Nein, ich glaube nicht, daß wir "in den Merkel-Jahren" das streiten "verlernt" haben. Zumal der Kontext der Äußerung im heutigen JF-Interview ja dann auch noch der ist, daß @_MartinHagen gar nicht mit Angela Merkel oder Linksgrün "streiten" will, sondern offenbar eher mit der Rechten ("Reden heißt nicht zustimmen"). Er bringt den Satz nämlich als Rechtfertigung dafür, daß er überhaupt mit der JF redet!
Seit dem Jahr 2000 wurde – zunächst im Rahmen des "Aufstandes der Anständigen", der von der Schröder-Regierung losgetreten worden war, nachdem zwei Araber als Reaktion auf Geschehnisse im Israel-Palästina-Konflikt eine Synagoge in Düsseldorf anzuzünden versuchten, was Rotgrün aber lieber vermeintlichen "Rechtsradikalen" in die Schuhe schieben wollte – eine Infrastruktur staatlich cofinanzierter NGOs aufgebaut, die die Aufgabe wahrnahmen, vollkommen legale politische Aktivitäten von Bürgern zu beobachten und zu erfassen. Wer sich - mit einiger öffentlicher Wirkung – gegen rotgrüne Reformagenden engagierte, mußte seither befürchten, (1) von halbamtlich auftretenden NGOs öffentlich in die Nähe der Weltanschauung Hitlers gerückt zu werden, was dann (2) zumal vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk überall verbreitet und verstärkt werden würde.
Ziel dieses seit 2000 aufgebauten "Zweiten Öffentlichen Dienstes" war es letztlich, die "sozialen Kosten" von politischem Engagement außerhalb des rot-rot-grünen Vorfeldes so hochzutreiben, daß die Bürger am Ende scheinbar freiwillig die Politik den Linken überlassen - wer will schon als Nazi in der Zeitung stehen? Die schwarzgelbe Regierung ab 2005 zerschlug den Zweiten Öffentlichen Dienst nicht (und nahm auch nicht die rotgrüne Reform des Staatsbürgerschaftsrechts zurück); in der 2. Merkel-Legislatur seit 2010 legte sich die CDU endgültig darauf fest, ihre Politik nun ebenfalls an der rotgrünen Agenda auszurichten, um Konflikte mit dem ÖRR zu vermeiden ("Atomausstieg sofort" 2011, in der 3. Legislatur dann Grenzöffnung 2015/16).
Ein öffentliches Bezweifeln der rotgrünen Reformagenda ("streiten") war also zunehmend mit sozialen Risiken verbunden, die zumal abhängig Beschäftigte kaum mehr auf sich nehmen konnten oder wollten. Die Opposition selbst gegen den offensichtlichsten Unsinn wurde nicht "verlernt", sondern unterdrückt. Auch die FDP trat in diesem Zusammenhang nicht als Defensor libertatis hervor.
Christina von Ungern-Sternberg möchte auf keinen Fall, dass dieses Video verbreitet wird. Bitte respektiert diesen Wunsch und haltet euch daran. 😉
Schließlich geht es um die Anmoderation, die im Zusammenhang mit Elon Musk für große Aufmerksamkeit gesorgt hat.
Eine scharfsinnige Betrachtung von Kardinal Ratzinger, Karfreitag 2005:
„Pilatus ist nicht gänzlich böse. Er weiß, dass der Verurteilte unschuldig ist, und sucht nach einem Weg, ihn zu befreien. Doch sein Herz ist gespalten. Und am Ende lässt er seine eigene Position, sein eigenes Interesse, über das Rechte siegen.
Auch die Männer, die schreien und den Tod Jesu fordern, sind nicht gänzlich böse. Viele von ihnen werden am Pfingsttag einen tiefen Schmerz verspüren, wenn Petrus zu ihnen sagt: „Jesus von Nazareth, ein Mann, der von Gott vor euch bezeugt wurde … den ihr von Leuten außerhalb des Gesetzes kreuzigen und töten lassen habt.“
Doch in diesem Moment werden sie von der Menge mitgerissen. Sie schreien, weil alle anderen schreien, und sie schreien dasselbe wie alle anderen. So wird die Gerechtigkeit von Schwäche, Feigheit und der Angst vor dem Diktat der herrschenden Denkweise mit Füßen getreten. Die leise Stimme des Gewissens wird vom Geschrei der Menge übertönt.
Das Böse bezieht seine Macht aus Unentschlossenheit und der Sorge darum, was andere Menschen denken.“
Amen ✝️