@Musenfreund Ich bin etwas unschlüssig, ob der Bezug zu Tolkien hier nicht etwas zu lässig, zu plakativ und auch ein wenig von oben herab eekutiert worden ist. Dessen Meriten - und sie sind beträchtlich - liegen dann doch woanders.
In Dresden lässt sich aktuell eine neue gruselige Episode des NS-Aufarbeitungsweltmeisters Deutschland beobachten: Dort soll der Erich-Ponto-Preis umbenannt werden – und der Regisseur und Schauspieler Ponto aus dem kollektiven Gedächtnis getilgt werden. Wegen einer völlig konstruierten und an den Haaren herbeigezogenen NS-Nähe.
Ponto, einer der berühmtesten Söhne der Stadt Dresden, spielte ab 1914/1915 in Hunderten von Theaterstücken und Filmen. Er schlüpfte 1928 in die Rolle des Bettlerkönigs Jonathan Peachum in Brechts »Dreigroschenoper«, nach Kriegsende 1946 übernahm er die Titelrolle in Lessings »Nathan der Weise«; außerdem war er in der legendären »Feuerzangenbowle« zu sehen.
Aber: Das Antifa-Archiv hat nun herausgefunden, dass Ponto während des NS-Regimes auch eine Nebenrolle als Frankfurter Bankier Mayer Amschel Rothschild spielte, in der er den Stereotyp des raffgierigen Juden verkörperte. Auch an anderen NS-Filmen – etwa zu Bismarck oder in antirussischen Kriegsfilmen – war er beteiligt. Dies wurde nun genutzt, um den Namen des renommierten Erich-Ponto-Nachwuchspreises zu canceln. Das Staatsschauspiels Dresden ist vor wenigen Tagen eingeknickt.
Auf der Gegenseite der angeblichen NS-Nähe (wegen ROLLEN in FILMEN) steht jedoch Folgendes: Ponto war kein NSDAP-Mitglied, lehnte Parteieintritte ab, und in Biografien wird betont, er habe »nicht anders als skeptisch dem NS-Regime gegenüberstehen« können. Er pflegte keine Kontakte zur NS-Elite. Bei einer Hausdurchsuchung in der NS-Zeit sollten Originalzeichnungen der regimekritischen Künstlerin Käthe Kollwitz – vom NS verpönt – beschlagnahmt werden. Ponto behauptete, er brauche sie »für seine Arbeit«; mit jüdischen Bekannten unterhielt er Brieffreundschaften. Kurz: Ponto war einfach alles andere als ein Nationalsozialist. Die Forschung spricht von einer »Anpassungsbiografie«, die opportunistisch Karrierechancen wahrnahm, aber keine ideologische Überzeugung erkennen lässt.
Das reicht heute allerdings nicht mehr. Heute wird erwartet, dass das gesamte Œuvre eines Künstlers politisch korrekt sein muss. Besonders schockierend ist die Reaktion der künstlerischen Elite. Nach einer politisch voreingenommenen und einseitigen Recherche der »Sächsischen Zeitung« (https://t.co/6QLRlLgVNa) versah der Intendant des Staatsschauspiels Dresden die Website mit einem Hinweis. Die Ponto-Preisträger Christine Hoppe, Christian Friedel und Marin Blülle distanzierten sich von etwaigen Machwerken. Man wolle nun Pontos Rolle im Nationalsozialismus durch einen Archivar aufarbeiten lassen. Dieser kam inzwischen ebenfalls zu der Erkenntnis, dass Ponto kein Nationalsozialist war. Den Preis konnte das jedoch nicht retten: Er wird nun umbenannt – wegen »NS-Kontroverse«, wie die »ZEIT« schreibt.
Das ist völlig grotesk und das künstlerische Äquivalent zu gestürzten Denkmälern und besudelten Büsten nationaler Helden. Weil heutige Zeitgeist-Maßstäbe von Moral und Politik rückwirkend angelegt werden, verlieren Nationen so ihre Vorbilder und Söhne. Und man darf sich nicht wundern, dass in solch einem Klima immer mehr Schauspieler Rollen von Nationalsozialisten, KPD-Mördern oder anderen historischen Figuren ablehnen – aus Angst, es könnte später auf sie selbst zurückfallen. Man darf sich dann auch nicht wundern, wenn Zuschauer einen Schauspieler angreifen, bloß weil er einen Faschisten spielt – wie es im Bochumer Schauspielhaus bei »Von der Schönheit, Faschisten zu töten« geschehen ist.
@gertschonwieder@sparbuchfeinde Danke. Ach, ich mag meinen Beruf. Aber wie gesagt, Hausmeister hat wirklich was. Das gekonnte Bewahren eines Lebens- und Arbeitsraums ist eine tolle Tätigkeit.
@gertschonwieder@sparbuchfeinde Hätte ich technisch/handwerklich auch nur die geringste Begabung, wär ich dabei. Hausmeister ist ein total schöner Job.
#enclosurethree
The identity theft and unfriendly takeover of my former X-Account is now complete.
At least the old @ gehegedrei name is gone as well.
@elonmusk It might be useful to get this pig sty cleaned up.
@Musenfreund Keine Frage. Und natürlich ist Masser (sic!) Bob eine im Sinne Mays positive Figur. Gleichwohl verstehe ich Leser, die hier und heute ein pelziges Gefühl im Mund haben.
Ansonsten bin natürlich Team #May. Und stimme dem letzten Teil Ihrer Diagnose zu!
Leute machen sich über geisteswissenschaftliche Studiengänge lustig, aber studieren dann an einer privaten FH den Studiengang „BSc International Business Administration Money Management Consulting European Law Bullshit Public Policy Regulation Enterprise Arschfick“ in Maastricht.
Kennt ihr die drei Säulen des Westens?
1.Römisches Recht: Alle sind gleich vor dem Gesetz.
2.Griechische Philosophie: Lerne selbst zu denken.
3.Christliches Menschenbild: Jeder Mensch hat Würde, weil er ein Mensch ist.
Deutschland verliert langsam seine Säulen.