This FIAT OBC should be recalled. Apparently, dangerous products in the EU are simply never recalled. Does every sample need to catch fire inside the OBC first? If this were a Tesla, Elon would be crucified at the Gigafactory, and every EU newspaper would be dragging Tesla through the mud for months.
#doublestandards
https://t.co/Tg7A6Bubv6
TL;DR: Ein Linker im Verkehrsausschuss hat sich soeben zu FSD in Deutschland geäußert.
Ein Abgeordneter der Linken, der auch im Verkehrsausschuss sitzt, hätte hier lieber einfach zugegeben, dass er sich in der Materie nicht auskennt. Stattdessen zeigt seine Antwort, dass der Drang sich mitzuteilen höher zu sein scheint als zuzugeben, dass dies nicht sein Spezialgebiet ist im komplexen Verkehrsressort (was ja völlig in Ordnung wäre).
Auf Abgeordnetenwatch wurden ihm folgende Fragen gestellt:
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Setzen Sie sich für eine schnelle Zulassung von sicheren Level-2-Fahrerassistenzsystemen wie FSD Supervised in Deutschland ein?
Sehr geehrter Herr Bosch,
als Bundestagsabgeordneter der Linken und Mitglied im Verkehrsausschuss setzen Sie sich für eine zukunfts- und vor allem verkehrssichere Mobilität ein. Mehrere EU-Staaten wie Niederlande, Dänemark und Belgien haben Teslas Level-2-System „FSD Supervised“ bereits zugelassen. In Deutschland ist es weiterhin nicht nutzbar.
Fragen an Sie:
1. Unterstützen Sie eine zeitnahe nationale Zulassung von privat nutzbaren L2-Systemen wie FSD Supervised? Wenn nein warum?
2. Setzen Sie sich persönlich dafür ein, dass FSD Supervised bald freigegeben wird? Falls nein: Welche Gründe sprechen dagegen?
Eine zügige Zulassung würde das Autofahren sicherer und zukunftsfester machen und wäre ein starkes Signal für Innovationsfreundlichkeit. Teslas Wachstum stärkt zudem den Standort Brandenburg.
Herzlichen Dank!
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Seine Antwort kann all diejenigen, die sich in der Materie auskennen, nur schmerzen:
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Ich danke Ihnen für Ihre Fragen.
Bei der Genehmigung von Fahrassistenzsystemen steht für mich die Verkehrssicherheit an erster Stelle. Dabei kann ich mich nicht allein auf die Angaben der Hersteller verlassen, die behaupten, ihre Systeme würden die Verkehrssicherheit verbessern. Die vielen Unfälle von Tesla-Fahrzeugen mit eingeschaltetem „Full Self-Driving” (FSD), vor allem in den USA, zeigen, dass diese Systeme die Verkehrssicherheit nicht automatisch erhöhen. Zudem scheint mir die Bezeichnung FSD leicht irreführend, da es sich nicht um ein vollständig autonom fahrendes Fahrzeug handelt und die Fahrer*innen weiterhin die Aufsicht behalten müssen.
Wenn ich es richtig sehe, sind Teslas Autopilot und FSD bereits als Level-2-Fahrzeug zugelassen, nicht jedoch, wie der Mercedes Drive Pilot, als Level-3-Fahrzeug. Daher verstehe ich Ihre Frage nicht ganz. Ich vermute jedoch, dass es Ihnen um die Zulassung der FSD-Features als Level-3-Fahrzeug geht, bei dem die lenkende Person die Hände vom Lenkrad nehmen darf.
Jeder technischen Verbesserung, die die Sicherheit auf unseren Straßen erhöht, werde ich zustimmen. Es gelten jedoch höchste Sicherheitsanforderungen an die Zulassung solcher Systeme. Dass das FSD-System von Tesla die Anforderungen von Level 3 erfüllt, ist nicht bewiesen. Deshalb begrüße ich es, dass die deutschen Behörden gründlich prüfen, ob dieses System das Autofahren sicherer macht. Auch Tesla muss in Brandenburg die Gesetze und Standards erfüllen, die die Sicherheit von Menschen und Natur gewährleisten.
Mit solidarischen Grüßen
Jorrit Bosch
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Es geht mir hier NICHT darum, diesen Politiker in irgendeiner Weise bloßzustellen oder sich über ihn lustig zu machen. Ich bin mir aber bewusst, dass das heute hier auf dieser Plattform passieren wird. Zuallererst freue ich mich, dass er dem Bürger überhaupt über diese Plattform geantwortet hat. Was mir eher Sorgen macht, ist, dass hier klar wird, dass sich Menschen (und ja, Politiker sind größtenteils auch nur Menschen) immer wieder gerne über Dinge äußern, von denen sie ganz offensichtlich rein gar nichts verstehen. Da würde ich mir insbesondere von Politikern wünschen, dass sie einfach offener erklären, in welche Bereiche sie sich eingearbeitet HABEN, und in welche nicht. Und in letzterem Falle dann vielleicht einfach eher nichts sagen, als Halbwahrheiten oder sogar Unwahrheiten weiter zu verbreiten.
Zum Tagesabschluss ein Märchen.
Es war einmal ein Land hinter der Mauer.
Es war einmal ein Land hinter der Mauer. Dort, so erzählt man sich heute, hatte jeder Arbeit, niemand musste sich vor morgen fürchten, die Nachbarn kannten einander und der Staat kümmerte sich. Die Straßen waren sicher, die Kinder spielten draußen und fremde Menschen sah man kaum. Man war unter sich, irgendwie geborgen, und alles war überschaubar.
Nur stand um dieses schöne Land eine Mauer.
Wer hinauswollte, brauchte Erlaubnis. Wer die falschen Fragen stellte, bekam Besuch. Wer öffentlich widersprach, konnte seine Arbeit, seinen Studienplatz oder seine Freiheit verlieren. An der Grenze standen keine freundlichen Wegweiser, sondern Zäune, über Jahrzehnte auch Minen und bewaffnete Männer. Und die Menschen, von denen heute erzählt wird, sie hätten alle so gern in diesem Land gelebt, gingen irgendwann zu Hunderttausenden auf die Straße und riefen nach Freiheit.
Dann fiel die Mauer.
Das Märchen hätte hier eigentlich enden können. Doch danach wurde vieles schwierig. Betriebe verschwanden, Lebensläufe verloren ihren Wert, junge Menschen gingen fort und Menschen aus dem Westen kamen und erklärten oft ziemlich selbstbewusst, wie die neue Welt funktionierte. Aus Enttäuschung wurde Kränkung, aus Kränkung Erinnerung und aus Erinnerung mit den Jahren etwas erstaunlich Schönes.
Plötzlich erinnerte man sich vor allem an den sicheren Arbeitsplatz, weniger daran, dass man seinen beruflichen Weg nur begrenzt frei bestimmen konnte. An die Gemeinschaft, weniger an die Staatssicherheit. An die Ruhe, weniger an die fehlende Freiheit. Und daran, dass es kaum Migranten gegeben habe, während man vergaß, dass ein abgeschotteter Staat seine Grenzen eben nicht nur nach außen, sondern auch nach innen geschlossen hielt.
Und eines Tages kamen politische Händler auf den Marktplatz. Sie kannten diese Geschichten und erzählten sie noch schöner.
Sie sagten: Seht, früher wart ihr noch unter euch. Früher hat sich jemand um euch gekümmert. Dann kamen der Westen, Berlin, Brüssel, die Fremden und nahmen euch eure Welt.
Merkwürdigerweise kamen einige der lautesten Geschichtenerzähler selbst aus jenem Westen, vor dem sie nun warnten.
Doch ein gutes Märchen braucht einen Bösewicht. Und ein besonders erfolgreiches Märchen braucht für jedes Problem denselben.
So wurde aus einer komplizierten Geschichte eine einfache: Wir waren die Guten, die anderen haben uns alles genommen.
Und wenn sie nicht gestorben sind, erzählen sie es noch heute.
Die Moral von der Geschicht:
Erinnerung darf warm sein. Geschichte muss wahr bleiben.
Denn dieses wunderschöne Land hinter der Mauer, in dem alle sicher, zufrieden, frei von Sorgen und glücklich unter sich lebten, gab es so nicht.
Es gab die DDR.
Und das ist eine andere Geschichte.
Gute Nacht.
Man sollte Studien vielleicht bis zum Ende lesen, bevor man mit ihnen die EU widerlegt.
BILD verkündet den großen „CO₂-Knall“: Eine „Top-Uni“ habe nachgerechnet und festgestellt, der EU-Plan für Elektroautos gehe nicht auf.
Klingt spektakulär. Wird nur schwieriger, sobald man sich das TUM-Whitepaper, seine Quellen und die inzwischen ziemlich deutliche fachliche Kritik anschaut.
Zunächst einmal hat die TUM nicht neu errechnet, dass statt angeblich erwarteter 188 Millionen Tonnen CO₂ nur 80 Millionen Tonnen eingespart würden.
Diese Zahl stammt aus einer wissenschaftlichen Arbeit von Tang et al., veröffentlicht 2023.
Und deren Schlussfolgerung lautet ausgerechnet nicht: weniger Elektromobilität.
Sie lautet sinngemäß: Mit dem damaligen Tempo reicht die CO₂-Minderung nicht. Deshalb müsse der Übergang zur Elektromobilität beschleunigt, der Verbrennerbestand schneller reduziert und der Strommix weiter dekarbonisiert werden.
BILD macht also aus einer Studie, die schnellere Elektrifizierung fordert, eine Schlagzeile darüber, dass der „EU-Plan für E-Autos“ nicht aufgehe.
Das muss man erst einmal schaffen.
Auch die berühmten 41 Prozent weniger Lebenszyklus-Emissionen sind real, aber kein Wert für „das Elektroauto 2030“. Es handelt sich um den Durchschnitt von 47 sehr unterschiedlichen Szenarien aus 19 Studien mit unterschiedlichen Fahrzeugen, Laufleistungen, Batterien, Produktionsorten, Strommixen und Systemgrenzen.
Das TUM-Whitepaper weist selbst darauf hin, dass ein künftig saubererer Strommix den Vorteil des Elektroautos weiter vergrößert.
Und noch schöner: Das Whitepaper selbst erklärt ausdrücklich, dass batterieelektrische Fahrzeuge der Hauptpfad zur Verringerung der Treibhausgasemissionen von Pkw bleiben. E-Fuels und andere Maßnahmen werden als Ergänzung beschrieben, nicht als langfristiger Ersatz für das BEV.
Damit könnte die Geschichte eigentlich enden.
Tut sie aber nicht.
Denn das Whitepaper steht inzwischen erheblich unter fachlichem Beschuss.
Ausgerechnet Markus Lienkamp, Professor für Fahrzeugtechnik an derselben TUM, kritisiert öffentlich, einschlägige Fachleute für Fahrzeugtechnik, Batterien, Antriebe und Energiesysteme seien nicht beteiligt worden. Das Papier habe kein wissenschaftliches Peer Review durchlaufen, und er hätte es als Reviewer nur mit „Major Revisions“ weitergehen lassen.
Auch externe Wissenschaftler von Fraunhofer ISI, Öko-Institut, ifeu, MCC/PIK und Forschungszentrum Jülich kritisieren Methodik, Schlussfolgerungen oder die politische Interpretation des Whitepapers.
Das bedeutet nicht, dass das gesamte Papier wertlos oder „widerlegt“ wäre.
Die Grundfrage, ob Lebenszyklusemissionen in der Fahrzeugregulierung stärker berücksichtigt werden sollten, ist völlig legitim.
Aber aus einem nicht peer-reviewten Policy-Whitepaper mit umstrittenen regulatorischen Schlussfolgerungen einen scheinbar endgültigen wissenschaftlichen Beweis gegen die EU-Elektromobilitätsstrategie zu machen, ist etwas anderes.
Noch bemerkenswerter ist deshalb, was im BILD-Artikel vom 2. September fehlt:
Kein Wort über die massive Kritik des TUM-Fahrzeugtechnikprofessors.
Kein Wort über die externen Fachwissenschaftler.
Kein Wort darüber, dass die 80-Millionen-Zahl aus einer älteren Studie stammt, deren Konsequenz gerade schnellere Elektrifizierung lautet.
Und kein Wort darüber, dass das Whitepaper selbst BEV weiterhin als zentralen Dekarbonisierungspfad bezeichnet.
Die Zahlen im Artikel sind damit nicht einfach erfunden.
Aber Zahlen ohne ihren entscheidenden Kontext können eine Geschichte erzählen, die ihre Quellen selbst so gar nicht erzählen.
Vielleicht sollte man also weniger über den angeblichen „CO₂-Knall“ reden.
Und etwas mehr darüber, was passiert, wenn eine Schlagzeile schon fertig ist, bevor jemand das Literaturverzeichnis und das Fazit gelesen hat.
Ab jetzt kann man „Männer, die die Welt verbrennen“ kaufen und darin lesen:
- Warum wir zu wenig gegen die #Klimakrise tun
- Wer daran Schuld ist
- Warum diese Leute wissen, dass sie verlieren werden.
Ich verlose unter allen, die diesen Post teilen, ein Exemplar mit Widmung.
Mittlerweile hat mein neuer Akku die 1.200.000 km pulverisiert mit über 1.200 km täglich und 85% Kapazität. Motor folgt mit 1.169.000 Km. Ohne jegliche Probleme!
Markus Söder, die Wissenschaft und das erstaunlich flexible Gedächtnis
Markus Söder fordert also ein „echtes Aus vom Verbrenner-Aus“ und beruft sich dafür ausdrücklich auf die Wissenschaft. Nur sagt die Wissenschaft, auf die er sich beruft, nach den bisher bekannten Daten etwas anderes: Das Elektroauto verursacht über seinen Lebenszyklus weniger CO₂ als der Verbrenner. Söder nimmt diesen Befund, lässt den entscheidenden Teil stehen und macht daraus anschließend ein Argument für die Zukunft des „Hightech-Verbrenners“. Fakten statt Ideologie nennt er das. Nun ja.
Besonders interessant wird diese neue Gewissheit beim Blick ins Söder-Archiv. 2007 wollte er, dass ab 2020 keine herkömmlichen Verbrenner mehr neu zugelassen werden. 2020 hielt er 2035 ausdrücklich für ein gutes Enddatum des fossilen Verbrenners. 2026 erklärt derselbe Markus Söder genau diese Richtung zum Irrweg. Natürlich darf ein Politiker seine Meinung ändern. Er müsste dann nur erklären, welche neuen Erkenntnisse seine frühere Position widerlegt haben. Die TUM-Auswertung kann es jedenfalls kaum sein, denn selbst die bescheinigt dem Elektroauto einen deutlichen Klimavorteil.
Ganz unbekannt ist dieses politische Verfahren bei Söder nicht. Nach Fukushima drängte er 2011 vehement auf den Atomausstieg bis 2022 und stellte bei einem späteren Termin sogar persönliche Konsequenzen in den Raum. Später wurde er zu einem der lautesten Kritiker genau dieses Ausstiegs. Mein Problem ist deshalb nicht, dass Söder Positionen verändert. Mein Problem beginnt dort, wo jede neue Position anschließend so verkauft wird, als hätten Physik, Ökonomie und gesunder Menschenverstand gerade gemeinsam ihre endgültige Wahrheit verkündet.
Und nun soll diese neue Wahrheit ausgerechnet die deutsche Automobilindustrie retten. Deutschland ist ein wichtiger Heimatmarkt, aber mit knapp drei Millionen Neuzulassungen nur gut dreieinhalb Prozent eines Weltmarktes von mehr als 80 Millionen Fahrzeugen. Deutsche Hersteller leben vom Export und von internationalen Märkten. Dort war 2025 bereits ungefähr jedes vierte neu verkaufte Auto elektrisch, China ist noch erheblich weiter und hat gleichzeitig große Teile der Batterie- und Zellproduktion unter Kontrolle.
Selbst in Deutschland dreht sich der Markt inzwischen sichtbar. Im Juli 2026 waren reine Elektroautos mit 29,3 Prozent die größte einzelne Antriebsart. Reine Benziner kamen auf 18,9 Prozent, Diesel auf 11,8 Prozent. Das bedeutet nicht, dass morgen jeder Verbrennungsmotor verschwindet. Es bedeutet aber sehr wohl, dass die deutsche Autoindustrie ihre Zukunft nicht dadurch sichern wird, dass sie möglichst lange ihre Vergangenheit konserviert.
Denn wenn deutsche Politik den Herstellern erzählt, man müsse nur den Transformationsdruck aus Brüssel beseitigen und könne anschließend wieder beruhigt auf den Verbrenner setzen, während China Batterien, Software, Leistungselektronik und Elektrofahrzeuge in gigantischem Maßstab industrialisiert, dann verschafft man möglicherweise nicht Volkswagen, BMW und Mercedes mehr Zeit.
Man verschafft sie ihrer Konkurrenz.
Einen Satz von Markus Söder würde ich deshalb tatsächlich unterschreiben: Europa muss nach Fakten statt nach Ideologie entscheiden.
Es wäre nur schön, wenn Markus Söder damit bei sich selbst anfangen würde.
Deutschland, 2026. Anstatt positiv und mit ansteckender Neugier Optimismus für die Zukunft zu verbreiten – eine Zukunft, für die Deutschland als erstes Land der Welt 2021 mit dem „Gesetz zum autonomen Fahren“ noch den gesetzlichen Grundstein gelegt hat – sät die @faznet lieber Angst. Nur um sich dann im Wirtschaftsteil zu fragen, warum es mit Deutschland bergab geht.
Das kann Ihr Ernst nicht sein, @sankegel.
Der Vergangenheitskanzler, Teil 1: Energiepolitik rückwärts
Friedrich Merz sagt im Sommerinterview etwas, dem man zunächst kaum widersprechen kann: Deutschland ist bei fossilen Energien vom Weltmarkt abhängig. Nur frage ich mich beim Zuhören irgendwann, warum daraus bei ihm fast automatisch folgt, dass wir uns diesen Weltmarkt eben möglichst lange sichern müssen. Gasverträge, neue Gaskraftwerke, der Atomausstieg als Dauererklärung, notfalls Kohle länger laufen lassen. Das klingt weniger nach der Frage, wie wir aus der Abhängigkeit herauskommen, sondern danach, wie wir sie möglichst zuverlässig organisieren.
Dabei liegt die andere Antwort ziemlich offen auf dem Tisch. Den Weltmarktpreis für Gas können wir nicht bestimmen, aber wir können sehr wohl beeinflussen, wie viel Gas wir künftig überhaupt noch brauchen. Jede Kilowattstunde Wind- oder Solarstrom, die wir hier erzeugen, speichern und zur richtigen Zeit nutzen, muss nicht als fossile Energie importiert werden. Genau deshalb gehören Speicher, Netze, flexible Industrie, Wärmepumpen und auch E-Autos in diese Debatte. Ein E-Auto ist eben nicht nur ein zusätzlicher Verbraucher. Es kann laden, wenn Strom reichlich vorhanden ist, und mit bidirektionalem Laden perspektivisch sogar Teil des Speichersystems werden. Das wäre für mich eine Antwort auf Abhängigkeit gewesen. Merz erzählt lieber vom nächsten Brennstoff.
Dann kommt der Ölpreis. Angeblich 50 Prozent höher als vor einem Jahr. Der ARD-Faktencheck kommt auf knapp 30 Prozent. Noch merkwürdiger wird es, weil Öl für unsere Stromerzeugung praktisch keine Rolle spielt. Mineralölprodukte standen 2025 für gerade einmal rund 0,8 Prozent der deutschen Bruttostromerzeugung. Natürlich ist Öl für Verkehr, Chemie, Logistik und Inflation wichtig. Aber wer über Strompreise spricht und dann den Ölpreis als großes Argument auf den Tisch legt, vermischt Märkte, die man besser auseinanderhalten sollte.
Auch die Atomkraftgeschichte wird durch Wiederholung nicht richtiger. Ja, ein Weiterbetrieb hätte nach Modellrechnungen einen begrenzten preisdämpfenden Effekt haben können. Aber nach Abschaltung der letzten AKW sind die Strompreise eben nicht explodiert, sondern gefallen. Fraunhofer zeigt zudem, dass die weggefallene Kernenergie energetisch durch zusätzliche Erneuerbare ersetzt wurde, während auch die fossile Stromerzeugung sank. Daraus folgt nicht, dass der Atomausstieg Strom billiger gemacht hat. Es folgt nur, dass „AKW aus, deshalb Strom teuer“ eine viel zu einfache Geschichte ist.
Und wenn wir schon über hohe Strompreise sprechen, hätte ich vom Kanzler gern gehört, was aus der versprochenen Senkung der Stromsteuer für alle geworden ist. Für Privathaushalte kam sie nicht. Das Klimageld, von der Ampel angekündigt und nie ausgezahlt, hat die neue Koalition gleich ganz aus ihrem Programm verschwinden lassen.
Merz hat also recht, wenn er sagt, dass Deutschland vom Weltmarkt abhängig ist. Nur fehlt mir bei ihm immer wieder die entscheidende politische Frage: Wie machen wir uns weniger abhängig? Wer auf diese Frage vor allem mit mehr Gasverträgen antwortet, verwaltet die Vergangenheit. Zukunft wäre, weniger Brennstoff zu brauchen.
https://t.co/SH0CSP8X2n
Mal zum Inhalt der Studie:
Die Studie der TU München wertet andere Studien zum Thema CO₂ Fussabdruck von E-Autos aus.
Diese Studien sind teils 6 Jahre alt und basieren auf Daten, die noch mal 1-2 Jahre älter sind.
Remember, der CO₂ Wert in 2019 lag bei 411g/kWh. Heute sind es rund 17% weniger. Dazu wird die Batterieherstellung immer effizienter und damit CO₂ ärmer. CATL will ab 2035 sogar CO₂-freie Batterien liefern können.
Damit verkürzt sich die nötige km Fahrleistung bis der Batterie CO₂ Rucksack aufgebraucht ist. Daher sind BEV heute schon über 50% CO₂ sparsamer als Verbrenner und nicht 41% aufgrund der Daten von alten Studien und die werden fortlaufend sauberer, auch der Bestand durch grüner werdenden Strom.
Verbrenner bleiben dagegen gleich dreckig, Spritmonitor zeigt, dass sich am Verbrauch in den letzten 10 Jahren nichts getan hat und ihr Fabelwesen des Hocheffizienten Verbrennermotors wird an der Physik scheitern. HVO und eFuels an Kosten und homöopathischen Mengen.
Also @BILD liefert wie bei der Wärmepumpe, wie bestellt, fossile Desinformation.
@JFreundes93759 Sagt mal, habt ihr eigentlich noch alle Latten am Zaun oder wurde da schon rückgebaut?
Wollt ihr die deutsche Industrie vollends an die Wand fahren?
Wacht mal auf ihr Ewiggestrigen!
Ihr habt ja keine Ahnung was da abgeht!