Wenn der Staat nicht die Gewalt bekämpft, sondern den Film darüber
Deutschland hat wieder einmal bewiesen, worin es inzwischen Weltklasse ist: nicht im Schutz seiner Bürger, nicht in der Wiederherstellung öffentlicher Sicherheit, nicht in klarer Justiz, nicht in ehrlicher Debatte – sondern im Wegdrücken, Beschönigen, Aussortieren und Bevormunden.
Uwe Bolls „Citizen Vigilante“ bekommt in Deutschland keine normale Altersfreigabe. Nicht ab 18. Nicht mit Warnhinweis. Nicht mit der simplen, erwachsenen Entscheidung: Wer volljährig ist, kann selbst entscheiden, ob er sich diesen Film ansieht oder nicht. Nein. Die deutsche Prüflogik zieht den Stecker. Formal natürlich nicht als „Verbot“. Das wäre ja zu ehrlich. Das würde zu sehr nach dem riechen, was es faktisch ist: ein kultureller Maulkorb durch die Hintertür.
Also nennt man es „keine Kennzeichnung“. Ein bürokratisch sauberer Begriff, kühl, steril, harmlos klingend. Aber in der Praxis bedeutet er: Kinos lassen die Finger davon. Streamingdienste lassen die Finger davon. Händler lassen die Finger davon. Plattformen lassen die Finger davon. Niemand will rechtliches Risiko, niemand will Ärger, niemand will in Deutschland zum nächsten öffentlichen Abschuss freigegeben werden, nur weil er Erwachsenen einen Film zeigt, den bestimmte Kreise für politisch unerwünscht halten.
Und genau da liegt der Skandal.
Es geht nicht darum, ob „Citizen Vigilante“ ein filmisches Meisterwerk ist. Wahrscheinlich nicht. Es geht nicht darum, ob Uwe Boll subtil inszeniert. Tut er selten. Es geht auch nicht darum, Selbstjustiz schönzureden. Selbstjustiz ist kein Rechtsstaat. Punkt. Wer Gewalt durch private Rache ersetzt, zerstört genau das, was er angeblich verteidigen will.
Aber darum geht es hier nicht.
Hier geht es darum, dass ein Staat, eine Prüfkultur, ein Meinungsklima und eine ganze Apparatewelt offenbar weniger Angst vor realer Gewalt haben als vor einem Film, der diese Gewalt politisch unbequem sichtbar macht.
Denn das ist der eigentliche Nerv. Nicht die Brutalität allein. Brutale Filme gibt es seit Jahrzehnten. Mord, Folter, Massaker, Serienkiller, Drogenkartelle, Mafia, Psychopathen, endlose Schießereien, Menschenjagd – alles kein Problem, solange die richtige moralische Verpackung drumherumliegt. Hollywood darf ganze Stadtviertel in Schutt legen. Streamingdienste dürfen Gewaltorgien in Serie gießen. „John Wick“ kann sich durch halbe Kontinente schießen, und niemand in Deutschland fällt vor Schreck vom Prüfstuhl.
Aber wehe, ein Film berührt das große Tabu unserer Zeit: Migrantengewalt, Staatsversagen, kaputte Justiz, Opfer, die sich verhöhnt fühlen, und Bürger, die den Eindruck haben, dass ihr Land zwar jeden moralischen Weltrettungsanspruch erhebt, aber im Ernstfall nicht einmal mehr seine eigenen Leute schützt.
Dann wird es plötzlich ganz eng.
Dann ist nicht mehr der Täter das Problem, sondern die Darstellung des Täters. Nicht mehr die reale Tat, sondern die fiktive Verarbeitung. Nicht mehr das Versagen des Staates, sondern derjenige, der dieses Versagen in eine hässliche, rohe, überzeichnete Filmform gießt.
Das ist die deutsche Krankheit im Jahr 2026: Wir haben eine enorme Toleranz gegenüber Wirklichkeitsverweigerung – aber null Toleranz gegenüber denen, die diese Wirklichkeit brutal auf den Tisch knallen.
Man kann über Boll alles Mögliche sagen. Man kann seinen Film schlecht finden. Man kann ihn plump finden. Man kann sagen, er arbeite mit dem Vorschlaghammer statt mit dem Skalpell. Geschenkt. Aber Kunstfreiheit ist keine Schönwetterfreiheit für staatlich erwünschte Kulturprodukte. Kunstfreiheit gilt nicht nur für moralisch saubere Förderfilme, nicht nur für linke Milieudramen, nicht nur für staatsnahe Betroffenheitsware, nicht nur für Produktionen, bei denen jeder Satz schon vorher auf politische Verträglichkeit desinfiziert wurde.
Kunstfreiheit gilt gerade dann, wenn es unbequem wird. Wenn es hässlich wird. Wenn es weh tut. Wenn es provoziert. Wenn es an den Stellen kratzt, an denen sich die politische Klasse am liebsten wund liegen würde, um danach „Hass und Hetze“ zu rufen.
Und natürlich kommt jetzt sofort der Einwand: Der Film propagiere Selbstjustiz. Er könne gefährliche Wirkungen entfalten. Er könne Menschen auf falsche Gedanken bringen.
Aha.
Dann stellen wir doch einmal die Gegenfrage: Welche Wirkung hat eigentlich ein Staat, der Opfer schwerer Straftaten regelmäßig mit dem Gefühl zurücklässt, dass Täter mehr Schonraum bekommen als Geschädigte? Welche Wirkung hat eine Justiz, die bei brutalen Fällen mit erzieherischen Erwägungen, Bewährung, Vorbewährung und sozialpädagogischem Vokabular auftritt, während draußen Millionen Bürger nur noch fassungslos den Kopf schütteln? Welche Wirkung hat eine Politik, die Kriminalitätsstatistiken zwar kennt, aber jeden, der daraus Konsequenzen fordert, moralisch unter Verdacht stellt?
Wer glaubt, Wut entstehe durch Filme, hat überhaupt nichts verstanden. Wut entsteht durch Realität. Durch Kontrollverlust. Durch das Gefühl, dass oben gelogen und unten gelitten wird. Durch ein System, das Probleme importiert, Folgen verschweigt und Kritiker belehrt.
Der Film ist nicht die Ursache dieser Wut. Er ist ein Symptom.
Und wie reagiert Deutschland? Nicht mit Debatte. Nicht mit argumentativer Stärke. Nicht mit Vertrauen in erwachsene Bürger. Sondern mit einem Prüfbescheid, der im Ergebnis sagt: Das ist zu viel für euch. Das dürft ihr nicht normal sehen. Das wollen wir lieber nicht auf dem Markt haben.
Diese Bevormundung ist der eigentliche Offenbarungseid.
Erwachsene Bürger dürfen wählen, Steuern zahlen, Soldaten in Einsätze schicken, über Krieg und Frieden diskutieren, ihre Kinder in dieses Land hinein erziehen und die Folgen politischer Entscheidungen tragen. Aber einen harten, hässlichen, politisch unkorrekten Film sollen sie nicht ohne staatlich-bürokratischen Filter sehen dürfen? Was für ein absurdes Menschenbild steckt dahinter? Was für ein Misstrauen gegenüber dem Bürger?
Und dann passiert das, was immer passiert, wenn Zensurdenker glauben, sie könnten im Internetzeitalter noch kontrollieren, was Menschen sehen: Elon Musk stellt den Film auf X. Zack. Millionen Aufmerksamkeit. Weltweite Debatte. Kostenloses Marketing. Der Streisand-Effekt in Reinform.
Herzlichen Glückwunsch an die deutschen Wegsperrstrategen. Sie wollten den Film kleinhalten und haben ihn groß gemacht. Sie wollten die Debatte vermeiden und haben sie internationalisiert. Sie wollten zeigen, dass Deutschland seine Bevölkerung schützt, und haben gezeigt, dass Deutschland seiner Bevölkerung nicht traut.
Das ist so unfassbar dumm, dass es fast schon wieder konsequent ist.
Denn dieser Staat produziert seine eigenen Gegenreaktionen. Er tut es immer wieder. Er verdrängt, moralisert, belehrt, etikettiert, sperrt aus – und wundert sich danach, dass Menschen sich abwenden. Er bekämpft nicht die Ursache des Vertrauensverlustes, sondern die sichtbaren Zeichen dieses Verlustes. Er löscht nicht das Feuer, er beschimpft den Rauchmelder.
Genau deshalb ist dieser Fall größer als ein einzelner Film.
Es geht um ein Land, in dem die Grenzen des Sagbaren seit Jahren enger gezogen werden. Nicht immer per Gesetz. Viel öfter durch informellen Druck, durch Plattformregeln, durch Förderlogiken, durch Prüfstellen, durch Redaktionskorridore, durch soziale Ächtung. Man muss nicht mehr alles ausdrücklich verbieten. Es reicht, ein Werk mit Risiken zu beladen, es aus dem normalen Vertrieb zu drücken und den Rest der Branche wissen zu lassen: Wer so etwas anfasst, hat Ärger.
Das ist moderne Zensur. Nicht immer mit Polizeistiefel. Oft mit Formular. Nicht immer mit Verbotsschild. Oft mit Kennzeichnungsverweigerung. Nicht immer mit Gefängnisdrohung. Oft mit Karriere-, Markt- und Reputationsrisiko.
Und genau deshalb ist die Debatte so wichtig.
Niemand muss „Citizen Vigilante“ mögen. Niemand muss Boll feiern. Niemand muss den Film verteidigen, weil er angeblich große Kunst sei. Darum geht es nicht. Es geht darum, ob erwachsene Menschen in Deutschland noch als mündige Bürger behandelt werden – oder als betreute Medienkonsumenten, denen ein kleiner Kreis von Prüfern erklärt, welche Zumutungen sie aushalten dürfen.
Wer Angst vor der Wirkung eines Films hat, sollte vielleicht zuerst die Wirklichkeit ändern, die diesen Film plausibel macht.
Wer nicht will, dass Selbstjustizfantasien entstehen, muss dafür sorgen, dass der Rechtsstaat wieder als stark, fair und handlungsfähig erlebt wird.
Wer nicht will, dass Bürger sich radikalisieren, sollte aufhören, sie bei jeder unbequemen Frage wie moralisch Verdächtige zu behandeln.
Wer nicht will, dass Migration und Kriminalität in Wut umschlagen, sollte die Probleme lösen statt ihre Darstellung zu unterdrücken.
Und wer wirklich Jugendschutz will, der soll Jugendliche schützen. Nicht Erwachsene entmündigen.
Eine Freigabe ab 18 hätte gereicht. Warnhinweise hätten gereicht. Klare Einordnung hätte gereicht. Eine harte öffentliche Debatte hätte gereicht. Aber nein, Deutschland wählt wieder den Weg der pädagogischen Herablassung. Wieder entscheidet man nicht souverän, sondern ängstlich. Wieder traut man der Freiheit nicht. Wieder meint man, das Problem verschwinde, wenn man seine Bilder kontrolliert.
Das Gegenteil ist der Fall.
Je stärker dieses Land versucht, unbequeme Wirklichkeit aus dem Sichtfeld zu drücken, desto stärker wächst der Verdacht, dass die Wirklichkeit noch viel schlimmer ist, als offiziell zugegeben wird.
Und genau das ist der Punkt: Die Zensoren, Moralverwalter und Betreuungsdemokraten verstehen nicht, dass sie das Misstrauen nicht bekämpfen. Sie nähren es.
„Citizen Vigilante“ mag ein grober Film sein. Vielleicht sogar ein schlechter. Aber der Umgang damit ist ein präzises Röntgenbild dieses Landes: ein Staat, der seine Bürger nicht mehr überzeugt, sondern erzieht; eine Kulturverwaltung, die Freiheit predigt und Kontrolle praktiziert; ein politisches Milieu, das lieber Bilder sperrt, als Ursachen zu benennen.
Das ist der eigentliche Skandal.
Nicht, dass ein Regisseur einen hässlichen Film über eine hässliche Wirklichkeit dreht.
Sondern dass Deutschland offenbar mehr Angst vor diesem Film hat als vor der Wirklichkeit, die ihn möglich gemacht hat.
https://t.co/zZWi3KhwJN
Ich habe mir "Citizen Vigilante" soeben angeschaut.
Ich glaube jetzt gut zu wissen, warum man ihn hier in Deutschland fürchtet und verbieten will.
Jeder der ihn sich anschaut, wird es in diesem Moment ebenfalls erahnen.
Ich habe Uwe Boll hierfür einen Geldbetrag überwiesen.
Ich bin der Meinung, dass dieser Film jeden Cent wert ist.
Danke @BollFILMS
https://t.co/0EnsFfQaaw
Grönemeyer und die Lüge von der „mündigen Gemeinschaft"
Es gibt Sätze, bei denen man kurz innehält und sich fragt, ob man sich verhört hat. Herbert Grönemeyer hat am Dienstagabend in der Französischen Friedrichstadtkirche zu Berlin einen davon geliefert. Er nahm den Deutschen Nationalpreis entgegen, fünfzigtausend Euro, überreicht aus dem Hause eines ehemaligen SPD-Finanzsenators, belobigt von Sigmar Gabriel persönlich, unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten – und erklärte dem ergriffenen Saal, die Aufnahme von über einer Million Menschen im Jahr 2015 sei die Entscheidung einer „erwachsenen Gemeinschaft" gewesen. Nicht „von oben verordnet". Das Volk habe das schon selbst so gewollt, ganz aus eigenem, humanistischem Antrieb.
Man muss diesen Satz zweimal lesen, um sein ganzes Ausmaß zu begreifen. Denn er ist nicht bloß schief. Er ist die exakte Umkehrung dessen, was tatsächlich passiert ist.
Halten wir also kurz fest, was an jenem 4. September 2015 wirklich geschah, bevor hier endgültig Geschichte zu Brei verrührt wird. Es gab keine Abstimmung im Bundestag. Keine. Das Parlament, in dem nach unserer Verfassung der Wille des Souveräns repräsentiert wird, wurde nicht gefragt – nicht vorher, nicht nachher. Eine Kanzlerin entschied im Alleingang, abgestimmt allenfalls mit ihrem österreichischen Kollegen am Telefon, die Grenze für Hunderttausende ohne Papiere offen zu halten. Eine Rechtsgrundlage, auf die sich diese Entscheidung stützte, konnte die Bundesregierung später selbst auf parlamentarische Anfrage nicht benennen. Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages suchte sie und fand sie nicht. Eine schriftliche Anweisung an die Bundespolizei? Gab es nicht. Zwei ehemalige Verfassungsrichter, Papier und Di Fabio, hielten den Vorgang umgehend für hochproblematisch; Di Fabio kam in seinem Gutachten zu dem Schluss, der Bund wäre aus verfassungsrechtlichen Gründen sogar verpflichtet gewesen, die Grenzkontrollen wieder aufzunehmen. Und es war ausgerechnet ein altgedienter Sozialdemokrat, Gunter Weißgerber, der den vielleicht treffendsten Vergleich fand: Merkel habe „den Schabowski gemacht". So wie der DDR-Funktionär einst die Maueröffnung eigenmächtig vor die Kameras stammelte, ohne irgendjemanden zu fragen.
Das, lieber Herr Grönemeyer, ist die Definition von „von oben verordnet". Eine einzelne Person an der Spitze des Staates trifft eine Entscheidung von historischer Tragweite, ohne Parlament, ohne Rechtsgrundlage, ohne den Souverän auch nur zu konsultieren. Autoritärer geht es im Rahmen einer Demokratie kaum. Und genau diesen Akt verkauft der frischgebackene Preisträger nun als basisdemokratisches Gemeinschaftswerk einer reifen Zivilgesellschaft.
Natürlich kennt man den Trick. Grönemeyer vermengt zwei vollkommen verschiedene Dinge zu einem warmen Brei. Auf der einen Seite stand die spontane Hilfsbereitschaft vieler Menschen im Herbst 2015 – die Decken am Bahnhof, die Wasserflaschen, das ehrenamtliche Engagement. Das war echt, das war von unten, das verdient Respekt. Auf der anderen Seite stand die politische Entscheidung, das Dublin-System auszuhebeln und die Grenze offen zu lassen. Die war von oben, von einer einzigen Hand. Das eine war eine bürgerliche Reaktion auf die Folgen des anderen. Grönemeyer aber nimmt die Wärme des Ehrenamts und benutzt sie, um den kalten Kanzlerinnen-Beschluss nachträglich reinzuwaschen, als hätte „das Volk" abgestimmt. Es hat nie abgestimmt. Es gab kein Referendum, keine Wahl, keine Befragung. Der Bürger wurde vor vollendete Tatsachen gestellt – und wer das damals anmerkte, wurde als Dunkeldeutscher beschimpft.
Es ist eine besondere Pointe, dass dieser Mann einmal Jura studiert hat. Zugegeben, nur sechs von dreiundzwanzig Semestern, in denen er eingeschrieben war, aber selbst in diesen sechs Semestern hätte er den Unterschied zwischen einem Regierungsdekret und einem Gemeinschaftsbeschluss lernen können. Vielleicht sind das die intellektuellen Grenzen, von denen neuerdings die Rede ist: nicht das Genuschel auf der Bühne, sondern die bemerkenswerte Fähigkeit, in einer Kirche zu stehen und den undemokratischsten Vorgang der jüngeren deutschen Geschichte als Triumph der Demokratie zu feiern.
Womit wir bei der eigentlichen Frechheit dieses Abends wären – dem Anlass selbst. Geehrt wird hier ein Mann für sein angebliches Engagement für eine „offene, freiheitliche Gesellschaft" und für „die Werte unserer Demokratie". Derselbe Mann, der wenige Wochen zuvor auf der Bühne in Dortmund Millionen seiner Mitbürger als „rechte Ratten" bezeichnete, die gefälligst „in ihren Löchern verschwinden" sollten, „dahin, wo ihr herkamt". Derselbe Mann, der im Sommer zuvor verkündete, wenn die Politiker schwächelten, sei es „an uns, zu diktieren, wie eine Gesellschaft auszusehen hat". Diktieren. Das Wort kommt aus seinem eigenen Mund. Und für diese Haltung bekommt er einen Demokratiepreis. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Ein Künstler, der offen davon spricht, der Gesellschaft etwas zu diktieren und politisch Andersdenkende mit Ungeziefer gleichsetzt, wird von einer Stiftung für Toleranz und Völkerverständigung ausgezeichnet.
Stellen wir das Experiment einmal an. Man stelle sich vor, ein bekannter Künstler von der anderen Seite des Spektrums würde linke Wähler – sagen wir, die zwanzig Prozent, die mit der AfD sympathisieren, sind ja immerhin auch rund zwanzig Prozent – als „Ratten" bezeichnen, die in ihren Löchern verschwinden sollen. Der mediale Feuersturm wäre noch am selben Abend entfacht, die Karriere bis Mitternacht beendet, die Konzerthallen bis zum nächsten Morgen gekündigt. Bei Grönemeyer hingegen attestieren wohlmeinende Redakteure „Rückgrat" und „Haltung" und überreichen ihm eine Medaille nebst Scheck. Diese Asymmetrie ist kein Zufall. Sie ist das Betriebssystem.
Und dann ist da noch die Sache mit der Glaubwürdigkeit. Grönemeyer schwärmt von „Gemeinschaft", von „Solidarität", davon, dass „wir uns selbst" hätten und keine „Mutti oder einen Vati" bräuchten. Schöne Worte aus dem Mund eines Mannes, dessen Vermögen auf achtzehn bis zwanzig Millionen Euro geschätzt wird und der sich neben seiner Berliner Wohnung auch eine Immobilie in London leistet. Die Lasten jener Politik, die er so leidenschaftlich bejubelt, landen nicht in seinem Treppenhaus. Sie landen in den Stadtteilen, deren Namen in den Polizeistatistiken auftauchen. Sie landen bei der alleinerziehenden Mutter, die abends den Weg zur S-Bahn meidet und sich von einem Mann mit Londoner Zweitwohnung sagen lassen darf, sie sei wahrscheinlich eine „Ratte". Es ist leicht, die Welt für ein humanistisches Paradies zu halten, wenn man sie aus der ersten Reihe und durch getöntes Glas betrachtet. Wer 2015 forderte, die Reichen müssten für die Folgen stärker zur Kasse gebeten werden, und selbst zu eben diesen Reichen gehört, hätte ja jederzeit vorangehen können. Die Gästezimmer der Villa stehen, soweit bekannt, bis heute leer.
Bleibt am Ende ein Bild, das alles zusammenfasst. Da sitzt die Republik der Wohlmeinenden in einer Kirche und hängt sich gegenseitig die Orden um. Ein SPD-Mann reicht den Preis, ein SPD-Mann hält die Laudatio, der Bundespräsident hält die schützende Hand darüber, und der Geehrte erklärt von der Kanzel herab, das Volk habe doch alles selbst entschieden. Es ist ein geschlossener Kreis, der sich selbst feiert, sich selbst bestätigt und den lästigen Souverän – jene Millionen, die nie gefragt wurden und es bis heute nicht sind – einfach aus dem Bild schneidet. Grönemeyer wollte an diesem Abend beweisen, wie lebendig und mündig unsere Gesellschaft sei. Bewiesen hat er das genaue Gegenteil: wie abgehoben, selbstreferenziell und realitätsblind die Schicht geworden ist, die sich für das Land hält. Nur hat er das, anders als beabsichtigt, nicht gesungen. Er hat es vorgeführt.
https://t.co/3SeNy976pq
🚨 BREAKING: Merz entlarvt sich in Regierungsbefragung
„Deutsche haben keine Priorität!“ Die AfD fragt nach Einsparungen bei Ukraine, Migration und Entwicklungshilfe. Merz: „Andere Prioritäten“ und „Mehrheitswille der Bevölkerung“. Lüge! Wo leben diese Traumtänzer?
Es ist noch nicht einmal hundert Jahre her, dass Deutschland mit Krupp, Benz, von Siemens, Thyssen, Daimler, Bosch, Stinnes, Opel, von Braun, Maybach und vielen anderen die größten Industriellen und Entwickler der Welt hervorgebracht hat.
Heute müssen an Gymnasien in Berlin Goethe und Schiller in vereinfachter Form gelesen werden, weil kaum noch ein Schüler die deutsche Sprache beherrscht.
Was hat unsere Regierung nur mit diesem Land angerichtet…
Es sind die Abschreckungsdoktrin während des Kalten Krieges und die Mobilmachungsrhetorik im Geiste von 1914, welche aktuell in den Sinn kommen, hört man sich an, was Generalleutnant Holger Neumann, Inspekteur der Luftwaffe, kürzlich in einem Interview mit dem britischen "Telegraph" gesagt hat. Man sei bereit, "heute Nacht" gegen Russland zu kämpfen, falls ein NATO-Staat angegriffen würde. Deutschland verteidige "jeden Zentimeter" des Bündnisgebietes, lautete seine Botschaft in Richtung von Wladimir Putin.
Als Annalena Baerbock fast im Vorbeigehen Moskau den Kampf ansagte, da konnte man vielleicht noch schmunzeln. Jetzt müssen die Gesichtszüge erstarren, denn die obersten Vertreter der Bundeswehr üben sich nicht in einem Geplänkel. Ihre Entschlossenheit wird zum größten Risiko für die Sicherheit von West- und Mitteleuropa seit Jahrzehnten. Der englische Ausdruck vom "Fight Tonight" ist seit jeher Bestandteil der US-Militärdoktrin. Armeen berufen sich regelmäßig auf das "Semper Paratus", das "Immer bereit".
Da wird gezündelt, vielleicht ist es schon Brandstiftung, was nicht zuletzt auch aus den Worten des Kanzlers dringt. Irgendwie scheint die Lust zur Eskalation zurück, braucht es erneut den Nervenkitzel des Provozierens? Ob es nun die gewaltsame Auseinandersetzung mit Dänemark 1874, mit Preußen-Österreich 1866 oder mit Frankreich 1870 war: Wir konnten es nie lassen, schienen erst und allein durch das Dritte Reich zur Defensive geläutert. Nun wurde wiederum Lunte gerochen, als ob es nur eine Simulation wäre.
Bildquelle: KI-generiert; Grok (xAI)
Paukenschlag:
Ein DEKRA Gutachten zu Windindustrieanlagen bei Baiereck (Baden-Württemberg) bestätigt eine unzumutbare Lärmbelästigung für Anwohner.
Messungen über mehrere Monate zeigen, dass die Anlagen nicht nur - wie bisher angenommen - bei hohen Windgeschwindkeiten, sondern unabhängig davon unzulässige "Brummtöne" erzeugen und damit die Anwohner schädigen.
Darüber hinaus stellen die Messungen laut MItteilung der Stadt Uhingen auch die "gängige These in Zweifel, dass der Lärm durch Windräder prinzipiell bei wachsender Entfernung abnimmt".
Das Landratsamt schlägt nun auf dieser Faktenlage nur eine Nachtabschaltung der Anlagen vor. Das ist für die lärmgeplagten Bürger unzumutbar. Aus Sicht der Bürgerinitiative "Pro Schurwald" ist die komplette Stilllegung nun unumgänglich.
Klar sollte nun auch sein, dass wir verpflichtende Immissionsmessungen bei allen bereits installierten und neu zu installierenden Anlagen brauchen.
Dass Baiereck ein Einzelfall ist, ist mehr als zweifelhaft.
https://t.co/Z8xnoCJomW
Erst der Hund, dann der Mann: Was in Bonn passiert ist, zeigt den Zerfall des öffentlichen Raums
Es beginnt wieder einmal mit einer Szene, die jeder normale Mensch sofort versteht: Ein 60-jähriger Mann geht mit seinem Hund durch die Bonner Innenstadt. Sternstraße, helllichter Tag, Fußgängerzone, mitten im öffentlichen Raum. Kein dunkler Hinterhof, keine abgelegene Ecke, kein nächtliches Milieu. Einfach Alltag.
Und dann trifft dieser Alltag auf jene Sorte junger Männer, die offenbar gelernt hat, dass Rücksicht nur etwas für Schwache ist.
Nach bisherigen Angaben sollen vier Jugendliche den Hund des Mannes fortlaufend provoziert haben. Nicht aus Versehen. Nicht einmal kurz. Sondern fortlaufend. Also bewusst. Absichtlich. Aus Spaß an der Erniedrigung. Aus Lust am Austesten. Aus diesem widerlichen Drang heraus, einem fremden Menschen zu zeigen: Wir machen hier, was wir wollen.
Der Mann tut dann das, was jeder anständige Mensch tun würde. Er weist sie zurecht. Er verteidigt seinen Hund. Er verteidigt sein Recht, unbehelligt durch die Stadt zu gehen. Er verteidigt ein Mindestmaß an Normalität.
Und genau da eskaliert es.
Einer soll ihm unvermittelt ins Gesicht geschlagen haben. Dann sollen auch die anderen mitgemacht haben. Schläge. Tritte. Vier gegen einen. Ein 60-jähriger Mann gegen eine Gruppe Jugendlicher. Danach Flucht Richtung Marktplatz. Der Mann musste ins Krankenhaus. Laut Bericht erlitt er mehrere Knochenbrüche, unter anderem am Nasenbein.
Das ist kein „Streit“. Das ist kein „Konflikt“. Das ist keine „Auseinandersetzung unter Jugendlichen“, wie man solche Dinge gern weichspült, bis sie klingen wie ein missglücktes Pausengespräch.
Das ist rohe Gewalt. Gruppenjagd. Feigheit im Rudel.
Und wieder sieht man dieses Muster, das inzwischen jeder kennt, aber über das möglichst keiner sprechen soll: Eine Gruppe tritt auf, provoziert, eskaliert, schlägt zu, verschwindet. Das Opfer bleibt zurück. Der Rechtsstaat kommt später. Manchmal sehr viel später. In diesem Fall so spät, dass nun erst Monate nach der Tat öffentlich mit Foto gefahndet wird, weil die bisherigen Ermittlungen offenbar nicht zur Identifizierung geführt haben.
Da darf man schon fragen: Was ist eigentlich los in diesem Land?
Wie kann es sein, dass ein Mann in einer deutschen Innenstadt mit seinem Hund unterwegs ist und damit rechnen muss, von einer Gruppe Jugendlicher erst provoziert und dann krankenhausreif geprügelt zu werden? Wie kann es sein, dass solche Taten inzwischen so vertraut wirken, dass man beim Lesen kaum noch überrascht ist? Wie kann es sein, dass der öffentliche Raum Stück für Stück denen überlassen wird, die keinerlei Respekt vor Alter, Eigentum, Tieren, Polizei, Anstand oder Grenzen haben?
Und ja: Man muss auch über das Täterbild reden. Nicht über unbelegte Details, nicht über Spekulationen, nicht über das, was offiziell nicht feststeht. Aber sehr wohl über das sichtbare gesellschaftliche Muster: junge Männergruppen, meist Moslems, demonstrative Verachtung, Provokation als Machtspiel, Gewalt als Antwort auf Widerspruch, Flucht statt Verantwortung. Genau dieses Muster begegnet uns ständig. In Bahnhöfen. In Innenstädten. In Parks. In Freibädern. In Fußgängerzonen. Auf Schulhöfen. In Bussen und Bahnen.
Wer das nicht sehen will, betreibt keine Vorsicht. Er betreibt Realitätsverweigerung.
Und diese Realitätsverweigerung ist ein Teil des Problems.
Denn immer dann, wenn Bürger laut werden, wenn sie sagen „So geht es nicht weiter“, wenn sie fragen, warum solche Gruppen sich offenbar immer sicherer fühlen, kommt reflexartig die politische Betäubungsspritze. Man solle nicht pauschalisieren. Man solle nicht emotionalisieren. Man solle abwarten. Man solle differenzieren. Man solle die Ursachen betrachten.
Natürlich soll man nicht pauschalisieren. Natürlich gilt die Unschuldsvermutung. Natürlich muss ein Gericht am Ende entscheiden.
Aber diese Standards gelten nicht nur für Täter. Sie gelten auch für Opfer. Und die Opfer haben ebenfalls ein Recht darauf, dass man ihre Realität ernst nimmt.
Der 60-jährige Mann hat kein Seminar über Sozialpädagogik gebraucht. Er brauchte Schutz. Sein Hund brauchte Ruhe. Die Innenstadt brauchte Ordnung. Und die Täter brauchen, wenn sich der Vorwurf bestätigt, eine Konsequenz, die weh tut.
Nicht irgendein erzieherisches Schulterklopfen. Nicht das nächste Gespräch mit einem Sozialarbeiter, nach dem alle wieder auseinandergehen und das Opfer mit seinem gebrochenen Gesicht allein bleibt. Nicht diese lächerliche Milde, die in Wahrheit nur den Tätern signalisiert: Macht ruhig weiter, der Staat hat sowieso mehr Verständnis für euch als für die Leute, die ihr zusammenschlagt.
Der Staat muss endlich wieder begreifen, dass öffentliche Sicherheit nicht verhandelbar ist. Wer in der Innenstadt fremde Menschen attackiert, wer in einer Gruppe auf einen älteren Mann eintritt, wer ein Tier provoziert und dann den Besitzer zusammenschlägt, der hat jedes Recht auf Nachsicht verspielt.
Und nein, das ist nicht „hart“. Das ist normal.
Hart ist, was dem Opfer passiert ist. Hart ist, wenn ein Mann mit 60 Jahren wegen einer Gruppe Jugendlicher im Krankenhaus landet. Hart ist, wenn Menschen sich fragen müssen, ob sie noch eingreifen sollen, wenn sie Unrecht sehen. Hart ist, wenn Bürger im eigenen Land lernen, lieber wegzuschauen, weil ein einfaches „Lass das“ heute schon reichen kann, um im Krankenhaus aufzuwachen.
Das ist die eigentliche Bankrotterklärung.
Eine Gesellschaft, in der der Anständige den Mund hält, weil er Angst vor dem Gewalttäter hat, ist keine freie Gesellschaft mehr. Sie ist eine Gesellschaft im Rückzug.
Und genau dieser Rückzug findet seit Jahren statt. Erst meidet man bestimmte Plätze. Dann bestimmte Bahnhöfe. Dann bestimmte Uhrzeiten. Dann bestimmte Situationen. Irgendwann sagt man den eigenen Kindern: Geh da lieber nicht lang. Fahr lieber nicht allein. Sag lieber nichts. Misch dich lieber nicht ein.
Das ist kein Leben in Sicherheit. Das ist organisierte Feigheit unter staatlicher Aufsicht.
Die Politik redet gern von Respekt. Sie plakatiert Respekt. Sie hält Reden über Respekt. Sie verteilt Fördergelder für Respekt. Aber Respekt entsteht nicht durch Kampagnen. Respekt entsteht durch Grenzen.
Wer Grenzen überschreitet, muss Folgen spüren. Sofort. Sichtbar. Konsequent.
Bei Jugendlichen heißt das nicht, dass man sie abschreibt. Aber es heißt, dass man sie ernst nimmt. Und wer alt genug ist, um einen 60-jährigen Mann zusammenzutreten, ist auch alt genug, um die ganze Härte eines funktionierenden Rechtsstaates kennenzulernen.
Die Botschaft muss einfach sein: Unsere Innenstädte gehören nicht den Lautesten, den Rücksichtslosesten und den Brutalsten. Sie gehören den Bürgern. Den Familien. Den Alten. Den Kindern. Den Menschen mit ihren Hunden. Denjenigen, die morgens zur Arbeit gehen, nachmittags einkaufen, abends nach Hause fahren und einfach nur in Frieden leben wollen.
Das ist kein Luxus. Das ist der Kern eines Staates.
Und wer diesen Kern nicht verteidigt, braucht sich über das Misstrauen der Bürger nicht zu wundern.
Der Fall Bonn ist deshalb mehr als eine lokale Polizeimeldung. Er ist ein weiteres Warnsignal. Wieder ein Mann im Krankenhaus. Wieder eine Gruppe. Wieder Gewalt aus einer Nichtigkeit heraus. Wieder Fahndung. Wieder die Frage, ob unser Rechtsstaat noch schnell, hart und klar genug reagiert.
Man kann diesen Fall kleinreden. Man kann ihn in den täglichen Nachrichtenstrom einsortieren und morgen vergessen. Man kann so tun, als sei das alles bedauerlich, aber eben ein Einzelfall.
Oder man sagt endlich, was Sache ist: Der öffentliche Raum verwildert dort, wo der Staat zu lange weggeschaut hat. Und jede einzelne Tat dieser Art ist ein Angriff auf das Sicherheitsgefühl aller Bürger.
Der Mann aus Bonn wollte nur mit seinem Hund spazieren gehen.
Dass selbst das inzwischen zur Gefahr werden kann, ist eine Schande.
https://t.co/YQ1ot4HbmG
🚨Frau Oberhuber, kommen Sie runter aus der klimatisierten Redaktion.
Stellen Sie sich vor, Sie stehen um 4:00, 4:30 oder 5:00 Uhr auf, bei Dunkelheit, Regen drei Grad im Winter, mehr in Sommer, nicht aus Lust, sondern weil der LKW wartet, die Baustelle ruft oder die Nachtschicht beginnt.
Als Bauarbeiter, Maurer, Betonierer, Straßenbauer, Pflasterer oder Tiefbauarbeiter schleppen Sie den ganzen Tag 20–50 Kilo schwere Teile, Rücken und Knie geben nach 20 Jahren auf, oder auch früher.
Als Dachdecker oder Gerüstbauer balancieren Sie in 20 Metern Höhe, ein Fehltritt kann tödlich enden.
In der Gießerei oder im Stahlwerk bei extremer Hitze, Staub und giftigen Dämpfen.
Als LKW-Fahrer, Bus oder Lokführer stundenlang eingequetscht unter Zeitdruck, mit Heben beim Be und Entladen und unregelmäßigen Schichten.
In der Pflege (Kranken und Altenpfleger, Rettungssanitäter) heben Sie 80–100 und mehr Kilo schwere Patienten, oft allein, in gebückter Haltung, plus Nachtdienste und emotionale Dauerbelastung.
Als Müllwerker, Hafenarbeiter, Kranführer, Forstarbeiter oder Landwirt täglich schwerste körperliche Arbeit unter allen Wetterbedingungen.
In Produktion, Schlachthof, Großküche, Bäckerei oder Schichtbetrieb repetitive Bewegungen, Lärm, Hitze, Kälte, Chemikalien…
Als Reinigungskraft, Paketbote, Briefträger, Handwerker (Klempner, Schweißer, Elektriker, Maler, Tischler) in Zwangshaltungen, mit vibrierenden Werkzeugen, Dreck und Zeitdruck…
Und das 40-45 Jahre lang, abends nur noch Schmerzmittel und Couch.
Das ist kein „erfüllender Job“, sondern Knochenjobs, die Deutschland am Laufen halten.
Jetzt lesen wir Ihren Satz:
„Die Rente mit 70 ist doch keine Zumutung.“
Die Realität sagt etwas anderes.
Laut DIW-Studie haben Arbeiter in genau diesen Berufen mit 65 Jahren im Schnitt nur noch 15,9 Jahre Restlebenserwartung, Beamte und Büromenschen 21,5 Jahre.
Fünf bis sechs Jahre Unterschied, sind Jahre, die viele von Ihnen nicht mehr erleben.
Die gesunde Lebenserwartung endet bei körperlich Belasteten oft schon Mitte 50, danach dominieren Schmerzen, Operationen und Einschränkungen. https://t.co/FO70qqFAOA
Das Durchschnittsalter beim Renteneintritt liegt bei 64,7 Jahren, nicht bei 67 oder 70.
Viele gehen schon mit 60–63 über Erwerbsminderung, weil der Körper streikt, andere sterben längst vorher. https://t.co/zSpj39ZnhY
Der Kontrast ist brutal, der Arbeitnehmer zahlt mit kaputten Rücken, Knien, Lunge und Schultern, mit Schlafstörungen und früherem Tod.
Viele Journalisten, Politiker und Beamte tippen am Laptop, haben Homeoffice, geregelte Pausen und höhere Pensionsansprüche, und erklären dann, längeres Arbeiten sei „keine Zumutung“.
Das ist keine faire Debatte mehr, sondern die Ignoranz privilegierter Perspektiven.
An alle in Bau, Handwerk, Logistik, Pflege, Industrie, Landwirtschaft, Entsorgung, Transport und allen anderen Knochenjobs:
Ihr seid nicht faul oder undankbar, nur kaputtgearbeitet, denn ihr habt die Straßen gebaut, die Hallen hochgezogen, die Ware bewegt, die Kranken und Alten gepflegt. Ohne euch läuft nichts.
Die Demografie ist eine Herausforderung, richtig, aber die Lösung darf nicht sein, dass ausgerechnet diejenigen, die am härtesten gearbeitet haben, noch länger durchhalten müssen, während andere ihre Privilegien behalten.
Rente mit 70? Für viele von Ihnen eine Frechheit.
Für diejenigen im Warmen vielleicht ein netter Gedanke.
Zeit, dass das endlich ankommt.
Respekt an euch alle, denn ihr haltet das Land am Laufen.
.@SHomburg
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Wer das ganze Elend der heutigen Politik in einer einzigen Geschichte begreifen will, muss nicht nach Berlin schauen. Ein Blick an die Schlei in Schleswig-Holstein reicht.
Dort treibt ein staatlich finanziertes Narrenschiff, das sinnbildlicher für den Zustand unseres Landes nicht sein könnte.
Die Ausgangslage: Jahrzehntelang pflügte die unaufgeregte Dieselfähre „Missunde II“ verlässlich durchs Wasser.
Sie tat einfach, was sie sollte. Selbst Windstärke 9 juckte dieses treue Gefährt nicht.
Doch in der heutigen Zeit reichte „funktioniert einwandfrei“ offenbar nicht mehr.
Ein klimagerechtes Prestigeprojekt musste her:
Die hochmoderne, größere Elektro-Solar-Fähre „Missunde III“.
Was dann folgte, ist die exakte Blaupause der deutschen Energiewende.
Aus den geplanten 2,5 Millionen Euro Baukosten wurden mal eben über 5 Millionen. Die Bauzeit explodierte.
Und als das sündhaft teure Öko-Wunderwerk endlich zu Wasser gelassen wurde, offenbarte sich der absolute Triumph staatlicher Planung:
Die neue Millionenfähre kann ab Windstärke 3 nicht mehr sicher anlegen. Windstärke 3! Das ist eine „schwache Brise“, bei der sich dünne Zweige bewegen.
Ein laues Sommerlüftchen bringt den millionenschweren Fortschritt zum Erliegen.
Die kaufmännische Glanzleistung der verantwortlichen Bürokraten setzt der Realsatire die Krone auf:
Die alte, funktionierende Fähre hatte man eilig für 17.000 Euro Schrottwert verramscht – nur um sie dann notgedrungen für 100.000 Euro Steuergeld zurückzumieten, weil das neue Spielzeug versagte.
Jetzt ist die E-Fähre an Pfingsten komplett ausgefallen, der Pächter hat entnervt hingeschmissen.
Und die Konsequenz der Politik?
Man debattiert ernsthaft über den Bau der nächsten E-Fähre. Ideologie schlägt Realität, egal was es den Steuerzahler kostet.
Die „Missunde III“ ist kein lokaler Treppenwitz.
Sie ist Deutschland. Wir verschrotten eine verlässliche Basis, ersetzen sie durch sündhaft teure moralische Luftschlösser, die beim kleinsten Gegenwind kollabieren – und der Bürger darf die Zeche zahlen.
#MissundeIII #Energiewende #Steuergeldverschwendung
Una tenista polaca de 24 años llegó a París la semana pasada clasificada en el puesto 114 del mundo, sin patrocinadores, sin ingresos garantizados y sin certeza siquiera de poder pagar su habitación de hotel.
Tuvo que ganar tres partidos de clasificación solo para entrar al cuadro principal del Abierto de Francia. El dinero de los premios solo se paga al final del torneo, así que una marca polaca de bebidas deportivas intervino discretamente y cubrió su factura de hotel.
Su nombre es Maja Chwalinska. Y hoy, juega la final del Abierto de Francia.
Antes de este torneo, había ganado exactamente un partido de cuadro principal de Grand Slam en toda su carrera. Luchó contra una depresión tan severa que en 2021 no podía levantarse de la cama. Se sometió a una cirugía de rodilla en 2022. Pasó años luchando en torneos menores por toda Europa solo para mantenerse a flote.
Luego llegó a París, ganó tres clasificatorios y siguió ganando. Zheng Qinwen. Elise Mertens. Maria Sakkari. Diana Shnaider. Nueve partidos seguidos. Un solo set perdido.
Ahora es la primera clasificatoria en la historia del Abierto de Francia en llegar a la final. La última vez que una clasificatoria alcanzó una final de Grand Slam fue Emma Raducanu en el Abierto de EE.UU. de 2021. Raducanu ganó.
Simplemente por llegar a la final, Chwalinska ha ganado más dinero en premios que en toda su carrera junta. El cheque por ser subcampeona es de $1.6 millones. Si gana hoy, se lleva $3.25 millones a casa.
Hace una semana no podía pagar su habitación de hotel.
Ich bin gerade auf ein BGH-Urteil vom Oktober 2025 gestoßen, das mich fassungslos macht.
Ein Marokkaner reist 2016 illegal nach Deutschland ein. Sein Asylantrag wird abgelehnt, er taucht unter, begeht mehrere Straftaten. Absoluter Standardfall. Irgendwann fassen ihn die Behörden und wollen ihn abschieben. Hierzu ordnet ein Gericht Abschiebehaft an. Immerhin.
Nun zieht der Marokkaner zwar nicht gegen seine Abschiebung, jedoch gegen seine Inhaftierung bis vor den BGH. Dieser gibt dem Kläger Recht und lässt ihn frei. Begründung: Das deutsche (im Lichte der Rückführungsrichtlinie und einschlägiger EuGH-Rechtsprechung auszulegende) Aufenthaltsgesetz sieht in diesem Standardfall keine Rechtsgrundlage für die Inhaftierung zum Zwecke der Abschiebung vor (Spoiler: Ist eine Rückführung in das Heimatland durch unmittelbaren Zwang ohne Freiheitsberaubung und damit ohne Haft überhaupt denkbar?).
Insbesondere begründet das Untertauchen des Betroffenen seit 2017 (!) nach Auffassung des BGH keinen konkreten Anhaltspunkt für Fluchtgefahr nach § 62 Abs. 3b Nr. 7 AufenthG, denn dieser Paragraph "setzt nach seinem klaren Wortlaut voraus, dass der Ausländer erlaubt eingereist ist."
Mit anderen Worten: bei erlaubter Einreise begründet das Untertauchen eine Fluchtgefahr und damit einen Grund für Abschiebehaft, nicht aber bei unerlaubter Einreise. Das ist so kafkaesk und kontrafaktisch, dass man am Rechtsstaat verzweifeln mag.
Ich wünsche allen, die es feiern, einen gesegneten Fronleichnam, und allen anderen erkläre ich gerne, worum es an diesem Tag geht.
Fronleichnam hat nichts mit „froh“ und „Leichen“ zu tun. Fronleichnam ist kein „Happy Kadaver“, wie manche gerne scherzhaft sagen. Das Wort „Fron“ bedeutet „dem Herrn gehörig“, wie in dem Wort „Frondienst“, also Dienst für den Herrn. „Leichnam“ bedeutete einfach „Leib“. Fronleichnam heißt also: Leib des Herrn.
An Fronleichnam feiern Katholiken die Hostie, bei der der Priester in der Messe sagt: „Der Leib Christi.“
Katholiken glauben, dass die Hostie nicht einfach nur ein Symbol für Jesus ist, sondern dass sie durch die Wandlung in der Messe tatsächlich zum Leib Christi wird. Das nennen Katholiken Transsubstantiation, denn sie glauben, dass sich die Substanz wandelt. Äußerlich bleibt es Brot, aber ihrer Substanz nach ist in der Hostie nach katholischem Glauben wirklich Christus selbst gegenwärtig, nicht metaphorisch, sondern real.
An Fronleichnam wird die konsekrierte Hostie, also der Leib Christi, in einer Monstranz durch die Straßen getragen. Das Allerheiligste wird aus dem Kirchenraum hinausgetragen in die Welt, aus dem sakralen Innenraum hinein ins Profane, auf Marktplätze, an Häuser vorbei, zwischen Eisdielen und Bushaltestellen. Gott in der Fußgängerzone.
Darum gibt es Prozessionen, Blumenteppiche, Altäre unter freiem Himmel, Musik und Fahnen. Die Botschaft lautet: Christus gehört nicht nur in die Kirche, sondern mitten hinein ins Leben der Menschen.
Moment mal, wird jetzt manch ein Christ sagen, gibt es nicht schon einen Tag, an dem der Leib Christi gefeiert wird? Richtig: Gründonnerstag, der Tag des letzten Abendmahls, der Abend, an dem Jesus Brot nahm und sprach: „Das ist mein Leib.“
Warum also braucht man dann noch Fronleichnam? Die Antwort ist ziemlich praktisch:
Gründonnerstag liegt unmittelbar vor Karfreitag. Die Kirche ist da schon im Schatten des Leidens und Sterbens Jesu. Keine ausgelassene Feststimmung. Kein fröhlicher Umzug mit Blumen und Blaskapelle. Die Liturgie an diesen Tagen ist ernst und still.
Und nun kommt eine Frau ins Spiel. Ihr Name ist Juliana von Lüttich. Sie hatte im 13. Jahrhundert eine Eingebung, nämlich dass es ein eigenes Fest für den Leib Christi geben sollte, zu einer Zeit außerhalb der Passionszeit, nach Ostern, nach Christi Himmelfahrt und nach Pfingsten, also zu einer Zeit, in der man Gründonnerstag und den Leib Christi richtig schön nachfeiern kann.
Papst Urban IV. griff diese Idee schließlich auf und führte Fronleichnam 1264 für die ganze Kirche ein.
Fronleichnam geht somit direkt auf die Visionen und Initiative einer Frau zurück. Es ist eines der ganz wenigen großen Kirchenfeste mit einer klar identifizierbaren weiblichen „Gründerfigur“.
Martin Luther konnte mit Fronleichnam übrigens überhaupt nichts anfangen. Für ihn war das Fest ein Paradebeispiel dafür, wie die Kirche Dinge eingeführt hatte, die nicht biblisch begründet seien. Er hielt Fronleichnam für eines der „schädlichsten“ Feste des Kirchenjahres, weil seiner Meinung nach dabei aus dem Abendmahl ein religiöses Schauspiel geworden sei.
Für Katholiken jedoch liegt genau darin die Schönheit, dass an Fronleichnam der Glaube eben nicht nur im Kopf stattfindet, sondern sichtbar, hörbar, riechbar und öffentlich wird, mit Glocken, Gesang, Weihrauch und einer goldenen Monstranz, und das alles mitten in der Welt zwischen den Menschen.
An Fronleichnam feiern Katholiken die vielleicht wildeste Behauptung ihres Glaubens, nämlich dass Gott hier ist, im Brot, das man anfassen, herumtragen und sogar durch ein Dorf spazieren lassen kann.
Wer das nun alles für Hokuspokus hält, dem sei gesagt, dass das Wort „Hokuspokus“ vermutlich einen katholischen Ursprung hat. Die lateinischen Wandlungsworte der Messe lauten „Hoc est enim corpus meum“: „Das ist nämlich mein Leib“. Für Menschen, die kein Latein verstanden, klang das wie eine Zaubersprache. Aus „Hoc est corpus“ wurde im Volksmund dann „Hokuspokus“.
## Millionen für den Abgrund: Der GIZ-Betrug im Jemen ist kein Ausrutscher — er ist das System ##
Der deutsche Steuerzahler darf sich wieder einmal an den Kopf fassen. Die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, kurz GIZ, jenes behäbige Staatsmonstrum mit 21.000 Mitarbeitern und einem Jahresbudget von vier Milliarden Euro, hat ein handfestes Korruptionsproblem. Im Jemen — wohlgemerkt: in einem der zerstörtesten, anarchischsten Länder der Erde — sollen eigene Mitarbeiter systematisch betrogen haben. Gefälschte Tankrechnungen, Währungsmanipulationen, ein Schaden, der nach Insider-Angaben im zweistelligen Millionenbereich liegen soll. Mindestens.
Man muss sich das in Ruhe auf der Zunge zergehen lassen: Der deutsche Staat schickt Steuergeld in ein Land, das seit über einem Jahrzehnt im Bürgerkrieg versinkt, in dem Huthi-Milizen Schiffe im Roten Meer beschießen und in dem keine funktionierende Rechtsstaatlichkeit existiert — und wundert sich dann, wenn dieses Geld auf nimmer Wiedersehen verschwindet. Das ist nicht Pech. Das ist strukturelle Naivität, die mit dem Geld anderer Leute bezahlt wird.
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**2022: Erste Hinweise. 2023: Ministerium informiert. 2026: Noch immer kein Ergebnis.**
Was an diesem Skandal besonders wütend macht, ist nicht allein das Ausmaß des Betrugs, so empörend er auch ist. Was wütend macht, ist die Chronologie des Versagens.
Erste Hinweise auf Unregelmäßigkeiten gab es bereits im Herbst 2022. Die GIZ beauftragte daraufhin eine externe Prüfung — immerhin. Doch dann passierte das, was bei deutschen Behörden und staatsnahen Organisationen so verlässlich eintritt wie der nächste Haushaltsstreit: Es wurde geprüft, verwaltet, kommuniziert — und nichts Entscheidendes unternommen. Als sich die Verdachtsmomente 2023 teilweise bestätigten, informierte man pflichtschuldig das Bundesentwicklungsministerium und den Aufsichtsrat. Und dann? Die Untersuchungen laufen weiter. Die Verantwortlichen sitzen in Eschborn. Der Schaden wächst, während man Berichte schreibt.
Inzwischen, im Jahr 2026, fragt das Entwicklungsministerium noch immer niemand direkt nach strafrechtlichen Ermittlungen — jedenfalls weigert es sich, auf entsprechende Medienanfragen zu antworten. Man verweist stattdessen auf die "sich weiter verschärfende Sicherheitslage im Jemen". Als hätte man nicht spätestens 2015 wissen können, dass der Jemen ein Katastrophengebiet ist, in das man besser keine Millionen überweist, ohne genauestens hinzuschauen.
Vier Jahre, in denen das Ministerium Bescheid wusste. Vier Jahre, in denen die Öffentlichkeit nichts erfuhr. Vier Jahre, in denen weiter Projekte liefen und weiter Geld floss. Das ist kein behördliches Missgeschick. Das ist eine Vertuschung durch Untätigkeit.
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**124 Millionen Euro für ein Land im Krieg**
Die Zahlen, die die GIZ selbst auf ihrer Website auflistet, sind atemberaubend: 14 Projekte im Jemen — drei laufende, elf ausgelaufene — mit einer Gesamtfördersumme von über 124 Millionen Euro. Themen: Abfallentsorgung und Gesundheitswesen. Im Jemen. In einem Land, in dem es weder Abfallentsorgung noch ein funktionierendes Gesundheitssystem gibt und in dem die Huthi-Rebellen seit Jahren Teile des Territoriums kontrollieren.
Und diese Projekte werden im sogenannten "Fernsteuerungsmodus" betrieben. Das heißt: Einheimische Mitarbeiter berichten von weit weg an die GIZ-Zentrale nach Eschborn. Die Finanzverantwortlichen sitzen längst nicht mehr im Land. Man leitet also ein Milliarden-Projekt in einem Bürgerkriegsgebiet ferngesteuert vom deutschen Büro aus — und ist überrascht, wenn das schiefgeht? Wer hat dieses System gebaut? Wer hat es genehmigt? Wer trägt die Verantwortung?
Diese Fragen werden nicht gestellt, weil die politische Klasse in Deutschland kein Interesse daran hat, die Grundlagen der Entwicklungshilfe ernsthaft zu hinterfragen. Denn das würde bedeuten, ein System einzugestehen, das im Wesentlichen Bürokraten beschäftigt, NGOs finanziert und Steuergeld in ein globales Fass ohne Boden kippt.
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**Die GIZ: Ein Selbstläufer auf Steuerzahlerkosten**
Die GIZ ist keine kleine Behörde, die man leicht übersieht. Sie ist ein Bundesunternehmen mit einem Umsatz von vier Milliarden Euro im Jahr 2024, mit 21.000 Mitarbeitern, aktiv in über 120 Ländern. Ihr Vorsitzender ist Thorsten Schäfer-Gümbel, ehemaliger SPD-Spitzenpolitiker, der nach seiner gescheiterten politischen Karriere nahtlos in die Entwicklungshilfe-Welt wechselte — als wäre die GIZ eine Art Versorgungswerk für gut vernetzte Sozialdemokraten.
Das ist keine Ausnahme, das ist Tradition. Wer in Deutschland gut regiert hat, sich eine Partei korrekt warmgehalten hat oder einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort war, findet sich früher oder später in einem der zahlreichen staatsfinanzierten Apparate wieder, die unter dem Deckmantel der Weltverbesserung ihr Auskommen finden. Die GIZ ist einer der prominentesten dieser Apparate.
Und das Geld, das dort verwaltet wird, ist nicht das Geld der Funktionäre. Es ist das Geld der Krankenpflegerin in Hagen, des Handwerksmeisters in Rostock, des Rentners in Görlitz, der jeden Cent zweimal umdrehen muss. Diese Menschen haben keine Lobby. Sie schreiben keine Pressemitteilungen. Sie sitzen nicht im Aufsichtsrat.
Bereits 2011 sorgte die GIZ für einen Skandal — First-Class-Flüge und Luxuslimousinen für den Vorstand, während das Geld für die Welt draußen verteilt wird. Damals gab es Empörung, dann Beschwichtigung, dann Vergessen. So funktioniert das System. Der Betrug im Jemen ist das neueste Kapitel — aber nicht das letzte.
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**Kontrolle? Fehlanzeige.**
Was interne Berichte zur GIZ schon lange zeigen und was durch den Jemen-Skandal erneut bestätigt wird: Es fehlt an wirkungsvollen Systemen zur Überprüfung der Mittelverwendung. Bestimmte Ausgaben werden kaum oder gar nicht geprüft, obwohl erhebliche Summen fließen. Wer innerhalb der GIZ Kritik äußert, riskiert seine Karriere. Das berichteten ehemalige Mitarbeiter. Man hält den Mund, weil man nicht auffallen will. Weil man kurz vor der Rente steht. Weil man weiterbeschäftigt werden will.
In einem privatwirtschaftlichen Unternehmen wäre ein solches Kontrollversagen ein handfester Skandal, der Vorstände vor Gericht brächte. Bei der GIZ ist es strukturelle Normalität. Man prüft sich selbst, informiert das Ministerium mit Verzögerung und verweist auf "laufende Untersuchungen". Und wenn ein Krieg ausbricht, zieht man sich nach Eschborn zurück und macht von dort weiter.
Dabei ist bis heute nicht einmal abschließend klar, welche Projekte konkret betroffen sind — ob nur jene, die vom Entwicklungsministerium finanziert wurden, oder auch solche der EU und des Auswärtigen Amtes. Der Schaden ist nicht beziffert, die Verantwortung nicht zugewiesen, die strafrechtlichen Konsequenzen unbekannt. 24 Mitarbeiter wurden freigestellt. Das war's. Vorerst.
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**Das eigentliche Problem heißt Entwicklungshilfe**
Wer bei diesem Skandal nur über individuelle Täter reden will, hat das eigentliche Problem nicht verstanden. Der Betrug im Jemen ist ein Symptom. Die Krankheit heißt: ein System der Entwicklungshilfe, das keine echte Erfolgskontrolle kennt, keine wirksame Haftung, keine Konsequenz bei Versagen — aber immer neue Milliarden aus dem Bundeshaushalt.
Deutschland gibt aktuell rund zehn Milliarden Euro pro Jahr über das Entwicklungsministerium aus. Das ist eine atemberaubende Summe in einer Zeit, in der Kommunen ihre Schwimmbäder schließen, Pflegeheime unterfinanziert sind und Fachkräfte fehlen wie nie zuvor. Dafür wandern Steuergelder in Kriegsgebiete, in denen gefälschte Tankquittungen abgerechnet werden und die Finanzverantwortlichen irgendwo in Hessen sitzen.
Es ist höchste Zeit, die grundlegende Frage zu stellen, die in Berlin nie gestellt wird: Was bringt diese Entwicklungshilfe tatsächlich? Was kommt bei den Menschen an — und was versickert im Apparat, in Beraterverträgen, in gefälschten Rechnungen und in den Taschen lokaler Mitarbeiter, die niemand kontrolliert?
Die Antwort auf diese Frage wäre für viele in Berlin unbequem. Deshalb wird sie nicht gestellt. Stattdessen wird man den GIZ-Skandal im Jemen in einigen Wochen zu den Akten legen, vielleicht eine interne Reformkommission einsetzen, dem Aufsichtsrat eine neue Präsentation zeigen — und weitermachen wie bisher.
Denn darum geht es am Ende: nicht um Entwicklung. Sondern darum, einen Apparat am Laufen zu halten, der zu groß, zu vernetzt und zu politisch ist, um grundsätzlich in Frage gestellt zu werden. Der Steuerzahler zahlt. Und schweigt.
Oder eben nicht mehr.
https://t.co/lKWvpTCKxQ
In Baden-Württemberg darf in Freibädern nicht mehr geraucht werden, Bremen plant ebenfalls strengere Vorschriften. Auch sonst gilt: Wer eine Landesgrenze überschreitet, muss sich oft an neue Regeln halten. Der Überblick. https://t.co/dxOCVSPrR1
@cuba_offiziell Welches Modell Glaskugel nutzt der Herr um voraussagen zu können wie alt jemand wird? 🧐
Das ist eine weitere bunte Ablenkungssau die durchs Dorf getrieben wird. 🙄
Als Trainerin habe ich das unzählige Male erlebt: Menschen, die bei 35 °C stundenlang joggen oder über den Golfplatz laufen, nüchtern zum Sport erscheinen, nichts zu trinken dabeihaben – und dann wundern sie sich, dass der Kreislauf streikt oder sie gleich kollabieren.
Besonders perfide wird es, wenn noch Vorerkrankungen wie Herzprobleme, Übergewicht, Diabetes oder andere stille Belastungen hinzukommen. Dann wird aus der „harmlosen Sommeraktivität“ ganz schnell ein Notarzteinsatz.
Niemand stirbt einfach so „an der Hitze“. Das ist eine der irreführendsten Formulierungen, die man in den Medien hören kann. Plötzlich heißt es wieder „Hunderte Hitzetote!“, als hätte die Sonne persönlich eine Mordserie gestartet. Dabei handelt es sich fast immer um Menschen, die schon schwer vorerkrankt waren, dehydriert, überfordert oder medikamentös belastet – und die Hitze war lediglich der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.
Wenn es wirklich so einfach wäre, an Hitze zu sterben, wären alle südlichen Länder schon längst entvölkert. Stattdessen haben die Menschen dort seit Jahrhunderten verstanden: Siesta halten, mittags im Schatten bleiben, langsam machen und den Körper schonen.
Übrigens, liebe Medien: Eure Aufgabe ist es, Wissen zu verbreiten und die Menschen aufzuklären – nicht, bei jeder Hitzewelle mit reißerischen „Hitzetod“-Schlagzeilen Panik zu schüren. Das ist kein Journalismus.
@ARD_BaB@ZDF
#Hitzetote