Unabhängig von der Person gebührt Herrn Lauterbach Dank dafür, dass er sich des Themas Widerspruchslösung annimmt.
Mir scheint, dass viele Diskutanten das Thema mangels eigener praktischer Erfahrung falsch einordnen.
Die sogenannte Entscheidungslösung ist faktisch keine: Die meisten Menschen in Deutschland wollen sich zu Lebzeiten gerade nicht festlegen. Sie bürden diese Entscheidung im Ernstfall ihren Angehörigen auf — die den mutmaßlichen Willen des Verstorbenen oft nicht kennen und aus Unsicherheit eher ablehnen.
Die Widerspruchslösung verlangt demgegenüber eine selbstbestimmte Entscheidung, dafür oder dagegen. Und auch unter ihr gilt: Widersprechen die Angehörigen, wird keine Organspende durchgeführt.
Ich weiß, dass sich niemand gern zu Lebzeiten mit seiner Endlichkeit auseinandersetzt. Doch auch im Erbrecht kennen wir eine gesetzliche Default-Regelung für jene, die keine Entscheidung treffen wollen.
Der Organmangel spielt dabei zunächst keine Rolle. Dennoch: In meinem gesamten Berufsleben habe ich noch nie erlebt, dass ein Mensch, der ein Organ benötigte, dies aus ethischen, politischen oder religiösen Gründen abgelehnt hätte — gleich welcher Partei oder Religion er anhing.
Ich gebe zu bedenken: Keiner von uns weiß, ob er nicht selbst eines Tages ein Organ braucht.
Hätten wir genügend Organe, könnten wir sie zudem für Indikationen nutzen, die heute am Mangel scheitern — etwa bei Lebermetastasen eines Darmkrebses.
Jeder, der hier mitentscheidet, ist zugleich ein potenzieller Empfänger. Und ich warte noch immer auf denjenigen, der eine Organtransplantation in der Realität aus politischen oder religiösen Gründen ablehnt.
Zu widersprechen ist Ihr gutes Recht — und bei einer Widerspruchslösung genau so gewollt für alle, die nicht spenden wollen.
Nur Ihre Argumentation über Corona hinkt und ist kein gutes Argument. Ich verstehe, dass man sich bei Übergriffigkeiten des Staates wie in der Corona-Zeit unwohl fühlt — aber das hat mit der Widerspruchslösung nichts gemein.
Hier wird die Selbstbestimmung ja gerade gestärkt.
Für die Lebendspende gibt es die gerichtete Spende doch längst — schon heute können Sie gezielt für einen bestimmten Menschen spenden.
Bei der postmortalen Spende aber entscheidet die medizinische Dringlichkeit. Und genau ihr würden solche Netzwerke nicht gerecht: Wer am schnellsten stirbt, kann nicht warten, bis sich ein passendes Vereinsmitglied findet.
Wenn man Reziprozität will, dann fair und für alle gleich — wie in Israel: Wer selbst zur Spende bereit war, wird im Bedarfsfall bei der Zuteilung bevorzugt. Das ist kein exklusiver Club, sondern eine Regel, die für jeden offensteht und für jeden gilt. Ich fände das gerecht.
Mir fällt auf, dass die COVID-Impfdebatte und die Widerspruchslösung hier oft in einem Atemzug genannt werden. Man kann — und ich tue es — durchaus eine differenzierte Haltung einnehmen.
Beides ist nicht dasselbe. Die Impfpflicht kennt keinen folgenlosen Widerspruch. Die Widerspruchslösung dagegen lebt vom Widerspruchsrecht: Sie nimmt niemandem die Entscheidung ab, sie kehrt nur die Voreinstellung um. Wer nicht spenden will, sagt Nein — jederzeit, ohne Begründung, ohne Folgen.
Genau dieses folgenlose Nein fehlt jeder Pflicht. Wer beides gleichsetzt, verkennt, dass hier Selbstbestimmung nicht eingeschränkt, sondern eingefordert wird.
@PeterBorbe@Karl_Lauterbach Ich denke sie führen da genau das Argument für eine Widerspruchslösung an! Darf ich sie dazu auf meinen Post hier im Chat hinweisen und sie bitten das
Thema nicht politisch zu instrumentalisieren.
Unabhängig von der Person gebührt Herrn Lauterbach Dank dafür, dass er sich des Themas Widerspruchslösung annimmt.
Mir scheint, dass viele Diskutanten das Thema mangels eigener praktischer Erfahrung falsch einordnen.
Die sogenannte Entscheidungslösung ist faktisch keine: Die meisten Menschen in Deutschland wollen sich zu Lebzeiten gerade nicht festlegen. Sie bürden diese Entscheidung im Ernstfall ihren Angehörigen auf — die den mutmaßlichen Willen des Verstorbenen oft nicht kennen und aus Unsicherheit eher ablehnen.
Die Widerspruchslösung verlangt demgegenüber eine selbstbestimmte Entscheidung, dafür oder dagegen. Und auch unter ihr gilt: Widersprechen die Angehörigen, wird keine Organspende durchgeführt.
Ich weiß, dass sich niemand gern zu Lebzeiten mit seiner Endlichkeit auseinandersetzt. Doch auch im Erbrecht kennen wir eine gesetzliche Default-Regelung für jene, die keine Entscheidung treffen wollen.
Der Organmangel spielt dabei zunächst keine Rolle. Dennoch: In meinem gesamten Berufsleben habe ich noch nie erlebt, dass ein Mensch, der ein Organ benötigte, dies aus ethischen, politischen oder religiösen Gründen abgelehnt hätte — gleich welcher Partei oder Religion er anhing.
Ich gebe zu bedenken: Keiner von uns weiß, ob er nicht selbst eines Tages ein Organ braucht.
Hätten wir genügend Organe, könnten wir sie zudem für Indikationen nutzen, die heute am Mangel scheitern — etwa bei Lebermetastasen eines Darmkrebses.
Jeder, der hier mitentscheidet, ist zugleich ein potenzieller Empfänger. Und ich warte noch immer auf denjenigen, der eine Organtransplantation in der Realität aus politischen oder religiösen Gründen ablehnt.
Böhmermann lebt davon, harte politische Attacken als Satire zu etikettieren. Auf mich wirkt das wie der Versuch, maximal auszuteilen und sich gleichzeitig auf den Joker „War doch nur Satire“ zurückziehen zu können. Wer ständig austeilt, sollte auch bereit sein, seine Positionen ohne satirisches Schutzschild zu vertreten.
"Sternstunde des Kapitalismus": Alle linksradikalen Hater grüßt @ulfposh und feiert, wie Elon Musk mit SpaceX viele ganz normale Menschen, die seit Jahren für ihn gearbeitet haben, zu (Multi)Millionären gemacht hat.
Ausladung von Peter Thiel bei den Wiener Festwochen. Genau hier entlarven sich jene, die ständig Vielfalt und Offenheit predigen, aber Andersdenkende von der Bühne verbannen wollen. Vielfalt ohne Meinungsvielfalt ist keine Vielfalt, sondern Ideologie.
#PeterThiel #WienerFestwochen #CancelCulture #Meinungsfreiheit #Vielfalt #Kultur #Debatte
@nicolen8wak Eine repräsentative Demokratie weist strukturell die Tendenz zu einem paternalistischen Staatsverständnis auf:Wenige Entscheidungsträger bestimmen dauerhaft über viele — legitimiert durch Wahlen, jedoch zunehmend vom unmittelbaren Willen der Bürger entkoppelt.
Zugegeben: Auf X wird viel Blödsinn gepostet – wie in allen sozialen Netzwerken. Wer sich aber aus dem öffentlichen Diskurs zurückzieht und nur noch auf Plattformen aktiv ist, wo die eigene Meinung wohlwollenden Applaus erntet, sollte seine Haltung zur Meinungsvielfalt und seine Resilienz gegenüber anderen Positionen kritisch hinterfragen. Demokratie lebt vom Aushalten des Widerspruchs, nicht vom Rückzug in die Echokammer.
Ich finde die Gesprächsrunde schon etwas befremdlich, wenn Frauen die im Zweifelsfall nicht zur Front müssen, die Lage von zwangrekrutierten Männern einordnen. Was in der Runde als „freier Wille” der Soldaten dargestellt wird, ist psychologisch etwas anderes. Auf individueller Ebene wirken Primärgruppen-Loyalität, Befehlsgehorsam und akuter Überlebensdruck – kein freier Entschluss, sondern eine Zwangslage. Auf politischer Ebene kommt eine Escalation of Commitment hinzu: Regierungen halten an einem Krieg fest, weil schon so viel investiert wurde. Den Preis dafür zahlen die zwangsrekrutierten Männer an der Front. #Lanz
Unschuldsvermutung? Gerade vor dem Hintergrund, dass nach meinem Kenntnisstand der Anwalt von Herrn Ulmen nicht eingeladen war, entsteht für mich der Eindruck, dass nicht alle Perspektiven gleichermaßen vertreten sind.
Ich frage mich daher, ob solche Formate in dieser Konstellation immer den rechtsstaatlichen Ansprüchen gerecht werden – oder ob hier zumindest die Gefahr einer Vorverurteilung im Raum steht.
@benjamin_stork Wir sind bereits Ende Januar aus dem Oman abgereist. Wer sich damals wirklich informierte, sah die Zeichen kommen. Erschreckend, wie sehr kuratierte Informationen den Blick auf die Realität verstellen können.
Als Parteiloser hätte ich, wenn ich ein Plädoyer für die Demokratie halten sollte, genau diese Rede gehalten. Dieser Vortrag war nicht für die AfD, sondern für die Demokratie. Wenn die extreme Linke im Saal selbst das mit Schmähungen versieht, saßen wohl Antidemokraten im Saal
Während er noch während der Nürnberger Prozesse im Gefängnis saß, gab Hermann Göring dem Psychologen Gustav Gilbert ein Interview.
Göring sagte:
„Natürlich will das Volk keinen Krieg. Warum sollte ein einfacher Bauer sein Leben riskieren, wenn das Beste, was er aus einem Krieg herausholen kann, ist, unversehrt zu seinem Hof zurückzukehren? Niemand will Krieg – weder in Russland, England, Amerika noch in Deutschland. Das ist offensichtlich.
Am Ende aber bestimmen die Führer eines Landes die Politik. Und das Volk dazu zu bringen, diese Politik zu unterstützen, ist einfach. Es spielt keine Rolle, ob es sich um Demokratie, Kommunismus, Parlamentarismus oder eine faschistische Diktatur handelt.“
Gilbert erwiderte:
„Aber die Demokratie hat einen Unterschied – das Volk kann seine Meinung über gewählte Vertreter äußern.“
Göring antwortete:
„Natürlich, das ist gut, aber egal, ob das Volk eine Stimme hat oder nicht, es kann immer zur Gehorsam gezwungen werden. Es ist einfach: Sag ihnen, sie werden angegriffen, und beschuldige dann die Pazifisten, unpatriotisch zu sein und das Land zu gefährden. Das funktioniert in jedem Land.“
✍️ 18. April 1946, zitiert aus Gilberts Buch Das Nürnberger Tagebuch