@dina_nuggy@LiberalMut Womöglich hat das spezifische feudale System, plus große Katastrophen wie Pest, 30 jähriger Krieg etc. höheren Selektionsdruck in Richtung Gehorsam ausgeübt und sich so auch in der Kultur niedergeschlagen? Die Sprache ist ferner sehr präzise, was Verwaltungskultur beeinflusst.
Imagine going to the club in 1970 to hang with your friends and a band you’ve never heard of called Kraftwerk is playing and they ruin your night by inventing techno music
@aan0re You're a man now. Nobody cares about your feelings and insecurities. You are as safe as anyone in a men's bathroom. Nobody cares. And if they do, you're not safe outside the bathroom as well at this location. Stop complaining. You sound like a chick.
@KaiDiekmann Moin! Die Deutschen haben meine Urgroßeltern in Auschwitz ermordet. Daraus leitet sich NICHT die moralische Pflicht ab, dass die Nachfahren im Zweifelsfall ihre eigene Kultur & Sicherheit opfern müssen. Hitler ist tot. Befreit endlich eure Köpfe von ihm.
Dennis Radtke hat mit seiner bloßen Feststellung oberflächlich tatsächlich einen Punkt: In der Wattenscheider Innenstadt - und in vielen anderen Innenstädten - wird es nie wieder so sein wie in den 1990er-Jahren. Dafür haben sich Demografie, Migration, Handel, Mobilität und Freizeitverhalten zu stark verändert.
Was mich @RadtkeMdEP's Statement bei Lanz stört, ist deshalb nicht diese Diagnose. Es ist der von ihm erweckte Eindruck, wir müssten uns mit dem heutigen Zustand abfinden. als sei die Entwicklung alternativlos und politisch kaum noch zu beeinflussen. Diese Haltung finde ich erschreckend und sie wird zu Recht heftig attackiert - denn selbstverständlich kann man etwas tun, das muss zumindest der Anspruch von Politik sein, insbesondere bürgerlicher Politik.
Dabei muss man bei diesem Themenkomplex zunächst zwei Ebenen auseinanderhalten:
die sichtbare Verwahrlosung und Verunsicherung des öffentlichen Raums - und die tiefer liegende strukturelle Krise der Innenstadt.
Was Friedrich Merz meines Erachtens mit seiner "Stadtbild" Aussage meinte, sind vor allem Gruppen herumlungernder junger migrantischer Männer. Sie halten sich häufig in Bahnhofsnähe, an Busbahnhöfen, anderen Einfallstoren und zentralen Plätzen der Fußgängerzonen auf. Manche mögen darin Buntheit und Diversität sehen. Bei den meisten anderen erzeugen sie ein Gefühl der Unsicherheit.
Das hat konkrete Folgen: Menschen, die nicht zwingend in die Innenstadt müssen, bleiben ihr fern. Wer ein Auto besitzt und über entsprechende Kaufkraft verfügt, fährt ins Einkaufszentrum, ins Outlet, zum großen Lebensmittelmarkt auf der grünen Wiese oder bestellt gleich online. Abends geht es ins Cineplex mit beleuchtetem Parkplatz, statt nach dem Film durch eine verödete Fußgängerzone zum Busbahnhof oder ins Parkhaus laufen zu müssen.
Ein Teufelskreis.
Bleibt die kaufkräftigere Kundschaft aus, verschwinden nach und nach auch die Angebote, die von ihr leben: individuelle Geschäfte, anspruchsvollere Gastronomie, gute Weinhandlungen, besondere Metzgereien, hochwertige Lebensmittelgeschäfte oder inhabergeführte Buchläden. Sie ziehen dorthin, wo ihre Kundschaft wohnt oder geben gleich ganz auf.
In Bonn lässt sich - obacht, anekdotische Evidenz - beobachten, wie in der reichen Südstadt neue kleine Geschäfte und gastronomische Angebote entstehen, während andere Teile der Stadt weiter an Attraktivität verlieren. Die kaufkräftigen Milieus richten sich in ihren funktionierenden Quartieren ein und fahren mit dem Auto zu ebenso funktionierenden Hotspots. Von der Verwahrlosung des öffentlichen Raums bekommen sie immer weniger mit.
Das erklärt sicher auch einen Teil der politischen Wahrnehmungsunterschiede. Wer in einer gehobenen, weitgehend intakten Umgebung lebt, erlebt Migration, Unsicherheit und den Verfall öffentlicher Räume anders als jemand, der täglich mit Bus und Bahn über problematische Bahnhöfe und Plätze fahren muss. Dass die Grünen in der Bonner Südstadt regelmäßig Rekordergebnisse erzielen, dürfte auch damit zusammenhängen: Man kann die Wirklichkeit leichter abstrakt und moralisch betrachten, wenn man von ihren negativen Seiten kaum berührt wird.
Der Handel folgt währenddessen den Menschen, die tatsächlich noch da sind. Wo sich Bevölkerung und Kaufkraft verändern, verändert sich auch das Angebot. Der Halal-Metzger ist dabei nicht die Ursache der Entwicklung, sondern zunächst einmal ein Marktteilnehmer, der auf eine vorhandene Nachfrage reagiert. Dass er wirtschaftlich bestehen kann, während der Metzger mit Eifel-Wagyu in ein wohlhabenderes Viertel zieht, beschreibt eine soziale und demografische Verschiebung.
Ähnlich verhält es sich mit dem übrigen Handel. Der Primark wird zum vermeintlichen Höhepunkt der Einkaufsstraße, ein TK Maxx gilt schon als großer Erfolg. Ein-Euro-Läden, Barbiere, Dönerbuden, Shisha-Bars und Wettbüros schließen die Lücken. Jedes dieser Angebote kann für sich genommen seine Berechtigung haben. In der Summe entsteht aber ein Geschäftsbesatz, der die Innenstadt für gehobenes Einkaufen und andere Formen urbanen Erlebens immer uninteressanter macht.
Das wiederum beschleunigt die soziale und wirtschaftliche Entmischung. Wer Geld hat, bleibt aus der Stadt weg. Weil diese Menschen wegbleiben, verschwinden die Angebote für sie. Und weil diese Angebote verschwinden, haben sie noch weniger Gründe, zurückzukehren. Eigentlich ganz einfach.
Die Frage lautet daher: Was kann man tun? Darauf haben bislang weder Radtke noch viele seiner Kritiker eine Antwort gegeben.
Anders als Radtke suggeriert, ist die Wiederherstellung von Sicherheit und Ordnung jedenfalls der erste notwendige Schritt. Gegen Straftäter muss konsequent vorgegangen werden. Straffällig gewordene Ausländer müssen konsequent abgeschoben werden. Bleibeberechtigte müssen schneller in Arbeit gebracht werden. Polizei und Ordnungsämter müssen an den bekannten Brennpunkten sichtbar präsent sein. Belästigungen, aggressives Betteln, offener Drogenhandel, Vermüllung und die faktische Aneignung öffentlicher Räume durch einzelne Gruppen dürfen nicht einfach hingenommen werden.
Es geht dabei nicht darum, Ausländer, Armut oder bloßes Herumlungern zu kriminalisieren. Es geht darum, den öffentlichen Raum wieder für alle nutzbar zu machen. Niemand sollte einen Platz, Bahnhof oder Park meiden, weil er sich dort bedroht oder unerwünscht fühlt.
Sauberkeit, Beleuchtung und Sicherheit sind aber nur die Voraussetzungen. Sie allein werden die alte Einkaufsstraße nicht zurückbringen.
Denn zur Wahrheit gehört auch: Für die meisten kleinen und mittleren Städte, wahrscheinlich sogar für viele Großstädte, ist das Konzept der Innenstadt als weitgehend reine Einkaufsmeile sowieso schon tot. Die Vorstellung, dass Menschen am Samstagvormittag in die Stadt fahren, von Geschäft zu Geschäft ziehen, dort Kleidung, Elektrogeräte, Bücher, Schuhe, Haushaltswaren und Lebensmittel kaufen und anschließend noch einen Kaffee trinken, war jahrzehntelang prägend. Aber diese Welt kommt nicht zurück. Jedenfalls nicht in ihrer alten Form.
Der Onlinehandel, aber auch Outlets und EKZ auf der grünen Wiese, haben das Einkaufsverhalten dauerhaft verändert. Große Ketten haben die Innenstädte austauschbar gemacht, bevor sie nun selbst Filialen schließen, das Konzept Warenhaus ist - von wenigen hochwertigen Ausnahmen abgesehen - tot. Die Mieten sind vielerorts zu hoch, kleinere Händler haben zu wenig Spielraum. Gleichzeitig hat sich das Freizeitverhalten verändert. Selbst viele noch halbwegs funktionierende Innenstädte bieten schlicht keinen zwingenden Grund mehr, sie zu besuchen. Die Verengung auf Konsum funktioniert nicht mehr.
Historisch war die Innenstadt ohnehin nie nur Einkaufszone. Sie war Markt, Wohnort, Handwerksort, Verwaltungszentrum, Treffpunkt und Kulturraum. Erst die Kaufhaus-, Filial- und Fußgängerzonenlogik der Nachkriegszeit hat aus vielen Innenstädten ziemlich austauschbare eindimensionale Konsumorte gemacht.
Deshalb hilft es wenig, nostalgisch auf das nächste große Kaufhaus, den nächsten Elektromarkt oder eine neue Modekette als Retter zu warten. Die alte Einkaufsstraße kommt nicht zurück, nur weil wir sie vermissen. Und ein leerstehendes Ladenlokal ist nicht automatisch ein Problem, das ausschließlich durch den nächsten Laden gelöst werden kann.
Innenstadt muss neu gedacht werden – deutlich kleinteiliger und gemischter:
Mehr Wohnen. Mehr Dienstleistungen. Mehr Praxen. Mehr Handwerk. Mehr Gastronomie. Mehr Kultur. Mehr Bildung. Mehr kleine Büros. Mehr Co-Working. Mehr Reparatur. Mehr Alltag.
Warum nicht ehemalige Handelsflächen in Wohnungen, Arztpraxen, Ateliers, Musikschulen, Werkstätten, Kitas, Bürgerbüros oder kleine Manufakturen umbauen? Warum muss ein Erdgeschoss immer Verkaufsfläche sein? Warum kann es nicht genauso gut Dienstleistungen, kommunale Angebote, kleine Produktion oder soziale Infrastruktur beherbergen?
Dafür müssen Baurecht, Brandschutz, Stellplatzvorgaben und Genehmigungsverfahren flexibler werden. Viele Umnutzungen scheitern heute nicht an fehlenden Ideen, sondern an Vorschriften, Kosten und jahrelangen Verfahren. Auch Eigentümer müssen akzeptieren, dass die alten Einzelhandelsmieten oft nicht mehr erzielbar sind. Lieber eine dauerhaft vermietete Werkstatt, Praxis oder Wohnung als ein jahrelang leerstehendes Ladenlokal, dessen theoretischer Mietwert nur noch in einer Excel-Tabelle existiert.
Zugleich müssen Innenstädte erreichbar bleiben. Wer Familien und kaufkräftige Besucher zurückgewinnen will, darf Autofahrer nicht wie unerwünschte Eindringlinge behandeln. Es braucht guten öffentlichen Nahverkehr, sichere Wege, Fahrradstellplätze – aber eben auch erreichbare, saubere und sichere Parkmöglichkeiten. Die Innenstadt muss den Menschen dienen, nicht einer verkehrspolitischen Glaubenslehre.
Wenn Menschen wieder in Innenstädten wohnen, dort arbeiten, ihre Kinder in die Kita bringen, zum Arzt gehen, Pakete abholen, etwas reparieren lassen, essen gehen oder abends auf einem Platz ihren Sundowner trinken, entsteht wieder Leben. Nicht nur für abgehängte Gruppen zwischen 10 und 19 Uhr, sondern morgens, mittags, abends und nachts für alle.
Dazu gehören ausdrücklich auch kleine Bühnen, Clubs, Konzerträume und andere Abendnutzungen. Sogar ein Kino in der Innenstadt kann funktionieren – aber nur, wenn die Besucher nach der Vorstellung noch ein Restaurant oder eine Bar finden und anschließend sicher zur nahen Wohnung oder zum Auto, zum Bus oder zur Bahn gelangen.
Eine solche Nutzungsmischung verbessert wiederum das Stadtbild. Eine Innenstadt, in der Menschen wohnen und arbeiten, ist fast automatisch lebendiger, sicherer und weniger verwahrlost als eine, die nach Ladenschluss nur noch aus dunklen Schaufenstern und leeren Fußgängerzonen besteht. Soziale Kontrolle entsteht nicht allein durch Überwachungskameras, sondern vor allem durch Menschen, die einen Ort tatsächlich nutzen und sich für ihn verantwortlich fühlen.
Viele Städte warten noch immer auf den einen Investor, den einen Ankermieter oder das eine Prestigeprojekt. Das ist meines Erachtens die falsche Logik. Sie macht eine Stadt abhängig von einem zentralen Element. Fällt es aus, kippt oft das ganze Umfeld - Galeria Kaufhof lässt grüßen.
Die Innenstadt der Zukunft muss daher zunächst sicherer und sauberer, dann kleinteiliger, gemischter und alltäglicher werden. Sie wird nicht mehr aussehen wie 1995. Aber sie muss auch nicht aussehen wie eine abgewickelte Einkaufsstraße, in der man den Niedergang nur noch verwaltet und als gottgegeben ansieht.
Diesen Wandel zu schaffen, ist eine enorme Herausforderung. Er verlangt Polizei und Sozialpolitik, Stadtplanung und Wirtschaftsförderung, Eigentümer und Unternehmer, Kultur und Gastronomie. Aber er ist auch eine gewaltige Chance - und könnte zu einem dezentralen Konjunkturprogramm werden, das Deutschland dringend braucht.
Die richtige Antwort auf Radtke lautet deshalb: Nein, Wattenscheid wird nicht mehr wie früher. Aber daraus folgt nicht, dass alles bleiben muss, wie es heute ist.
@realMaalouf The good of mass immigration is held not as the conclusion of some argument or of evidence but rather as the first principle, it seems. An article of faith, if you will, that must be true regardless of any evidence.
@TONYDUS Ich bin kinderlos. Ich denke da werden noch ganz andere Dinge auf Kinderlose zukommen (müssen), bis wir wieder bei einer Geburtenrate von 2,1 sind. So wie wir aktuell leben - Kinder als finanziell negative Lifestylechoice - können wir als Gesellschaft nicht lange existieren.
@sanneberlin@BrennpunktUA Wenn wir uns in eine veritable Verfassungskrise reinmanövriert haben, weil wir den Status Quo in keiner Form mehr reformieren können, auch nicht mit entsprechenden demokratischen Mehrheiten, gibt es immer noch Artikel 146 GG.
@Sascha1982wtal@Ella_von_T Das ist so, als würde Deutschland Liechtenstein angreifen und behaupten wir seien von dort aus existentiell bedroht worden. Wer glaubt sowas?
@CultivateRatio Wir müssen eigentlich wieder ab Nietzsche denken. Die alte Rolle der Kirchen hat sich in Vielerlei aufgespalten. Aktuell werden Menschen in ihrer Gruppenzugehörigkeit selbst von einzelnen Marken abgeholt oder dem nächsten Haltungstrend. Wir lassen uns vereinzeln & dann einlullen.
@seanapriori I'd understand the position to be for unisex toilets. But to go to a women's bathroom if you're not a woman is just wrong for probably most people on this planet. Just go to the men's toilet. Guys don't care. And if they do, then you're def. not safe outside the bathroom as well.