Militärexperte: „Besprechungen wehren keine Drohnen ab“
Nach den jüngsten Drohnenattacken stellt sich für den Militärexperten Nico Lange die Frage: Können oder wollen wir nichts dagegen tun? Die Technik zur Abwehr sei vorhanden.
Leipzig/Mechernich/Berlin. Vermutlich vereitelte ein Busfahrer mit beherztem Tritt einen Sprengstoffanschlag mittels Drohne am Leipziger Flughafen. Kurz darauf überflogen mehrere Drohnen den Bundeswehrstandort Mechernich im Kreis Euskirchen. Ist Deutschland solchen Attacken hilflos ausgesetzt? Militärexperte Nico Lange hat Zweifel sowohl am Können als auch am Wollen.
Herr Lange, was hilft besser gegen Drohnenangriffe: Behörden oder Busfahrer?
In Leipzig offenbar ein Busfahrer. Das macht schon Sorge, dass diese Drohne nur durch Zufall unschädlich gemacht wurde und nicht durch systematische, professionelle Abwehr.
Fangen wir mit den Behörden an: Weist der Vorfall am Leipziger Flughafen auf ein Problem der Zuständigkeiten und die Schwäche des föderalen Systems hin?
Wir diskutieren in Deutschland sehr gern über Zuständigkeiten. Man kann sich ewig damit beschäftigen und davon ablenken, dass nichts geschieht. In Leipzig war es absolut klar. Für Flughäfen ist die Bundespolizei zuständig, und für Bundeswehrstandorte die Bundeswehr selbst. Wenn jeder im Rahmen seiner Zuständigkeiten das Notwendige tun würde, hätten wir das Problem nicht.
Wer bekämpft denn jetzt die Drohne?
Seit neun Monaten gibt es ein Drohnenabwehrzentrum von Bund und Ländern und seit Juni ein gemeinsames Zentrum zur Abwehr hybrider Bedrohungen. Braucht es weitere Planstellen?
Im Drohnenabwehrzentrum werden Informationen ausgetauscht. Das ist sicher gut, wenn Beamte sich untereinander besprechen, wirft aber die Frage auf: Wer bekämpft denn jetzt die Drohne? Noch mehr Behörden und Institutionen, die dazu dienen, dass man einander updatet und erzählt, dass es Probleme gibt und wie schlimm das ist: Das wird diese Probleme nicht lösen. Wir leben leider in einer Verwaltungsrepublik. Da werden Probleme diskutiert oder juristisch angegangen. Es muss aber praktisch etwas gemacht werden, so wie es der Busfahrer vorgeführt hat.
Ebenfalls vor einem Jahr wurde der Nationale Sicherheitsrat eingerichtet. Jetzt hat er getagt. Was genau bringt das im Fall der Drohnenattacken?
Offenkundig nichts. Ich habe nicht verstanden, was der Rat jetzt beschlossen hat. Er hätte beschließen können, bis zum 31. August an allen Flughäfen und Bundeswehrstandorten die modernste Sensorik anzubringen, um auch kleine Drohnen zu erkennen und die Daten zusammenzuführen. Das wäre mal ein Ergebnis. Anscheinend gibt es aber kein Ergebnis, das aussagt: Wer macht was bis wann? Und solange ist das eben nur eine weitere Besprechung. Wenn einmal all die dafür nötige Energie für die Praxis der Drohnenabwehr verwendet würde, wären wir schon einen großen Schritt weiter.
Werden militärische Pläne nicht aus gutem Grund geheimgehalten?
Der Nationale Sicherheitsrat muss ja nicht die Details der Erkennung und Abwehr von Drohnen kommunizieren. Aber als Bürger möchte ich schon wissen, was bis wann unternommen wird gegen gefährliche Drohnen.
Es scheint nicht viel Wissen um deren Bekämpfung dazusein.
Wer sagt, diese Gefahr sei neu, ist auf dem Stand von Leuten, die sagen: Das Internet ist neu. Drohnen gibt es schon sehr lange, man kann sie online bestellen. Ebenfalls bekannt ist, dass normale Radare diese Drohnen nicht erfassen. Deshalb braucht man Bodenradare, die kleine, niedrigfliegende Objekte erfassen können. Aus der Ukraine, die sehr viel Erfahrung mit Drohnen hat, weiß man, dass akustische Sensornetzwerke, elektrooptische Sensoren oder Wärmebildsensoren, die zum Beispiel an Strommasten verbaut werden, die beste Methode sind, Drohnen zu erkennen und zu verfolgen.
Wo gehört das hin, und was kostet es?
Solche Systeme brauchen wir mindestens für Flughäfen und andere kritische Infrastruktur sowie Bundeswehrstandorte. Überall dort müssen wir aus dem völlig veralteten Konzept der Sichtung herauskommen. Jemand sieht eine Drohne, dann wird gerätselt, wo die herkommt und wo sie hinfliegt. Das können moderne Systeme besser. Besonders teuer ist das nicht, und die Technologie dafür haben wir schon in Deutschland. Der 31. August wäre, wie gesagt, ein gutes Datum, um wenigstens mal mit dem Aufbau zu beginnen.
Das alles dient der Handlungsvermeidung
Fachleute wenden ein, gegen kleine Drohnen wie die in Leipzig sei wenig zu machen, wenn sie erst einmal da seien.
Richtig ist: Es gibt Systeme, die dagegen nicht effektiv sind. Deshalb brauchen wir ja Netzwerke, die mehrere Sensoren kombinieren. In der Ukraine sehen wir schon Technologie im Einsatz, die auch solche Drohnen erkennen kann. Das ist ein technologischer Wettlauf, vollkommen klar. Aber ich halte das Problem für lösbar und erwarte, dass die Zuständigen es lösen.
Zur Bekämpfung haben Sie Signalstörungen wie Jamming und Spoofing vorgeschlagen. Aber sind das gute Ideen für einen Verkehrsflughafen? So stört man ja auch den regulären Verkehr.
Richtig ist, dass beides solche Wechselwirkungen haben kann, je nachdem, auf welchen Frequenzen es stattfindet. Nun ist die bisherige Methode: Man sieht etwas, weiß nichts Genaues und sperrt den ganzen Flughafen, weil die Sicherheit vorgeht. Warum nicht bei einem Drohnenangriff alles für ein paar Minuten sperren und in dieser Zeit die Jamming- und Spoofing-Systeme einsetzen? Danach geht der Flugbetrieb weiter. Wir sollten nicht in deutscher Manier bei jeder nicht perfekten Lösung sofort Gründe anführen, warum das sowieso nicht geht, dazu alles immer weiter zu verkomplizieren und tausend Extrem-Varianten zu diskutieren. Das alles dient der Handlungsvermeidung.
Ein Abschuss birgt Risiken, die aber sind kalkulierbar
Tatsächlich ist keine einzige der Drohnen abgeschossen worden. Wie erklären Sie sich, dass die Bundeswehr Überflüge über einen besonders sensiblen Standort wie Mechernich hinnimmt?
Das ist nicht mehr erklärlich. Wir hatten in den letzten Jahren dermaßen viele Überflüge, auch über Häfen, Schiffe oder Ausbildungsstätten der Bundeswehr für Ukrainer. Bekämpft wurden die Drohnen nicht, und da gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder kann die Bundeswehr das nicht. Das wäre fatal. Oder es traut sich niemand aufgrund einer Bedenkenträgerei, eine Drohne abzuschießen. Wer unbefugt Militärgelände betritt, kann im Extremfall mit der Schusswaffe bekämpft werden. Warum soll das denn in der Dimension Luft anders sein?
Ist der Hinweis Bedenkenträgerei, dass solch ein Abschuss in der Nähe von bewohntem Gebiet Risiken birgt?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Man kann zum Beispiel einen möglichst günstigen Zeitpunkt fürs Abschießen oder Umlenken auswählen. Im Zweifelsfall hängt eine Entscheidung ab von der Einschätzung, wie groß die Gefahr durch die jeweilige Drohne ist. In Leipzig sind wir nur knapp an einer Katastrophe vorbeigeschlittert. Es kann in solchen Fällen gerechtfertigt sein, mit dem Abschuss einer Drohne gewisse Risiken einzugehen. Solche Abwägungen sind für Sicherheitskräfte nichts Neues. Die Polizei zum Beispiel hat Richtlinien, wie sie mit einem solchen Dilemma umgeht.
Elefant im Raum der Vorfälle von Mechernich und Leipzig ist Russland als Aggressor. Bundesinnenminister Dobrindt murmelte etwas von „fremden Mächten“, deren Täterschaft nicht auszuschließen sei. Ist Leisetreterei das Gebot der Stunde?
Der Bundesinnenminister scheint Gründe dafür zu haben, warum er Ross und Reiter bisher nicht nennt. Klar ist: Diese Angriffe passen in das Muster russischer hybrider Angriffe auf Deutschland und andere Staaten. Ich halte es nicht für sinnvoll, den Verschwörungstheoretikern Raum zu geben, die jetzt alle möglichen Varianten bieten, wer es denn gewesen sein könnte. Besser, man sagt gleich, was los ist. Wir sind alle erwachsen und können die Wahrheit vertragen. Interessant ist, dass Russland sofort reagiert hat, obwohl es von deutscher Seite gar nicht als Täter benannt worden war. Das ist ja auch bezeichnend.
The people who have caused one of the largest oil crises in recent decades, through an absolute lack of strategic vision in both statecraft and warfare, are now concerned about Russian oil and its prices.
No pride, no honor, no shame... While European leaders are preaching for peace, Russia has been expanding its war operations and turning its entire economy and society into an engine for perpetual war. Emboldened by European impotence, Putin has now openly brought North Korea to the frontline. NK ballistic missiles are already hitting Ukrainian cities and Metz + Co are too afraid to even discuss NATO options to shoot down these deadly objects in the Ukrainian skies!
Putin greift Deutschland mit Bomberdrohnen an. Und was tut Deutschland? Staatskonzern SEFE kauft weiter Russlands Flüssiggas. Wie sagte Lenin angeblich? "Sie werden uns den Strick liefern, an dem wir sie aufhängen". Jetzt bezahlen wir das Semtex, mit dem sie uns hochjagen⬇️
@RazomWeStand
Der deutschen Sicherheitspolitik fehlt es aktuell nicht an Geld, sondern an Hirn und Mut. Damit hat sich etwas grundlegend geändert. Früher fehlte es an Geld, Hirn und Mut.
Yep. Wenn ich westdeutscher Steuerzahler wäre, würde ich massiv für eine Reform des LFA demonstrieren. Er organisiert Verantwortungslosigkeit von Politikern UND Wählern. Müsste man in Sachsen-Anhalt für sich selbst sorgen, wäre das mit den putinesken Experimenten nicht so lustig.
President @ZelenskyyUa, the child in this photograph is me. I was almost six years old.
My family had just reached Albania after being forced from our home in Kosovo by Serbian forces.
An Open Letter to President Volodymyr Zelenskyy
For the first time in days, I was resting, not only from the exhaustion of walking, but because I finally felt a little safer. I could no longer see Serbian soldiers pointing weapons at us.
A few days earlier, while we were fleeing alongside many other families, Serbian forces forced us into the courtyard of a church, as they were preparing to execute us.
One Serbian soldier held a knife to my face.
I was six years old.
During those days, I watched my father carry his elderly mother on his back. I walked past the bodies of murdered Albanians while surrounded by Serbian soldiers, weapons and tanks.
Thousands of civilians were killed during the war in Kosovo. Children, women and elderly people were among the victims. Thousands suffered sexual violence. To this day, Serbia has never fully confronted these crimes, while senior officials continue to deny or minimise them.
But Kosovo survived.
Kosovo became independent.
Ukraine still does not recognize our country.
And yet, when Russia launched its full-scale invasion of Ukraine, Kosovo did not ask whether Ukraine recognised us before deciding which side we were on.
Kosovo stood with Ukraine.
We imposed sanctions on Russia. Ukrainian flags filled our cities. Kosovo provided humanitarian and financial assistance, welcomed Ukrainian journalists, and helped train Ukrainian personnel in demining.
A small and young country did what it could to support a country that still does not recognise its existence.
Do you know why?
Because we know what it means to be the victim of aggression.
We know what it means to have someone try to erase your country, your identity and your right to exist.
Kosovars understood Ukrainians instinctively.
We tried to understand even when Kosovo was left outside meetings and initiatives involving other countries in our region.
But hearing you speak about Kosovo as if it were part of Serbia, while standing alongside Aleksandar Vučić, who once served as Slobodan Milošević’s Minister of Information, is deeply painful and profoundly disappointing.
Serbia has maintained close ties with Russia for years.
And the International Court of Justice concluded that Kosovo’s declaration of independence did not violate international law.
I do not expect Ukraine to “reward” Kosovo because we supported you.
That is not the point.
I expected something much simpler: that a country fighting for its own freedom, sovereignty and right to exist would understand another people who fought for exactly the same things.
President Zelenskyy, Kosovo is an independent state whether Ukraine recognises it today or not.
And despite this disappointment, I still hope Ukraine remains an independent state too.
I hope Ukraine survives aggression and brutality, just as Kosovo did.
Because freedom should not depend on who is asking for it.
@Alegna_Axtus@CarloMasala1@_lea_li Orbanboy, mit "Kreigstreiber" hast Du dich disqualifiziert. Es hat einfach keinen Sinn, mit euch faktenbasierend zu reden. "Der Hauptgrund für Stress ist der tägliche Kontakt mit Idioten."
-Albert Einstein-
On this day in 2014, near 🇺🇦 Luhansk, a married couple - Olena Kulish and Volodymyr Alyokhin - were executed mafia-style. Olena was a radio host & animal rights activist. Volodymyr was a programmer.
They were “accused” of supplying Ukrainian soldiers with food.
Russians (or Russia-paid “separatists”) broke in, killed them, looted everything of value, and turned the house into their “headquarters.”
They also killed Olena’s six dogs, just for the fun of it.
Olena and Volodymyr. Remember them!
Chinas aggressiver Staatskapitalismus will mit Ausbeutung, Subventionen, Druck & Verdrängung die soziale Marktwirtschaft plattmachen. In Deutschland, Europa weltweit. Während wir diskutieren, was zu tun ist, fallen wir jeden Tag zurück. Unsere FAS-Analyse: nächster Tweet ⬇️
KASPAROV: Why can't NATO shoot down Russian missiles over Ukrainian territory? When Iran attacked Israel, the Americans, French, British shot down Iranian missiles. Why can one shoot down Iranian missiles flying at Israel but cannot shoot down Russian missiles flying at Ukraine?