Wie erwartet: Russland lenkt ukrainische Drohnen mit Spoofing auf NATO-Gebiet um:
"From Kaliningrad, Russian transmitters broadcast counterfeit satellite signals strong enough to seize a drone’s navigation in flight, feed it false coordinates and send it off course.
Lithuania counted 36 of those spoofing transmitters this week, up from three at the start of 2025, reaching 450 kilometers (280 miles) across the region, according to Reuters."
Eine Lanze für den Kanzler: Bei allem Respekt vor @ronzheimer, aber das, was er hier mit in Gang gesetzt hat, ist grober Unfug. Immerhin ist es mal wieder schönes Anschauungsmaterial dafür, wie postfaktische Dynamiken funktionieren, die sich weniger durch gezielte Manipulation als durch kollektive Selbstmanipulation auszeichnen. Sie beginnen oftmals mit einem kleinen Missverständnis, einer Dekontextualisierung oder einem verzerrenden Framing, werden massenhaft kolportiert von einem Schwarm, der affektiv darauf anspringt – und enden binnen kürzester in einer Gewissheit der Masse, die sich nicht mehr wegräumen lässt. In diesem Falle in einem »Höhöhö, der Kanzler jammert über Online-Bashing«. Es ist zugleich auch Anschauungsmaterial für genau die Social-Media-Dynamiken, die der Kanzler in dem Interview anspricht. Nur werden vermutlich diejenigen, die sich über den vermeintlich dämlichen Merz beeumeln, die Ironie nicht verstehen, dass sie genau damit bestätigen, was er beschreibt. Warum?
Erstens: Die Aussage von Merz bezieht sich explizit auf politische Social-Media-Dynamiken und hat damit zwangsläufig eine quantitative Dimension. Diese Dynamiken waren zu Zeiten Merkels bei weitem nicht so ausgeprägt wie jetzt, ganz egal wie tieffliegend die Anfeindungen aus den jeweiligen Richtungen qualitativ waren. Noch frühere Kanzler waren davon sogar ganz verschont geblieben: Social Media spielte da keine Rolle. Das ist ein Nobrainer. Mit Merz »konkurrieren« kann also allenfalls Scholz. Der hat gewiss viel abbekommen, ist aber sozial-medial nicht derart von zwei Seiten in die Mangel genommen worden. Bei Merz kommt das nicht nur von der AfD, sondern reicht bis in die Anhängerschaft des Koalitionspartners hinein, wobei es selbst unter vermeintlich gebildeten Menschen weitverbreitet ist, den demokratisch gewählten Kanzler als rechtsradikal oder gar Fascho-Handlanger zu attackieren. Das kannte man früher vom linken Rand, zieht sich aber mittlerweile weit ins linke Lager rein. Zum Teil wird das auch von zivilgesellschaftlichen Akteuren verbreitet, die mit staatlicher Förderung besonders aktiv in den sozialen Medien sind. Das alles macht die Feststellung, dass sich Merz als Kanzler sowohl quantitativ wie auch qualitativ einem Novum gegenübersieht, durchaus plausibel, zumindest diskutabel. Ronzheimer hätte gut daran getan, erstmal darüber nachzudenken, was an der Aussage dran sein könnte, statt affektiv auf eine Headline von @derspiegel zu reagieren. Vielmehr wäre ja dieser zu kritisieren, dass er mit so einem, aus dem Kontext genommenen Zitat als Headline den Fokus notwendigerweise auf diese Aussage legt und in Kauf nimmt, dass alle nur noch über die vermeintlich »weinerliche« Aussage labern, statt über die drängenden Themen zu diskutieren.
Zweitens: Die Aussage von Merz steht im Kontext einer Frage des Spiegel. Dieser erkundigt sich beim Kanzler, welchen Preis er zu zahlen bereit ist, um notwendige Reformen durchzusetzen, Schröder-Vergleich inklusive, mit Referenz auf dessen Verlust des Amtes. Merz erklärt daraufhin, dass Schröder mit Widerständen zu kämpfen hatte, aber nicht mit diesen Social-Media-Dynamiken, die bei ihm ein neues Level für einen Kanzler erreicht hätten. Wirklich gar nichts ist bei Beachtung des Kontexts an diesen Aussagen problematisch oder sollte kontrovers sein. Wer hier überhaupt nur auf Merkel oder gar den vordigitalen Kanzler Kohl verweist, weil diese ja auch angefeindet wurden, erweist sich – mit Verlaub – als Idiot, der keine zwei Sätze miteinander verbinden kann. Alles, was man der Aussage ankreiden kann, ist die Wortwahl mit dem »ertragen«, die für Leute, die keinen weiteren Kontext erschließen können, weinerlich erscheinen kann. Ja, Merz hätte mitdenken sollen, dass viele der Social-Media-Maulhelden, die auf jedes Buzzword anspringen, nicht mitdenken können. Treffender wäre die Formulierung gewesen: »sah sich konfrontiert« oder so. Aber auch das ist bei etwas wohlwollender Interpretation keine Aufregung wert. Der Kontext ist ja klar: Es geht darum, wie sich jene Social-Media-Dynamiken auf die eigene Akzeptanz als Regierungschef auswirken – und damit auch die Durchsetzungsfähigkeit von Reformen oder längeres Regieren. Und das ist tatsächlich eine wichtige Frage, weil das Regierungspolitik heute vor große Herausforderungen stellt. Wer diesen Zusammenhang nicht versteht, obwohl er im Interview expliziert ist und Merz sogar sagt, dass er sich persönlich darüber nicht beschwere, dessen Politikverständnis ist deutlich mehr am Arsch als das von Merz. Und offenbar trifft das auf sehr viele Leute zu.
Fazit: Wir sehen hier mal wieder ein Lehrstück in digitaler Kakistokratie. Die erregte digitale Masse beeumelt sich, wie lächerlich der Kanzler sei – und merkt in ihrer kollektiven Selbstvergewisserung nicht einmal, dass sie es ist, die sich lächerlich macht. Und das wird zum Problem für uns alle. Denn die vielen drängenden Fragen, die auch in dem Interview angesprochen werden, treten in den Hintergrund, einschließlich der Frage, wie man heute eigentlich noch stabil regieren kann, wo der politische Diskurs von einer Tyrannei der digitalen Minderheit geprägt wird, die von Aufreger zu Aufreger poltert und sich im Kleinst-Klein verliert, unfähig, größere politische Linien sinnvoll zu bearbeiten. Dass nun links wie rechts sehr viele nichts Besseres zu tun haben, als den Kanzler für so eine banale Aussage (irony incoming) »anzugreifen und »herabzuwürdigen« (Merz), sagt viel über den Zustand des Landes aus. Und dass dies auch jenseits der AfD geschieht, in einer Situation, wo sich diese als stärkste Kraft in den Umfragen festsetzt, lässt nichts Gutes erahnen. An politischen Kräften, die den Laden noch zusammenhalten wollen, mangelt es offenbar erheblich. Stattdessen haben wir gefühlt 80 Millionen Bundeskanzler, die sich über einen vermeintlich weinerlichen Kanzler beschweren, politisch aber nichts anderes machen, als sich ständig über Pillepalle zu empören, nicht selten jämmerlich und weinerlich.
@jk_rowling Hoodies are comfortable, practical, and low-maintenance. It’s a jacket, scarf, beanie, and gloves all rolled into one for mild to semi-cold temperatures. Where I live, they are worn by every feasible social group. Wgaf about skateboards, it's not the nineties anymore. 😛
The Russians are preparing a new massive strike – our intelligence indicates this. The United States, Europe, and all our partners have to understand how this discredits diplomatic talks. Every single Russian strike does.
Präsident Selenskyj hat gerade in einer beeindruckenden Rede den Europäern und dem sog. Westen einen Spiegel vor Augen gehalten: Sie haben ihre eigene Unglaubwürdigkeit erblickt. Das viele gleiche Gerede von Solidarität ist eigentlich eine leere Hülle. Das Abwarten auf die USA, die vor einem Jahr die Seite gewechselt haben und das Hoffen auf irgendeinen Scheinfrieden, ohne sich einzugestehen, dass das Unterwerfung und Tod für die Ukraine bedeutet. Als würde Europa in einer Dauerschleife in Selbsttäuschung und Selbstabschreckung stecken. Wer Freiheit will, muss kämpfen und wer Freiheit für die Ukraine und Europa will, muss Taurus liefern, muss Soldaten senden, Flugabwehr und Panzer liefern und die Ukraine in die eigene Sicherheit und die NATO integrieren. Wer Freiheit und Rechtsstaatlichkeit will, muss die Tyrannen der Welt stoppen und ihnen nicht die Macht über eingefrorene Vermögen lassen oder zusehen, wie das iranische Volk umgebracht wird. Wer Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden will, darf nicht bloß reden, sondern muss handeln. Wer den Führer der freien Welt vermisste - er hat soeben gesprochen. Slava Ukraini!
Air defense missiles are needed daily. Weapons are needed daily. Equipment for recovery and reserves is needed daily. If the Davos format delivers this—real results for Ukraine—Ukraine will be represented there.
Yes, Ukrainians are resilient.
But this kind of framing quietly distorts reality.
Because behind these moments are tens of thousands of people freezing in their homes. Apartments where heating pipes burst. Elderly people who cannot warm themselves, who cannot go outside, who are left alone with the cold. This is not symbolic hardship. This is physical danger.
It’s –20°C. This is not something you simply “endure.”
Resilience doesn’t mean immunity. Ukraine cannot withstand everything indefinitely. Framing this as only a story of strength risks dulling the urgency of what’s happening.
Russia is not just testing Ukrainian spirit.
It is deliberately freezing civilians in their homes.
Die aktuelle Bedrohungslage für Grönland ist weit mehr als eine bizarre Episode im Stile Donald Trumps. Sie ist ein Warnschuss für uns alle. Wer Trumps Slogan „Make America Great Again“ bislang nur als wirtschaftliche Kampfansage verstanden hat, hat ihn fundamental missverstanden. Trump nimmt diesen Satz wörtlich – auch und gerade territorial. Nach den jüngsten Aktionen der USA gegenüber Venezuela muss jedem klar sein: Es geht dem US-Präsidenten um die physische Vergrößerung des amerikanischen Einflussbereiches, wenn nicht sogar um die Erweiterung des Staatsgebietes. Grönland ist dabei kein Zufallsziel, sondern wegen seiner Lage zur Arktis und den dortigen neuen Handelsrouten von höchster strategischer Relevanz. Trump agiert hier im Geiste einer von ihm selbst so benannten „Donroe-Doktrin“ – einer aggressiven Neuinterpretation der klassischen Monroe-Doktrin.
Wir sind damit Zeugen einer historischen Zäsur: Wir erleben die Rückkehr des klassischen „Raumdenkens“, wie es der Staatsrechtler Carl Schmitt einst in seiner Theorie der „Großraumordnung“ skizziert hat. Das Zeitalter des reinen Völkerrechts, in dem Grenzen unverletzlich schienen, wird abgelöst von einem Zeitalter der imperialen Räume. Die USA definieren unter Trump ihren Raum neu und offensiv, genau wie es Russland mit seinem brutalen Angriffskrieg und China im Indopazifik bereits tun.
Für uns Europäer heißt das: Wir müssen diese neue Realität schonungslos anerkennen. Wenn die Großmächte USA, China und Russland wieder primär in Räumen denken, müssen wir das in gewisser Weise auch tun – nicht um fremde Gebiete zu erobern, sondern um nicht selbst unter die Räder zu kommen. Zbigniew Brzeziński hat Eurasien einst treffend als das „große Schachbrett“ beschrieben. Wenn wir nicht aufpassen, werden wir auf diesem Brett vom Spieler zur Spielfigur degradiert – zum bloßen Spielball im Kampf um Eurasien zwischen Washington, Moskau und Peking. Wir laufen Gefahr, lediglich auf dem Speiseplan der Großmächte zu stehen, statt selbst am Tisch zu sitzen.
Die Antwort auf diese Bedrohung verlangt, die eigene „Raumverteidigung“ zu organisieren – und zwar durch weltweite, belastbare Partnerschaften mit Japan, Taiwan, Australien, Südkorea, Kanada und Südamerika u.a. Wir müssen unseren Raum gemeinsam mit Gleichgesinnten verteidigen, um die liberale Demokratie zu schützen. Dabei geht es explizit nicht darum, imperiale Einflusssphären zu schaffen, sondern unsere Freiheit und unsere Werte zu schützen. Das erfordert zwingend den Aufbau eigener militärischer Fähigkeiten und geoökonomischer Stärke. Wir brauchen eine europäische Unabhängigkeit von den USA und China in den kritischen Bereichen Technologie, Verteidigung und Handel.
Hier zeigt sich jedoch die ganze Tragik der aktuellen deutschen und europäischen Politik: Wenn die EU es nicht einmal schafft, ein Wirtschaftsabkommen wie Mercosur zu verabschieden, brauchen wir über eine militärische Präsenz in Grönland gar nicht erst zu diskutieren. Wer schon bei Handelsverträgen zögert, ist für die harte Machtpolitik, die Trump uns aufzwingt, schlicht zu schwach. Die Zeit läuft uns davon, denn Trump schafft schnell und hart Fakten. Europa muss endlich lernen, seinen Raum selbst zu behaupten, damit wir nicht erleben müssen, daß andere über unsere Köpfe hinweg entscheiden. Das bedeutet, dass wir die Ukraine nicht länger als Außenposten, sondern als integralen Teil unseres eigenen freiheitlich-liberalen Raums begreifen müssen. Wie der Historiker Karl Schlögel treffend feststellte, ist die Ukraine „Europa en miniature“; ihre Städte sind europäische Städte, und ihre Verteidigung ist somit keine Hilfe für Dritte, sondern unsere eigene Verteidigung. Wir können und müssen mehr für die Ukraine tun.
Wenn Trump besetzte ukrainische Gebiete als russisch anerkennt, haben die USA faktisch die Seiten gewechselt. 🇺🇸 stehen damit nicht mehr an der Seite des Völkerrechts und verteidigt keine europäischen Interessen mehr, sondern macht sich zum Erfüllungsgehilfen von Putins Imperialismus. https://t.co/yPklHrCaM4
Wir verlieren wertvolle Zeit: Moskau simuliert Verhandlungen und bombardiert weiter, um Geländegewinne zu erzielen und eigene Schwächen zu vertuschen. Wir müssen uns vom Glauben verabschieden, dass die USA unter Trump ein Gegengewicht zu Putin bilden. Stattdessen droht ein Diktat, der den Krieg stärker nach Europa bringen wird. Russland wird seine Ziele nicht aufgeben, sondern drückt uns seine Einflusszone über. Die Ukraine ist die erste Verteidigungslinie – wenn sie verliert, dann verlieren wir.
Das ist ein Krieg auf europäischem Boden. Wir müssen mehr Verantwortung übernehmen: bei Sanktionen, bei weitreichenden Waffen, bei der Luftverteidigung in der Westukraine und bei den eingefrorenen Vermögen.
Während Polen angesichts der Zunahme russischer Angriffe das letzte Konsulat des Terrorstaats Russland schließt, finanziert Deutschland weiter das Russische Haus in Berlin, von dem aus hybride Angriffe (z.B. Desinformation) stattfinden.
Für Europa hat der Ernstfall begonnen. Mit einer Kapitulation der Ukraine, einem Einfrieren oder sonstigen Zugeständnissen an Russland - wird Russland seine Hauptziele nicht aufgeben, sondern sich bestärkt fühlen: Die NATO und die EU zu spalten, die USA aus Europa zu treiben, damit RUS ungestört seine Einflusszone ausbreiten kann und den Krieg ausweitet in Europa. CRINK führt einen Krieg gegen uns: militärisch, zivil-hybrid und auf dem kognitiven Feld. Russland versucht immer darzustellen, dass es übermächtig, unbesiegbar sei und die Ukraine keine Chance habe. Das ist grundfalsch. Die Ukraine hat die schlechteren Unterstützer - die Ukraine kann noch siegen. Dazu muss Europa aber jetzt handeln. Interview mit @correctiv_org
https://t.co/RoKyUcsBsc
Der Plan von Witkoff & Dmitriev ist ein Kapitulationsplan. Trump weiß das - er steht auf der Seite Russlands, ganz offensichtlich. Anstatt über sinnlose Pläne zu reden, sollte Europa endlich anfangen, die Ukraine so zu unterstützen, als wäre die Ukraine schon in EU&NATO. Denn faktisch ist sie Europas erste Verteidigungslinie. Europa sollte mit der Ukraine deshalb einen Siegesplan entwickeln. Wir müssen siegen wollen. Wenn Trump Waffen an Europa verkauft, gerne - wenn nicht, soll er sich raushalten.