@torstenherbst Alle Länder bauen ihre EE-Kapazitäten aus, auch Frankreich und z.B. Ungarn, das offensichtlich stark abhängig von einem einzigen AKW ist? Warum? Regieren überall durchgeknallte Grüne?
@dg_graeber Es dürfte wohl eher um die unsichere Weltlage gehen, drohende, man könnte auch sagen, existierende hybride Kriege. Aber klar, die EE sind Schuld. Sie sollten ihre Obsession mal zurückfahren.
@schroeder_k@bnetza Sinnvoll bei der Weltlage. Der Schutz der kritischen Infrastruktur ist aktuell völlig unzureichend. Und es hat sicher nichts mit einem allgemeinen Strommangel zu tun, den es nicht gibt. Und nebenbei gibt es wenig resilientere Systeme als dezentrale.
@unblogd Sinnvoll bei der Weltlage. Der Schutz der kritischen Infrastruktur ist aktuell völlig unzureichend. Und es hat sicher nichts mit einem allgemeinen Strommangel zu tun, den es nicht gibt. Aber klar, erstmal wieder die Atomsau aufscheuchen.
Katharina Reiche und die erstaunliche Elastizität der Marktwirtschaft
Na, ihr Stromkunden und Teilzeitkraftwerksbetreiber.
Katharina Reiche hat die Energiewende verstanden.
Wenn mittags viel Solarstrom da ist, ist es zu viel.
Wenn abends Strom fehlt, brauchen wir Gaskraftwerke.
Wenn Bürger Solaranlagen bauen, sind sie überfördert.
Wenn Energiekonzerne bauen sollen, braucht es Garantien.
So einfach kann Marktwirtschaft sein.
Mehr als die Hälfte unseres Stroms kommt inzwischen aus erneuerbaren Energien. Bis 2030 sollen es 80 Prozent sein. Reiche nennt das eine Erfolgsgeschichte.
Danach zählt sie auf, was an dieser Erfolgsgeschichte angeblich alles stört.
Zu viel Strom.
Negative Preise.
Überlastete Netze.
Zu hohe Förderung.
Zu gute Renditen.
Merkwürdig nur, dass die Lösung fast immer beim privaten Anlagenbetreiber beginnt.
Er bezahlt die Solaranlage.
Er bezahlt den Speicher.
Er bezahlt das Messsystem.
Er sucht einen Direktvermarkter.
Er trägt schwankende Erlöse.
Und wenn sein Strom gerade nicht gebraucht wird, soll er bitte lernen, dass die Energiewende kein Rundum-sorglos-Paket ist.
Beim Gaskraftwerk klingt das deutlich fürsorglicher.
Dort soll der Staat Ausschreibungen organisieren, Kapazitäten absichern und Investitionen so planbar machen, dass sich der Bau für die Unternehmen lohnt.
Der Markt ist schließlich eine wunderbare Sache. Man darf ihn nur nicht versehentlich auf einen großen Energiekonzern loslassen.
Besonders hübsch wird es beim Fall EnBW.
Reiches Ministerium soll den Konzern um Vorschläge für die geplanten Kraftwerksausschreibungen gebeten haben. EnBW betreibt selbst Gaskraftwerke und möchte weitere bauen.
Der Konzern lieferte Kriterien, die Gaskraftwerken helfen und Batteriespeicher benachteiligen könnten. Darunter eine Zehnstundenregel, die viele Speicher kaum erfüllen.
Das ist ungefähr so, als würde man einen Parkhausbetreiber fragen, welche Vorschriften den Nahverkehr weniger attraktiv machen könnten.
Natürlich überbrücken Batteriespeicher keine mehrtägige Dunkelflaute.
Aber sie können Solarstrom vom Mittag in den Abend verschieben, Netze entlasten, Regelenergie liefern und die Stunden reduzieren, in denen Gaskraftwerke gebraucht werden.
Für den privaten Haushalt sind Speicher offenbar eine hervorragende Idee. Der Bürger bezahlt sie schließlich selbst.
Sobald große Speicher aber mit staatlich abgesicherten Gaskraftwerken konkurrieren, entdeckt man plötzlich ihre Grenzen.
Auch die berühmten zwölf Cent verdienen Aufmerksamkeit.
Die bekommt nicht jede Solaranlage. Es ist der Höchstsatz für kleine Anlagen mit vollständiger Einspeisung. Wer den Strom überwiegend selbst nutzt und nur Überschüsse verkauft, erhält deutlich weniger.
Große Wind- und Solarparks laufen ohnehin über Ausschreibungen, Marktprämien oder direkte Lieferverträge. Von pauschalen zwölf Cent kann dort keine Rede sein.
Und die Milliardenkosten des EEG?
Ein erheblicher Teil stammt aus älteren Anlagen mit früher deutlich höheren Vergütungen. Diese Verträge laufen nach und nach aus. Neue Anlagen sind längst billiger.
Reiche nimmt also Kosten aus der Vergangenheit, stellt daneben den Höchstsatz einer kleinen Volleinspeiseanlage und erklärt daraus, warum neue private Anlagen weniger Sicherheit bekommen sollen.
Die alten Verträge liefern die Rechnung.
Die neuen Anlagen bekommen die Schuld.
Und die Gaswirtschaft erhält Planungssicherheit.
Das Problem ist nicht, dass Reiche die Energiewende offen beendet.
Sie lässt die Ziele stehen und verändert die Bedingungen.
Weniger Sicherheit für private Dächer.
Mehr Risiko für Bürger.
Mehr Markt für Direktvermarkter.
Mehr staatliche Absicherung für Gaskraftwerke.
Am Ende darf der Hausbesitzer lernen, was Eigenverantwortung bedeutet, während große Konzerne erfahren, wie angenehm staatlich organisierte Marktwirtschaft sein kann.
Bleibt freundlich, bleibt kritisch und schaut genau hin, wer bezahlen soll, wenn Katharina Reiche von Kosteneffizienz spricht.o
@mueller_sepp@cducsubt@CDU Ein Tempolimit würde dauerhaft den Verbrauch senken. Weniger Nachfrage, sinkende Preise. Wenn ich sehe, wie auf der linken Autobahnspur unverändert gerast wird, wird es nichts mit Appellen an die Vernunft. Fahrer von Firmenautos juckt der Spritpreis sowieso nicht.
@BergheimJeff@BILD Das werden wir nicht erleben, dass kreislauschwache alte Menschen gezeigt werden. Das Sterben erfolgt wie so oft leise und ungesehen.