Ein weiteres gesondertes Kapitel stellen jedoch die wirtschaftlichen Erdrosselungswirkungen dar, die als Folge von solchen Grenzziehungen quer durch Industriegebiete und Bergwerke, quer durch dichte Siedlungsräume und Abtrennung vom landwirtschaftlichen Hinterland stets zum Nachteil Deutschlands in Erscheinung traten. Dies traf vor allem auch Ostpreußen infolge der totalen Abschnürung vom übrigen Reich. Diese Resultate waren nicht etwa mit einer einmaligen Zahlung gleichzusetzen, sondern waren auf Dauerschaden abgestellt, den das deutsche Volk so nebenbei zu tragen hatte und über den weiter nicht geredet wurde.
Auch was seit 1919 im Saargebiet geschah, füllte keineswegs die Schlagzeilen der Weltöffentlichkeit, wurde diese doch damit beruhigt, in 15 Jahren könne ja die dortige Bevölkerung frei entscheiden, was sie wollte. Inzwischen jedoch regierte Frankreich dort:
Zölle wurden erhoben, die Kohlenpreise willkürlich festgesetzt, französische Schulen, Kranken- und Arbeiterkassen und Wohlfahrtseinrichtungen gegründet, französisches Geld wurde eingeführt, der Frank verdrängte die Mark. Arbeiter und Beamte, die sich weigerten, ihre Kinder in französische Schulen zu schicken, wurden drangsaliert, entlassen, dem Hunger preisgegeben, Zehntausend schwarze und weiße Franzosen überschwemmten das kleine Land. ...
Werber für die französische Fremdenlegion verschleppten mitGenehmigung der französischen Behörde nichtsahnende Opfer in die Hölle Afrikas. Französische Lebensmittelschieber verkauften der Bevölkerung ihre Nahrungsbedürfnisse zu unverschämten Wucherpreisen und wurden durch Frankreich darin noch unterstützt, da der Markkurs willkürlich festgesetzt wurde. Und von Anfang an erklärten die Franzosen zynisch, sie würden kein Mittel unversucht lassen, um die Saarländer mürbe zu machen.
Am 8. Oktober 1919 kam es zu größeren Streikunruhen in Saarbrücken, in deren Verlauf die Bevölkerung am folgenden Tage einen großen Protest gegen die Franzosen losließ. Es wurde u.a. gefordert: Ausschaltung der Regierungsgewalt der französischen Militärbehörde, Rückgängigmachung der erfolgten Ausweisungen, Wiederherstellung der Meinungsfreiheit in Presse und Versammlungen, Entfernung der Kolonialtruppen, Verlegung der Truppen in Kasernen, Aufhebung der Grußpflicht, Beseitigung der Zwangseinquartierung französischer Offiziere und Soldaten, Schaffung billiger Lebensmittel und strengste Bestrafung der Wucherer, billige Kohlenlieferungen, Aufhebung der willkürlichen Festsetzung des Markkurses und Schutz vor den Gewalttaten der Soldaten.
Aber ungehört verhallte der Notschrei. Unter den drakonischen Maßnahmen der Franzosen sank jedes Aufbäumen in sich zusammen. ...
Sieben Wochen nach Unterzeichnung des Friedensprotokolls, am 28. Februar 1920, zog die ‘ Völkerbundskommission ’ im Saargebiet ein. Frankreich ging sofort daran, unverhohlen seine Annexionspolitik zu beginnen. Die deutsche Verwaltung wurde für fünfzehn Jahre ausgeschaltet. ...Jede nationaldeutsche Regung war verboten und wurde bestraft. Die Bevölkerung wurde nicht mehr als Deutsche, sondern als ‘Saareinwohner’ bezeichnet.
Auf der Pariser Ministerkonferenz vom 24. - 29.1. 1921 wurde erstmals eine feste Zahl genannt: 226 Milliarden Goldmark und 12%>ige Abgabe von der deutschen Ausfuhr binnen 42 Jahren. Eine nachfolgende Konferenz in London Anfang März 1921 verlangte die bedingungslose Annahme der Pariser Regelung, widrigenfalls unverzüglich Sanktionen gegen Deutschland in Kraft treten würden (Besetzung von Düsseldorf und Duisburg-Ruhrort, Beschlagnahme deutscher Zolleinnahmen, 50%ige Wertreduzierung aller aus Deutschland kommenden Waren).
Es sei daran erinnert, daß Frankreich demgegenüber im Jahre 1871 eine Kriegskostenentschädigung von 4 Milliarden Goldmark zuzüglich Besatzungskosten von 276 Millionen Goldmark zu tragen hatte.
Dies alles war nur möglich, weil Deutschland die Waffen abgab und vollständig abrüstete und somit wehrlos wurde. Und zwar wurde abgerüstet in folgenden Umfang...👇
Nutznießer USA
Eine anschließende Konferenz der Alliierten in London vom 24. - 25. April 1921 präzisierte neue Forderungen, schließlich am 5.5.1921 das Ultimatum: Binnen 6 Tagen habe die Reichsregierung zu erklären, daß sie gewillt sei, vollständig zu entwaffnen, die Kriegsbeschuldigten unverzüglich zu verurteilen und andere bisher unerfüllte Bedingungen auszuführen. Als “endgültige” Schadenshöhe wurden 132 Milliarden Goldmark benannt (eine Begrenzung, die bereits 1924 wieder aufgehoben wurde).
Berlin nahm am 11. Mai 1921 das Ultimatum an. Erst am 30.9.1921 wurden nach Zahlung der ersten Goldmilliarde die wirtschaftlichen Sanktionen gegen Deutschland aufgehoben, nicht hingegen die Besetzung von Duisburg und Düsseldorf. Inzwischen war der Völkerbundsrat in Genf (bestehend aus je einem Spanier, Belgier, Brasilianer, Chinesen) mit der Auseinandersetzung um Oberschlesien befaßt und verfügte bekanntlich über weiteres deutsches Land. Daß Deutschland für kreditunwürdig bezeichnet und betrachtet wurde, solange es unter den Bedingungen des Versailler Friedens stand, versteht sich am Rande.
Owen Young hat seinerzeit vor Studenten der Universität von California eine Rede unter dem Titel gehalten, “Amerika ist zu reich, um geliebt zu werden” und hierbei u.a. erklärt:
“Diejenigen Länder, die an dem neuen Plan beteiligt sind, haben ihre gesamte Verschuldung an die Vereinigten Staaten zusammengerechnet und ungefähr 50% noch hinzugefügt, als sie die Summe festsetzten, die Deutschland bezahlen sollte. Jedes dieser Länder aber hat seinerseits gegen die Last seiner Verschuldung gegenüber den USA Einspruch erhoben und dieses sogar trotz der günstigen Zahlungsbedingungen. Dennoch aber haben alle diese Länder verlangt, daß Deutschland die Bürde von allen tragen soll und noch dazu einen Aufschlag von 50%.”
USA war somit wissentlich größter Nutznießer!
In die Wiedergutmachungsforderungen wurden aufgenommen nicht nur alle Schäden, die die Alliierten ohne Überprüfbarkeit festsetzten, sondern zusätzlich alle Pensionen und gleichartige Vergütungen an die militärischen Opfer des Krieges. Allein für Frankreich würde sich dieser Posten auf über 119 Milliarden Franken belaufen, wie Matin am 20.7.1919 feststellte. In den WilsonGrundsätzen war derlei nicht vorgesehen.
Selbst ausländische Sachverständigenkomitees wiesen auf die Unmöglichkeit hin, die geforderten Ansprüche leisten zu können. Sie hielten ein Maximum von 32 Milliarden Goldmark im Verlauf von 20 - 30 Jahren für machbar, aber auch nur dann, wenn man Deutschland die Handelsflotte sowie die Auslandsguthaben belasse oder sie mit 20 Milliarden anrechne.
“Lloyd George benutzte die Reparationsfrage innerpolitisch zum Zweck seiner persönlichen Wahlagitation und versprach seinen Wählern, Deutschland werde nicht weniger als 480 Milliarden Goldmark zahlen. Der Franzose Loucheur übertrumpfte ihn mit der Forderung von 800 Milliarden, und alle überbot der französische Finanzminister Klotz, mit seinem berüchtigten Wort: ‘Der Deutsche wird alles bezahlen’.
Vergessen war das Versprechen Wilsons, vergessen auch der Vorvertrag mit Deutschland, in den Schubladen begraben die Gutachten der Sachverständigen. Deutschland sollte also alles zahlen, Zivilschäden und Schäden der Staaten, Kriegskosten und Kriegsschulden der Gegner. Clemenceau erreichte nicht nur die Aufnahme dieser ungeheuerlichen Forderungen in den Versailler Vertrag, es gelang ihm sogar als Gipfelpunkt seiner unmißverständlichen Absichten, die Festsetzung einer bestimmten Gesamtsumme zu verhindern. Damit war die Anwendung der Sanktionen bei Nichterfüllung in die Laune der Alliierten gesetzt. Was das bedeutete, eröffnete in aller wünschenswerten Deutlichkeit Poincare der Welt in seinem bekannten Presseinterview vom 27. Juli 1922:
"Mir würde es wehe tun, wenn Deutschland zahlte. Ich ziehe die Besetzung und Eroberung dem Geldeinstreichen und den Reparationen vor."
Dies war Unrecht und kein Recht!!!
Nutznießer USA
Eine anschließende Konferenz der Alliierten in London vom 24. - 25. April 1921 präzisierte neue Forderungen, schließlich am 5.5.1921 das Ultimatum: Binnen 6 Tagen habe die Reichsregierung zu erklären, daß sie gewillt sei, vollständig zu entwaffnen, die Kriegsbeschuldigten unverzüglich zu verurteilen und andere bisher unerfüllte Bedingungen auszuführen. Als “endgültige” Schadenshöhe wurden 132 Milliarden Goldmark benannt (eine Begrenzung, die bereits 1924 wieder aufgehoben wurde).
Berlin nahm am 11. Mai 1921 das Ultimatum an. Erst am 30.9.1921 wurden nach Zahlung der ersten Goldmilliarde die wirtschaftlichen Sanktionen gegen Deutschland aufgehoben, nicht hingegen die Besetzung von Duisburg und Düsseldorf. Inzwischen war der Völkerbundsrat in Genf (bestehend aus je einem Spanier, Belgier, Brasilianer, Chinesen) mit der Auseinandersetzung um Oberschlesien befaßt und verfügte bekanntlich über weiteres deutsches Land. Daß Deutschland für kreditunwürdig bezeichnet und betrachtet wurde, solange es unter den Bedingungen des Versailler Friedens stand, versteht sich am Rande.
Owen Young hat seinerzeit vor Studenten der Universität von California eine Rede unter dem Titel gehalten, “Amerika ist zu reich, um geliebt zu werden” und hierbei u.a. erklärt:
“Diejenigen Länder, die an dem neuen Plan beteiligt sind, haben ihre gesamte Verschuldung an die Vereinigten Staaten zusammengerechnet und ungefähr 50% noch hinzugefügt, als sie die Summe festsetzten, die Deutschland bezahlen sollte. Jedes dieser Länder aber hat seinerseits gegen die Last seiner Verschuldung gegenüber den USA Einspruch erhoben und dieses sogar trotz der günstigen Zahlungsbedingungen. Dennoch aber haben alle diese Länder verlangt, daß Deutschland die Bürde von allen tragen soll und noch dazu einen Aufschlag von 50%.”
USA war somit wissentlich größter Nutznießer!
In die Wiedergutmachungsforderungen wurden aufgenommen nicht nur alle Schäden, die die Alliierten ohne Überprüfbarkeit festsetzten, sondern zusätzlich alle Pensionen und gleichartige Vergütungen an die militärischen Opfer des Krieges. Allein für Frankreich würde sich dieser Posten auf über 119 Milliarden Franken belaufen, wie Matin am 20.7.1919 feststellte. In den WilsonGrundsätzen war derlei nicht vorgesehen.
Selbst ausländische Sachverständigenkomitees wiesen auf die Unmöglichkeit hin, die geforderten Ansprüche leisten zu können. Sie hielten ein Maximum von 32 Milliarden Goldmark im Verlauf von 20 - 30 Jahren für machbar, aber auch nur dann, wenn man Deutschland die Handelsflotte sowie die Auslandsguthaben belasse oder sie mit 20 Milliarden anrechne.
“Lloyd George benutzte die Reparationsfrage innerpolitisch zum Zweck seiner persönlichen Wahlagitation und versprach seinen Wählern, Deutschland werde nicht weniger als 480 Milliarden Goldmark zahlen. Der Franzose Loucheur übertrumpfte ihn mit der Forderung von 800 Milliarden, und alle überbot der französische Finanzminister Klotz, mit seinem berüchtigten Wort: ‘Der Deutsche wird alles bezahlen’.
Vergessen war das Versprechen Wilsons, vergessen auch der Vorvertrag mit Deutschland, in den Schubladen begraben die Gutachten der Sachverständigen. Deutschland sollte also alles zahlen, Zivilschäden und Schäden der Staaten, Kriegskosten und Kriegsschulden der Gegner. Clemenceau erreichte nicht nur die Aufnahme dieser ungeheuerlichen Forderungen in den Versailler Vertrag, es gelang ihm sogar als Gipfelpunkt seiner unmißverständlichen Absichten, die Festsetzung einer bestimmten Gesamtsumme zu verhindern. Damit war die Anwendung der Sanktionen bei Nichterfüllung in die Laune der Alliierten gesetzt. Was das bedeutete, eröffnete in aller wünschenswerten Deutlichkeit Poincare der Welt in seinem bekannten Presseinterview vom 27. Juli 1922:
"Mir würde es wehe tun, wenn Deutschland zahlte. Ich ziehe die Besetzung und Eroberung dem Geldeinstreichen und den Reparationen vor."
Dies war Unrecht und kein Recht!!!
Allein durch die Gebietsverluste verlor Deutschland — was keineswegs auf die Reparationen angerechnet wurde! — 75% seiner Vorräte an Zinkerz, 74,8% an Eisenerz, 28,3% an Steinkohle, 7,7% an Bleierz, 4% an Kali, rund 18% an allen landwirtschaftlichen Erzeugnissen.
Hinzu kamen die jährlichen Lieferungen von (zunächst auf 10 Jahre) 40 Millionen Tonnen Kohle, von Farbstoffen, Maschinen, Fabrikeinrichtungen, Werkzeugen, Holz, an lebendem Viehbestand. Der größte Teil der deutschen Handelsflotte war auszuliefern, deutsche Werften hatten überdies KOSTENLOS für das Ausland zu bauen. Die deutsche Flußschiffskapazität war zu 80% abzuliefern.
Die Landwirtschaft hat außer dem Verlust der “Kornkammern” des Reiches im Osten den ungeheuren Verlust an lebendem Viehbestand mit allen den damit verbundenen Nachteilen für die Volksernährung und Feldbestellung zu verkraften.
“Die Bestimmung, jedem der 27 Vertragsgegner für 5 Jahre die bedingungslose Meistbegünstigung zu verleihen, machte Deutschland zum wehrlosen Ausbeutungsland: Die Gegner konnten nach Belieben für unsere Erzeugnisse ihre Grenzen schließen, während diese für unsere Konkurrenten offen blieben. Wir durften durch zollpolitische Gegenmaßregeln nicht darauf antworten und waren demgemäß außerstande, eine eigentliche zielsichere Handelspolitik durchzuführen.”
Zur wirtschaftlichen Erdrosselung gehörte auch die Besetzung des linken Rheingebietes mit Brückenköpfen bei Köln, Koblenz und Mainz auf vorläufig 15 Jahre durch interalliierte Truppen sowie des Saargebietes, hier verbunden mit zusätzlichen Übereignungsbedingungen. Das linksrheinische Gebiet und eine 50 km Zone östlich des Rheins wurde zur entmilitarisierten Zone erklärt. Die allgemeine Wehrpflicht war abzuschaffen, das Heer auf 100.000 Mann zu beschränken, freilich ohne schwere Waffen, Panzer, Flugzeuge, Kriegsschiffe (hier mit wenigen Ausnahmen). Deutschland hatte außerdem noch die interalliierte Überwachungskommission zu bezahlen.
Dann gab es noch einen Wiedergutmachungsausschuß in Paris, der die Schadenrechnung Deutschlands sowie das Schuldenzahlungsverfahren regulieren sollte und mit ausgedehnten Vollmachten ausgestattet war. Er konnte in Deutschland Steuererhöhungen fordern, neue Einkommensquellen erschließen, in die Reichs- und Länderhaushalte eingreifen.
Und dem Volk erzählte man in der Weimarer Zeit, es ginge “demokratisch” zu! War vom Selbstbestimmungsrecht der Völker in bezug auf Staatsgrenzen und Außenpolitik keine Rede mehr (man denke z.B. an die Forderung, den deutsch-russischen Friedensvertrag von BrestLitowsk am 3.3.1918 für nichtig erklären zu müssen!), so war auch das “demokratische Entscheidungsrecht” des Volkes im Innern beschnitten. Ausländische Befugte kontrollierten und manipulierten nahezu alles, teils offen teils getarnt.
Das ganze Ausmaß der wirtschaftlichen Ruinierung Deutschlands läßt sich nicht mit wenigen Worten schildern, zumal viel verdeckte Reparationsverluste in keiner Statistik erscheinen, ebenso wenig wie die Umschichtung der Besitzverhältnisse infolge Freizügigkeit für Einwanderung, Einbürgerung, Führungswechsel und Einkauf mit devisenbeständigen Währungen. Dennoch sind hier einige Einzelschilderungen angebracht:
“Der Weinbau verlor ein Viertel seiner Fläche.
Die deutsche Forstwirtschaft hatte durch den Gebietsraub 1,5 Millionen Hektar hochwertiger Holzbestände verloren. Trotzdem waren in den Reparationsleistungen noch ungeheure Lieferungen an Schnitt- und Rundholz, Schwellen und Telegraphenstangen enthalten. Deutschland mußte auch nicht weniger als 66 Millionen Nadelholzpflanzen dem heimatlichen Boden entreißen und als ‘Sachlieferungen’ über die Grenze schaffen.
Im Jahre 1930 wurde deutscherseits eine Aufstellung der Besatzungskosten veröffentlicht, die Deutschland so nebenbei hatte zahlen müssen. Es waren insgesamt 6.312.174.000 RM.’’
(Heinrich Kessemeier, aaO, S.131)
Und selbst wenn man diese Punkte schon als Zumutung empfinden mag, geht die Geschichte noch viel weiter!
Ein weiteres gesondertes Kapitel stellen jedoch die wirtschaftlichen Erdrosselungswirkungen dar, die als Folge von solchen Grenzziehungen quer durch Industriegebiete und Bergwerke, quer durch dichte Siedlungsräume und Abtrennung vom landwirtschaftlichen Hinterland stets zum Nachteil Deutschlands in Erscheinung traten. Dies traf vor allem auch Ostpreußen infolge der totalen Abschnürung vom übrigen Reich. Diese Resultate waren nicht etwa mit einer einmaligen Zahlung gleichzusetzen, sondern waren auf Dauerschaden abgestellt, den das deutsche Volk so nebenbei zu tragen hatte und über den weiter nicht geredet wurde.
Auch was seit 1919 im Saargebiet geschah, füllte keineswegs die Schlagzeilen der Weltöffentlichkeit, wurde diese doch damit beruhigt, in 15 Jahren könne ja die dortige Bevölkerung frei entscheiden, was sie wollte. Inzwischen jedoch regierte Frankreich dort:
Zölle wurden erhoben, die Kohlenpreise willkürlich festgesetzt, französische Schulen, Kranken- und Arbeiterkassen und Wohlfahrtseinrichtungen gegründet, französisches Geld wurde eingeführt, der Frank verdrängte die Mark. Arbeiter und Beamte, die sich weigerten, ihre Kinder in französische Schulen zu schicken, wurden drangsaliert, entlassen, dem Hunger preisgegeben, Zehntausend schwarze und weiße Franzosen überschwemmten das kleine Land. ...
Werber für die französische Fremdenlegion verschleppten mitGenehmigung der französischen Behörde nichtsahnende Opfer in die Hölle Afrikas. Französische Lebensmittelschieber verkauften der Bevölkerung ihre Nahrungsbedürfnisse zu unverschämten Wucherpreisen und wurden durch Frankreich darin noch unterstützt, da der Markkurs willkürlich festgesetzt wurde. Und von Anfang an erklärten die Franzosen zynisch, sie würden kein Mittel unversucht lassen, um die Saarländer mürbe zu machen.
Am 8. Oktober 1919 kam es zu größeren Streikunruhen in Saarbrücken, in deren Verlauf die Bevölkerung am folgenden Tage einen großen Protest gegen die Franzosen losließ. Es wurde u.a. gefordert: Ausschaltung der Regierungsgewalt der französischen Militärbehörde, Rückgängigmachung der erfolgten Ausweisungen, Wiederherstellung der Meinungsfreiheit in Presse und Versammlungen, Entfernung der Kolonialtruppen, Verlegung der Truppen in Kasernen, Aufhebung der Grußpflicht, Beseitigung der Zwangseinquartierung französischer Offiziere und Soldaten, Schaffung billiger Lebensmittel und strengste Bestrafung der Wucherer, billige Kohlenlieferungen, Aufhebung der willkürlichen Festsetzung des Markkurses und Schutz vor den Gewalttaten der Soldaten.
Aber ungehört verhallte der Notschrei. Unter den drakonischen Maßnahmen der Franzosen sank jedes Aufbäumen in sich zusammen. ...
Sieben Wochen nach Unterzeichnung des Friedensprotokolls, am 28. Februar 1920, zog die ‘ Völkerbundskommission ’ im Saargebiet ein. Frankreich ging sofort daran, unverhohlen seine Annexionspolitik zu beginnen. Die deutsche Verwaltung wurde für fünfzehn Jahre ausgeschaltet. ...Jede nationaldeutsche Regung war verboten und wurde bestraft. Die Bevölkerung wurde nicht mehr als Deutsche, sondern als ‘Saareinwohner’ bezeichnet.
Auf der Pariser Ministerkonferenz vom 24. - 29.1. 1921 wurde erstmals eine feste Zahl genannt: 226 Milliarden Goldmark und 12%>ige Abgabe von der deutschen Ausfuhr binnen 42 Jahren. Eine nachfolgende Konferenz in London Anfang März 1921 verlangte die bedingungslose Annahme der Pariser Regelung, widrigenfalls unverzüglich Sanktionen gegen Deutschland in Kraft treten würden (Besetzung von Düsseldorf und Duisburg-Ruhrort, Beschlagnahme deutscher Zolleinnahmen, 50%ige Wertreduzierung aller aus Deutschland kommenden Waren).
Es sei daran erinnert, daß Frankreich demgegenüber im Jahre 1871 eine Kriegskostenentschädigung von 4 Milliarden Goldmark zuzüglich Besatzungskosten von 276 Millionen Goldmark zu tragen hatte.
Dies alles war nur möglich, weil Deutschland die Waffen abgab und vollständig abrüstete und somit wehrlos wurde. Und zwar wurde abgerüstet in folgenden Umfang...👇
@michael_lgg@andreavale65 Unsinn. Der Kaiser hat bis zum letzten Tage versucht den drohenden Krieg abzuwenden. Ganz im Gegensatz zu den anderen Nationen. Deutschland war für diesen Waffengang überhaupt nicht gerüstet und vorbereitet. Nicht genügend Kader ausgebildet usw usw usw...
Gemessen an den Worten der Vergangenheit, dürften die Plutokratien dieser Welt froh sein, endlich ein vernünftiges Regime in Deutschland zu besitzen. Manches von damals wirkt vom Wortlaut her schon fast zeitgemäß.
Der Abschnitt VIII des Versailler Textes, beginnend mit dem Kriegsschuldparagraphen 231, verfügt Deutschlands dauerhafte Ausbeutung und Überwachung.
Die einzusetzende Wiedergutmachungskommission erhält nahezu unbegrenzte Vollmachten, auch zur Auslegung der Bestimmungen und zur Vollstreckung, außerdem die Möglichkeit zur Betriebsspionage, zum Raub deutscher Patente und privater Eigentumsrechte an Wirtschaftsunternehmen und Grundstücken u.v.m.
Deutschlands Auslandsvermögen war bereits weitgehend beschlagnahmt, deutsche Überseekabel wurden konfisziert, die Kriegs- und Handelsflotte war abzuliefern, Freihäfen in Hamburg und Stettin waren für die Tschechoslowakei einzurichten, die Internationalisierung der deutschen Ströme war verfügt, der Schiffsneubau vorgeschrieben und zur Ablieferung vorzusehen, Besitztum und Reichtum des Reiches und seiner Länder verpfändet, - UND NUN KOMMT ETWAS DAS EINEM FAST ZEITGEMÄSS VORKOMMT- die Reichsregierung GEZWUNGEN, JEDEN AUSLÄNDER in Deutschland EINZUBÜRGERN, d.h. MIT GLEICHEN RECHTEN wie jeden Deutschen auszustatten, und auch in seinen beruflichen Möglichkeiten nicht zu behindern, für den sich die Alliierten einsetzten.
Ehemalige Verträge des Reiches mit zahlreichen anderen Ländern wurden für nichtig erklärt und für die Zukunft verboten.
Deutschland hatte Reparationsleistungen anzuerkennen, die in ihrer Höhe noch gar nicht bemessen waren und die von einer Reparationskommission erst bis zum 21. Mai 1921 spezifiziert werden sollten. Neutrale Sachverständige oder Deutsche gehörten dieser Reparationskommission nicht an. Diskussionen oder Überprüfungen ihrer Forderungen wurden nicht zugelassen. Das Ergebnis war reine Willkür. Überflüssig zu sagen, daß ein solches Verfahren mit den Grundsätzen Wilsons nicht vereinbar war.
Deutschland hatte anzuerkennen, “alleiniger Urheber aller Verluste und Schäden” zu sein.
Art. 235 setzt fest, daß Deutschland zunächst in den Jahren 1919 und 1920 und in den ersten vier Monaten des Jahres 1921 den Gegenwert von 20 Milliarden GoldMark in Anrechnung auf die obigen Forderungen, und zwar in so viel Raten und in den Arten (Gold, Waren, Schiffe, Wertpapiere und auf andere Weise), zu zahlen hat, wie die Wiedergutmachungskommission sie festsetzen wird.
Das soll "Recht" gewesen sein?! Singulär auf dieser Welt!
@Eisenkraut3@Leo1990791943 Allein die Einführung einer gemeinsamen Währung im europäischen Raum war ein Glanzstück. So konnte man ohne Umrechnen und großen Verlust die Gelder noch einfacher transferieren und verschieben, oder sagen wir abführen. 👍
Ich habe bereits in jungen Jahren in der Schule bemerkt, daß etwas an der ganzen Sache stinkt und nicht hinhauen kann. Es war.ein Gefühl welches ich einfach nicht abstellen konnte. Je mehr ich mich damit befasste, desto mehr Auffälligkeiten und Widersprüche fand ich. Und da war mir klar wie sehr wir belogen wurden. Das schwerste an der Sache ist, daß man mit offenen Herzen an die Sache rangehen muss und die anerzogenen Gedanken zu dem Thema abstreifen und ignorieren lernen muss. Wer war wirklich böse, wer hat was getan, was wurde verdreht, was wurde weggelassen usw usw.
Ich musste diese Dinge für mich und meinen Seelenfrieden erforschen.
@PoRo2025@PetarSchoop Siehst ja, man kann sich in seinen Beiträgen so normal wie möglich ausdrücken und trotzdem kriechen genau jene aus ihrem Löchern die sofort das Niveau herunter ziehen, was man ja an seinem Finger-Emoji sofort gesehen hat.
@Leo1990791943 Wie gesagt, die Geschichte ist da noch nicht zu Ende. Ich teile morgen mal die Sache mit der Abrüstung und den Betrug an Deutschland. Da gehen einem die Augen auf. 👍
Ich würde auf jeden Revanchegedanken verzichten. Mir geht es nur um die Wahrheit die endlich aufgedeckt werden muss damit unser Volk seiner Gerechtigkeit zugeführt werden kann. Was allerdings das abgepresste Geld, Vermögen und sonstige Barmittel betrifft, so kann ich nur Herrn Reichskanzler zustimmen mit seinen Worten - ... "Sollen sie es behalten, wir brauchen es nicht".
In dem Moment wo die Wahrheit um die Welt geht, wenden sich alle Staaten von ganz alleine an die Urheber dieser Lügen, es wäre daher auch überhaupt nicht nötig etwas aus Rache oder sonstigen emotionalen Dingen zu fordern. Die werden sich gegenseitig die Schuld zuschieben, sich in Grund und Boden schämen und versuchen,sich dem Urteil der Geschichte zu entziehen. Und da beginnt für uns die sonst so von aller Welt angerufene Ritterlichkeit! Wir werden weder Rache noch sonst irgendwas fordern. Sie sollen die Akten rausgeben, zu ihren Taten stehen, sich entschuldigen und die Tatsachen bekennen.
Von diesem Tage an, ist es auch unserem deutschen Volk endlich möglich in Würde und Anstand auch unseren Opfern zu gedenken und ihnen endlich die Denkmäler widmen, die sie verdienen. 👍
@Christo85227037 Ich glaube da liegt ein Übersetzungsfehler vor. 😅
Das deutsche Reich wurde vom Versailler Diktat gezwungen jeden Ausländer einzubürgern und sofort gleichberechtigten.
@Hk765Munz Sieht manal wie maßlos die Mächte daran gingen. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg hatte Deutschland nur wenig gefordert. Nach WWI hat man Deutschland alles abgenommen. 👍