"Kein Krieg ums Öl."
Jahrzehntelang war das die offizielle Linie jeder US-Regierung. Wer das Gegenteil behauptete, galt als Verschwörungstheoretiker.
Heute schreibt der US-Präsident öffentlich: Wir nehmen Kharg Island und übernehmen die totale Kontrolle über Irans Öl- und Gasmärkte. Im Fernsehen ergänzt er: "Man würde ein Vermögen machen."
Was 2003 noch geleugnet wurde, ist 2026 das erklärte Ziel.
Der Reihe nach.
November 2002, wenige Monate vor dem Einmarsch in den Irak. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld erklärt, der kommende Krieg habe "buchstäblich nichts mit Öl zu tun". Diese Sprachregelung überlebte vier Präsidenten.
Trump hat sie schrittweise demontiert. Im März sagte er der Financial Times, sein Lieblingsgedanke sei es, das Öl im Iran zu nehmen, nur "dumme Leute" in den USA seien dagegen. Damals klang das wie eine Provokation am Rande eines Interviews.
Heute Morgen wurde daraus eine Ankündigung mit Fahrplan.
Auf Truth Social schreibt Trump, die USA würden Iran heute Nacht "sehr hart" treffen. In nicht allzu ferner Zukunft werde man Kharg Island und weitere Ölanlagen einnehmen und die totale Kontrolle über Irans Öl- und Gasmärkte übernehmen. So wie in Venezuela, was für beide Länder "brilliant" laufe.
Wenige Stunden später legt er bei Fox News nach. Seine Präferenz sei immer gewesen, Kharg Island zu nehmen. Er wisse nur nicht, ob Amerika den Magen dafür habe. Und dann der Satz, der alles zusammenfasst: "You'd make a fortune." Man würde ein Vermögen machen.
Kharg Island ist eine Koralleninsel im nördlichen Persischen Golf, rund 25 Kilometer vor der iranischen Küste. Über ihre Verladeterminals laufen mehr als 90 Prozent der iranischen Rohölexporte, daran hängt etwa die Hälfte der Staatseinnahmen des Regimes. Wer diese Insel besitzt, besitzt Irans Ölgeschäft. Laut CNN hat Teheran dort in den vergangenen Monaten Fallen gelegt und zusätzliche Luftabwehr stationiert, weil man genau mit diesem Szenario rechnet.
Und das Modell, das Trump auf Iran übertragen will, läuft bereits.
Seit Januar kontrollieren die USA die Ölexporte Venezuelas. Der Council on Foreign Relations, einer der ältesten außenpolitischen Denkfabriken Washingtons, hat vergangene Woche Bilanz gezogen. In vier Monaten flossen fast 100 Millionen Barrel venezolanisches Öl im Wert von rund 8 Milliarden Dollar durch ein System ohne Transparenz und mit minimaler Aufsicht. Allein im April waren es 3,7 Milliarden Dollar, gut sechsmal so viel wie im Januar. Größter Abnehmer des Öls sind die USA selbst mit 43 Prozent, gefolgt von Indien mit 26 Prozent.
Wie viel davon kam nachweislich in Venezuela an? Außenminister Rubio bezifferte die ausgezahlte Summe vor dem Kongress auf 300 Millionen Dollar, geflossen über ein Kurzzeitkonto in Katar. Weitere 200 Millionen lägen dort noch. Für den Rest wurde eine nachträgliche Prüfung versprochen.
8 Milliarden eingenommen, 300 Millionen nachweislich ausgezahlt. Diesen Zustand nennt Trump heute "brilliant für beide Länder".
Parallel öffnet das US-Finanzministerium eine zweite Front. Iran hat im Mai eine eigene Behörde gegründet, die Durchfahrtsgebühren für die Straße von Hormuz kassieren soll. Finanzminister Bessent erklärte heute, jede an diese Behörde gezahlte Gebühr werde durch Entnahmen aus iranischen Konten ausgeglichen. Gemeint ist das iranische Staatsvermögen von bis zu 100 Milliarden Dollar, das weltweit eingefroren ist. Geld, über dessen Freigabe eigentlich gerade verhandelt wird, soll als Kasse für Kriegsschäden und Gebührenausgleich dienen.
Der Ölmarkt hat auf all das kaum reagiert. Brent stieg heute um ein halbes Prozent auf rund 93,50 Dollar.
Zur Einordnung: Ende März reichte die Drohung, Irans Ölanlagen zu zerstören, um Brent auf fast 117 Dollar zu treiben. Heute kündigt Trump die Übernahme der gesamten Exportinfrastruktur an, und der Preis bewegt sich seitwärts. Die Wetten auf fallende Ölpreise, sogenannte Short-Positionen, haben sich seit Ende März verdreifacht. Der Markt hat gelernt, Trumps Drohungen auszublenden.
Genau darin liegt das Risiko. Ein Markt, der Eskalation nicht mehr einpreist, wird von echter Eskalation kalt erwischt. Sollten amerikanische Soldaten tatsächlich auf Kharg landen, träfe das auf Ölpreise, in denen dieses Szenario mit praktisch null Wahrscheinlichkeit steht.
Für uns in Europa ist das mehr als Geopolitik-Theater. Der Ölpreis wirkt über Energie- und Transportkosten direkt auf die Inflation im Euroraum, damit auf den Zinspfad der Europäischen Zentralbank, auf Kreditzinsen und Anleihekurse. Und es entsteht ein Präzedenzfall: Wenn die Rohstoffinfrastruktur eines souveränen Staates per Ankündigung übernommen werden kann, trägt jedes rohstoffabhängige Investment ab jetzt ein Risiko, das in keinem Modell steht.
Jahrzehntelang hat Washington jeden Verdacht zurückgewiesen, seine Kriege hätten etwas mit Öl zu tun. Seit heute Morgen steht die Übernahme fremder Ölmärkte als offizielles Ziel im Account des Präsidenten.
Die Verschwörungstheorie von gestern ist die Pressemitteilung von heute.
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Die BILD bringt gerade: Warum erfährt die Öffentlichkeit erst jetzt, dass die Hausexplosion in Görlitz mit 3 Toten offenbar eine Tat von Kriminellen war und ein Afghane in U-Haft sitzt seit Mai?
Nun... Böse Zungen würden sagen, damit der AfD-Kandidat die Oberbürgermeisterwahl nicht gewinnt, oder?
Ich verstehe nun, warum und wie Bürgerkriege entstehen. Wenn Politik zu lange gegen den Willen des Volkes regiert, dann läuft das Fass irgendwann über.
Es gibt keine kulturelle Vielfalt.
Es gibt kulinarische Vielfalt.
Es gibt musikalische Vielfalt.
Es gibt lyrische Vielfalt.
Es gibt architektonische Vielfalt.
Menschen sind in ihren Lebensentwürfen vielfältig.
Kultur selbst ist jedoch die gemeinsame Ordnung einer Gesellschaft – die Summe ihrer geschriebenen und ungeschriebenen Regeln und damit gerade nicht vielfältig sondern explizit.
Sie beantwortet grundlegende Fragen des Zusammenlebens: Was gilt als gerecht? Wie werden Konflikte gelöst? Welche Verhaltensweisen sind tabu?
Wo mehrere konkurrierende Ordnungen gleichzeitig Geltung beanspruchen, entsteht nicht Vielfalt, sondern Konflikt und Gewalt.
Solange wir in einer Gesellschaft leben, in der man ungestört öffentlich darüber schwadronieren kann, Reiche zu exekutieren, aber nicht darüber, wie man hunderttausende Ausreisepflichtige außer Landes schafft, leben wir nicht in einer freien Gesellschaft.
BREAKING: Bodycam der tödlichen Festnahme von Henry Nowak.
Nowak sagt, dass er mit Messer angegriffen wurde und blutet.
Der Polizist glaubt ihm nicht und nimmt fest. Seine Kollegen helfen Nowak auch nicht.
KI treibt die Schere zwischen Arm und Reich mit einer nie dagewesenen Geschwindigkeit auseinander.
Wir erleben gerade erst den Anfang. In Zukunft könnten einige wenige Player völlige Unabhängigkeit erlangen, während immer mehr Arbeitslose in maximale Abhängigkeit geraten.
Ein System, in dem wenige Mächtige die Abhängigkeit und Machtlosigkeit der breiten Bevölkerung vollständig ausnutzen können.
Endgame.
2 Billionen Dollar Defizit. Eine Zahl, die in der US-Geschichte zuvor nur in der Pandemie 2020 und 2021 erreicht wurde. Heute, 2026, ist die Pandemie vorbei. Die Wirtschaft wächst. Es gibt keine Bankenkrise. Und die Zahl ist trotzdem da. Aus der Ausnahme ist der Plan geworden.
Am 4. Mai hat das US-Finanzministerium unter Scott Bessent seine Quartalsdokumente zur Refinanzierung veröffentlicht. Diese Dokumente sind das wichtigste Fenster, das die US-Regierung selbst auf ihre eigene Schuldenpolitik öffnet. Die Zahlen darin sind die Grundlage, mit der die Wall Street die nächsten drei Monate kalkuliert.
Die zentrale Aussage. Das Office of Management and Budget, also das Haushaltsbüro des Präsidenten, erwartet für das laufende Geschäftsjahr 2026 ein Defizit von 2,06 Billionen Dollar. Für das kommende Geschäftsjahr 2027 sogar 2,17 Billionen.
Das bedeutet konkret. Pro Monat gibt das US-Finanzministerium derzeit über 166 Milliarden Dollar an neuen Schulden aus. Ab Oktober steigt das auf rund 181 Milliarden. Heruntergebrochen sind das 5,5 Milliarden Dollar Schulden pro Tag. Rund 230 Millionen Dollar pro Stunde. 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Während du diesen Post liest, läuft die Maschine weiter.
Und hier wird die offizielle Sprache erstmals aufschlussreich.
Die unabhängige Haushaltsbehörde des US-Kongresses, das Congressional Budget Office, hatte für 2026 ein Defizit von 1,85 Billionen prognostiziert. Die Trump-Regierung selbst hat diese Zahl jetzt um über 200 Milliarden überschritten. Lies das nochmal. Die eigene Regierung gibt zu, dass sie mehr Schulden machen wird, als der unabhängige Watchdog ihr zugetraut hat. Niemand bestreitet die höhere Zahl. Sie steht in einem offiziellen Treasury-Dokument.
Wer die historische Einordnung sucht, findet sie in den Daten des CBO selbst. Seit 1946 hat das US-Defizit nur in sechs Jahren die Marke von 6,7 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt überschritten. Vier dieser sechs Jahre waren 2009 bis 2012, also direkte Folge der Finanzkrise. Die anderen zwei waren 2020 und 2021, also Pandemie. Das aktuelle Defizit liegt bei rund 6 Prozent. Ohne Finanzkrise. Ohne Pandemie. Mit einer wachsenden Wirtschaft.
Was bisher nur unter Trümmern erreicht wurde, ist heute der Normalbetrieb.
Und es gibt eine Stelle, die unter den Schlagzeilen liegt. Im Sitzungsprotokoll vom 5. Mai, in dem die größten Wall-Street-Banken dem US-Finanzministerium ihre Markteinschätzung darlegen, steht ein Satz, der in der deutschsprachigen Berichterstattung nicht auftaucht. Die Primary Dealer, also die Banken, die direkt mit dem Finanzministerium handeln, haben ihre Schätzung für die Netto-Marktfinanzierung der Jahre 2026 bis 2028 um knapp 300 Milliarden Dollar nach oben korrigiert. Das ist die eine Zahl. Die andere ist deutlich größer.
Die mediane Schätzung der Primary Dealer für 2027 und 2028 impliziert eine Finanzierungslücke von 1,3 Billionen Dollar gegenüber den aktuell geplanten Auktionsgrößen. 1,3 Billionen Dollar, für die noch keine Refinanzierungsstrategie steht. Die Banken benennen die Lücke offen. Die Politik nicht.
Die laufende Zinslast macht die Mathematik dahinter sichtbar. Zwischen Oktober 2025 und März 2026 hat das US-Finanzministerium nahezu 530 Milliarden Dollar nur an Zinsen ausgezahlt. Über 88 Milliarden im Monat. Über 22 Milliarden in der Woche. Fast 3 Milliarden Dollar pro Tag, jeden Tag, ohne dass damit auch nur ein Cent vom eigentlichen Schuldenberg getilgt wäre.
In genau diesem Umfeld haben die größten Stimmen der Wall Street in den letzten Tagen ihre Warnungen verschärft.
Jamie Dimon, der CEO von JPMorgan, sagte am 28. April auf der Investorenkonferenz des norwegischen Staatsfonds in Oslo wörtlich, dass es so wie es jetzt läuft eine Art Anleihenmarktkrise geben werde. Mohamed El-Erian, einer der einflussreichsten Anleihenstrategen der Welt, warnt, dass die steigende Schuldenausgabe die Renditen unter Druck setze und die Refinanzierungsbedingungen verschlechtere. Notenbankchef Jerome Powell selbst hat den Schuldenpfad öffentlich als nicht tragfähig bezeichnet. Maya MacGuineas, Präsidentin des überparteilichen Komitees für einen verantwortungsvollen Bundeshaushalt in Washington, fasst es nüchtern zusammen. 2-Billionen-Defizite seien früher unbekannt gewesen, und wenn überhaupt, dann nur in schweren Rezessionen aufgetreten. Dass sie heute der Normalzustand seien, sei jenseits von beängstigend.
Der präziseste Kommentar kommt allerdings von Frederick Kempe, dem Chef des transatlantischen Politikinstituts Atlantic Council. Er beschreibt den Mechanismus, der dahinter abläuft. Vertrauen kollabiere nicht über Nacht. Es zerbrösele schrittweise, bis sich die Konditionen ändern, zu denen die Vereinigten Staaten Geld leihen, investieren und führen.
Und genau da hört das auf, ein rein amerikanisches Problem zu sein.
Die zehnjährige US-Rendite liegt aktuell bei 4,32 Prozent. Die dreißigjährige hat am 4. Mai die Marke von 5 Prozent überschritten. Solange die Welt weiter Treasuries als sicheren Hafen ansieht, sind das hohe, aber kontrollierbare Zahlen. Sobald aber die globalen Käufer anfangen, höhere Risikoaufschläge für US-Schulden zu verlangen, zieht der gesamte Anleihenmarkt mit. Bund-Renditen handeln seit Jahren im Sog der US-Kurve. Hypothekenzinsen in Europa orientieren sich daran. Lebensversicherer, Pensionskassen und Rentenfonds in Deutschland, Österreich und der Schweiz halten Milliardenbeträge an US-Staatsanleihen, oft als Stabilitätsanker im Portfolio. Wenn dieser Anker an Wert verliert, verliert die Bilanz dieser Häuser direkt mit. Genau dort, wo das Geld der Sparer liegt.
Und dann ist da noch die Zusammensetzung der Schulden, die fast unbemerkt durch die offiziellen Tabellen läuft. 2016 lag die durchschnittliche Größe einer wöchentlichen 4-Wochen-Geldmarktauktion bei rund 47 Milliarden Dollar. 2026 liegt sie bei über 100 Milliarden. Mehr als das Doppelte. Das US-Finanzministerium finanziert sich immer stärker am kurzen Ende der Laufzeitkurve. Kurzfristige Schulden sind billiger, müssen aber ständig erneuert werden. Wenn die Märkte einmal nervös werden, trifft jede Erneuerungsrunde sofort die Refinanzierungskosten. Es ist die Mechanik, die im Herbst 2022 das britische Pensionsfondssystem in wenigen Tagen an den Rand der Zahlungsunfähigkeit gebracht hat. Erst die Notintervention der Bank of England stoppte den Vorgang.
Das ist die Lage am 8. Mai 2026. Eine wachsende Wirtschaft, ein Krieg, dessen Auswirkungen sich gerade abkühlen, eine Notenbank, die weder senken noch erhöhen will, und ein Schuldenstand von 38,9 Billionen Dollar, der in einem Tempo weiterwächst, das es vorher nur unter Trümmern gab.
Das Bemerkenswerte am heutigen Tag liegt darin, dass eine Zahl, die früher die Welt geschockt hätte, heute niemanden mehr aus der Ruhe bringt.
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Deutschland hat 100.000+ Steuerrechtsnormen.
Das ist kein Rechtssystem. Das ist organisiertes Chaos.
Ein perfektes Steuersystem folgt 3 Regeln:
① Flach — keine Progression, keine Ausnahmen
② Einfach — passt auf eine Seite
③ Konsumbasiert — nicht Leistung sondern Konsum besteuern
Estland zeigt seit 30 Jahren, dass es funktioniert.
Erbschaftsteuer? Weg.
Kapitalertragsteuer? Weg.
Kalte Progression? Weg.
Weniger Staat.
15% Flat Tax ttatt 45%
Das ist kein radikales Programm.
Das ist gesunder Menschenverstand.
Die Politik erklärt den Bürgern seit Jahren, dass die gesetzliche Rente künftig nicht reichen wird und private Altersvorsorge notwendig ist. Gleichzeitig werden genau jene bestraft, die Verantwortung übernehmen, sparen, investieren und Vermögen aufbauen.
Wenn man über „Gerechtigkeitslücken“ spricht, sollte die Politik einen anderen Weg gehen: Vermögensaufbau nach einer bestimmten Haltefrist steuerfrei stellen. Nicht nur bei einzelnen Anlageklassen, sondern GRUNDSÄTZLICH.
Wer langfristig vorsorgt, sollte belohnt und nicht wie jemand behandelt werden, der kurzfristig spekuliert. Die Bitcoin Haltefrist muss bleiben.
🚨🇩🇪 Update zur Krypto-Steuer in Deutschland:
Gestern sorgte ein neuer Gesetzentwurf der Grünen für Aufsehen. Ziel: die Abschaffung der steuerfreien 1-Jahres-Haltefrist bei Bitcoin und Kryptowährungen.
Begründet wird der Vorschlag mit dem „Schließen von Gerechtigkeits- bzw. Besteuerungslücken“. Krypto-Gewinne sollen künftig dauerhaft steuerpflichtig werden, unabhängig von der Haltedauer und potenziell mit dem persönlichen Einkommensteuersatz.
Genau hier wird die politische Diskussion jetzt spannend:
Denn parallel dazu existiert jetzt nach Angaben von @blocktrainer ein Schreiben der CDU/CSU-Fraktion, in dem sich die Union ausdrücklich für den Erhalt der aktuellen Haltefrist ausspricht. Langfristige Investments in Bitcoin & Co. sollen aus Sicht der CDU/CSU weiterhin steuerfrei bleiben.
Damit wird immer deutlicher:
Innerhalb der Politik gibt es aktuell zwei völlig unterschiedliche Richtungen.
• Auf der einen Seite Forderungen nach einer vollständigen Besteuerung von Krypto-Gewinnen
• Auf der anderen Seite die Position, langfristiges Investieren weiterhin steuerlich zu privilegieren
Für den deutschen Bitcoin & Krypto-Markt könnten die kommenden Monate deshalb entscheidend werden.
Denn die Frage ist längst nicht mehr, ob über die Krypto-Steuer diskutiert wird, sondern welche politische Linie sich am Ende durchsetzt.
Was ich denke: Die einen fordern auf Papier mit der Einkommensteuer bis zu 45%, die anderen sagen nichts.
Am Ende einigt man sich auf 25% + Soli. und feiert sich als Held, weil es nicht die 45% geworden sind. Während sich alle darüber freuen, dass nicht der Worst-Case eingetreten ist, hat der Staat mit 25% + Soli das Leben der Sparer ein weiteres Mal erschwert.
Der erste Gesetzesentwurf für die Abschaffung der Haltefrist bei Bitcoin und Krypto ist durch die Grünen eingereicht worden.
Demnach sollen alle Investments nach dem 31.12.2025 nicht mehr steuerfrei werden können.
Eine absolute Sauerei, wenn das so durchgeht.
💪 Ein Jahr neue Bundesregierung – und einiges erreicht! Sichere Renten, gute Arbeitsbedingungen und ein moderner Sozialstaat entlasten die Bürger*innen spürbar. Weitere Infos: https://t.co/VtuwyOekYa
Das gesamte Finanzsystem fühlt sich einfach falsch an. Du arbeitest hart, verdienst Geld und legst es beiseite, wirst aber durch die Inflation bestraft. Legst du das Geld an und verlierst es, hast du Pech. Legst du das Geld an und gewinnst, wird dir ein Teil weggenommen.
Geht es nur mir so oder fühlt es sich an, als müsste man in diesem System kontinuierlich gegen den Wind radeln, um überhaupt voranzukommen?
Und im Hinterkopf bleibt die permanente Sorge, dass selbst nach überwundenen Hürden, Jahren des Verzichts und konsequentem Vermögensaufbau plötzlich der Enteignungshammer zuschlägt und ein großer Teil des hart erarbeiteten Vermögens wieder genommen wird.
Die EU spricht es inzwischen offen aus: Exit-Steuern stehen im Fokus, ein klares Signal, dass Kapitalabwanderung ein reales Thema ist, welches man zu verhindern versucht.
In einer aktuellen Studie analysiert die EU-Kommission mehrere Ansätze, um genau das zu verhindern und gleichzeitig zusätzliche Einnahmen zu generieren:
• Vermögenssteuer
• Steuer auf nicht realisierte Gewinne
• Kapitalertragssteuer
• Erbschafts- und Schenkungssteuer
• Wegzugssteuer
Besonders im Fokus stehen Erbschaftssteuer und Wegzugssteuer. Hintergrund ist der bevorstehende massive Vermögenstransfer der Babyboomer-Generation.
Laut Bericht sollen höhere Steuern auf vererbtes Vermögen nur begrenzte Auswirkungen auf Unternehmertum haben.
Gleichzeitig wird diskutiert Wegzugssteuern auch auf nicht realisierte Gewinne anzuwenden, also direkt beim Verlassen eines Landes.
Ziel ist es, „Schlupflöcher zu schließen“, Kapital im System zu halten und die Steuerbasis langfristig zu sichern.
Die politische Richtung wird damit deutlich, die Debatte hat gerade erst begonnen.
Meiner Meinung nach sollte man untersuchen, warum Kapital abwandert, anstatt nach Strafen zu suchen.
Du hast Bitcoin gekauft, weil er knapp ist.
Der deutsche Staat will ihn besteuern, als wäre er ein Token, den ein 22-Jähriger letzte Woche programmiert hat.
Beides liegt aktuell in derselben Schublade des Steuergesetzes. § 23 EStG, "anderes Wirtschaftsgut". Eine einjährige Haltefrist, danach steuerfrei. Ob du verkaufst, tauschst oder mit der Coin bezahlst, ist steuerlich derselbe Vorgang. Eine Differenzierung gibt es nicht.
In genau dieser Schublade liegen auch Gold, Silber, Antiquitäten, Eintrittskarten und Oldtimer. Daneben Bitcoin und Ethereum. Daneben ein Stablecoin, der einen Dollar wert ist und einen US-Emittenten dahinter hat. Und ein NFT mit einem Affenbild. Und ein Token, der vor zwei Wochen aufgesetzt wurde und außer Spekulation keinen Zweck erfüllt.
Steuerlich ist das alles dasselbe. Wirtschaftlich hat das eine mit dem anderen nichts zu tun.
Der Bundesfinanzhof hat im Februar 2023 in einem oft zitierten Urteil entschieden, dass Bitcoin, Ethereum und Monero alle als "andere Wirtschaftsgüter" gelten, in einem Atemzug, in einer Kategorie. Das BMF-Schreiben vom 6. März 2025 hat die Sammelbezeichnung dann offiziell festgeschrieben. Ein Wort für alles, das technisch auf einer Blockchain läuft: Kryptowerte.
Genau diese Sammelkategorie ist jetzt das politische Ziel.
Wenn die geplante Reform kommt, wird sie sich nicht die Mühe machen, zu unterscheiden zwischen einem Asset mit fester Maximalmenge von 21 Millionen und einem Memecoin, dessen Entwickler die Menge an einem Wochenende verändern kann. Sie wird die ganze Schublade gleichzeitig leeren. Steuergerechtigkeit, heißt es dann. In Wahrheit ist es Verkürzung.
Eine differenzierte Behandlung wäre juristisch durchaus möglich. Der Gesetzgeber könnte ein Knappheitskriterium einführen, ein Dezentralitätskriterium oder eine eigene Kategorie für Wirtschaftsgüter ohne Emittentenrisiko. Selbst die EU-Aufsichtsverordnung MiCA unterscheidet bereits zwischen drei Arten von Kryptowerten, und Bitcoin fällt dort in eine eigene Klasse. Das wäre die saubere Trennlinie, die der wirtschaftlichen Realität entsprechen würde.
Politisch wird nichts davon passieren. Aus zwei Gründen.
Bitcoin macht über die Hälfte des Marktwerts aller Kryptowerte aus. Bitcoin auszunehmen würde die angebliche "Krypto-Lücke" von 11,4 Milliarden Euro halbieren, mit der die Reform politisch begründet wird. Ein Finanzminister, der dringend Geld sucht, schneidet sich nicht freiwillig die Hälfte des Topfes ab. Hinter dieser Entscheidung steht keine ideologische Erwägung, sondern reine Haushaltslogik.
Hinzu kommt die Verkaufsformel der Reform. "Steuergerechtigkeit" gegenüber Pflegekräften und Lehrern, denen die Steuerfreiheit nach einem Jahr nicht zur Verfügung steht. Eine Sonderbehandlung für Bitcoin würde wie das Gegenteil aussehen. Politisch unverkaufbar. Wer in Berlin oder Brüssel nach einer Differenzierung fragt, bekommt deshalb keine Antwort, weil es schlicht keine gibt.
Praktisch heißt das: Wer Gold seit Jahren hält, weil er den langfristigen Werterhalt schätzt, profitiert weiter von der Steuerfreiheit nach einem Jahr. Wer Bitcoin aus exakt denselben Gründen hält, soll künftig zahlen. Beide Assets liegen seit Jahren in derselben gesetzlichen Kategorie. Eines wird herausgelöst, das andere bleibt drin. Eine sachliche Begründung dafür wird in den Eckwerten zum Haushalt 2027 nicht geliefert. Es wird stattdessen einfach gerechnet.
Was im Steuerrecht passiert, ist dabei nur die Spiegelung dessen, was an den Märkten längst sichtbar ist. Banken trennen mittlerweile sauber zwischen Bitcoin und allem anderen. BlackRock hat einen eigenen Bitcoin-ETF und einen separaten Ethereum-ETF. Morgan Stanley hat Bitcoin als ersten Krypto-ETF auf seine Beraterplattform gelassen, alle anderen kamen später oder noch gar nicht. Die institutionelle Welt erkennt den strukturellen Unterschied und handelt danach.
Die deutsche Steuergesetzgebung tut es nicht. Nicht aus Unwissen. Eine Differenzierung würde den Reformzweck untergraben. Es geht nicht darum, Spekulation einzudämmen oder den Markt zu strukturieren. Es geht darum, Einnahmen zu erzeugen. Und Einnahmen entstehen dort, wo Buchgewinne sitzen. Diese Buchgewinne sitzen bei Bitcoin. Genau deshalb wird Bitcoin behandelt wie der nächstbeste Token.
Der Staat behandelt etwas Verschiedenes wie etwas Identisches. Aber nicht aus Naivität. Aus Kalkül.
Wenn dich solche Insights interessieren und dir helfen, interagiere gerne mit dem Post. 🧡
Minus 499,99 Euro kostet am 1. Mai zeitweise die Megawattstunde Strom an der Börse. Die hohe Stromerzeugung aus Photovoltaik, kombiniert mit einem niedrigen Feiertags-Verbrauch bringt die Stromnetze an ihre Grenzen – und birgt das Risiko eines Brownouts.
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