Dieses WM-Finale war, vorsichtig gesagt, ein denkbar schlechtes Aushängeschild für den Sport Fußball. Das Endspiel war über sehr lange Zeit sehr langweilig, um dann für sehr kurze Zeit sehr einseitig zu werden. Von den beiden Finalisten präsentierte sich mindestens eine Mannschaft, Argentinien, im Auftreten äußerst unsympathisch – nicht nur durch einen destruktiven, holzfällerhaften Fußball, sondern auch dadurch, dass man nach dem Abpfiffas das erschreckende Bild eines schlechter Verlierers abgab. (Paredes gehört nach seiner Attacke nach Abpfiff für längere Zeit gesperrt, wenn man mich fragt.) Spanien ist der absolut verdiente Weltmeister, aber dieses Finale war schlechte Werbung.
Insgesamt hat mich diese Weltmeisterschaft insgesamt erneut fußballverdrossener gemacht. Ironischerweise waren dafür nicht, wie von linken Kommentatoren vorausgesagt, die USA dafür verantwortlich: Diese erwiesen sich, soweit aus der Ferne zu beurteilen war, als durchaus passabler Gastgeber, der beeindruckende Kulissen bot und sich als als ein Land zeigte, das (seit Jahren) immer fußballbegeisterter wird. Aus europäischer Sicht haben, das gehört auch zur Wahrheit, die Anstoßzeiten genervt und dafür gesorgt, dass es schwer fiel, der WM mit ungeteilter Begeisterung zu folgen. Aber gut. An den USA (sowie Mexiko und Kanada) als Gastgeberländern und sämtlichen prognostizierten Schreckensszenarien lag es ganz sicher nicht.
Wesentlich schwerer wiegt der Befund, dass der moderne Fußball, den auch ich weiterhin verfolge und konsumiere, zunehmend als ein kaputtes Produkt erscheint. Dies beginnt bei den grotesken und inkonsistenten VAR-Entscheidungen – auch im Finale irrte der Schiedsrichter mehrfach fatal –, setzt sich fort über die korrupte Funktionärsebene rund um Infantino, die in der Rücknahme der roten Karte für Balogun nach einem Anruf von Trump einen vorläufigen Tiefpunkt setzte. (Es war auch nur konsequent, dass sowohl Trump als auch Infantino heute bei jeder Gelegenheit ausgepfiffen wurden und sich trotzdem nicht lumpen ließen, sich durch ein Photobombing bei der Siegerehrung lächerlich zu machen.) Die Krise des Produkts Fußball zeigt sich auch in »Hydration Breaks«, die inzwischen zu institutionalisierten Werbeblöcken geworden sind und sich nahtlos in das Bild von Emirates- und Qatar-Airlines-Stadien als kommerziellen Höllen einfügen; und schlichtweg zu vielen langweiligen Spielen. Hinzu kommen eingebürgerte Legionärstruppen mit immer geringerem Bezug zu den Ländern, die sie vertreten; doppelte Standards in Regelauslegung und Turniergestaltung; eine Inszenierung mit oftmals billigem Showcharakter, der nach Plastik schmeckt; sowie absurd überzogene Ticketpreise.
Am Ende bleibt das Gefühl eines Großereignisses, bei dem man sich zwar über die Erfolgsgeschichten von Underdogs wie Norwegen oder Kap Verde freut, einige großartige Spiele erinnert und in Person von Messi, Haaland, Kane, Mbappe, Cucurella oder Rodri beeindruckende Leistungen bestaunen konnte, insgesamt jedoch eine tiefe Entfremdung verspürt. Letztlich schien es vielen, so auch mir, gleichgültig, wer dieses Turnier gewinnt, da man für keinen der Finalisten oder für das kleinere Übel die Daumen drückte. Fußball bleibt nach wie vor ein Massenphänomen, aber er wirkt inzwischen so uniformiert, gekauft, weichgespült, kommerzialisiert und von seinen Fans entfremdet, dass es zunehmend schwerer fällt, echte Leidenschaft für diesen Sport zu empfinden. Und wenn es Fans am Ende einfach mehr oder weniger egal ist, wer das Turnier gewinnt, ist das kein guter Befund für den Sport.
@jan_leidecker Spannend wäre wie sich die 1.284 befragten zusammensetzen - ich denke es gäbe deutliche Unterschiede je nach Lebensalter und der Branche, in denen sie tätig sind. Wirtschaftlich ist in Deutschland was ins rutschen gekommen, es verläuft noch langsam und frisst sich langsam ein.
Sollte man zum Anlass nehmen diese Kassen, die zocken und deren Aufsichtsgremien nicht funktionieren mit solchen zu verschmelzen, die offenbar in der Lage sind gut mit Geld umzugehen. https://t.co/bWM2LaGHyd
@Lesath73@MariamLau1@vmedick Hat nichts mit Links oder rechts zu tun - das ist einfach das Grundgesetz vgl. Artikel 14 - aber gibt eben Parteien, die es mit dem GG ja nicht so genau nehmen.
@sparbuchfeinde Lieferketten infolge des Ukrainekriegs / Irankriegs sind angegriffen und wirken verknappend und damit preistreibend. Hinzu kommt auch der Wunsch der Verbraucher nach qualitativ besseren Lebensmitteln und mehr Tierwohl, die ebenso die Erzeugungspreise verteuern.
@sparbuchfeinde Empirisch ist die Aussage nicht haltbar. Die CO2 Steuer ist ein Sekundärfaktor - die Preise werden eben von dem getrieben, was die CO2 Steuer eigentlich dämpfen soll, dem zunehmenden Klimawandel. Landwirtschaftliche Flächen verknappen sich, besseres Wassermanagement ist teuer.
@ArianeSophie85@AndreasUSommer@FAZ_Feuilleton Würde ja reichen, dass der derjenige der mit Atomwaffen droht, von allen anderen hart sanktioniert wird, so dass es keinen Anreiz gibt mit der Atomwaffe zu drohen. Man munkelt ja, dass China hier auch auf Russland eingewirkt habe, weil niemand eine Welt möchte mit x Atommächten.
@ArianeSophie85 Da hast du wohl recht - wobei ich dieses Framing "gegen Reiche" völlig blödsinnig finde - viele Menschen haben inzwischen einen Pool im Garten (die Baumärkte machen es möglich) und Gärten sind nicht nur ein Thema der REichen - es sei denn jeder EIgenheimbesitzer ist autom. reich.
Deswegen liebe @cducsubt beteiligt euch doch einfach einer überfraktionellen Gruppe um zumindest mal einen Verbotsantrag zu schreiben - und schaut mal wie viel Substanz ihr zusammentragen könnt und ob es für einen Gang nach KArlsruhe reicht.
würde, siehe KPD Verfahren). Dass nicht klären bedeutet aber auch, dass das Argument, dass die AfD eine andere Republik will, auf längere Sicht stumpf werden wird. Denn wenn sie eine andere „Nicht FDGO konforme“ Republik will, wie man befürchtet, dann muss man nach Karlsruhe 4
@StefanSasse Ist mir auch ein Rätsel - ich frage mich, was diese Menschen über Kommunikation lernen / wissen und wie man so selbstsicher immer wieder gegen die Wand laufen kann. "Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten."
Sam Neil war ein großartiger Schauspieler, den ich sehr gerne gesehen habe. Auch Abseits von Serien und Filmen war er eine tolle Persönlichkeit - meine liebste Darstellung von ihm stammt aus dem australischen Film "The Dish".
@mouhkay88 Ein guter Bäcker hat nach wie vor eine tolle Qualität, aber die Preise sind schon krass. Bei uns kostet ein zugegeben wirklich sehr leckeres Buttercroissant inzw. 1,65 EUR und die Körnerbrötchen gehen mehr und mehr in die 1 EUR Richtung.
@sparbuchfeinde Ein bisschen wie damals bei der Telekom: Ein Hype auf den in bester Nepper, Schlepper, Bauernfänger Manier, ein paar Anleger reingefallen sind. Der Kurs kommt nicht zurück. Jetzt kann man nur noch Verluste minimieren.
7/ Wer unsere Demokratie stärken will, muss dafür sorgen, dass der Staat vor Ort wieder funktioniert. Demokratie entscheidet sich nicht nur im Bundestag – sondern auch im Bürgeramt, in der Schule, in der Kita und an der Bushaltestelle.
Ich bin inzwischen überzeugt: Die demokratische Mitte kann den Kampf gegen die AfD nur gewinnen, wenn wir unsere Kommunen wieder handlungsfähig machen. Dort entscheidet sich, ob der Staat für die Menschen funktioniert – oder eben nicht 1/
6/ Mir ist bewusst, dass so ein Vorschlag unpopulär wäre. Aber der Status quo ist keine Alternative. Die schleichende Erosion unserer staatlichen Infrastruktur untergräbt das Vertrauen in den Staat – und damit den Zusammenhalt unserer Gesellschaft.