@DrPuerner "Denken sie wirklich, sie könnten sich alles erlauben?"
Genau das ist es. Sie erlauben sich alles und wiegen sich in Sicherheit , dass es wieder einmal keine Konsequenzen haben wird. Darf man das eigentlich schon Verhöhnung des Wahlvolks nennen?🤔 😠
@_FriedrichMerz Das absolute Gegenteil ist der Fall. Noch mehr Bürokratie, teurere Versicherungen, Aufhebung der Familienversicherung, die Verursacher der Mehrkosten werden überhaupt nicht zur Rechenschaft gezogen, wir Ärzte und die Patienten müssen das ausbaden. Diese Reform ist eine der schlechtesten Reform der letzten Jahre und leider aktuell ein Markenzeichen für den Murks, den Ihre Regierung aktuell abliefert. Sich gegenseitig auf die Schultern zu klopfen ist keine gute Politik. Die Politiker in Berlin sollten mal aus ihrem Elfenbeinturm herauskommen und mit der Basis reden. Selbst die CDU-Partei- Mitglieder an der Basis sind sehr frustriert, und es gibt niemanden, der gut auf die Regierung oder auf Sie, Herr Merz zu sprechen ist. Ich führe sehr viele Gespräche mit unseren Patienten und habe den letzten Monaten nichts positives über sie oder die Regierung gehört. Ich vermute, dass sie das nicht hören wollen. Es wäre aber gut, wenn Sie mal zuhören würden und Ihre Politik ändern würden. So wird das nichts. Sie treiben hiermit die Wähler den radikalen Kräften auf beiden Seiten zu. Hinterher wundern sich wieder alle.
Allein, dass Sie und @ninawarken es nicht geschafft haben, dass sie circa 12,5 Milliarden €, die für die Bürgergeld Empfänger für die Krankenversicherung aus dem falschen Topf bezahlt werden, nicht aus den Sozialtöpfen bezahlt werden, sondern weiterhin aus den Töpfen. Der Krankenversicherung ist ein Skandal.
Und wir wollen jetzt gar nicht über die verschwendeten Gelder durch zu viel bestellte Corona Impfstoffe, die entsorgt wurden oder durch den Maskenskandal mit mehreren Milliarden Ausgaben durch Herrn Spahn sprechen. Das wäre noch mal ein extra Thema.
Beste Grüße aus Frankfurt am Main
https://t.co/4e4jrW50zh.Christian Haffner, Hausarzt
@Turner3355@AldousHuxIey Sie meinen das Sondervermögen 😉Insgesamt hat Deutschland z.Zt. ca. 3 Billionen Schulden. Hinzu kommen pro Sekunde ca. 1.600€ Zinslast . Wenn das wohlhabend ist, dann...
Auch in Pflegeheimen, die für einen Platz mittlerweile bis zu 5000€ abrechnen...
Wo ist das " wir müssen die Alten schützen" geblieben???
https://t.co/y8Jdftypr8
38 Grad auf der Herzstation: Dieser Staat hat seine Prioritäten verloren
Manchmal braucht es keine langen Reden mehr. Manchmal reicht eine Zahl, um den Zustand dieses Landes offenzulegen: 38 Grad. Nicht am Badesee. Nicht im Auto auf einem Parkplatz. Nicht irgendwo in einer Dachgeschosswohnung. Sondern auf einer Station einer Uni-Klinik. Einer Herzstation.
Da liegen Menschen nach schweren Eingriffen. Da liegen Patienten, deren Kreislauf nicht ohnehin schon mit jeder Belastung spielt, sondern deren Körper gerade genau das braucht, was jeder vernünftige Mensch für selbstverständlich halten würde: Ruhe, Schutz, medizinische Sicherheit und ein Raumklima, das nicht an eine Brutkammer erinnert.
Und währenddessen erklärt sich dieses Land seit Jahren selbst zum moralischen Weltrettungsministerium.
Deutschland finanziert, fördert, begleitet, bezuschusst, kreditisiert, evaluiert und bejubelt Projekte in aller Welt. Radwege hier, Gewässerschutz dort, Klimapartnerschaften, Nachhaltigkeitsprogramme, Transformationsfonds, internationale Modellprojekte. Für jeden Flecken Erde findet sich eine Abteilung, ein Fördertopf, eine Delegation, ein Pressefoto und ein wohlklingender Begriff.
Nur für den eigenen Bürger im Krankenhaus scheint es nicht zu reichen.
Das ist der Punkt, der die Menschen wütend macht. Nicht, weil sie Krankenhäuser in Peru gegen Krankenhäuser in Düsseldorf aufwiegen wollen. Nicht, weil sie anderen Ländern nichts gönnen. Sondern weil sie sehen, dass der deutsche Staat im eigenen Haus die simpelsten Aufgaben nicht mehr zuverlässig erledigt, während er nach außen auftritt, als sei er der Hausmeister des Planeten.
Ein funktionierendes Land beginnt nicht bei globaler Symbolpolitik. Es beginnt bei Schulen ohne Schimmel. Bei Brücken, die nicht zerbröseln. Bei Bahnhöfen, die nicht aussehen wie eine Zumutung. Bei Freibädern, in denen nicht regelmäßig die Polizei anrücken muss. Bei Bürgerämtern, die Termine vergeben können. Bei Grenzen, die kontrolliert werden. Und ja: bei Krankenhäusern, in denen Patienten nicht bei 38 Grad auf einer Station liegen.
Was für eine Verrohung des politischen Denkens ist das eigentlich, wenn man über Hitzeschutz, Klimafolgen und vulnerable Gruppen doziert, aber am Ende in deutschen Kliniken Menschen in überhitzten Zimmern liegen? Das ist nicht „Klimaanpassung“. Das ist Staatsversagen mit Broschürenrand.
Besonders grotesk wird es, wenn ausgerechnet eine Uni-Klinik selbstverständlich über die Risiken von Klima, Gesundheit, Hitze und Belastung forschen kann, während im eigenen Gebäude offenbar nicht überall das umgesetzt ist, was jeder halbwegs nüchterne Mensch sofort fordern würde: kühle Räume für Kranke, für frisch Operierte, für Pflegekräfte, für Ärzte.
Denn Pflegekräfte stehen dort nicht im Leinenhemd mit Eiskaffee am Schreibtisch. Die arbeiten körperlich. Die heben, waschen, lagern, versorgen, dokumentieren, reagieren auf Notfälle, rennen von Zimmer zu Zimmer, oft mit zu wenig Personal, zu wenig Zeit, zu wenig Luft. Und dann noch 30, 35, 38 Grad? Wer so etwas achselzuckend hinnimmt, hat entweder nie in einem Krankenhaus gearbeitet oder jedes Gefühl für Zumutbarkeit verloren.
Man stelle sich den Aufschrei vor, wenn in einem Ministerium 38 Grad gemessen würden. Binnen Stunden stünden mobile Klimageräte im Flur. Eine Taskforce würde tagen. Der Personalrat würde Alarm schlagen. Es gäbe Rundmails, Empfehlungen, Sonderregelungen, flexible Arbeitszeiten, Wasserstationen und vermutlich eine Dienstvereinbarung über thermische Belastung im Verwaltungsbetrieb.
Aber auf Station? Da sollen Patienten und Pflegekräfte offenbar „durchhalten“.
Dieses Land hat einen kranken Hang zur großen Geste und eine erschreckende Unfähigkeit zur einfachen Pflicht. Die politische Klasse redet gern von Resilienz. Von Transformation. Von Daseinsvorsorge. Von Gesundheitsschutz. Von Verantwortung. Aber wenn es konkret wird, wenn ein Patient in einem überhitzten Zimmer liegt, dann wird aus Verantwortung plötzlich Verwaltungssprache. Dann kommen Wörter wie Außenverschattung, Kühldecke, baulich-technische Maßnahmen und Nutzerverhalten.
Nein. Das reicht nicht.
Wenn in einer Herzstation 38 Grad herrschen, dann ist das kein Kommunikationsproblem. Dann ist das kein Missverständnis. Dann ist das kein Fall für beschwichtigende Pressesätze. Dann ist das ein Warnsignal. Ein sehr lautes sogar.
Natürlich kostet Klimatisierung Geld. Natürlich braucht man Konzepte. Natürlich müssen Hygiene, Energieverbrauch und Gebäudetechnik mitgedacht werden. Aber genau dafür ist ein Staat da: Prioritäten setzen, Grundversorgung sichern, Menschen schützen. Nicht sich selbst ständig neue moralische Großprojekte ausdenken, während im Inland die Basis verrottet.
Die eigentliche Empörung liegt deshalb nicht nur in Düsseldorf. Sie liegt in der politischen Rangordnung dieses Landes.
Für internationale Programme findet man immer eine Begründung. Für neue Klimaetiketten findet man immer Personal. Für Transformationsrhetorik findet man immer einen Staatssekretär. Für ideologische Prestigeprojekte findet man immer eine PowerPoint. Aber sobald es um die nüchterne Frage geht, ob ein Krankenzimmer im Sommer bewohnbar ist, wird es plötzlich kompliziert, teuer, schwierig und langfristig.
Das ist der Irrsinn.
Ein Land, das Milliarden verteilt, darf nicht erklären, dass es bei seinen Krankenhäusern an baulicher Anpassung scheitert. Ein Land, das sich weltpolitisch als Vorbild inszeniert, darf nicht zulassen, dass Patienten auf einer Herzstation in Hitzezimmern liegen. Ein Land, das jedes Jahr neue Schutzprogramme gegen Hitze verkündet, muss zuerst dort liefern, wo Hitze lebensgefährlich werden kann: in Kliniken, Pflegeheimen, Schulen und öffentlichen Gebäuden.
Und nein, das ist kein Luxus. Klimaanlagen in Krankenhäusern sind kein dekadenter Wunsch nach Wellness. Es geht nicht um Hotelkomfort. Es geht um Gesundheit. Um Genesung. Um Arbeitsschutz. Um Menschenwürde. Um das Minimum, das ein moderner Staat leisten muss.
Was wir erleben, ist die Umkehrung politischer Vernunft: Außen glänzen, innen gammeln. Welt retten, Bürger vergessen. Moral predigen, Infrastruktur vernachlässigen. Und wehe, jemand spricht es aus, dann kommt sofort der übliche Chor der Beschwichtiger und Faktenverdreher: Das sei alles komplex, Kredite seien keine Zuschüsse, Entwicklungspolitik sei differenziert zu betrachten, Klimaschutz sei global.
Ja, natürlich ist Politik komplex. Aber 38 Grad auf einer Herzstation sind nicht komplex. Sie sind ein Skandal.
Die Priorität muss wieder lauten: erst die Pflicht, dann die Pose. Erst Krankenhäuser, Schulen, Polizei, Justiz, Straßen, Brücken, Energieversorgung. Erst der Bürger, der diesen Staat bezahlt. Erst die Menschen, die hier arbeiten, Steuern zahlen, Beiträge entrichten und im Ernstfall auf funktionierende öffentliche Einrichtungen angewiesen sind.
Alles andere ist politische Selbstverliebtheit.
Wer in Deutschland regiert, hat nicht zuerst die Aufgabe, sich auf internationalen Konferenzen Applaus abzuholen. Er hat die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass ein Patient nach einer Herzoperation nicht in einem überhitzten Zimmer liegt. Dass Pflegekräfte nicht unter Bedingungen arbeiten müssen, bei denen jeder Büroangestellte längst nach Hause geschickt würde. Dass öffentliche Gebäude nicht aussehen und funktionieren wie Relikte aus einer Zeit, in der Sommerhitze angeblich nur drei Tage dauerte und man den Rest mit Durchzug regelte.
Deutschland braucht keine weiteren Hochglanzreden über Hitzeschutz. Deutschland braucht funktionierende Klimatisierung dort, wo Menschen besonders verletzlich sind.
Und zwar jetzt.
Denn wenn ein Staat nicht einmal mehr seine Kranken schützen kann, sollte er mit dem Weltretten vielleicht einen Moment Pause machen und vor der eigenen Haustür anfangen.
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