German ambassador visits a fundamentalist rabbinical school which was foundational in the settler movement
âRabbi Zvi Yehuda Kook's fundamentalist teachings were a major factor in the formation and activities of the settlement movement in the Israeli-occupied West Bank and Gazaâ
Es ist eine der gröĂten verdeckten Einflussoperationen der deutschen Nachkriegspolitik, und sie funktioniert bis heute. Nun wird sie teilweise aufgedeckt. Israelische Regierungsstellen, pro-israelische Lobbyorganisationen wie DIG, Springer Medien und der Zentralrat der Juden delegitimieren gemeinsam das UN-Hilfswerk fĂŒr PalĂ€stinenser UNRWA und setzen Abgeordnete mit EinschĂŒchterung und bezahlten Reisen unter Druck, finanziert auch mit deutschen Steuergeldern. Beweise gegen UNRWA wurden nie geliefert. Die Bundesregierung knickte trotzdem ein. Die AfD diente im Bundestags als verlĂ€sslichster Partei-Arm der Propagandaaktion. Eine neue groĂe Studie von Alon Sahar in der Rosa Luxemburg Stiftung, die Itidal vorliegt, liefert tiefe Einblicke in das pro-israelische Propagandanetzwerk in Deutschland.
Hintergrund
UNRWA ist das UN-Hilfswerk fĂŒr palĂ€stinensische FlĂŒchtlinge, gegrĂŒndet 1949 nach der StaatsgrĂŒndung Israels und der systematischen Vertreibung hunderttausender PalĂ€stinenser. Es versorgt bis heute rund 5,9 Millionen Menschen in Gaza, dem Westjordanland, Jordanien, Libanon und Syrien mit Schulen, Gesundheitsversorgung und lebensrettender humanitĂ€rer Hilfe.
Im Januar 2024 beschuldigte Israel zwölf von rund 13.000 UNRWA Mitarbeitern in Gaza, am Massaker vom 7. Oktober beteiligt gewesen zu sein oder Verbindungen zu militanten Gruppen zu haben. UNRWA entlieĂ daraufhin mehrere Mitarbeiter, westliche Geber froren Zahlungen ein, auch Deutschland. Drei Monate spĂ€ter kam die unabhĂ€ngige, von der UN beauftragte Untersuchung unter der ehemaligen französischen AuĂenministerin Catherine Colonna zu dem Schluss, es gebe keine Belege fĂŒr systematische Verbindungen zwischen UNRWA und militanten Gruppen. Und dass israelische Behörden keine Beweise fĂŒr ihre Anschuldigungen vorgelegt hĂ€tten. Politisch uns medial hatte sich die VerdĂ€chtigung da lĂ€ngst festgesetzt. Auch wegen einer Propaganda-Kampagne, die in Deutschland lief.
Die Studie beschreibt ein seit 2014 gewachsenes Netzwerk israelnaher Akteure, das nach dem 7. Oktober deutlich aggressiver auftrat. Ziel war nicht nur das Ende der deutschen UNRWA-Finanzierung, sondern Propaganda gegen das palĂ€stinensische RĂŒckkehrrecht, indem UNRWA als institutioneller TrĂ€ger der FlĂŒchtlingsfrage delegitimiert wird. FlĂŒchtlingsstatus und RĂŒckkehrrecht hĂ€ngen rechtlich nicht von UNRWA ab, sie leiten sich aus Resolutionen der UN-Generalversammlung und dem Völkerrecht ab. Eine SchwĂ€chung von UNRWA wĂŒrde das Recht zwar nicht beseitigen, aber erheblichen humanitĂ€ren Schaden verursachen.
UNRWA versorgt rund 5,9 Millionen Menschen in Gaza, im Westjordanland und den NachbarlĂ€ndern. Nachdem die USA 2024 ihre Zahlungen einstellten, wurde Deutschland gröĂter staatlicher Geber, 2025 mit rund 116,8 Millionen Dollar, zweieinhalbmal so viel wie GroĂbritannien auf Platz zwei. UN-GeneralsekretĂ€r Guterres warnte vor einem humanitĂ€ren Kipppunkt. Trotzdem wurde gerade die deutsche Finanzierung zum Angriffspunkt.
Wie die Kampagne laut Studie funktioniert: Diskursproduzenten liefern VorwĂŒrfe, inlĂ€ndische Vermittler ĂŒbersetzen sie in deutsche Debatten ĂŒber Antisemitismus und StaatsrĂ€son, Medien machen daraus Empörung, Abgeordnete verwandeln sie in Anfragen und Auflagen. Aus einer Behauptung wird ein Vorgang, aus dem Vorgang ein politisches Problem, aus dem Problem eine Auflage. Wer UNRWA finanziert, muss sich rechtfertigen, wer Zahlungen einfriert, erscheint als sicherheitspolitisch wachsam.
Die Zulieferer
Zentrale Quellen der Propaganda sind laut Studie die Organisationen UN Watch in Genf, NGO Monitor und IMPACT se in Israel. UN Watch ist eine in Genf ansĂ€ssige Lobbyorganisation, die sich als Kontrollinstanz der Vereinten Nationen prĂ€sentiert, laut Studie aber vor allem dazu beitrĂ€gt, UN Institutionen als antiisraelisch voreingenommen zu delegitimieren. NGO Monitor ist eine israelische Lobbyorganisation, die Menschenrechts und Hilfsorganisationen beobachtet, deren Berichte ĂŒber Israel und PalĂ€stina angreift und sie laut Studie regelmĂ€Ăig als politisch voreingenommen, antisemitisch oder terrornah diskreditiert. IMPACT se ist eine in Israel ansĂ€ssige Organisation, die SchulbĂŒcher und Lehrmaterialien untersucht und laut Studie eine zentrale Rolle dabei spielt, aus VorwĂŒrfen ĂŒber palĂ€stinensische Bildungsinhalte politische Argumente gegen UNRWA und deutsche Zahlungen an UNRWA zu machen. Ilyas Saliba, bis Januar 2023 auĂenpolitischer Berater der GrĂŒnen im Bundestag, nennt die Organisationen gegenĂŒber der israelischen Zeitung Haaretz eine âDelegitimierungsmaschineâ. Ein anonymer SPD Abgeordneter berichtet, das Netzwerk mit tiefen Verbindungen zu Medien und Wirtschaft schĂŒchtere Politiker und Journalisten ein. Ein weiterer nennt es einen der aktivsten und bestvernetzten Akteure der deutschen Nahost Debatte. Die Studie beschreibt wiederkehrende Muster: stufenartige Verbreitung, standardisierte Pseudobelege, SelbstbestĂ€tigung, funktionale Koordination, institutionelle RĂŒckkopplung.
Nach den israelischen VorwĂŒrfen im Januar 2024 entlieĂ UNRWA Mitarbeiter, noch bevor die Beweislage geprĂŒft war. Der Colonna-Bericht bestĂ€tigte spĂ€ter robuste NeutralitĂ€tsmechanismen und keine Belege fĂŒr systematische Verbindungen zu militanten Gruppen. Politisch war der Schaden trotzdem da. Luise Amtsberg, unter Kanzler Scholz Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, sagt, die deutsche Debatte sei nicht evidenzbasiert, also an Beweisen orientiert, gewesen, sondern geprĂ€gt von unbelegten VorwĂŒrfen. Sie habe Israel wiederholt um Beweise gebeten, vergeblich.
Ein anonymer SPD Abgeordneter berichtet, Vertreter der israelischen Botschaft hĂ€tten regelmĂ€Ăig Abgeordnete getroffen und Screenshots angeblicher Facebook BeitrĂ€ge von UNRWA Mitarbeitern als Beleg fĂŒr Hamas Unterwanderung gezeigt. Doch weder UN noch Bundesregierung sahen je Beweise. Die Bundesregierung knickte Ende Januar 2024 trozdem ein und stoppte Zahlungen an UNRWA. Weil Israels Staatspropaganda das so forderte. Erst Ende Aril 2024 wurden die Zahlungen an UNRWA wiederaufgenommen, nachdem eine Klage gegen Deutschland vor dem Internationalen Gerichtshof zugelassen wurde, in der explizit auch Deutschlands Zahlungsstopp an UNRWA als mögliche UnterstĂŒtzung des israelischen Völkermords als Vorwurf formuliert wurde.
Das eigentliche Ziel: das RĂŒckkehrrecht
UNRWA hĂ€lt die palĂ€stinensische FlĂŒchtlingsfrage institutionell sichtbar. Israel verweigert palĂ€stinensischen Vertriebenen ihr völkerrechtlich verankertes Recht auf RĂŒckkehr in ihre Heimat. Der Angriff auf UNRWA richtet sich daher auch gegen das RĂŒckkehrrecht der PalĂ€stinenser, das in der Kampagne systematisch umgedeutet wird: nicht als offene Rechtsfrage und politische Forderung, sondern als demografische und sicherheitspolitische Bedrohung fĂŒr Israel. Eine Rechtsfrage wird zur Sicherheitsfrage. Eine Frage von Vertreibung, Schutz und internationaler Verantwortung wird in ein Problem der Verwaltung und Kontrolle ĂŒbersetzt. Israels Staatspropaganda stellt die RĂŒckkehr der vertriebenen PalĂ€stinenser in ihre Heimat als Bedrohung Israels dar und verschiebt damit den Blick weg von den Ursachen der FlĂŒchtlingsfrage hin zu jener Organisation, UNRWA, die ihre Folgen seit Jahrzehnten verwaltet. Die Studie betont ausdrĂŒcklich: Das Fortbestehen der FlĂŒchtlingsfrage ist Ergebnis des ungelösten Konflikts, des strukturellen Machtungleichgewichts und des Scheiterns der internationalen Gemeinschaft, nicht von UNRWA.
ELNET
Die Lobbyorganisation ELNET, gegrĂŒndet 2007, vernetzt israelische politische und sicherheitspolitische Eliten mit europĂ€ischen EntscheidungstrĂ€gern. 2025 lud ELNET Israel UN Watch Direktor Hillel Neuer zu einem Botschafter-Briefing ein, das UNRWA in die NĂ€he von Hamas und Islamischem Jihad rĂŒckte. Saliba sagt, ELNET richte sich an alle Abgeordneten. AuĂenpolitische Sprecher von GrĂŒnen und SPD bekĂ€men Gegenwind von Kollegen, die nach einer ELNET Reise die Region angeblich kennen. Mehrere Abgeordnete berichten, ELNETs StĂ€rke liege in frĂŒhem Zugang zu neuen Parlamentariern ĂŒber einwöchige, vollstĂ€ndig bezahlte Reisen, offiziell zu Tech Themen, kontroverse Inhalte folgen erst spĂ€ter. Die israelkritische Abgeordnete Isabel Cademartori (SPD) berichtet, Abgeordnete hĂ€tten ihr gegenĂŒber von âPropagandareiseâgesprochen. Ein ehemaliger parlamentarischer Berater nennt es eines der wirksamsten Rekrutierungsinstrumente ĂŒberhaupt, vollstĂ€ndig von ELNET bestimmt. Ein weiterer Abgeordneter berichtet, ELNET engagiere sich zudem fĂŒr deutsch israelische Verteidigungskooperation, Beschaffung und MilitĂ€rbudgets.
NAFFO und DIG
Die Lobbyorganisation Deutsch Israelische Gesellschaft, DIG, erhĂ€lt jĂ€hrlich ĂŒber 540.000 Euro vom AuswĂ€rtigen Amt und ist seit Jahren eng mit Bundesministerien und Fraktionen vernetzt. In der Studie erscheint sie als Ăbersetzerin israelnaher Narrative in deutsche Politikbegriffe: StaatsrĂ€son, AntisemitismusprĂ€vention, Geberverantwortung, Sicherheitsbedenken. Bereits kurz nach dem 7. Oktober lud die DIG zu einer Diskussion mit Einat Wilf, bei der die Gewalt des 7. Oktober mit UNRWA, dem RĂŒckkehrrecht und dem palĂ€stinensischen FlĂŒchtlingsstatus verknĂŒpft wurde. SpĂ€ter veröffentlichte sie gemeinsam mit NGO Monitor und IMPACT se ein 12 Punkte Papier fĂŒr eine Neuausrichtung der deutschen PalĂ€stinenserpolitik, stellte UNRWAs UN-Mandat und FlĂŒchtlingsstatus infrage und forderte schlieĂlich, die Finanzierung zu beenden. DIG PrĂ€sident Volker Beck nennt die Studie der Rosa Luxemburg Stiftung ein âPropagandapamphletâ.
Die Lobbyorganisation NAFFO arbeitet laut Studie vor allem dort, wo politische Wahrnehmung entsteht: in Bundestag, Ministerien und vertraulichen GesprĂ€chsrunden. Statt Ăffentlichkeit setzt sie auf parlamentarische FrĂŒhstĂŒcke, Hintergrundpapiere, Briefings, Delegationsreisen und direkte Ansprache von Abgeordneten. Nach dem 7. Oktober machte NAFFO den Angriff auf UNRWA zu einer zentralen Kampagne, organisierte Veranstaltungen zu âAlternativen zu UNRWAâ und verbreitete ein Positionspapier, das UNRWA als Risiko fĂŒr Geberstaaten darstellte und ein Ende der deutschen Förderung forderte. Die Studie verweist auĂerdem auf personelle Verbindungen ins Umfeld der DIG, zu Keren Hayesod, zur Jewish Agency und zur RĂŒstungsbranche. Isabel Cademartori (SPD) berichtert von NAFFO-FrĂŒhstĂŒcken, bei denen gegen UNRWA Stimmung gemacht und die UN als antisemitisch dargestellt worden seien.
Die Rolle der AfD
Der Propagandavorwurf ist bekannt. UNRWA Schulen sollten palĂ€stinensische Kinder radikalisieren, Terror verherrlichen und den Konflikt am Leben halten. Laut Studie stammten diese VorwĂŒrfe zunĂ€chst aus dem Umfeld von UN Watch, IMPACT se und teils dem Mideast Freedom Forum Berlin, bevor sie parlamentarisch vor allem von der extrem rechten AfD aufgegriffen wurden. Beatrix von Storch fragte im MĂ€rz 2018 nach angeblich antijĂŒdischen und antiisraelischen Lehrbuchinhalten in UNRWA Schulen und stĂŒtzte sich dabei auf einen Bericht des Meir Amit Intelligence and Terrorism Information Center, dessen Argumentation laut Studie IMPACT se Ă€hnelte. Schon im Mai und August 2018 legte die AfD nach und verschob das Thema weiter: Aus SchulbuchvorwĂŒrfen wurden Fragen nach deutschen Hilfsgeldern, angeblichen Hamas Verbindungen, vererbtem FlĂŒchtlingsstatus und Skepsis gegenĂŒber dem palĂ€stinensischen RĂŒckkehrrecht. Nach dem 7. Oktober verschĂ€rfte die AfD die Attacken weiter und stellte UNRWA als durch Korruption, Antisemitismus und Hamas NĂ€he kompromittiert dar, verbunden mit Forderungen nach Finanzierungsstopp und Auflösung der Organisation. Die Studie zĂ€hlt 19 UNRWA kritische parlamentarische Initiativen der AfD, gefolgt von CDU/CSU mit 11, FDP mit 8 und GrĂŒnen mit einer. Niemand reichte so viele Anfragen im Parlament gegen UNRWA ein wie die AfD.
Axel-Springer macht die LĂŒgen massentauglich
WELT und Bild spielten laut Studie eine SchlĂŒsselrolle dabei, israelnahe und UNRWA-feindliche Narrative aus Lobbyberichten in den deutschen Mainstream zu ziehen. Die WELT stĂŒtzte sich ĂŒber Jahre wiederholt auf Material von UN Watch, NGO Monitor, IMPACT se und Einat Wilf, wĂ€hrend UNRWA Stellungnahmen oft nur verkĂŒrzt und defensiv erschienen. Bereits 2021 forderte WELT Redakteur Frederik Schindler unter Bezug auf IMPACT se ein Einfrieren deutscher UNRWA-Gelder und verband SchulbuchvorwĂŒrfe mit einer grundsĂ€tzlichen Kritik am Mandat der Organisation und an der palĂ€stinensischen FlĂŒchtlingsdefinition. Nach dem 7. Oktober griff die WELT verstĂ€rkt Narrative von terroristischer Infiltration, Hamas-NĂ€he, TunneleingĂ€ngen bei Schulen, problematischen Lehrinhalten und angeblichen strukturellen Verbindungen auf, wĂ€hrend palĂ€stinensische Opfer, FlĂŒchtlingsrecht und unabhĂ€ngige Forschung laut Studie weitgehend an den Rand gedrĂ€ngt wurden.
Bild ĂŒbernahm im selben System die Rolle der Skandalisierung. Laut Studie ĂŒbersetzte die Zeitung die VorwĂŒrfe von israelischen Geheimdiensten, UN Watch und IMPACT se in eine Sprache von moralischer Dringlichkeit und Empörung. Schon 2017 griff Bild UN Watch VorwĂŒrfe auf, UNRWA LehrkrĂ€fte hĂ€tten Hitler gelobt; 2023 folgte die Schlagzeile âDeutschland zahlt weiter fĂŒr Judenhassâ. Solche BeitrĂ€ge stellten die VorwĂŒrfe hĂ€ufig als eindeutig dar, wĂ€hrend UNRWA-Dementis, UN-PrĂŒfmechanismen, wissenschaftliche Gegenbefunde und spĂ€ter auch der Colonna-Bericht deutlich weniger Raum bekamen. Das ist kein Zufall. Der Konzern verpflichtet seine Redaktionen in den eigenen âEssentialsâ ausdrĂŒcklich auf die UnterstĂŒtzung Israels. Dazu passt, dass Springer CEO Mathias Döpfner 2025 von Israels PrĂ€sident Isaac Herzog ausgezeichnet wurde.
Wie dieser Druck auf einzelne Politiker wirkt, zeigt der Fall Isabel Cademartori. Nachdem die SPD-Abgeordnete Netanyahus Regierung als rechtsextrem bezeichnete und Deutschlands Weigerung kritisierte, wĂ€hrend der humanitĂ€ren Katastrophe in Gaza Sanktionen zu unterstĂŒtzen, machte Bild daraus einen eigenen Artikel mit DIG und ELNET. DIG-Chef Volker Beck unterstellte ihrer Partei und ihr âHass auf den jĂŒdischen Staatâ, ELNET Chef Carsten Ovens nannte Sanktionen einen âSchuss ins eigene Beinâ. Cademartori berichtet, Freunde und Kollegen hĂ€tten sie schon bei ihrer frĂŒhen Forderung nach einem Waffenstillstand vor Karriererisiken gewarnt; nach Becks erstem Angriff habe sie schlecht geschlafen. Sie warnt, weiterhin zuversichtlich: Diese Netzwerke hĂ€tten nur die Macht, die man ihnen gebe.
EinschĂŒchterung durch Antisemitismusvorwurf
Saliba warnt, schon die Behauptung einer israelnahen Lobby werde in Deutschland leicht als antisemitisch gebrandmarkt, weshalb selbst skeptische Abgeordnete schweigen. Anders als in GroĂbritannien oder den USA gebe es in Deutschland kaum offene Kritik. Saliba sieht die Bundesregierung im Zwiespalt: Sie bekennt sich offiziell zu internationalen Institutionen, will aber nicht unkritisch gegenĂŒber einer durch Lobbykampagnen delegitimierten Organisation (UNRWA) wirken, weiĂ zugleich, dass ein Förderstopp dem internationalen Ansehen schaden wĂŒrde. Das Ergebnis ist ein Mittelweg, man fördert weiter, sucht aber nach Auflagen und Reformforderungen, mit denen man öffentlich HĂ€rte zeigen kann, ohne UNRWA tatsĂ€chlich zu gefĂ€hrden. Die dadurch wachsende Kluft zwischen offizieller Politik und öffentlichem Diskurs untergrabe Berlins internationale GlaubwĂŒrdigkeit, das bringt Saliba auch mit Deutschlands gescheiterter Bewerbung um einen Sitz im UN Sicherheitsrat in Verbindung.
Propaganda durch Steuergelder
Der Zentralrat der Juden erhĂ€lt seit 2023 jĂ€hrlich rund 22 Millionen Euro vom Bund, aufgestockt von zuvor 13 Millionen. PrĂ€sident Josef Schuster forderte nach dem 7. Oktober ein Einfrieren aller deutschen Zahlungen an palĂ€stinensische Organisationen einschlieĂlich UNRWA und erklĂ€rte spĂ€ter, das Hilfswerk habe in seiner derzeitigen Form keine Zukunft. Seine Wochenzeitung JĂŒdische Allgemeine diente wiederholt als Plattform fĂŒr Material von NGO Monitor, UN Watch und IMPACT se. Im eigenen TĂ€tigkeitsbericht 2022 erklĂ€rte der Zentralrat, die jĂŒdische Gemeinschaft in Deutschland könne und wolle nicht neutral sein, wenn es um Israel gehe, was eine Israel nahe Haltung nicht als politische Position, sondern als institutionelles Prinzip festschreibt.
Die Amadeu Antonio Stiftung, mit einem Jahresbudget von rund 9,1 Millionen Euro fast vollstĂ€ndig aus Bundes und Landesmitteln finanziert, gilt als einer der einflussreichsten Akteure in AntisemitismusprĂ€vention und wird regelmĂ€Ăig von Behörden konsultiert. Mehrere ihrer Mitarbeiterinnen kommen aus israelnahen Advocacy Netzwerken, darunter eine ehemalige Forschungsleiterin des Mideast Freedom Forum Berlin. In ihren Lageberichten wird UNRWA im Kontext angeblicher UN-Voreingenommenheit gegenĂŒber Israel dargestellt, mit Verweisen auf UN Watch und IMPACT se sowie einem Vorwort des Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung, Felix Klein.
Die WerteInitiative erhĂ€lt jĂ€hrlich rund 750.000 Euro vom Innenministerium und verglich UNRWA 2025 mit dem Ku Klux Klan und der RAF. Vorsitzender Elio Adler bestĂ€tigte gegenĂŒber Haaretz groĂe Teile der Studie als zutreffend, widersprach lediglich der Darstellung, er diktiere die AktivitĂ€ten des Verbands zentral. Recherchen von 2019 hatten bereits aggressive Lobbypraktiken der WerteInitiative dokumentiert, inklusive Spendenveranstaltungen fĂŒr auĂenpolitisch aktive Abgeordnete.
Die Studie konnte in keinem der betroffenen Bereiche, von parlamentarischen Briefings ĂŒber Bildungsprogramme bis zu Beratungsfunktionen, ein vergleichbar finanziertes oder institutionell verankertes Gegengewicht aus palĂ€stinensischer, menschenrechtsbasierter oder kritisch jĂŒdischer Perspektive finden. Es gĂ€be nur pro-israelische Programme dieser Natur. Finanziert wird das pro-israelische Propaganda-Netzwerk aus zwei Strömen: intransparenten privaten US-Stiftungen mit starker Geberkonzentration und deutschen öffentlichen Mitteln ĂŒber AntisemitismusprĂ€vention und politische Bildung.
Was auf dem Spiel steht
Das AuswĂ€rtige Amt sagt, die Bundesregierung entscheide bei UNRWA unabhĂ€ngig. Auf dem Papier klingt das kontrolliert. In der RealitĂ€t geht es um mehr als PrĂŒfverfahren und Auflagen. Wenn UNRWA geschwĂ€cht wird, verschwindet nicht der Hunger in Gaza, nicht der Bedarf an Schulen, nicht die medizinische Versorgung, nicht die FlĂŒchtlingsfrage. Es entsteht ein Loch. Und in dieses Loch drĂ€ngen dann andere Akteure: politisierte, militarisierte, kaum kontrollierbare Strukturen wie die Gaza Humanitarian Foundation, die laut Studie binnen Monaten scheiterte, oder KrĂ€fte, die noch weniger Rechenschaft ablegen. Israel kann PalĂ€stinenser noch einfacher vertreiben und gefĂ€hrden. Genau darin liegt der Kern der Verschiebung. Aus einer völkerrechtlichen Frage wird eine Meinungssache. Aus einem humanitĂ€ren Mandat wird ein angebliches Sicherheitsrisiko. Aus einem palĂ€stinensischen Recht wird eine Bedrohung fĂŒr Israel. Deutschland finanziert UNRWA weiter, aber nicht mehr selbstverstĂ€ndlich, sondern unter Druck, unter Vorbehalt, unter dem Schatten einer jahrelangen Propaganda-Kampagne. Beweise mussten nie geliefert werden. Deutschland ergab sich einem Netzwerk, das mit Steuergeldern, Angst und LĂŒgen die öffentliche Wahrnehmung verfĂ€lschte und damit PalĂ€stinesern das Leben noch schwerer machte.
Wer es noch nicht gehört hat: Meine Podcastfolge mit Marcus Bachmann von den Ărzten ohne Grenzen und JĂŒrgen Högl vom @roteskreuzat . Wir sprechen ĂŒber die weiterhin katastrophale Lage im vergessenen #Gaza
https://t.co/DxdQudjSOa
Das ist der komplette Bericht der UN Kommission bzgl. der VorwĂŒrfe an #Israel zu gezieltem Kindermord in #PalĂ€stina.
Harter Tobag und nicht einfach zu verdauen.
Ich muss zugeben, ich habe mich bei den Nazis gefragt, wie Menschen zu solchen Grausamkeiten fÀhig sein können, ich habe mich das nach dem 7.10. gefragt und ich frage mich das hier wieder.
https://t.co/4E5LvL44Af
The Independent Int'l Commission of Inquiry on the Occupied Palestinian Territory presents new report to the UN Human Rights Council.
"The evidence shows that Palestinian children have been deliberately targeted & killed by the Israeli security forces."
https://t.co/vMARqOLxpC
WARNING: GRAPHIC CONTENT
Israeli authorities and security forces deliberately targeted Palestinian children, resulting in genocide, crimes against humanity and war crimes in Gaza, and war crimes in the occupied West Bank, an independent UN inquiry says https://t.co/C2z0FoxakE
Die @tagesschau macht (auf Basis von unbestĂ€tigtem Hörensagen) die Hamas verantwortlich fĂŒr Hunger und Unterversorgung im Gazastreifen. Israels völkerrechtswidrige Belagerung und Aushungerungskampagne erwĂ€hnt die Redaktion mit keinem einzigen Wort. Mehr Desinformation geht kaum.
Aktuell befinden sich Deutsche in illegaler israelischer Gefangenschaft. Sie wurden von Israels MilitÀr illegal verschleppt. Was Friedrich Merz als Bundeskanzler dazu sagt? Nichts.
Das hat bei Merz System. Sind Deutsche Opfer israelischer Verbrechen, ist Merz auffÀllig ignorant.
Im Juli 2014 tötete ein israelischer Raketenangriff auf ein Wohnhaus in Gaza-Stadt den deutschen Staatsangehörigen Ibrahim Kilani zusammen mit seiner Frau und fĂŒnf Kindern. Kein Wort von Merz.
Am 25. Oktober kamen sechs Mitglieder der deutsch-palÀstinensischen Familie Abujadallah bei einem israelischen Angriff auf Deir al-Balah ums Leben, darunter Vater Yousef, der gerade seine Stelle als Arzt in einem Dortmunder Krankenhaus antreten sollte. Und Merz? Schweigen.
Im MĂ€rz 2024 wurde Baraa Odeh, Mitarbeiterin der deutschen Entwicklungsbehörde GIZ und Ehefrau eines deutschen StaatsbĂŒrgers, beim GrenzĂŒbertritt ins Westjordanland verschleppt und erst nach drei Monaten freigelassen. âAdministrativhaftâ nennt Israel die EntfĂŒhrung von PalĂ€stinensern, ohne GrĂŒnde, Anklage oder Vorwurf. Laut Menschenrechtsgruppen wie Amnesty, BTselem oder Human Rights Watch werden PalĂ€stinenser unter der fadenscheinigen Bezeichnung in israelische Folterlager verschleppt. Dort sind sie Folter, sexueller Gewalt, Aushungern, Schlafentzug und anderen menschenrechtswidrigen Behandlungen ausgesetzt. Was Merz dazu sagt? Nichts.
Im Juni 2025 wurde die deutsche Menschenrechtlerin Yasemin Acar als Teil einer Hilfs-Flotilla von Israel verschleppt und Gewalt ausgesetzt. Merz? Ignorierte das.
Dabei kann er anders. Im Falle deutscher Opfer von Hamas-Verbrechen trat er lautstark auf, forderte öffentlich die Freilassung und traf sich mit Angehörigen.
Aktuell sind mehrere deutsche StaatsbĂŒrger in israelischer Gewalt. Sie waren Teil der Global Sumud Flotilla, die auf die illegale Seeblockade Gazas aufmerksam machen und HilfsgĂŒter nach Gaza transportieren wollte. Dort blockiert Israel laut UN weiterhin rund 75 % der humanitĂ€ren Hilfe. Die Aktivisten an Bord der Schiffe wurden in internationalen GewĂ€ssern illegal von Israel verschleppt, nachdem israelische Soldaten auf die unbewaffneten Schiffe schossen, wie Videos zeigen.
Das Video zeigt einen israelischen Siedler im illegal besetzten Westjordanland, wie er im palĂ€stinensischen Dorf Atara einen Hund mit einem Stock zu Tode prĂŒgelt. Siedler greifen regelmĂ€Ăig gezielt Schafe, KĂŒhe, Hunde und Katzen an, wenn diese zu PalĂ€stinensern gehören.
Ein in Berlin lebender Journalist kann seine Familie mit drei kleinen Kindern nicht ernÀhren.
HĂŒseyin DoÄru veröffentlichte MeinungsbeitrĂ€ge ĂŒber den Gaza-Krieg. Dann belegte ihn die EuropĂ€ische Union mit Sanktionen, die fĂŒr auslĂ€ndische Gegner vorgesehen sind. Ohne rechtliches Gehör oder Verfahren.
Seine Bankkonten sind eingefroren. Es ist ihm verboten zu arbeiten. Es ist eine Straftat, ihn zu beschÀftigen oder ihm Geld zu geben. Auch die Konten seiner Frau wurden zeitweilig eingefroren.
Die EuropĂ€ische Union hat das EuropĂ€ische Medienfreiheitsgesetz verabschiedet, um Journalisten zu schĂŒtzen. Dann hat sie einen Journalisten sanktioniert.
Wenn sie DoÄrus Leben zerstören können, ohne ihn jemals einer Straftat anzuklagen, ist kein Journalist in Europa sicher.
Die ehemalige Richterin am EuropĂ€ischen Gerichtshof, Prof. Dr. Ninon Colneric, ist zu dem Schluss gekommen, dass diese Sanktionen gegen EU-Recht verstoĂen. Die EU hat sie ignoriert. DoÄrus Konten sind weiterhin eingefroren. Seine Familie leidet weiterhin.
@theinforights
Horrific: Video shows an Israeli settler deliberately blocking the path of a Palestinian ambulance on a road in southern Nablus in the West Bank while it was transporting a critically ill person.
If this won't make your blood boil, then I don't know what will.
We unfortunately have school shootings in the US.
But imagine if the shooter actually is a US soldier or someone protected by police.
That is what these Palestinian children faced when they were being shot at and killed in their own school by an Israeli soldier or settler.
Versuchen wir, 1,5 Millionen Unterschriften zu erreichen!
Das ist auch eine Chance fĂŒr LĂ€nder wie Deutschland, die erforderliche Mindestschwelle zu erreichen.
Bitte, Deutschland: weiter unterschreiben und den Link teilen!
Deutschland und Italien gehörten zu den LÀndern, die sich der Aussetzung des EU-Israel-Assoziierungsabkommens widersetzt haben. Wenn auch Deutschland diese Initiative mittrÀgt, wird sie politisch deutlich stÀrker.
Link: https://t.co/P0svLsqFoZ
@schweizermel
Das Foto ist echt - nicht KI generiert - und wurde vom Italienischen Fotografen Piero Masturzo im völkerrechtswidrig besetzten Westjordanland aufgenommen.
Der Israelische Besatzungssoldat ist bekannt, weitere Fotos bestĂ€tigen seine Existenz - seht selbst unten im Kommentar âŹïž
Das ist nichts anderes als Sippenhaft und ein RĂŒckfall ins Mittelalter! Die ökonomische und soziale Vernichtung des Journalisten HĂŒseyin DoÄru und seiner Familie, darunter zwei SĂ€uglinge, zielt offenkundig darauf ab, ein grausames Exempel zu statuieren und Andersdenkende mundtot zu machen. Dieser totalitĂ€re Wahnsinn muss gestoppt werden!
https://t.co/D2tQRRaixW
Wenn ihm ein Nachbar Brot bringt, macht er sich strafbar. Seine Kinder könnten auf der Strasse landen. So agieren Unrechtsregime! Das Schweigen der JournalistenverbĂ€nde ist dröhnend! Die EU hat null Beweise fĂŒr fremdstaatliche Propaganda vorgelegt!
Every time my case gets media attention, German authorities impose more repressive measures â not only against me, but against my family.
They knowingly put my childrenâs lives in danger. I am calling on the international community for support â not for me, but for my children.
This is now about their lives.