Es gibt eine simple Wall-Street-Formel: Wie viel mehr werfen Aktien ab als "sichere" Staatsanleihen. Diese Zahl liegt im Mai 2026 praktisch bei Null. Das letzte Mal so niedrig war sie kurz nach dem Platzen der Dotcom-Blase.
Die Formel heißt Equity Risk Premium und ist einer der ältesten Bewertungs-Maßstäbe der Wall Street. Sie misst, wie viel zusätzliche Rendite Anleger für das höhere Risiko von Aktien gegenüber einer US-Staatsanleihe bekommen.
Aktuell beträgt dieser Aufschlag noch rund 0,2 Prozentpunkte. Der S&P 500 wirft auf Basis der erwarteten Gewinne der nächsten zwölf Monate eine Rendite von etwa 4,78 Prozent ab. Eine zehnjährige US-Staatsanleihe lag am Freitag bei 4,57 Prozent. Wer heute einen US-Aktien-ETF kauft, bekommt rechnerisch fast genau das, was eine garantiert zurückgezahlte Staatsanleihe abwirft.
Diese Zahl erscheint mitten im Aufwärtstrend. Der S&P 500 hat acht Wochen in Folge zugelegt, die längste Gewinnserie seit Ende 2023. Auch der Dow Jones notiert auf Rekordniveau. Im Hintergrund dieser Rekorde schrumpft der Bewertungs-Vorteil von Aktien gegenüber Anleihen auf Null.
Eine zweite, unabhängige Bewertungsmethode kommt zum gleichen Ergebnis. Sie heißt Shiller-KGV und wurde vom Nobelpreis-Ökonomen Robert Shiller entwickelt. Sie zeigt, wie viel Anleger heute für jeden Dollar Gewinn zahlen, den die S&P-500-Konzerne im Schnitt der letzten zehn Jahre tatsächlich erwirtschaftet haben. Aktuell zahlt der Markt 42 Dollar für jeden Dollar Gewinn. Im Schnitt der letzten 140 Jahre waren es nur 17. So hoch wie heute war der Markt erst ein einziges Mal: im Dezember 1999, kurz vor dem Platzen der Dotcom-Blase, bei einem Wert von 44.
Shiller hat aus dieser Bewertung eine zusätzliche Kennzahl abgeleitet, die direkt misst, wie viel Mehrrendite Aktien gegenüber sicheren Staatsanleihen versprechen. Über die letzten 140 Jahre lag dieser Aufschlag im Schnitt bei rund 3,3 Prozent pro Jahr. Heute beträgt er 1,33 Prozent. Auch nach dieser zweiten Rechnung werden Aktienanleger für ihr Risiko ungewöhnlich schlecht entlohnt.
Die Aktien-Bewertungen liegen seit Jahren hoch. Die entscheidende Bewegung der letzten Monate kommt aus dem Anleihemarkt. Vor dem US-Israel-Angriff auf Iran Ende Februar lag die zehnjährige US-Treasury bei 3,96 Prozent. Heute steht sie bei rund 4,5 Prozent, ein Anstieg um etwa 0,6 Prozentpunkte in drei Monaten.
Der Brent-Ölpreis liegt deutlich über dem Jahresstart und notiert bei rund 95 Dollar. Die US-Erzeugerpreise sind zuletzt im schnellsten Tempo seit 2022 gestiegen. Die einst sichere Annahme von Zinssenkungen in 2026 ist weitgehend ausgepreist. Trader rechnen inzwischen mit einer Wahrscheinlichkeit von 40 Prozent für eine Fed-Erhöhung im Dezember.
Don Calcagni, Anlagechef von Mercer Advisors, beschreibt die Lage im Wall Street Journal nüchtern. Zwischen dem Anleihemarkt und dem Aktienmarkt habe sich eine Diskonnektion aufgebaut. Der eine signalisiere wachsende Inflations-Sorgen, der andere ignoriere die hohen Bewertungen. Um die aktuellen Kurse zu rechtfertigen, müssten die US-Konzerne mehrere Jahre lang außergewöhnliches Gewinnwachstum liefern. Calcagni halte das für unwahrscheinlich.
Die Bullen halten ein gewichtiges Gegenargument bereit. Die KI-Investitions-Welle stehe erst am Anfang. Die großen US-Cloud-Konzerne planen für 2026 Investitionen von rund 670 Milliarden Dollar in Rechenzentrums-Kapazität. Die erwartete Gewinn-Wachstumsrate für den S&P 500 liegt bei 21 Prozent für 2026, 14 Prozent für 2027 und 11 Prozent für 2028. Wenn diese Zahlen halten, verschiebt sich die Mathematik von allein. Höhere Gewinne senken das KGV bei stabilen Kursen, der Earnings Yield steigt, und der Risiko-Aufschlag gegenüber Anleihen weitet sich wieder aus.
Die Mathematik lässt nur zwei Wege aus dieser Lage. Entweder die KI-Gewinne kommen wie versprochen und drücken das KGV von oben, oder die Kurse passen sich der Bewertung an und drücken es von unten. Eine dritte Option ist in den Zahlen nicht enthalten.
Wenn dich solche Makro Insights interessieren und dir helfen, interagiere gerne mit dem Post. 🧡
Ein US-Soldat sitzt in einem geheimen Briefing über die Festnahme des venezolanischen Präsidenten. Er kennt das Datum. Er kennt den Plan. Stunden bevor die Welt es erfährt, setzt er 33.000 Dollar auf Polymarket. Drei Tage später: 409.000 Dollar Gewinn.
Heute wurde er angeklagt. Bis zu 20 Jahre Haft. Aber das ist nicht die eigentliche Story.
Sein Name ist Gannon Ken Van Dyke. 38 Jahre alt. Master Sergeant der US Army. Kommunikationsspezialist im Joint Special Operations Command, der Einheit hinter Delta Force und SEAL Team Six.
Ende Dezember eröffnet er ein Polymarket Konto. Er platziert 13 Wetten zwischen dem 30. Dezember und dem 2. Januar. Die größte Order kommt am Abend des 2. Januar: über 26.000 Dollar darauf, dass Maduro vor Ende Januar weg ist.
Wenige Stunden später landen US-Spezialkräfte in Caracas. Maduro wird festgenommen. Van Dyke wird auf einem Foto auf dem Deck der USS Iwo Jima gesehen, in Tarnuniform, mit Gewehr.
Sein Einsatz: 33.034 Dollar. Sein Gewinn: 409.881 Dollar. Eine Verzwölffachung in drei Tagen.
Hier wird es interessant. Polymarket hatte die Wahrscheinlichkeit, dass Maduro vor Ende Januar gestürzt wird, bei 5,5 Prozent. Kalshi bei 7 Prozent. Der gesamte Markt hielt es für nahezu unmöglich.
Das bedeutet: 95 Prozent der Anleger auf der anderen Seite des Trades waren keine Profis, die ein Risiko einkalkulierten. Es waren Privatleute, die auf Basis öffentlicher Information eine vernünftige Wette eingingen. Ihr Geld floss direkt an einen Mann, der wusste, dass die Frage längst entschieden war.
Das ist die Mechanik einer manipulierten Wette: Der Insider braucht das Geld der Ahnungslosen, damit sich sein Gewinn überhaupt rechnet.
Und Van Dyke ist nicht der erste. Im Februar wurden mehrere Soldaten der israelischen Luftwaffe verhaftet, weil sie auf Polymarket auf den Zeitpunkt israelischer und amerikanischer Angriffe auf Iran gewettet hatten. Ein Pilot sagte bei seiner Vernehmung aus: Die ganze Staffel wette. Die ganze Air Force wette.
Im Dezember letzten Jahres setzten mehrere Polymarket Konten gleichzeitig darauf, dass OpenAI mitten im Monat ein neues Modell launcht. Genau das passierte. Wochen davor hatte ein einzelner Trader innerhalb von 24 Stunden eine Million Dollar verdient, indem er korrekt 22 von 23 Top-Suchbegriffen bei Google vorhersagte. Ein Meta-Ingenieur kommentierte öffentlich: Das ist offensichtlich ein Google-Insider, der die Plattform melkt.
Polymarket CEO Shayne Coplan hat dazu eine Position. Er hat sie 2025 in einem 60 Minutes Interview öffentlich gemacht. O-Ton: Insider seien ein Vorteil für den Markt, das sei eine gute Sache.
Jetzt zur eigentlichen Frage. Wer profitiert von dieser Plattform?
Donald Trump Jr. ist Berater bei Polymarket. Und bei Kalshi. Und Investor bei Polymarket über seinen Venture-Fund 1789 Capital, mit einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag. Polymarket wurde vor acht Monaten mit einer Bewertung im niedrigen einstelligen Milliardenbereich finanziert. Heute ist das Unternehmen 9,6 Milliarden Dollar wert. Eine Verzehnfachung.
Wie konnte Polymarket so schnell wachsen? Die Trump Administration hat im Juli 2025 die laufenden Untersuchungen des Justizministeriums und der CFTC gegen Polymarket eingestellt. Ohne Anklage. Obwohl das FBI im Vorjahr noch das Apartment des CEOs durchsucht hatte. Im November 2025 erhielt Polymarket die offizielle Lizenz, in den USA zu operieren.
Die CFTC, die Polymarket reguliert, klagt aktuell gegen Bundesstaaten wie Arizona, Connecticut und Illinois, die diese Plattformen als illegales Glücksspiel einstufen wollen. Der CFTC-Chef Michael Selig hat öffentlich erklärt, er hoffe, dass Prediction Markets unter seiner Aufsicht „florieren". Selig wurde von Trump ernannt.
Ein Soldat verdient 409.000 Dollar mit Geheimwissen. Er fliegt auf, weil er seinen echten Namen für die E-Mail-Anmeldung benutzt hat. Aus Dummheit. Nicht aus Systemversagen. Wer schlauer ist und einen VPN nutzt, fliegt nicht auf.
Polymarket sagt: Heute ist der Beweis, dass das System funktioniert. Die Übersetzung lautet: Heute ist der Beweis, dass nur Idioten erwischt werden.
Wenn dich solche Makro Insights interessieren und dir helfen, interagiere gerne mit dem Post. 🧡
Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.
US-Energieminister Chris Wright postet auf X:
Die US-Navy hat einen Öltanker durch die Straße von Hormuz eskortiert.
Brent Öl fällt innerhalb von Minuten um über 9%.
Dann wird der Post gelöscht. Ohne Erklärung.
Bloomberg berichtet kurz darauf: Es gab keine Eskorte. Irans Revolutionsgarden dementieren. Der Chef des US-Generalstabs sagt, man habe noch nicht einmal mit Eskort-Operationen begonnen.
Öl dreht. Steigt über 12% vom Tief.
Ein einziger Tweet des US-Energieministers. Falsch. Gelöscht. Hat den Ölmarkt um Milliarden bewegt.
Willkommen im Jahr 2026.
5 Mio. Views in 24h.
Und der Grund ist unbequem.
Der Originalbeitrag von Citrini Research ist kein normaler Research.
Er ist ein Gedankenexperiment… das sich zu real anfühlt, um es zu ignorieren.
Wir sprechen seit Monaten über den AI-Boom.
Produktivität. Effizienz. Margen.
Aber was, wenn genau das… das Problem ist?
Die zentrale These:
AI macht Unternehmen effizienter.
Aber zerstört gleichzeitig die Nachfrage.
Nicht sofort.
Sondern schleichend… und dann plötzlich.
Warum?
Weil unsere Wirtschaft auf einem simplen Kreislauf basiert:
Menschen arbeiten → verdienen Geld → konsumieren → treiben Wachstum.
Jetzt kommt AI ins Spiel.
Maschinen arbeiten → Unternehmen sparen Kosten → Menschen verlieren Einkommen → Konsum sinkt.
Und genau hier beginnt das Problem.
Citrini nennt das: „Ghost GDP“
Auf dem Papier wächst alles:
Produktivität steigt. Gewinne steigen. Börsen steigen.
Aber unter der Oberfläche passiert das Gegenteil:
Weniger Löhne.
Weniger Konsum.
Weniger reale Nachfrage.
Wachstum… das nie beim Menschen ankommt.
Der gefährlichste Teil ist der Feedback-Loop:
AI wird besser → Unternehmen entlassen Mitarbeiter
→ Margen steigen → mehr AI-Investments
→ weniger Konsum → weniger Nachfrage
→ mehr Druck → noch mehr Automatisierung
Ein Kreislauf ohne natürliche Bremse.
Und jetzt wird es kritisch:
70% der US-Wirtschaft basieren auf Konsum.
Ein Großteil davon kommt von White-Collar-Jobs (geistige Tätigkeiten).
Genau diese Jobs sind am stärksten durch AI bedroht.
Das ist kein Randthema.
Das ist der Kern der Wirtschaft.
Was viele unterschätzen:
Das ist keine klassische Krise.
2008: Schlechte Kredite.
2020: Externer Schock.
Dieses Szenario?
Strukturell.
Die Regeln selbst ändern sich.
Aber (und das ist wichtig):
Das Szenario ist extrem (Es wird ein Crash in 2028 prognositiert).
Zu schnell.
Zu linear gedacht.
Technologie braucht Zeit.
Politik reagiert.
Neue Jobs entstehen.
Die Richtung kann stimmen.
Der Zeitrahmen wahrscheinlich nicht.
Trotzdem bleibt eine unbequeme Frage:
Was passiert…
wenn Intelligenz plötzlich kein knappes Gut mehr ist?
Für mich die eigentliche Erkenntnis:
Wir stehen nicht vor einer normalen Disruption.
Wir stehen vor der möglichen Entkopplung von
→ Wertschöpfung
und
→ menschlichem Einkommen
Und wenn das passiert,
muss sich das gesamte System neu erfinden.
Was denkst du?
Ist das übertriebenes Doomsday-Szenario
oder ein realistischer Blick in unsere Zukunft?
@KryptoWolfGER Ich halte es für durchaus möglich, dass das Lokaletief bei 101.000 noch einmal getestet wird und wir den Wick teilweise füllen. Aber hey – diese Preise werde ich nutzen, um meine Position weiter aufzubauen und dann gegen Ende Q4 bei neuen ATHs größtenteils Gewinne mitzunehmen.