Ich bin Palästinenser, israelischer Araber. Und ich staune über die tausenden von Linken und anderen an Unis in Europa oder Amerika, die Leuten wie mir das Land meiner Herkunft erklären wollen.
Mein Großvater kämpfte 1948 im Unabhängigkeitskrieg – auf der Seite
irakischer Soldaten, gegen Israel. Mein Vater, geboren 1946, wuchs in einer Welt auf, die von Flucht und Trauma geprägt war. Vor dem Krieg von 1948 zwischen arabischen Nachbarn und Israel machte mein Onkel sein Abitur in Tulkarem im Westjordanland. Nach der Gründung Israels durfte er nicht in sein Heimatdorf zurückkehren. Er wanderte in die USA aus und kam erst 1982 mit einem Touristenvisum zurück, ein Visum, das er jährlich verlängern musste, um bleiben zu dürfen.
Der Bruder meiner Großmutter floh 1948 nach Jordanien. Jahrzehntelang konnten die Geschwister einander nicht sehen. Einige aus unserer Familie ließen sich in der Westbank nieder, die konnte man
ab und zu besuchen. Viele Wunden blieben, bei vielen von uns. Israels
Staatsgründung bedeutete für meine Familie den Verlust von Land, Besitz, Zusammenhalt.
Meine erste Lebenserinnerung? Eine Versammlung meiner Familie vor dem
Fernseher, 1982. Ich war sechs. Es liefen Bilder des Massakers von Sabra und Shatila. Ich sehe noch die Tränen in den Augen meiner Mutter und die Wut auf den Gesichtern der Männer. Diese Emotionen haben mich geprägt.
Am „Tag des Bodens“, jedes Jahr am 30. März, gingen wir auf die Straße. Es war unser Ritual, um an die Landverluste zu erinnern. Ich habe als junger Mensch kaum eine Demonstration verpasst, wenn es um
Palästina ging. Ich wurde Islamist und hörte andächtig die Kampflieder
der Hamas und der Muslimbruderschaft. Es drehte sich immer um die Befreiung Palästinas, um den Kampf gegen Israel, gegen Juden.
Als Kind war ich oft in Gaza. Unsere Einkäufe erledigten wir samstags in der Westbank. Der Konflikt war nicht nur Teil meines Lebens – er war Teil meiner Identität, meiner Familie, meiner Biografie.
In meiner Jugend suchte ich den Konflikt – buchstäblich. Jeden Donnerstagabend fuhr ich nach Jerusalem, um in der Al-Aqsa-Moschee zu übernachten, zu beten, und um Israels Soldaten und Polizisten zu
provozieren. Ich hasste Israelis, ich hasste Juden. Mein politischer Traum war, dass der Staat Israel verschwindet. Egal, was in unserem Leben nicht gut lief: Schuld waren immer „Israel und die Juden!“. Immer.
Als Israeli habe ich die Oslo-Abkommen gefeiert. Die Rückkehr von Arafat, die Entstehung der palästinensischen Autonomiebehörde – all das schien ein neues Kapitel in unserer Geschichte zu eröffnen. Wir sahen Hoffnung im Friedensabkommen mit Jordanien, im Rückzug aus dem Süden des Libanon im Jahr 2000, im Abbau der Siedlungen in Gaza im Jahr 2005. Als Premierminister Yitzhak Rabin auf einer Friedenskundgebung von einem radikalen jüdischen Studenten ermordet wurde, weinten wir. Es war nicht nur der Verlust eines Mannes, sondern der Verlust eines Traums.
Doch die Realität holte uns ein. Die zweite Intifada habe ich nicht im Fernsehen verfolgt – ich habe sie im echten Leben erlebt. Die Unruhen im Oktober 2000 erreichten die arabischen Orte in Israel, und 13 arabische Israelis wurden durch Polizeigewalt getötet. Über drei Jahre lang erlebten wir täglich Anschläge. Busse explodierten, und Selbstmordattentäter zerstörten die Orte, die meine Jugend geprägt hatten. Der Terror kam immer näher, bis er schließlich meine Nachbarschaft erreichte.
Am Ende blieb mir nur eine Wahl: Ich musste gehen.
Da steht sie, eine echte Feministin, eine, die keine Angst hat, die Dinge beim Namen zu nennen. Stark, messerscharf fokussiert, mit einem moralischen Kompass, der noch richtig eingestellt ist. Sie schaute dem Terror direkt in die Augen, während sie mit einem spricht, der lieber die Augen verschließt. Respekt! #Feminismus #7Oktober2023
„Es sitzen hier in diesem Parlament, Menschen, die sagen, einige sind niemand; die sich anmaßen zu bestimmen, wer ein Mensch ist, wer ein Deutscher ist.“
Michel Friedman liefert stabil wie immer
Vor ein paar Tagen wurde ich am Weg zaus auf der Straße von einer Frau, die mich als ehemalige Vize erkannte, wüst beschimpft, "...sie werde mir den Mord an den Kindern in Gaza nie verzeihen, ich & andere kriechen der IKG sonst wohin.."; und da war nur abgrundtiefer Hass &
In der Nacht waren wieder Schwärme tödlicher Drohnen über der Ukraine unterwegs. In solchen Nächten hängst du übermüdet am Handy, schläfst wieder ein, wachst von Explosionen auf und schläfst dann gar nicht mehr. Zeit, um über die Schieflage der deutschen Debatte nachzudenken. 1/6
@volkspartei Schämt ihr euch eigentlich für gar nichts mehr? - da wär mal eine von euch ja so heißgeliebte dringend einberufene Pressekonferenz sinnvoll, inklusive öffentlicher Entschuldigung an BM Gewessler im ORF.
Austeilen wie nur was, aber nichts einstecken können. Kleinlaut. Halbstark.
📣 Morgen, FR, mache ich mit Robert Lackner in Graz einen Stolpersteinrundgang durch die dramatischen Flucht- & Kriegsbiografien von drei gebürtigen Grazern. 16 Uhr, @ frida&fred!
@MFA_Austria 100k ist doch wohl bitte ein verspäteter Aprilscherz oder Blümel‘scher Vernullerer.
Wir blasen dem Kremlschen Kriegsbudget Milliarden in den Hintern und reden von „Österreich will Führung der humanitären Unterstützung übernehmen“ und dann sowas?
Nicht euer Ernst. Peinlich.
Eine Historikerinnen Gruppe um Heinrich August Winkler, @MartinaWinkle14 und @jcbehrends übt in einem Brief an den @spdde scharfe Kritik an der Ukraine Politik der Partei und des Fraktionsvorstandes. Was steht drin? Ein thread 1
Der Mythos vom billigen russischen Gas. Wenn wir es nicht aus finanziellen Gründen beziehen (mal abgesehen davon, dass wir einen brutalen Angriffskrieg mitfinanzieren) – warum dann?
Rechtlich dürften wir anderen EU-Ländern militärisch beistehen.
Das nicht tun zu wollen ist eine restriktive und letztlich politische Auslegung der Neutralität.
Kann man machen.
Aber dann darf man sich auch keinerlei militärische Unterstützung von anderen EU-Ländern erwarten.
@a_sator Dass freie Demokratien weltweit in der absoluten Minderheit sind und eine Aufrechterhaltung einer Demokratie stetiger Arbeit von allen bedarf und verteidigt werden muss.