JP Performance kündigt die Schließung seines gesamten Unternehmens an und verabschiedet sich.
Ich bin fassungslos.
Finde das absolut falsch und schockierend.
Hunderte Millionen Euro Umsatz im Jahr
80 Mitarbeiter
5+ Gebäude mit mehreren 10.000m²
2,69 Mio. Abonnenten
Alles Geschichte, wegen einem Fehler in seiner privaten Beziehung?
Denkt irgendwer eigentlich auch mal an die Mitarbeiter, die Community oder die entstandenen Steuereinnahmen für den Staat?
Das Ganze Thema geht die Öffentlichkeit eigentlich überhaupt nichts an.
Ich will damit weder Gewalt noch seine Taten verharmlosen oder relativieren. Was zwischen ihm und seiner Frau passiert ist, ist nicht okay und dafür muss man Verantwortung übernehmen.
Aber wo ist bitte noch irgendeine Verhältnismäßigkeit?
Diese abgefuckte deutsche Cancel Culture ist mittlerweile das viel größere gesellschaftliche Problem an dieser ganzen Geschichte. Insbesondere die Medien, die ganze Existenzen mit Negativschlagzeilen vernichten, Hauptsache es bringt Klicks.
Normale Beiträge laufen eben heutzutage nicht.
(BILD, SPIEGEL & co.)
Bei anderen Personen stehen öffentlich teilweise noch viel schwerwiegendere Vorwürfe im Raum, Gewalt, Drohungen und komplett zerstörte Beziehungen – und irgendwann gibt es trotzdem wieder Comebacks, Kooperationen und neue Geschäftsmodelle.
Aber bei JP reichen offenbar drei Tage, zwei Statements, ein 10-Sekunden Video aus 2024 und plötzlich ist alles vorbei?
Ein Mensch, der sich trotz einer beschissenen Kindheit mit einer drogenabhängigen Mutter über Jahrzehnte etwas Riesiges aufgebaut hat.
Der Millionen Menschen unterhalten und glücklich gemacht hat.
Der Arbeitsplätze geschaffen hat.
Der aus dem Nichts ein Millionenimperium aufgebaut hat.
Der eine riesige Community geschaffen hat und Menschen teilweise seit über einem Jahrzehnt begleitet.
Dann läuft seine Ehe Scheiße und plötzlich ist alles, was dieser Mensch vorher gemacht und aufgebaut hat, nichts mehr wert?
Die gesamte Existenz "vernichtet".
Das kann doch nicht ernsthaft unsere Vorstellung von Gerechtigkeit sein.
Ein solcher Fehler darf Konsequenzen haben. Natürlich.
Aber Konsequenz heißt für mich nicht, einen Menschen und seine Existenz innerhalb weniger Tage gesellschaftlich komplett zu vernichten und die ganze Geschichte von davor einfach auszulöschen.
Warum gibt es selbst im Strafrecht Resozialisierung und Rehabilitation?
Und genau dieses Denken fehlt mir mittlerweile komplett.
Cancel Culture ist ein Problem. Nicht JP und nicht die Gewalt mit seiner Ehefrau. Er ist kein verurteilter Mörder oder Vergewaltiger.
Was mich zusätzlich überrascht:
Wie schnell plötzlich alle weg sind.
Wo sind seine ganzen YouTube-Kollegen, Wegbegleiter und Partner, die jahrelang mit ihm gearbeitet und teilweise auch von seiner Reichweite profitiert haben?
Kaum wird es unangenehm, distanzieren sich alle.
Auch das sofortige Abspringen von Partnern finde ich persönlich einfach feige und peinlich.
Solange alles läuft, Reichweite bringt und Geld verdient wird, ist man gerne dabei. Sobald jemand am Boden liegt, will plötzlich keiner mehr etwas mit ihm zu tun haben.
Man muss seine Taten nicht verteidigen oder schönreden.
Man kann trotzdem sagen: Die Entscheidung zur Schließung war falsch. Übernimm Verantwortung. Aber deswegen muss nicht dein komplettes Leben und die Existenz vorbei sein.
Dass man jemanden wie JP innerhalb von drei Tagen so klein bekommen kann, ist für mich das eigentlich Erschreckende an dieser Geschichte.
Und fast jeder der in der Öffentlichkeit steht hat irgendeine "Leiche" im Keller, es ist nur eine Frage der Zeit, wann es den nächsten trifft.
Stop this Cancel Culture Bullshit.
Wird Zeit, dass endlich mal Leute den Mund aufmachen und sich dagegenstellen.
Erinnert Ihr Euch noch an diese Geschichte?
DHL-Fahrzeug parkt auf Radweg, mein Sohn kommt dadurch ins Schlingern, ich sorge für etwas mehr Platz, indem ich den Spiegel einklappe. (Vielleicht etwas schwungvoller, als nötig gewesen wäre.)
Das war aber noch nicht alles...
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