Polizeiketten statt Dialog: Wenn radikaler Transaktivismus jedes Wort erstickt.
Drei Stunden lang schrie eine Wand aus Wut gegen uns an. Trillerpfeifen, die dir in den Ohren wehtun. Blicke voller Verachtung. Parolen, die wie Steine durch die Luft flogen.
Und mittendrin stand ich. 57 Jahre alt. Hinter mir liegen fast drei Jahrzehnte im äusseren Erscheinungsbild einer Transfrau – und heute ein versehrter Körper mit irreversiblen Langzeitfolgen, mit denen ich jeden Tag kompromisslos leben muss. Eine Geschichte, die ich nicht aus Büchern oder der Theorie kenne, sondern am eigenen Leib durchlebt und bezahlt habe.
Wir waren am Weltkindertag in Hamburg am Jungfernstieg, um über den Schutz der Schwächsten zu sprechen. Über Kinder und Jugendliche, die in einer immer lauteren, digitalisierten Welt den Halt verlieren und denen viel zu schnell eingeredet wird, ihr eigener Körper sei der Feind. Wir wollten informieren, aufklären, den Dialog anbieten.
Mir geht es nicht darum, mündigen Erwachsenen ihren Weg abzusprechen. Wenn ein erwachsener Mensch nach jahrelanger, reiflicher Abklärung diesen Schritt geht, ist das seine freie Entscheidung. Doch bei Minderjährigen müssen wir innehalten. Wir dürfen junge, suchende Menschen nicht vorschnell auf eine unumkehrbare Schiene aus Hormonen und Skalpellen setzen. Was Kinder und Jugendliche in diesen verletzlichen Entwicklungsjahren wirklich brauchen, ist Zeit, Schutz und eine fundierte psychologische Begleitung, die das seelische Ringen ins Zentrum rückt.
Doch was uns entgegenschlug, war kein Widerspruch. Es war der absolute Wille zur Auslöschung jedes Gesprächs.
Auf der Gegenseite standen geschätzt zweihundert bis dreihundert Menschen – eine deutliche Übermacht. Ein Teil davon komplett vermummt aus der linksautonomen Szene, ein grosser Teil sehr junge Menschen aus dem trans-queeren Spektrum, dazu etliche Mitläufer. Statt der behördlich vereinbarten 60 Meter Abstand schob sich dieser Pulk bis auf wenige Meter an uns heran. Ein ohrenbetäubender Kessel aus Lärm, bewusst darauf angelegt, jedes Wort im Keim zu ersticken. Keine Passantin und kein Passant sollte hören können, was wir zu sagen hatten. Wer nicht ins eigene Weltbild passt, wird einfach niedergebrüllt.
Ich hätte mich einfach zurückziehen können. Wenn man im Leben durch all die Operationen und die bitteren Erkenntnisse bis zur letzten Konsequenz gegangen ist, bringt einen ein solches Geschrei zwar nicht ins Wanken – aber es hat mich trotzdem tief berührt. In mir hat sich innerlich alles zusammengezogen angesichts dieses massiven, unendlichen Hasses, der uns Rednern und unserer Seite da kollektiv entgegenschlug. Ich stand da und dachte nur: Warum so viel Feindseligkeit? Was läuft hier eigentlich ab? Es ist doch einfach nur unendlich schade.
Gerade deshalb bin ich bewusst rübergegangen. Mitten hinein. Ich wollte keine Feinde sehen. Ich wollte Menschen sehen.
Am Anfang traf ich auf eine Transfrau. Ich blieb ruhig vor ihr stehen, bot ihr das Gespräch an. Doch die Wut in ihren Augen war wie eine Mauer. Sie schleuderte mir Schimpftiraden entgegen, unfähig, auch nur einen Augenblick innezuhalten, bevor sie davongestampft ist. Ich verurteile sie nicht dafür. Ich kenne diese Wut. Ich kenne die innere Zerrissenheit, aus der sie gespeist wird.
Und dann gab es diesen einen Moment, der mir gezeigt hat, dass es eben doch anders geht: Ich kam mit einem Trans-Paar ins Gespräch.
Trotz der lauten Parolen und des Pfeifkonzerts um uns herum schafften wir es, normal und ohne Schreien miteinander zu reden. Wir waren in fast allem uneins. Völlig unterschiedliche Welten, gegensätzliche Perspektiven. Aber wir hörten einander zu.
Am Ende gingen wir mit einem positiven Gedanken auseinander. Der eine sagte mir ganz konkret, was er von mir aus diesem Austausch mitnimmt. Und auch ich habe ihnen gegenüber offen formuliert, dass ich einen ihrer Gedankenanstösse mitnehme und dieser eine wichtige Rolle in meiner eigenen Reflexion spielen wird. Es war der Beweis: Dialog ist möglich, wenn man den Menschen hinter den Parolen wahrnimmt. Sogar im grössten Lärm.
Gegen Ende suchte ich instinktiv Blickkontakt zu einer Gruppe junger Leute auf der anderen Seite. Man sah ihren Gesten an, dass die Neugier siegte. Sie wollten reden. Ich wollte reden.
Doch die Realität unserer Zeit stand dazwischen: eine massive Kette aus Einsatzpolizisten. Obschon ich den Beamten signalisierte, dass auch ich dieses Gespräch sehr begrüsse und keine Gefahr sah, wurde es aus Sicherheitsgründen rigoros unterbunden.
Und so sehr ich die Beamten angesichts der aufgeheizten Lage rational verstehe – dieser Moment hat mich noch auf der ganzen Heimreise und bis heute gedanklich nicht losgelassen.
Was ist das für eine Welt geworden, in der Menschen, die nur wenige Meter voneinander entfernt stehen und miteinander sprechen wollen, durch Helme, Schilde und Polizeiketten voneinander getrennt werden müssen?
Wer glaubt, mit Trillerpfeifen, Einkesselung und Einschüchterung Rechte zu verteidigen, zerstört in Wahrheit das Fundament unseres Zusammenlebens. Fanatismus baut keine Brücken. Er schafft nur Gräben, die so tief sind, dass am Ende niemand mehr die andere Seite sieht – sondern nur noch das Feindbild.
Ich werde meine Stimme weiterhin erheben. Für die Kinder, die nicht wissen können, was lebenslange medizinische Eingriffe wirklich bedeuten. Aber ich werde sie nie gegen Menschen erheben.
Denn man kann die Wahrheit nicht niederbrüllen. Und Liebe zum Menschen fängt genau dort an, wo man den Mut hat, zuzuhören – selbst wenn es wehtut. 🙏
@FrauenHeldinnen
#Kinderschutz #Detransition #Meinungsfreiheit #Transaktivismus #Hamburg
@Nadiabro Danke das du diese Erfahrungen teilst. Ich finde es so wichtig, dass du das Gespräch suchst und deine Gedanken um Kinder, die ihr ganzes Leben noch vor sich haben.
@Nadiabro@DEU_ScienceGeek Das zu lesen tut weh. Aber es gibt auch Mut dagegen zu kämpfen das Kinder in bestimmte Schienen gesteckt werden nur weil manche denken das bestimmte Verhaltensweisen bedeuten das Kinder das falsche Geschlecht haben. Kinder entdecken das Leben und nichts ist falsch.
Ich dachte, er müsste sterben, damit ich leben kann: Mein grösster Irrtum
Ich habe meine Vergangenheit als Chris nie verleugnet. Aber ich habe dreissig Jahre lang geglaubt, dass der Mensch von damals ein Fehler war – und dass er weichen musste, damit ich leben kann.
Ich habe damals einen jungen Mann hergegeben. Er war gesund. Er hatte sein ganzes Leben noch vor sich. Aber er trug eine Last in sich, die er allein nicht mehr tragen konnte. Er war verunsichert, überfordert und suchte verzweifelt nach einem Ausweg aus einer Dunkelheit, für die er keine Worte fand.
Statt diesem jungen Mann beizustehen, statt seine Hand zu nehmen und ihm zu sagen: "Du bist gut so, wie du bist, wir stehen das gemeinsam durch" – habe ich ihn auf den Operationstisch gelegt.
Ich habe zugelassen, dass man seinen gesunden Körper zerschneidet. Ich habe seine Männlichkeit wegoperieren lassen, Schnitt für Schnitt. Und jedes Mal, wenn Mediziner nickten und Menschen applaudierten, redete ich mir ein: Er muss verschwinden, damit ich heil werden kann.
Dabei war dieser Junge nicht falsch.
Er trug keinen Fehler in sich. Er war einfach nur verwundet – und ich habe ihn im Stich gelassen. Ich habe ihn geopfert und diese Flucht ein neues Leben genannt.
Das Bitterste an diesen dreissig Jahren ist nicht der körperliche Tribut. Es ist die Erkenntnis, wie unbarmherzig ich zu mir selbst war. Wie lange ich mich geweigert habe, um diesen Jungen zu weinen, weil ich damit beschäftigt war, eine Illusion aufrechtzuerhalten.
Wenn ich mir heute alte Bilder von ihm anschaue, sehe ich seine Augen. Ich sehe seine Einsamkeit. Und mir bricht das Herz über das, was ich ihm angetan habe. Ich musste ein halbes Leben lang den weitesten aller Umwege gehen, um zu begreifen, wie sehr er eigentlich meinen Schutz gebraucht hätte.
Ich kann die Zeit nicht zurückdrehen. Ich kann die Narben nicht ungeschehen machen. Aber ich kann aufhören, ihn zu verleugnen – und heute den Kopf vor ihm senken, um Verzeihung bitten und ihm seinen Platz zurückgeben.
Man kann eine seelische Not nicht wegschneiden. Wer versucht, den eigenen Schmerz mit dem Skalpell zu besiegen, zerstört am Ende nur den einzigen Menschen, der einen hätte retten können.
"Frieden schliesst man nicht gegen seinen Körper – man schliesst ihn mit ihm." 🙏
#Detrans #Trans #Transition #Detransition #MentalHealth
In der Nacht wurden in meinem Wohnumfeld Plakate aufgehängt. Nicht eines. Mehrere. Laminiert, vorbereitet, mit Kabelbindern befestigt. Darauf mein Gesicht. Darunter die Frage: „Ist dein Nachbar ein Vasall der AfD?“ Auf einem anderen Plakat: „Ist dein Nachbar ein Faschist?“ Darunter meine Website. Dazu ein QR-Code.
Die Botschaft gilt nicht mir. Sie gilt meinen Nachbarn. https://t.co/w2ILmEfCxh
I’m gay.
Not “queer.”
Not “part of the community.”
Not an activist.
Not a walking rainbow flag.
I’m a normal guy who likes men. That’s it.
I don’t want to redefine reality.
I don’t want kids in the conversation.
I don’t want pronouns shoved down my throat.
I don’t want the alphabet mafia speaking for me.
Most of us just want to live our lives, date, work, and be left the hell alone.
The loudest ones don’t represent us. They embarrass us.
If that makes me a “bad gay,” good. I’ll take normal over crazy every single time.
Die Bemühungen in Großbritannien, Boy George und seinen Song „We will dance again“ zum Schweigen zu bringen.
Schaffen wir es, das Video einmal in die Welt hinauszutragen?
@NorbertBolz Wären da nicht Don Alfonso und Broder könnte man denken das es nach links driftet. Aber vielleicht sind die auch nur noch dort um den Schein zu wahren.
Abo lohnt sich nicht mehr.
Tach Kollege @Tim_Roehn - wenn es zum Prozess kommen sollte, werde ich im Saal sitzen und berichten.
Und da ich hoffe, dass sich möglichst viele weitere Journalisten anschließen werden, rufe ich meine Followerschat dieses eine Mal dazu auf, diesen Tweet zu teilen. Auf dass so viele Verfechter einer freien Presse kommen mögen wie möglich.