- Danzig die urdeutsche Stadt -
Erstmals in den Annalen der Geschichtsbücher im Jahre 997 erwähnt, war Danzig ein altgermanischer Fischer- und Handelsort.
In der vorgeschichtlichen Zeit saßen germanische Stämme an der Weichselmündung, die im Zuge der Völkerwanderung zwischen 500 und 600 nach der Zeitrechnung durch kaschubische Stämme abgelöst wurden.
Erst im Zuge der Ostsiedlung, die nicht durch Austreibung, Raub und Mord, sondern durch Urbarmachung und zivilisatorische Erschließung Osteuropas mit Zustimmung aller abendländischen Herrschaftsträger gekennzeichnet war, konzentrierten sich erneut Deutsche an der Weichselmündung und bauten die Stadt Danzig zu einem mächtigen und einflußreichen Handelsplatz aus.
Danzig unterstand bis ins 13. Jahrhundert den Pommerellen-Herzögen, die jedoch keine Polen waren, sondern im Gegenteil oft mit diesen im Kampf lagen.
1224 erhielt Danzig deutsches Stadtrecht als Hauptort des Herzogtums Pommerellen.
1309 besetzte der Deutsche Orden Danzig und übernimmt gleichzeitig auch die Oberhoheit über Pommerellen.
1343 verzichtet Polen nach langwierigen Konflikten auf Pommerellen im Vertrag von Kalisch.
1361 wird Danzig Mitglied der Hanse. Die Umwälzungen im gesellschaftlichen, weltlichen, wirtschaftlichen, technischen, militärischen Denken, die gerade einer weltoffenen Hansestadt stärkere, fortschrittlichere Impulse verliehen, als dogmatisch geprägte Herrschaftsstrukturen, führten im 15. Jahrhundert zu immer heftigeren Gegensätzen zum Deutschen Orden. Diese Gegensätze erwiesen sich stärker als nationale Bezugspunkte und sind auch ein Zeichen dafür, daß im Mittelalter der Nationalismus keine Leitgröße der Politik gewesen ist, er zumindest anders gebundenen Orientierungen nachgeordnet war.
Ebenso wie die Hansestadt Danzig Schrittmacher für eine weltlich, freiheitlich, undogmatisch bezogene und wirtschaftlich leistungsfähige Entwicklung gewesen ist, so auch die anderen Hansestädte bis hinaus nach Kurland, und auch Polen fand Interessengleichklänge mit dieser sich in Europa durchsetzenden Neuorientierung.
1411 dem Deutschen Orden auferlegten finanziellen Lasten, die Hochmeister Heinrich von Plauen und seine Nachfolger auf die immer einflußreicher werdenden Stände im Lande umzulegen versuchten, führte 1440 zu jener politischen Neuorientierung des "Preußischen Bundes”, dem auch Danzig angehörte.
Danzig, sowohl vor als auch nach dem II. Thomer Frieden 1466 eine beachtliche Finanz- und Seemacht, sicherte sich im Zusammengehen mit den Preußischen Städten, die an Stelle des “Preußischen Bundes” traten, gegen Gewährung bestimmter Privilegien im Jahre 1454 eine Schutzherrschaft durch den polnischen König.
1457 erwirkte Danzig vom polnischen König Kasimir IV. ein zusätzliches Privileg, das ihre Stellung als freie Stadt unter nomineller Personalunion des Polenkönigs festlegte. Dieser staatsrechtliche Zustand währte knapp 3,5 Jahrhunderte — bis 1793 — .
Er bedeutet keine Einverleibung in den polnischen Staat, sondern ein gegenseitiges Versprechen zum Wohlverhalten, zum Respektieren beiderseits abgesprochener Grundsätze, die eine enge Zusammenarbeit zwischen Polen und Danzig festlegten.
Danzig blieb rein deutsch besiedelt, ebenso wie Ostpreußen oder das im II. Thomer Frieden 1466 Polen zugefallene Kulmer Land oder Ermland als Teilgebiete Ostpreußens deutsch blieben.
Gesetzgebung, Rechtsprechung, Verwaltung oblagen allein dem Danziger Rat. Danzig regelte seine Außenpolitik eigenmächtig, führte seine eigene Flagge und unterhielt eigene Truppen. Danzigs Kaufleute besorgten den gesamten polnischen Seehandel. Danzig blieb Mitglied der Hanse und entwickelte sich mit seinen 60.000 Einwohnern im 16. Jahrhundert zur größten deutschen Stadt im ganzen deutschen Sprachgebiet.
Deutsche, nicht polnische Künstler, Bauherren, Gelehrte, Pädagogen, Wissenschaftler, Kaufleute, Unternehmer bestimmten uneingeschränkt das kulturelle und wirtschaftliche Leben dieser Stadt. 📜
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