmeverfahren nicht zurückgeben. Doch Fehlurteile lassen sich verhindern, wenn die Justiz Forschung nicht blockiert und ignoriert. https://t.co/aXWxeYe4Rp
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