Naja, dass ein hedonistischer und auf sich selbst ausgerichteter Lebensstil durchaus auch Freude bringen kann, will ich ja prinzipiell gar nicht abstreiten.
Allerdings ist es auch jener Lebensstil, der eine Gesellschaft aussterben lässt. Insofern kann das gar keine Alternative darstellen.
Frauen werden tendenziell solange liberalere Parteien wählen, wie diese liberale Weltanschauung den Mainstream verkörpert.
Allein die Forderung nach einer Steigerung der Geburtenrate wird aus linker Perspektive bereits als frauenfeindlich und unterdrückend gewertet: „Rechte wollen euch zu leblosen Gebärmaschinen umfunktionieren und euch euer Selbstbestimmungsrecht nehmen!“
Ein Verwerfen der klassisch-rechten Abtreibungsposition wird daran letztlich absolut nichts ändern. Auch das Berufen auf die knapp 2 % der Härtefälle (wie Schwangerschaften nach Vergewaltigungen) greift hier als Zugeständnis nicht.
Wenn eine Partei wie die AfD zusätzlich für medial verurteilte, vermeintlich „rassistisch motivierte“ Abschiebungen wirbt, wird genau das stets die Position sein, an der die finale Wahlentscheidung scheitert. Und das völlig unabhängig davon, ob man sich beim Thema Abtreibung annähert.
Es wird immer eine Partei existieren, die genau diese Abschiebungen ablehnt und obendrauf abtreibungsliberal ist. Diese Partei wird demnach immer präferiert werden.
Deshalb sehe ich ein solches Entgegenkommen als völlig nutzlos an – zumal es einen wesentlichen Teil der eigenen Wählerbasis abstößt und eine kernrechte Position verrät.
Die Kontrollen sagen nicht NICHTS aus, sie schließen zumindest einige naheliegende Alternativerklärungen aus. Bessere Designs wären trotzdem wünschenswert und von dir genannte Kontrollvariablen erscheinen mir als sinnvoll.
Aber solange es Studien mit besagten Kontrollvariablen nicht gibt, bleiben die vorhandenen kontrollierten Daten die beste verfügbare Grundlage.
Sehe jedoch deinen Kritikpunkt.
Zurück zur eigentlichen Frage: Wenn ein "konservatives Familienleben" laut dir nicht der beste Lebensweg für das eigene Wohlbefinden ist, welcher Lebensweg - der zugleich auch das Fortbestehen der Bevölkerungsgruppe sichert - erscheint dir denn als sinnvoller?
Korrelation ist nicht zwingend Kausalität, in dem Fall deutet aber einiges darauf hin.
Die GSS und YouGov-Daten kontrollieren für Alter, Einkommen und Bildung und trotzdem zeichnet sich ein ähnliches Bild für verheiratete Mütter. Entsprechende Störvariablen wurden also bedacht.
Zudem ist der Effekt ist über Jahre hinweg stabil. Deshalb ist die biologische + soziale Erklärung hier einfach die plausibelste in meinen Augen.
Kennst du entsprechende Studien, die ein anderes Bild zeichnen?
@GeskeWohler Interessanter Gedanke. Eine Art Raumübernahme also? Den Begriff den linken „Feministen“ abnehmen und ihn wieder dort verorten, wo er hingehört. Bei den tatsächlichen Interessen von Frauen.
Ich denke, frauenkritische Aussagen – die oft pauschal als Frauenfeindlichkeit oder -hass umgedeutet werden – sind nicht der Hauptgrund für niedrige Wählerstimmen von Frauen.
Frauen wählen nicht weniger rechts, weil die AfD gegen sie eingestellt ist. Das wäre unehrlich, da sie es schlichtweg nicht ist. Im öffentlichen Raum – wo der Normie interagiert – ist das kaum relevant. X ist eine extrem kleine Nische und keineswegs repräsentativ.
Fakt ist: Nichtwähler schrecken vor der AfD hauptsächlich wegen des Themas Abschiebung und der damit verbundenen medialen Dämonisierung zurück.
Worum drehen sich all die ÖRR-Dokus? Genau, um Rassismus. Das bleibt bei den Leuten hängen.
Zu behaupten, „Feminismus von rechts“ würde Frauen anlocken und das Stimmenproblem lösen, halte ich daher für extrem fragwürdig.
@GeskeWohler Ich denke, dass es eine Mischung von beidem braucht. Policies allein werden nicht reichen, es braucht ein gesellschaftliches Umdenken. Und wenn sich das mithilfe von Frauen, welche wiederrum andere Frauen überzeugen und Netzwerke bilden, bewerkstelligen lässt, nur zu!
@GeskeWohler@blauer_gamer Das stimmt, da würde ich sogar mitgehen. Viele sehen es als kulturell verankert und hinterfragen nie den tatsächlichen Ursprung.
Auf dieselbe Weise, wie man Frauen allmählich davon überzeugen kann, dass die Abschiebung illegaler Einwanderer und Straftäter in ihrem eigenen Interesse liegt, sollte es auch möglich sein, sie vom Schaden von Abtreibung und Hormonpräparaten wie der Pille zu überzeugen.
immigration debate will go nowhere until we all come to terms it is deeply inhumane to have such massive differences in living standards across the globe and expect people to just accept that
Die Daten sprechen für diese Annahme. Dutzende Studien wie die der GSS oder YouGov zeigen klar, dass verheiratete Mütter glücklicher sind als Unverheiratete oder Kinderlose.
Es ist also kein reines Wunschdenken der Rechten, sondern eine empirisch belegte Wahrheit, im Gegensatz zu deiner Veganer-Analogie.
Biologisch macht das schlichtweg und ergreifend auch Sinn.
@GeskeWohler Mein Tweet hatte sich auf einen Podcast einer Person im rechten Vorfeld bezogen, welcher zu der Zeit die Runde machte. Dieser hatte beide meiner angesprochenen Punkte als unproblematisch angesehen und für eine Lockerung beider plädiert.
Wenn teilweise im rechten Lager Leihmutterschaft und uneingeschränkte Abtreibung als selbstverständlich gelten, verschwimmen die Grenzen. Welches fundamentale Wertfundament unterscheidet diese Haltung eigentlich noch von den Positionen unserer politischen Gegner?
Auch wenn man AfD und "die Rechte" trennt: Der traditionelle, christlich geprägte Teil ist innerhalb der AfD und der gesamten Rechten immer noch ein großer, tragender Block, den man nicht einfach zugunsten reiner Pragmatiker aufopfern sollte. Ansonsten bleibt am Ende nichts mehr übrig, was sich überhaupt noch als Rechte lohnt.
Ein Stimmenproblem herrscht insofern, dass Frauen 50% der Gesellschaft bilden und wir somit auf einen wesentlichen Anteil ihrer Stimmen angewiesen sind, um politisch mitwirken zu können.
Über alle Alterklassen hinweg mag die Diskrepanz in den Wahlergebmissen zwischen den Geschlechtern nicht allzu groß sein, jedoch gilt das nicht in Bezug auf die jüngste Wählergruppe (18-24). Und diese gilt es für uns zu gewinnen.
Ein „Feminismus von rechts“ übernimmt unkritisch den linken Kampfbegriff und bestätigt damit unfreiwillig dessen ideologische Grundannahmen. Nämlich dass Geschlechterfragen primär als Macht- und Unterdrückungskampf zu führen sind. Besser wäre es daher, eigene Begriffe, statt dem Gegner die Definitionsmacht zu lassen.