⏸️ Die Linke hat auf ihrem Parteitag beschlossen, dass das Vorgehen Israels im Gazastreifen einem Völkermord entspricht.
Es ist müßig darüber zu diskutieren, ob das so ist. Denn diejenigen, die einen sehen, wollen einen sehen.
Viel entscheidender ist ein Punkt, der in der Aufregung darüber unbemerkt vorbeischlüpft.
Ob ein Völkermord vorliegt oder nicht, ist nicht mehr eine Frage von Fakten. Nicht wie und warum Menschen getötet wurden, sondern wie viele. Ob ein Völkermord vorliegt, ist nicht mehr Sache eines Gerichtsurteils oder einer Legaldefinition.
Völkermord wurde endgültig zu einer Meinung herabgewürdigt. Ein laienhaftes Fürwahrhalten, basierend auf dem, was man glaubt, denkt, empfindet und auf Social Media gesehen hat. Bestätigt durch gegenseitige Selbstversicherung und Mehrheitsbeschluss von militärisch und juristisch Ahnungslosen.
#ÖRR und #Israel@dunjahayali hat’s wieder getan und sie wird auch nicht damit aufhören!
Eure Hilfe wäre großartig! Schreibt an das @ZDF 🙏
Dazu ein Statement der #JüdischeGemeindeDüsseldorf:
Statement der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf
Kritik an ZDF-Bericht: Gefährliche Verdrehung
Die Jüdische Gemeinde Düsseldorf blickt mit großer Irritation auf die Nahost-Einordnung des ZDFs und von Dunja Hayali im „Heute Journal“ am Samstagabend. Millionen Zuschauer erhielten dabei ein Bild, in dem Israel als Hindernis für Frieden und Diplomatie erscheint. Dabei wird die Realität der Angriffe auf Israel durch die Hisbollah vollständig ausgeblendet.
Erneut wurden Dutzende Raketen auf Israel abgefeuert. Dabei wurden israelische Soldaten getötet. Die Hisbollah verletzt seit Jahren internationale Vereinbarungen und bedroht die Sicherheit israelischer Bürger. All das findet in der Darstellung des ZDFs keinerlei Erwähnung.
Stattdessen wird der Eindruck vermittelt, dass Israel die Friedensbemühungen verhindert. Damit werden Ursache und Wirkung in gefährlicher Weise verdreht. Wer die Angriffe ausblendet und ausschließlich die israelische Reaktion thematisiert, zeichnet kein vollständiges Bild und geht nicht der journalistischen Sorgfaltspflicht nach.
Israel wird als Akteur dargestellt, der angeblich Vereinbarungen gefährdet, an deren Aushandlung es selbst weder beteiligt war noch denen es zugestimmt hat. Beim Publikum entsteht der Eindruck, Israel handle gegen Frieden, obwohl es in Wahrheit seine Bevölkerung vor Terror und Raketenbeschuss schützt.
Journalistische Verantwortung bedeutet, Zusammenhänge vollständig darzustellen und nicht nur einseitig zu verkürzen. Wer vor einem Millionenpublikum die Gewalt der Hisbollah ausblendet, Israel jedoch als Hindernis für Frieden darstellt, trägt nicht zur Aufklärung bei. Er prägt ein Narrativ, das Vorurteile verstärkt und die Realität des Konflikts verzerrt.
Die Jüdische Gemeinde Düsseldorf weist jede Darstellung zurück, die Israels Recht auf Selbstverteidigung relativiert oder die Verantwortung von Terrorgruppen aus dem Blickfeld rückt.
Unter folgendem Link könnt ihr eine förmliche Programmbeschwerde einreichen:
https://t.co/OCK53DQfC8
Im Amtsgericht Flensburg wurde einer Frau der Zutritt zum Saal nur unter der Bedingung gewährt, dass sie ihre Kette mit einem jüdischen Symbol ablegt. Das ist keine Auslegungsfrage, sondern ein Justizskandal. https://t.co/XwYvinGebs
Das ist einfach nicht wahr‼️‼️
Wenn Deutschlands Israel-Politik schuld an der UN-Niederlage war – warum sitzt dann Österreich jetzt im Sicherheitsrat?
Diese eine Frage zerlegt die ganze Erzählung. Denn Wien steht mindestens so klar zu Israel wie Berlin – in vielen UN-Abstimmungen zum Gaza-Krieg sogar israelfreundlicher. Trotzdem wurde Österreich gewählt, deutlich. Deutschland fiel im ersten Wahlgang durch: 104 Stimmen, abgeschlagen auf Platz drei.
Wer jetzt „Strafe für Israel” raunt, macht es sich zu leicht. Im selben Wahlgang zogen Simbabwe und Kirgisistan ein – Staaten an Russlands Seite. Eine Versammlung, die so wählt, stimmt nicht über Völkerrechtstreue ab.
Die wahren Gründe sind unbequemer, weil hausgemacht:
Deutschland kam zu spät. Österreich warb seit 2011 um Stimmen, Portugal seit 2013, Berlin erst ab 2020.
Deutschland trat zu sprunghaft auf. Erst für den Iran-Schlag, dann dagegen. Erst für Israels Vorgehen, dann dagegen. Bestraft wurde Unberechenbarkeit, nicht Standhaftigkeit.
Und Deutschland verwechselte jahrelang Moral mit Strategie. Eine werteperformative, „feministische” Außenpolitik sendet Botschaften – aber sie baut keine Koalitionen. Selbst Diplomaten verweisen auf die Art, wie sich Baerbock das Amt der UN-Generalversammlung sicherte: Das hat in New York Vertrauen gekostet, nicht gewonnen.
Die Israel-Erzählung ist attraktiv, weil sie entlastet. Sie macht aus einem diplomatischen Versäumnis eine Frage der Gesinnung – und spricht ausgerechnet jene frei, die Haltung mit Handwerk verwechselt haben.
Das, meine Damen und Herren, ist der Präsident des Libanon, Joseph Aoun – und er benennt offen, was in unserer Debatte meist am Rand bleibt: Verantwortlich für die Lage seines Landes sind das Regime in Teheran und dessen Miliz, die Hisbollah.
Die UN haben Israel häufiger verurteilt als alle anderen Länder der Welt zusammengenommen. Das ist grotesk unverhältnismäßig – selbst wenn alle Lügen über Israel wahr wären. Niemand kann ernsthaft behaupten, die UN sei in ihrem Blick auf den Nahen Osten neutral.
Dieser neue Bericht zeigt im Detail, dass die UN auch den Krieg in Gaza systematisch verzerrt dargestellt und Propaganda verbreitet hat. Welche Überraschung! Wer noch offen für Argumente ist, kann ihn sich ansehen und selbst urteilen. Wer ohnehin der Ansicht ist, dass Israel die Ausgeburt des Bösen ist, wird den Bericht übergehen, uns in den Kommentaren beleidigen und dabei mit „laut UN-Angaben“ argumentieren.
https://t.co/lxqKXdhKUR
UNRWA-Mitarbeiter waren am 7. Oktober an den Hamas-Massakern beteiligt. In Schulen der Organisation wurden über Jahre Hass und Antisemitismus vermittelt. Dennoch fließen weiterhin Milliarden an internationalen Geldern.
Die Dokumentation „UNraveling UNRWA“ zeigt, warum immer mehr Menschen die Rolle dieser Organisation hinterfragen.
Sehenswert für alle, die verstehen wollen, warum echte Konsequenzen längst überfällig sind.
https://t.co/g0hmgrhFqV
Ich hatte neulich eine Diskussion auf Tik Tok über Gaza und den Begriff „Genozid“.
Zunächst kam Empörung, weil ich sagte, dass ich im Fall Gaza keinen Genozid sehe.
Daraufhin habe ich juristisch erklärt, was einen Genozid ausmacht: Entscheidend ist nicht allein die Zahl der Opfer, nicht allein das Leid und auch nicht allein die Härte eines Krieges. Entscheidend ist die spezifische Absicht, eine nationale, ethnische, rassische oder religiöse Gruppe als solche ganz oder teilweise zu zerstören.
Genau diese Absicht liegt nicht vor!
Zum Vergleich habe ich den Genozid an den Eziden genannt: Dort waren die Vernichtungsabsicht, die gezielte Versklavung, Ermordung, Vertreibung, Zwangskonversion und Auslöschung der religiösen Identität offen erkennbar. Es ging nicht um einen militärischen Konflikt gegen eine Terrororganisation, sondern um die gezielte Zerstörung einer Gemeinschaft als solcher.
Bei Juden ist eine solche Vernichtungsabsicht durch islamistische und antisemitische Ideologien dagegen sehr wohl dokumentiert: Israel soll ausgelöscht werden, Juden werden weltweit bedroht, und Terrororganisationen wie die Hamas machen aus ihrer Feindschaft gegen jüdisches Leben keinen Hehl.
Am Ende hieß es dann sinngemäß: „Ja, juristisch trifft der Begriff Genozid vielleicht nicht zu, aber menschlich gesehen solltest du es trotzdem so werten.“
Nein❗❗❗❗
Auch menschlich werde ich den Begriff nicht beliebig verwenden und verwässern, nur weil das in eure Ideologie passt.
Gerade weil ich Ezidin bin. Gerade weil mein Volk einen Genozid erlebt hat. Gerade weil ich weiß, was es bedeutet, wenn eine Gemeinschaft nicht nur angegriffen, sondern als Existenz ausgelöscht werden soll.
Die Hamas ist für mich keine Befreiungsbewegung, sondern eine Terrororganisation. Islamismus bedroht im Nahen Osten ganze Bevölkerungsgruppen: Eziden, Juden, Drusen, Christen und viele andere Minderheiten.
Sie alle wissen, was es bedeutet, wenn die eigene Existenz zur Zielscheibe wird.
Deshalb werde ich Begriffe wie „Genozid“ nicht aus politischer Empörung verwenden, sondern dort, wo sie juristisch, historisch und moralisch zutreffen.
Es ist jetzt übrigens legitime Kritik an Israel, wenn man die Hamas als Helden Palästinas bezeichnet.
Keine Glorifizierung von Terrorismus.
Keine Glorifizierung von eliminatorischem Antisemitismus.
Ganz normale Kritik von hasszerfressenden Antisemiten, aber hey.
@fischer_pe30386@SarahMSander 1. Es muss der dolus specialis erfüllt sein. Die meisten Kriterien können nämlich in jedem normalen Krieg eintreffen.
2. Es gibt kein Urteil gegen Netanjahu oder andere.
Und wieder und wieder die gleichen Verzerrungen und Lügen.
Wird das nicht irgendwann zu doof? 🙄
Angemessen verehrte Frau @EiflerUlrike,
Sie haben in einem Posting heute Morgen um sieben Uhr folgende Behauptungen aufgestellt:
▶️ Europäische Regierungen unterstützen einen Genozid.
▶️ In London waren nicht, wie Medien melden, 20.000 auf der pro-palästinensischen Nakba-Demonstration, sondern 250.000.
▶️ Die Deutschen Medien spielen das herunter.
Sie sind Politikerin der Die Linke, ursprünglich aus Ostdeutschland, Gewerkschafterin und bezeichnen sich als Journalistin.
Ich bin ehemaliger Luftbildauswerter einer nachrichtendienstlichen Spezialeinheit und MilBlogger.
Gehen wir das einmal zusammen durch.
Das Ding mit dem Genozid lassen wir einfach mal beiseite, da hat sich ja gerade Herr Khan zu eingelassen.
🔴 Zunächst einmal spielen die deutschen Medien nichts herunter. Die Medien nennen die offiziellen Schätzungen der Londoner Polizei.
(1/6)
Torsten Heirnich @Inclutus und ich sind politisch denkbar weit auseinander.
Er ist konservativ-liberal, ich links-liberal und passives Mitglied der Grünen.
Welche ich ebenfalls öffentlich kritisiere, vor allem Auswüchse der Grünen Jugend, die meiner Meinung nach zu weiten Teilen schlicht in der falschen Partei gelandet sind.
(Side Fact: Seitdem die Grünen im Bundestag sitzen, haben sie allen Auslandseinsätzen der Bundeswehr zugestimmt. Was nicht einmal ich immer getan hätte, Stichwort Verlängerung Afghanistan.)
Und wie bei der AfD, in der Herr Heinrich einmal für kurze Zeit nach der Gründung Mitglied war, werden auch die Grünen ständig realitätsfern bewertet. Bei den Grünen nach längst vergangenen Tagen, bei der AfD nach dem, was aus ihr geworden ist.
Von Rechten werde ich gerne als Links gelesen, von Linken gerne als Rechts. Ich nehme an, Herr Heinrich wird gerne als Rechtsaußen gelesen und bekommt nicht selten Applaus von Menschen, deren Applaus ihm zumindest egal ist.
Im Grunde sind wir im gleichen Themenfeld tätig.
Er macht Videos, ich lange Texte. Er beschäftigt sich eher mit der Ukraine, ich eher mit Nahost. Er eher mit Taktik, ich eher mit Nachrichtendiensten und Strategie. Er ist eher ernst, ich erlaube mir auch meinen lakonischen Humor.
Denen, die Herr Heinrich in diesem 7-Minuten Video anspricht, scheint nicht aufzufallen, dass wir im Fach annähernd immer zu den gleichen Beurteilungen und Meinungen kommen. Die Unterschiede sind minimal und wären höchstes tief im Fach zu debattieren.
Doch so ist das immer, wenn es ans Fachliche geht. Ich selber schätze auch den konservativen Oberst a.D. Roderich Kiesewetter @RKiesewetter von der CDU, meiner Meinung nach einer der fähigsten und kompetentesten Köpfe, die wir derzeit in dem Thema in der Politik haben. Dass diese Köpfe schnell gezählt sind, ist bitter genug.
So geht Demokratie.
Die Unterschiede im demokratischen Spektrum liegen nicht darin, die Demokratie zu überwerfen und den Staat anders aufzubauen. Nicht in den Extremen, nicht in leichten Antworten. Sondern ihn zum Wohle seiner Bürgerinnen und Bürger zu optimieren. Die Unterschiede liegen in Prioritäten und Lösungswegen, nicht im Ziel. Sie liegen im konstruktiven Ringen, nicht in Parolen.
Wer diese Nuancen – eigentlich Selbstverständlichkeiten jeder Demokratie – nicht versteht, der hat nicht nur Demokratie nicht verstanden. Er springt auf, auf den Zug der Radikalen, der Schwarz-Weiß-Denker, der Unterkomplexen. Er ist überfordert von Demokratie. Und hat sich mit hoher Wahrscheinlichkeit nie selbe demokratisch engagiert oder etwas zu diesem unserem Land beigetragen.
Er macht sich selber zum Feind unserer Demokratie.
Das ist der Grund, warum ich sowohl BSW als auch Die Linke aus ganzem Herzen ebenso ablehne, wie die AfD heute. In deren kompromisslosen und populistischen Gesellschaften ich nicht leben möchte.
Das ist der Grund, warum es mir scheißegal ist, was diese Kandidaten über mich reden. Und über jemanden wie Herrn Heinrich.
Wer sich für den Bereich interessiert, dem empfehle ich Herrn Heinricht sehr gerne.
https://t.co/lPh6qDac5T
Es ist hier schon ein paar Mal in den Kommentaren angedeutet worden, aber ich habe mir das jetzt noch einmal rückblickend angesehen. Der Instagram-Account, von dem der obige Screenshot stammt, gehört ziemlich eindeutig einem Hamas-Unterstützer, der der Terrorgruppe relativ nahestehend ist. Allerdings kann ich auf seinem Instagram-Account das Foto gar nicht mehr finden.
Tatsächlich zirkulierte es auch auf verschiedenen Accounts innerhalb Gazas und später weltweit wegen der Namensgebung. Dagegen gab es einen regelrechten Shitstorm. Nach Angaben aus dem Jahr 2025 hat der Inhaber des Cafés den Namen dann unmittelbar geändert. Ein Café Nova ist in Gaza auch nicht mehr auffindbar.
Was dafür spricht, dass die Änderung tatsächlich erfolgt ist: Gaza hat, so sehr die Leute davon vielleicht befremdet sein mögen, eine ausgesprochen umfassende Internetpräsenz, wenn es um private Unternehmungen und insbesondere die Gastronomie geht. Ich meine also, das ist tatsächlich ein altes Foto und der Name des Restaurants wurde wegen internationaler Proteste vom Inhaber geändert. Ob der ursprünglichen Namensgebung eine Absicht zugrunde lag oder nicht, vermag ich natürlich nicht zu beurteilen.
Ich hätte nie gedacht, dass ich so etwas einmal öffentlich äußere.
Ich kann gerade nicht mehr.
Ich reiße mich sehr zusammen, dies zu schreiben.
Eine Kommission zur Untersuchung des Massakers vom 07. Oktober 2023 im Hinblick auf den sexualisierten Terror – auch an den Geiseln – hat ihren Bericht veröffentlicht.
In einigen Kommentaren hatte ich schon dazu gelesen. Die meisten von ehemaligen Soldaten, die im OSINT- oder akademischen Bereich in der Richtung öffentlich auftreten. Alle waren erschüttert, selbst Soldaten, die „in der Scheiße“ waren.
Mein Wille war – und ist es noch – zumindest einen kurzen Überblick über das 300-seitige Dokument zu geben, für das über 10.000 Fotos und Video-Segmente und 1800 Stunden Videomaterial ausgewertet wurden. Welches die Palästinenser zumeist selber veröffentlicht haben.
Und das ist auch nicht irgendwie halt eine jüdische Kommission und Hasbara. Sie ist eine Non-Profit-Organisation und wird unterstützt durch die deutsche Botschaft Tel Aviv, Kanada, Microsoft, usw. Mit dabei sind u.a. eine französische Botschafterin für Menschenrechte, ein Professor und Gründer des UN-Gerichts für Sierra Leone, ein ehemaliger Kommissar für Menschenrechte der UN, ein ehemaliger Stabschef des Weißen Hauses, und und und.
Ich wollte zumindest erklären, was dieser Bericht ist, von wem er kommt und einige Zeugenaussagen zitieren. Denn, so grauenvoll wie das ist, halte ich es für meine und unsere Pflicht, sich dem auszusetzen.
Wenn wir nicht in der Lage sind das zu ertragen, wie können wir dann erhobenen Hauptes von den Opfern erwarten, dass sie es erdulden und sich fügen? Ohne ihnen das allzu menschliche zuzugestehen womöglich?
Die Opfer waren nicht nur Juden. Es waren auch Thailänder, Amerikaner, Argentinier, Franzosen, Briten… Und die Deutschen haben es in einer sozialpsychologisch bemerkenswerten Leistung vermocht zu verdrängen, dass auch 22 Deutsche getötet und 17 als Geiseln genommen wurden.
Es geht nicht alleine darum, diese Unmenschlichkeiten zu lesen. (Fotos sind nicht drin, ich kenne eh viele.) „Unmenschlichkeiten“ ist ein absolut treffendes Wort, dass jedoch durch zu häufigen Gebrauch seinen tatsächlichen Inhalt verloren hat.
Das kann ich ab. Ich bin MilBlogger, ich habe viele Stunden Videos erduldet, in denen Menschen von Drohnen getroffen, erschossen und von Minen zerrissen wurden. Und ich habe sehr viele Videos und Bilder des 10/7 gesehen. Mehr als jedem Menschen eigentlich lieb sein sollte.
Es geht darum, nicht in zu lange den Abgrund zu blicken, weil der Abgrund sonst in dich blickt.
Auch vorher schon habe ich öffentlich deutlich gemacht, dass ich keinerlei Empathie mehr für die Palästinenser empfinde. Oder nicht darüber nachdenke, wie sehr sie sich auf das eh nutzlose Völkerrecht berufen.
Denn mein Gedanke ist eigentlich sehr leicht, auch wenn er für viele schwer zu erfassen scheint:
Wir Europäer haben unsere Werte, auf denen das Völkerrecht unbestreitbar basiert, in langen Kriegen untereinander erstritten und mit Churchills Blut, Schweiß und Tränen teuer erkauft. Nicht so sehr basierend auf den christlichen Glauben – dessen Teil ich gar nicht abstreiten will – sondern auf die griechische Philosophie und die Aufklärung.
Es ist aber nur schwer nachvollziehbar, warum wir diese Werte auch auf diejenigen anwenden, sie sogar auf sie projizieren und ihnen die gleichen Werte unterstellen, die so offensichtlich einen Scheiß auf sie geben.
Nach nur wenigen Stunden der Arbeit an diesem Bericht kämpfe ich mit Dämonen.
Ich möchte auch weiterhin für eine Zweistaatenlösung sein können. Ich möchte auch weiterhin nicht von der passiven Empathielosigkeit in offene Aggression verfallen. Ich möchte auch weiterhin nicht den Hass als einfachste Lösung bevorzugen. Ich will nicht alles auf den Islam projizieren.
Doch mit jeder Seite, mit jeder Zeugenaussage und mit jedem Bericht eines Helfers, in der nüchternen, fast wissenschaftlichen Zusammenfassung und Forensik, fällt es zunehmend schwer. So unglaublich schwer, dass ich mich dabei erwischt habe, alleine im Büro laut Debatten zu führen. (Normalerweise eine gute Schreib-Technik um Argumentationen zu üben.)
In unserem europäischen Hirn sortieren wir die Hamas gerne als Terrororganisation ein, die losgelöst von der palästinensischen Bevölkerung agiert. Dieses Bild beginnt zu bröckeln in dem Moment, in dem wir uns klar machen müssen, dass mindestens die Gaza-Palästinenser sich ja in dieser Gesellschaft eingerichtet haben. In der sie mit Cousins verheiratet werden, ihren Kindern in UNRWA-Schulen der Hass auf Juden beigebracht wird und jeder Angestellte eines Krankenhauses oder einer Uni die Hamas als Arbeitgeber auf der Lohnabrechnung hat. Das geht weit über Nazi-Mitläufer hinaus.
Wie lange kann jemand in einem solchen System tatsächlich unschuldig sein?
Und mehr noch: Wie muss eine Gesellschaft gestrickt sein, in der es als Machtdemonstration gilt, wenn junge Männer im Kreis um eine Geisel stehen, ihre sexuelle Frustration und soziale Inkompetenz kompensieren und sie reihum vergewaltigen? Selbst wenn sie tot ist, noch den rotten Pimmel unter dem Gelächter der Umstehenden in die Rotze des Vorgängers stecken?
Wenn diese Formulierung Ihnen zu hart war, sind Sie nicht ansatzweise bereit für die Realitäten. Damit müssen Sie klarkommen, nicht ich. Sich bei mir über die Formulierungen zu beklagen ist das deutlichste Zeichen dafür, sich den Realitäten nicht stellen zu wollen.
„Die Männer zerrten eine Frau aus dem Fahrzeug... entfernten gewaltsam die Kleidung und vergewaltigten sie... Sie stachen wiederholt auf sie ein und töteten sie... und vergewaltigten sie weiter, nachdem sie tot war.“
Raz Cohen, Überlebender des Nova Festivals
Wir können ja noch nicht einmal deutlich darüber debattieren. Weil unsere Regularien und unser sozialer Konsens es unterbinden auszusprechen, was die Realität ist. Ich kann noch nicht einmal Fotos posten, weil ich befürchten muss, dass die Social Media Plattformen mich dafür blockieren. Ich kann teilweise nicht einmal Links zu Fotos anderer Plattformen posten.
Wir bekommen eine heile Welt aufgezwungen, während um die Ecke das passiert, was wir als „unmenschlich“ aus unserer Welt entfernen wollen. Und leisten damit denen Bärendienste, die diese Realität verschwinden lassen wollen, während sie sie vorher noch stolz veröffentlicht haben.
Mir braucht keiner mehr mit Völkerrecht und Empathie gegenüber den Palästinensern kommen. Ich erlaube mir den menschlichen Reflex zumindest soweit.
Aber ich will nicht in diesen Abgrund. Und das ist anstrengend. Ich hatte Wuttränen.
Und ich musste mir Luft machen.
Der Artikel wird kommen.
Ich habe nicht das Recht wegzusehen.
Aber jetzt gerade kann ich einfach nicht mehr.
https://t.co/0dnFJY0PeS
Anmerkung: In den Datenbanken mit Pressebildern gibt es nur sehr wenige Bilder des 10/7 aus Israel, da dort Persönlichkeitsrechte und Opferschutz geachtet werden. Weshalb ich auch für die meisten auf Social Media gesperrt würde. Aber dafür sehr viele aus dem Gazastreifen, schon am ersten Tag.
Aus meinem Archiv…
Foto 1: Getötete Zivilisten auf der Straße nach Sderot
Foto 2: Israelische Truppen versuchen Sderot wieder unter Kontrolle zu bringen
Foto 3: Palästinenser überqueren zum Morden und Vergewaltigen die eingerissene Grenze nach Israel
Moment, damit ich das jetzt richtig verstehe:
Sie bezeichnen die Araber in der Region Palästina als „Ureinwohner“ und Juden als „zugewanderten Migranten“.
Und wenn ich frage, ob Sie schon einmal in der Bibel gelesen haben, werfen Sie mir „Blut und Bodentheorie“ vor?
Ich habe das exakt gleiche Argument verwendet, wie Sie. Das „Wer war vorher da?“
Das ich übrigens als Atheist und nach 2000 Jahren gar nicht gelten lasse. Ich habe es als Widerlegung Ihrer „Ureinwohner“ verwendet. Aber auf meine Frage, ob Sie in der Bibel nun etwas von Arabern gelesen haben, haben Sie ja nicht geantwortet.
Tatsache ist nun einmal, dass die Araber als letztes kamen. Und nicht friedlich, sondern gewaltsam.
Und die meisten von ihnen erst nach 1900, die Populationsentwicklung von Juden und Arabern hatte nach dem Ersten Weltkrieg den gleichen Anstieg.
„Viele Juden stammen genetisch gar nicht von Palästina ab“?
Tja, die meisten Araber aber auch nicht. Deshalb kommt bei Gentests auch nie die Herkunft „Palästina“ heraus. (Ihr Argument, nicht meins!)
Oder was glauben Sie, woher die palästinensischen Nachnamen kommen, die auf Ägypten (al-Masri), Bagdad (al-Baghdadi) oder Damaskus (al-Dimashqi) verweisen? (al-Shami = „der Syrer“, al-Mawsili = aus Mosul, al-Maghribi = Nordafrika… Wir können auch noch die arabischen Stämme durchgehen, wenn Sie möchten. Hedschas, Quraisch, Tamim...)
Im Gazastreifen findet ein Genozid statt?
Jeder ist herzlich eingeladen mir zu erklären, was am Gazakrieg anders ist, als an anderen Kriegen.
▶️ Zahl der getöteten Zivilisten?
• Koreakrieg (über eine Million) – kein Genozid
• Vietnamkrieg (über eine Million) – kein Genozid
• Sowjetisch-Afghanischer Krieg (ca. eine Million) – kein Genozid
• Iran-Irak-Krieg (mehrere Hunderttausend) – kein Genozid
[…]
▶️ Zahl der getöteten Kinder?
• siehe oben
▶️ Anteil der Getöteten an der Gesamtbevölkerung?
• Koreakrieg (über 10% Nordkoreas) – kein Genozid
• Vietnamkrieg (3-5%) – kein Genozid
• Sowjetisch-Afghanischer Krieg (5-10%) – kein Genozid
• Tigray-Krieg (5-10%) – kein Genozid
[…]
▶️ Tote durch Zusammenbruch der Infrastruktur?
• Alle genannten Kriege liegen höher
▶️ Durch Flucht und Krieg (nicht unbedingt dauerhaft) vertriebene?
• Koreakrieg (mehrere Millionen) – kein Genozid
• Vietnamkrieg (über 10 Millionen) – kein Genozid
• Sowjetisch-Afghanischer Krieg (ca. 5-6 Millionen) – kein Genozid
• Bosnienkrieg (über 2 Millionen) – kein Genozid
• Jemenkrieg (über 4 Millionen) – kein Genozid
• Ukrainekrieg (über 10 Millionen) – kein Genozid
[…]
▶️ Erschießungskommandos?
▶️ Industrielle Tötungen? Vernichtungslager?
▶️ Verhungernde?
▶️ Systematsiche Tötung von Zivilisten außerhalb von Kriegshandlungen?
Ich bin offen. Überzeugen Sie mich.
Was am Gazakrieg und dem Vorgehen der IDF geht über andere Kriege hinaus?
Foto: Flüchtlings-Camp Aleppo, Syrien, 25.12.2014