Man denkt irgendwie an Scharping, brutto und netto... –
das Problem ist: wer die theoretischen Chance haben will, in Deutschland Bundesminister zu werden, muß ab dem 14., allerspätestens ab dem 16. Lebensjahr im Jugendverband der Partei sein und sich dann hochbeißen, Kommunalpolitik, Kreistag, Landtag, Bundestag, "parlamentarischer Staatssekretär" (ohnehin ein Unding!), irgendwann dann Minister... – er hat schlichterdings keine Zeit, irgendetwas Vernünftiges zu lernen! Und er darf seine Heimatregion nie verlassen, ginge er z.B. nach Heidelberg zum studieren, müßte er dort bei seiner Partei wieder bei Null anfangen! Dort wäre es dann sinnlos, daß er seit dem 14. Lebensjahr seine gesamte Freizeit investiert hat...
Deswegen auch die vielen Plagiate bei Doktorarbeiten: ein "Dr." auf dem Wahlplakat wäre schön, aber schon aus Zeitgründen – Parteiarbeit, Networking, Mandate – hätte man nie und nimmer die Zeit dazu...
Max Weber hat immer die Professionalierung der deutschen Politik gefordert, wie in Westminister. Die haben wir jetzt, mit der Folge, daß fast niemand in der Politik aufsteigen könnte, der jemals normal gearbeitet hat oder irgendetwas wirklich "kann". In Westminister galt übrigens: "If a man is a gentleman, he knows quite enough. If a man is no gentleman, everything he knows ist too much."
Da ich das grade in meiner Timeline sehe, vielleicht mal eine ernstgemeinte und differenzierte Antwort dazu.
Vorneweg: 10.000 Euro auf einem Tagesgeldkonto als Notgroschen deklariert und explizit getrennt vom Depot sind erstmal eine gute Idee, bevor man auch nur einen Euro investiert. Das nur zur Differenzierung, denn erst danach (3-6 Monatsausgaben bei Singles) sollte in irgendeiner Form investiert werden.
Zur Frage nach dem Wissen und der Risikobereitschaft muss man die historischen Gegebenheiten der älteren und jüngeren Generation fair vergleichen.
Es wird bezüglich Aktieninvestments viel auf die ältere Generation und ihre Risikoaversion geschimpft (teils zurecht). Man muss der Fairness halber sagen, das bis in die 1990er/2000er Jahre Aktieninvestment in Deutschland tatsächlich noch relativ exotisch und teuer war. Die meisten Menschen kannten vor allem Sparbuch, Festgeld und Bausparverträge. Wenn man es sich leisten konnte war das Eigenheim noch die vernünftigste Art des Vermögensaufbau (im Detail und realistisch durchgerechnet sieht das freilich schwieriger aus, aber lassen wir das mal so stehen).
Aktien galten vielen als „Zocken“ (was nach der Dot-Com-Blase und der Finanzkrise 2008 nochmal schlimmer wurde) und aktive Fonds hatten hohe Ausgabeaufschläge (oft 4–5 %) und laufende Kosten von 1,5–2 % pro Jahr. Bei einer erwarteten Aktienrendite von 7–8 % real fraßen die Kosten einen großen Teil auf.
Diversifikation war kompliziert und teuer. Ein breit gestreutes Weltportfolio selbst zusammenzustellen war für Normalverdiener praktisch unmöglich. Dafür hätte man in teure Fonds wie zum Beispiel den UniGlobal von der Union Investment gehen müssen (der aber auch bei weitem nicht der einzige war). Die ersten ETFs in Deutschland gab es zwar ab 2000 an der Xetra, aber sie wurden erst ab ca. 2010 richtig bekannt und durch Neobroker und Nullzinsen zum Massenprodukt. In den USA war man mit Bogles Indexfond (1976) und einer etablierten Aktienkultur deutlich früher dran. Investmentfonds waren vor dem ETF-Boom die klassische Möglichkeit für Privatanleger in Deutschland, aber sie waren deutlich teurer und oft schlechter diversifiziert als heutige ETFs. Viele deutsche Aktienfonds investierten stark oder überwiegend in deutsche/blue-chip-Titel (DAX-Werte). Globale Diversifikation war selten und meist nur bei speziellen „International Funds“ vorhanden, die aber teurer waren.
Für jemanden, der 1970–1990 in Deutschland seine Ersparnisse aufgebaut hat, war die naheliegendste und „sicherste“ Form tatsächlich das klassische Sparen bei der Bank oder Lebensversicherung. Die Idee eines kostengünstigen, passiven Marktportfolios war einfach noch kein Allgemeinwissen. Es hat gedauert, bis die Erkenntnisse von Graham, Markowitz, Sharpe, Bogle, Fama-French und Malkiel
ihren Weg in die Öffentlichkeit gefunden haben.
Bei den Jungen hat die Finanzbildung in den letzten 10–15 Jahren tatsächlich spürbare Fortschritte gemacht. YouTube-Kanäle (Finanzfluss etc.), Podcasts und die ETF-Welle haben vielen Jüngeren den Einstieg extrem erleichtert. Das Wissen um breite Diversifikation und regelmäßige Sparpläne ist heute deutlich verbreiteter als noch 2010.
Deshalb ist die aktuelle Generation von ETF-Sparern zwar theoretisch besser aufgestellt als die Sparbuch-Generation, aber sie hat ihre Feuerprobe noch vor sich. Die echte Bewährungsprobe kommt erst bei einem echten Crash kombiniert mit schlechter Wirtschaftslage (Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit). Dann wird sich zeigen, ob die schöne Theorie („Ich bespare einfach weiter“) auch in der Praxis hält, oder ob viele doch panisch verkaufen oder die Sparpläne stoppen.
Insofern: Ja, es wäre für viele gut, einen Teil ihres Geldes langfristig in Aktien anzulegen. Gleichzeitig sollten alle, die das vorhaben, sich realistisch mit den Grundlagen auseinandersetzen. Und ein Teil der Gesellschaft hat schlicht zu wenig Überschuss, aber auch hier sind schon 50 € monatlich besser als nichts.
@bigdrip247@Finanz_Spass@AktienAnker Deutsche Bank hatte mal gute kleine Wraps, bei RWE waren die Wiener gut und bei E.ON der Kuchen. Am besten hat der Kaffee bei Daimler geschmeckt.
Kein Trost, aber weitere Warnung. Auch UK lebt in einer Wohlstandsillusion und folgen einer ideologisch verfehlten Politik. Die FT:“By most standards, Britain is a rich country. But it behaves as if it is wealthier, faster-growing and more influential than it actually is.“ 1/2
Geld und Bodenhaftung. Die Mertesacker Brüder erzählen, wie aus Bundesligagehältern von Per Mertesacker ein langfristiges aufgestelltes Family Office wurde. Es wird erklärt wieso sie auf solide Immobilien und Liquidität setzen. Weshalb „Cash is King“ nichts mit Gier zu tun hat.
@BerlinReporter Hatten Sie einmal die Möglichkeit mit Herrn Merz und/oder Herrn Linnemann seit der Wahl persönlich zu sprechen? Wenn ja, wurde einmal plausibel erklärt warum sich die Union so unsouverän verhält?
Warum Prognosen ständig scheitern und man deshalb den Großteil seines Geldes prognosefrei Investieren sollte
Rückblickend wirken viele wirtschaftliche und finanzielle Wendepunkte geradezu offensichtlich. Die Japan-Bubble der 1980er-Jahre, die Finanzkrise 2008 oder die Zinswende 2022. Heute erklären Experten und Medien haarklein, warum alles so kommen musste. Menschen mögen solche Autoritäten, die ihnen Erklärungen und ein Gefühl von Kontrolle über die Welt geben können. Millionen von Usern im Internet folgen einer Reihe von Gurus, die tiefe analytische Einsichten versprechen, mit denen man den Markt timen könne.
Doch das ist meist Hindsight Bias. Im Vorfeld hielten selbst die renommiertesten Ökonomen, Zentralbanker und Analysten solche Szenarien für unwahrscheinlich oder gar unmöglich. Sie bauten Modelle auf vergangenen Daten, übersahen strukturelle Brüche, Emotionen und unvorhersehbare Schocks (sogenannte „Black Swans“). Wer dennoch versucht, Märkte zu timen, also auf Prognosen zu setzen wie „Zinsen bleiben ewig niedrig“, „Rezession kommt sicher“ oder „diese Blase platzt nie“, verliert langfristig oft massiv.
Prognosefreies Investieren, also diszipliniert und breit diversifiziert minimiert genau diese Risiken. Es geht nicht darum, recht zu haben, sondern dabei zu sein. Die Geschichte belohnt die Geduldigen.
Zum Ostermontag scheint mir wichtig, Menschliche Demut vor der Welt und den Ereignissen mal wieder hervorzuheben. Deshalb habe ich mal in die Finanzgeschichte geschaut und einige Beispiele für vollkommen schief gegangene Prognosen herausgesucht.
Klassiker: Der Börsenkrach 1929 und die Große Depression
Irving Fisher, einer der einflussreichsten Ökonomen seiner Zeit und Yale-Professor, erklärte am 16. Oktober 1929 vor der Purchasing Agents Association in New York: „Die Aktienkurse haben ein dauerhaft hohes Plateau erreicht. Ich erwarte, dass der Aktienmarkt in wenigen Monaten deutlich höher steht.“
Nur drei Tage später kam der Schwarze Donnerstag, gefolgt vom Crash. Fisher selbst verlor ein Vermögen und beharrte noch Monate auf einer schnellen Erholung.
Beispiel 2: Die Japan-Bubble der 1980er-Jahre und die „Lost Decades“
Ende der 1980er galt Japan als unaufhaltsame Wirtschaftsmacht. Der Nikkei-Index kletterte auf fast 39.000 Punkte, Immobilienpreise explodierten, und Analysten prophezeiten, Japan würde die USA bald überholen. Bücher wie Ezra Vogels „Japan as Number One“ (1979) verstärkten den Konsens: Japan als neues Wirtschaftswunder. Die Bank of Japan und internationale Experten sahen keine Gefahr. 1990 platzte die Blase. Deflation und stagnierende Wirtschaft folgten. Der Nikkei brauchte über 30 Jahre, um das alte Hoch wieder zu erreichen. Wer auf den „ewigen Aufstieg Japans“ gesetzt und nur japanische Aktien oder Immobilien gehalten hatte, erlitt Jahrzehnte von Null- oder Negativrenditen. Heute wirkt die Stagnation logisch aber damals hielt sie fast niemand für möglich. Ein prognosefreier Ansatz hätte einfach breit diversifiziert in globale Märkte investiert und die japanische Krise als temporären Schock ignoriert.
Beispiel 3: Die Finanzkrise 2008
Noch 2007 versicherten Top-Entscheidungsträger, alles sei unter Kontrolle. US-Finanzminister Hank Paulson erklärte im März 2007 vor dem Kongress: „Aus Sicht der Gesamtwirtschaft erscheint das Problem [Subprime] begrenzt.“ Fed-Chef Ben Bernanke sagte am selben Tag: „Der Einfluss der Subprime-Probleme auf die breitere Wirtschaft und die Finanzmärkte scheint moderat und wahrscheinlich begrenzt zu sein.“ Die meisten Prognosen rechneten mit einer milden Rezession oder gar keiner. Stattdessen folgte der schwerste Crash seit 1929: Lehman-Pleite, globale Rezession, Millionen Arbeitslose. Die Fed-Prognosen lagen um bis zu 5–6 Prozentpunkte daneben.
Beispiel 4: „Zinsen bleiben ewig niedrig“ (ca. 2015–2021)
Nach der Nullzins-Politik post-2008 und der Euro-Krise propagierten viele Ökonomen (darunter Anhänger der „säkularen Stagnation“ wie Larry Summers) eine „neue Normalität“: Dauerhaft niedrige oder negative Zinsen, schwaches Wachstum und deflationäre Tendenzen.
Ab 2021 explodierte die Inflation. Zentralbanken hoben Zinsen rasant an. Heute scheint die Zinswende „logisch“, damals galt sie als unwahrscheinlich. Ein prognosefreier Investor hätte einfach breit in Aktien und Anleihen diversifiziert und nicht auf Zins-Prognosen spekuliert.
Beispiel 5: Die „Große Depression 1990“
Der Ökonom Ravi Batra landete 1987 mit seinem Buch The Great Depression of 1990 einen Bestseller. Er prophezeite eine schwere Wirtschaftskrise ab 1990, ausgelöst durch Schulden, Ungleichheit und Zyklen. Das Buch wurde millionenfach verkauft und löste Panik aus. Stattdessen kamen die goldenen 1990er: Stabiles Wachstum, niedrige Inflation und eine jährliche US-Aktienrendite von rund 18 Prozent. Der Boom statt Bust. Investoren, die auf Batras Doom-Szenario setzten und aus Aktien ausstiegen, verpassten eine der besten Dekaden der Börsengeschichte.
Beispiel 6: „Dow Jones auf 36.000“ (1999)
James Glassman und Kevin Hassett veröffentlichten 1999 den Bestseller Dow 36,000. Sie argumentierten, Aktien seien massiv unterbewerte und der Dow werde binnen 3–5 Jahren auf 36.000 Punkte steigen. Stattdessen platzte die Dotcom-Blase 2000–2002, der Dow fiel stark. Es dauerte 22 Jahre, bis der Index die 36.000 tatsächlich erreichte.
Beispiel 7: „Der Tod der Aktien“ 1979
Am 13. August 1979 titelte Business Week: „The Death of Equities – How Inflation Is Destroying the Stock Market.“
Hohe Inflation, Stagflation und Renditen unter 3 Prozent machten Aktien angeblich unattraktiv. Sieben Millionen Privatanleger hatten seit 1970 den Markt verlassen. Experten sahen Aktien als „permanent tot“. Nur drei Jahre später begann 1982 einer der längsten Bullenmärkte der Geschichte. Der S&P 500 legte mit Dividenden reinvestiert über 7.000 Prozent zu. Wer auf den „Tod der Aktien“ hörte und ausstieg, verpasste Jahrzehnte enormer Gewinne.
Man könnte noch stundenlang so weiter machen. Nate Silver nannte die Geschichte der Wirtschaftsprognosen ein „komplettes Scheitern“. Modelle versagen bei Strukturbrüchen, weil Märkte komplex, emotional und von unvorhersehbaren Ereignissen geprägt sind. Selbst die Fed lag bei vielen Vorhersagen um mehrere Prozentpunkte daneben. Wer auf „richtige“ Prognosen wartet, sitzt zu lange an der Seitenlinie, verkauft aus Panik oder kauft zu spät.
Die empirisch überlegene Strategie ist einfach: Diszipliniert, kostengünstig und breit diversifiziert langfristig investieren. Beim Investieren geht es nicht darum, recht zu haben sondern dabei zu sein. Die Geduldigen gewinnen.
Und man sollte sich mit einer unbequemen Wahrheit anfreunden: Wir leben in einer Welt, die wir nicht so gut verstehen, wie wir vorgeben. Auch Experten können nicht in die Zukunft schauen, und der Zufall wird am Ende des Tages immer mehr über Erfolg und Misserfolg entscheiden, als uns lieb ist. Deshalb sollte man das kontrollieren, was man kontrollieren kann: Die eigene Einstellung und das eigene Risikomanagement. Alles andere nimmt man gelassen hin.
Aus mehreren Gründen sehr verrückt, was einer der neuen städtischen Wohnungsbaugesellschaft-Chefs hier im @SZ_Muenchen-Interview sagt zu seinem Umzug nach München.
Grim plots from @jonatanpallesen. Birthrate collapse is hitting the most talented and educated the hardest worldwide, and that will be a huge drag on future innovation and progress.
We owe a great deal to the brilliant fraction of humanity, and they are becoming far fewer.
Waren Vater, Großvater, Urgroßvater Nazis? Das National Archives in Washington hat die gesamten NSDAP-Mitgliederdatei (!) online gestellt. https://t.co/H0xGjJ2tkJ Man braucht viel Geduld, denn die Server sind völlig überlastet
📢Pressemitteilung: Nach einem Rohrbruch zahlt die #Wohngebäudeversicherung oft nur die Reparatur der betroffenen Rohre. 👉Wir erklären, welche Leistungen Versicherte erwarten können und welche nicht: https://t.co/AoUC4QvVeJ
"rising housing costs since 1990 are responsible for 13 million (11%) children not being born, 51% of decrease in fertility from the 2000s to the 2010s, and a 7pp decrease in the share of 20-29 year olds that have started families"
by Benjamin Couillard
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