2 Kinder (1 x GdB 100, G, B, H, PG 3), RA-Fachangestellte aus Berufung 😉, verheiratet (in der Reihenfolge) - nur kein Streß, macht Falten + graue Haare
Nochmal an alle, die bei der Bundestagswahl die Union gewählt haben: Von tiefstem Herzen, danke!
Schämt ihr euch eigentlich heute?
Ich frage für all diejenigen, die wegen der Gesundheitsreform jetzt auf der Strecke bleiben.
Nouvelle blague russe :
Un russe fait la queue à la station-service.
« J'en ai assez », dit-il à sa femme. « reste dans la file, je vais aller flinguer Poutine. »
Après deux heures, il revient et reprend le volant.
Sa femme lui demande : « Tu lui as tiré dessus ? »
Et l’homme de répondre : « Non, la file d’attente pour tirer sur Poutine est encore plus longue que celle pour l’essence ! »
VW hat keine Existenzkrise wie ein Handwerksbetrieb, der morgen die Rechnung nicht zahlen kann.
VW hat eine Krise seines alten Geschäftsmodells.
Und jetzt wird aus Managementversagen ein nationales Schicksal gemacht.
Das ist der eigentliche Trick:
Solange Gewinne laufen, ist es Unternehmertum.
Wenn die Strategie scheitert, ist es plötzlich Deutschland.
Man muss dieser Regierung eines lassen: Sie findet zuverlässig den Geldbeutel der Menschen, die morgens aufstehen, arbeiten, Kinder großziehen oder Angehörige pflegen.
Kaum vergeht eine Woche ohne die nächste Reformidee. Mal geht es um die telefonische Krankschreibung, mal um strengere Regeln bei der Arbeitsunfähigkeit, mal um längere Lebensarbeitszeit, dann wieder um die Witwenrente. Gleichzeitig steigen Sozialabgaben, Energie- und Netzkosten werden zum Dauerthema und für die Verteidigung werden Ausgaben in historischer Größenordnung eingeplant.
Nein. Wehrfähigkeit ist nicht das Problem. Deutschland muss seine Verteidigung stärken. Aber irgendwann darf man schon fragen, warum für Milliardenprogramme regelmäßig Geld da ist, während bei Rentnern, Kranken, Familien oder Hinterbliebenen plötzlich jeder Euro dreimal umgedreht werden muss.
Jetzt also die Debatte über die Witwenrente. Offiziell heißt das modern Rentensplitting. Klingt nach Fortschritt. Klingt nach Gerechtigkeit. Blöd nur, dass genau die Menschen schlechter dastehen können, deren Lebensmodell dieser Staat jahrzehntelang selbst gefördert hat: Einer arbeitet Vollzeit, der andere kümmert sich um Kinder oder pflegt Angehörige. Jahrzehntelang war das gesellschaftlich gewollt. Heute scheint dieselbe Lebensleistung eher als Rechenfehler im Bundeshaushalt zu gelten.
Das Muster wiederholt sich inzwischen erschreckend oft.
Wer krank ist, steht unter Generalverdacht.
Wer arbeitet, soll länger arbeiten.
Wer Familie gegründet hat, soll sich auf Veränderungen einstellen.
Wer Witwe oder Witwer wird, bekommt erklärt, dass das alte System nicht mehr zeitgemäß ist.
Und wer das alles bezahlt? Überraschung: meistens dieselben Menschen.
Natürlich kann man jede einzelne Maßnahme sachlich begründen. Mehr Sicherheit. Mehr Wettbewerbsfähigkeit. Demografischer Wandel. Haushaltsdisziplin. Alles richtige Stichworte.
Nur entsteht langsam ein ziemlich eindeutiges Gesamtbild.
Der normale Bürger erscheint in dieser Politik immer häufiger als Kostenfaktor. Nicht als Mensch. Nicht als Leistungsträger. Sondern als Position in einer Excel-Tabelle, bei der irgendwo noch Einsparpotenzial vermutet wird.
Interessant ist dabei, worüber deutlich seltener gesprochen wird. Große Vermögen. Hohe Erbschaften. Außergewöhnliche Krisengewinne. Dort wird erstaunlich behutsam argumentiert. Beim Durchschnittsverdiener dagegen kennt der politische Erfindungsreichtum offenbar keine Grenzen.
Man muss nicht behaupten, diese Regierung hasse die Bevölkerung. Dafür gibt es keinen Beleg.
Aber sie vermittelt immer öfter den Eindruck, dass sie den Menschen vor allem eines entgegenbringt: Misstrauen.
Misstrauen gegenüber Kranken.
Misstrauen gegenüber Rentnern.
Misstrauen gegenüber Hinterbliebenen.
Misstrauen gegenüber Arbeitnehmern.
Und genau das ist vielleicht ihr größtes Problem. Nicht jede einzelne Reform. Sondern die Botschaft dahinter.
Wer jeden Tag das Gefühl bekommt, nur noch sparen, verzichten, länger arbeiten und mehr bezahlen zu sollen, während für andere Gruppen immer noch Ausnahmen gefunden werden, verliert irgendwann das Vertrauen.
Vielleicht sollte sich diese Regierung einmal fragen, warum so viele Menschen inzwischen bei jeder neuen Reform zuerst den Geldbeutel festhalten.
Nicht weil sie reformunwillig sind.
Sondern weil sie gelernt haben, wer am Ende meistens die Rechnung bekommt.
https://t.co/UKZWY0vWTC
Trotz all des Leids hat der Comedian Selenskyj sein Talent nicht verloren – auch nicht in einer Fremdsprache und gegenüber Trump.
TRUMP: Putin meint: „Ich würde mich gerne in Moskau treffen.“ Ich weiß nicht, ob Selenskyj nach Moskau reisen würde. Vielleicht würde er das. Würden Sie nach Moskau reisen?
SELENSKYJ: Schwierig. Dort gibt es zu viele ukrainische Drohnen. (Zuschauer lachen) Es ist gefährlich.
TRUMP: Ja, es ist schwer, nach Moskau zu fahren.
Jeden Tag ein bisschen @AfD-Programm aus Sachsen-Anhalt.
Heute: IV. Schulbildung
Vorsicht, es wird russisch. 😉
Das Bildungsprogramm der AfD Sachsen Anhalt behauptet, die Krise der Schulen lösen zu wollen. Beim Lesen entsteht allerdings eher der Eindruck, dass nicht die tatsächlichen Probleme wie Lehrkräftemangel, Unterrichtsausfall, marode Gebäude oder soziale Ungleichheit im Mittelpunkt stehen, sondern ein Kulturkampf im Klassenzimmer.
Die große Gefahr für die Bildung scheint laut AfD nicht der fehlende Unterricht zu sein, sondern die Regenbogenflagge. Deshalb soll sie aus Schulen verschwinden. Offenbar glaubt die Partei, dass Kinder automatisch besser lesen, schreiben und rechnen, wenn ein Symbol entfernt wird. Vielleicht folgt dann auch die neue Wunderpädagogik, bei der Mathematikaufgaben durch Heimatliebe gelöst werden.
Passend dazu soll Schule stärker zur Vermittlung von Patriotismus und nationaler Identität dienen. Die Bundesflagge soll täglich gehisst und das gemeinsame Singen der Nationalhymne gefördert werden. Heimatverbundenheit entsteht aber nicht durch verordnete Rituale. Sie entsteht durch gute Schulen, demokratische Werte, sichere Arbeitsplätze und die Erfahrung, Teil einer offenen Gesellschaft zu sein. Ein Fahnenmast ersetzt keine Lehrkraft.
Bemerkenswert ist auch der Umgang mit internationalen Einflüssen. Die AfD warnt häufig vor angeblicher kultureller Überfremdung, möchte aber gleichzeitig den Russischunterricht ausbauen und Schüleraustauschprogramme mit Russland wiederbeleben. Ausgerechnet mit einem Staat, dessen Regierung Opposition verfolgt, Medien kontrolliert und einen Angriffskrieg gegen die Ukraine führt. Fremde Einflüsse sind offenbar nur dann problematisch, wenn sie nicht ins eigene Weltbild passen.
Besonders alarmierend ist die Forderung nach Sonderklassen für Flüchtlingskinder. Die AfD begründet dies nicht nur mit Sprachförderung, sondern damit, deutsche Kinder vor angeblichen Belastungen durch Kinder aus anderen Kulturen schützen zu wollen. Kinder aufgrund ihrer Herkunft dauerhaft zu trennen, ist keine moderne Bildungspolitik. Es ist Ausgrenzung. Integration funktioniert nicht durch Absonderung, sondern durch gemeinsames Lernen, Sprache und Begegnung.
Auch die Idee, die Schulpflicht durch eine Bildungspflicht zu ersetzen, verdient deutliche Kritik. Schule ist nicht nur ein Ort, an dem Wissen vermittelt wird. Sie ist ein Schutzraum. Lehrerinnen und Lehrer erkennen häufig als Erste, wenn Kinder vernachlässigt werden, Gewalt erfahren oder Unterstützung benötigen. Wer den Schulbesuch stärker zur freiwilligen Entscheidung macht, schwächt einen wichtigen Schutzmechanismus für Kinder.
Beim Thema Inklusion setzt die AfD ebenfalls auf Trennung statt Lösungen. Statt ausreichend Personal und Unterstützung zu fordern, wird gemeinsames Lernen grundsätzlich infrage gestellt. Dabei liegt das Problem nicht darin, dass Kinder unterschiedlich sind, sondern darin, dass Schulen oft nicht die nötigen Ressourcen bekommen.
Natürlich gibt es im Programm auch Punkte, die sinnvoll klingen, etwa mehr Berufsorientierung oder eine stärkere Förderung praktischer Fähigkeiten. Aber zwischen Handwerksprojekten und Digitalisierung versteckt sich ein deutliches Muster. Die Schule soll weniger ein Ort der offenen Bildung und mehr ein Ort der ideologischen Erziehung werden.
Am Ende bleibt ein Programm, das die großen Herausforderungen unserer Zeit mit Symbolpolitik beantwortet. Weniger Lösungen für Lehrermangel und Bildungsqualität, dafür mehr Fahnen, mehr Kulturkampf und mehr Ausgrenzung. Eine Schule der Zukunft entsteht nicht durch Nostalgie, sondern durch Wissen, Chancengleichheit und demokratische Bildung.
Jeden Tag ein bisschen @AfD-Programm aus Sachsen-Anhalt.
Heute III. Kultur und Integration.
Achtung: hier wird’s besonders wirr.
Das Kulturprogramm der AfD Sachsen Anhalt wirkt wie der verzweifelte Versuch, das Jahr 1955 mit einem Facebook Kommentarbereich und einer Silvesterrakete wiederzubeleben.
Angeblich geht Deutschland nicht wegen maroder Infrastruktur, Wohnungsmangel, Fachkräftemangel oder einer schwächelnden Wirtschaft den Bach runter. Nein. Schuld sind das Bauhaus, die politische Bildung, die Regenbogenfahne und das Wort Studierende. Man muss diese Prioritäten einfach bewundern.
Besonders rührend ist der heldenhafte Einsatz für Feuerwerk. Während Krankenhäuser jedes Jahr zahlreiche Verletzte versorgen, Einsatzkräfte Brände löschen und Städte Millionen für die Beseitigung von Schäden und Müll ausgeben, erklärt die AfD den Böller praktisch zur höchsten deutschen Kulturleistung. Goethe schrieb Faust. Beethoven komponierte die Neunte. Die AfD rettet den Chinaböller.
Beim Gendern wird es noch absurder. Die Partei tut so, als würde ein Partizip die deutsche Sprache auslöschen. Deutsch hat Luther, zwei Weltkriege, Rechtschreibreformen und das Internet überlebt. Aber ausgerechnet Studierende sollen jetzt den Untergang des Abendlandes einläuten. Das ist ungefähr so glaubwürdig wie die Behauptung, der Dativ sei wegen einer Unisex Toilette ausgestorben.
Besonders unerquicklich wird es beim Christentum. Plötzlich entdeckt die AfD ihre Liebe zur christlichen Ethik. Das wäre überzeugender, wenn nicht immer wieder führende Funktionäre durch rassistische, menschenverachtende oder geschichtsrevisionistische Aussagen auffallen würden. Christliche Ethik bedeutet Nächstenliebe, Mitgefühl, Barmherzigkeit und die gleiche Würde aller Menschen. Wer ständig gegen Minderheiten hetzt und Menschen nach Herkunft oder Religion gegeneinander ausspielt, beruft sich auf das Christentum ungefähr so glaubwürdig wie ein Brandstifter auf den vorbeugenden Brandschutz.
Nebenbei möchte die AfD auch gleich festlegen, welche Kunst förderwürdig ist, welche Architektur schön genug aussieht, welche Sprache gesprochen werden darf und welche politische Bildung akzeptabel ist. Das nennt sich dann ausgerechnet Freiheit. Man kennt dieses Prinzip auch aus Ländern, in denen Regierungen Künstlern und Wissenschaftlern erklären, was sie denken und sagen dürfen. Und ganz nebenbei kennen wir das auch aus der eigenen Geschichte.
Besonders ironisch ist dabei, dass dieselbe Partei ständig von Meinungsfreiheit spricht. Gemeint ist allerdings offenbar die Freiheit der eigenen Meinung. Sobald andere Menschen anders sprechen, anders glauben, anders lieben oder andere Kunst schaffen, soll der Staat eingreifen. So sieht also die große Freiheit aus.
Am Ende bleibt der Eindruck, dass die AfD weniger an Kultur interessiert ist als an kultureller Kontrolle. Alles soll deutsch genug, patriotisch genug und ideologisch passend sein. Feuerwerk wird zur Kultur erklärt, Gendern zur Staatskrise erhoben und christliche Werte werden so lange beschworen, bis man einen Blick auf das tatsächliche politische Personal wirft. Das Programm liest sich deshalb weniger wie ein Konzept für ein modernes Bundesland und mehr wie eine Mischung aus Kulturkampf, Nostalgie und Silvesterprospekt.
https://t.co/vuhUtQw3bC
Tag 2 aus dem @AfD-Programm: Einwanderung und Remigration.
Die AfD verkauft Migration als Ursache nahezu aller Probleme. Wohnungsmangel? Migration. Kitaplätze? Migration. Fachkräftemangel? Überraschenderweise ebenfalls Migration.
Auffällig ist auch hier wieder die Sprache. Menschen werden ständig als „kulturfremd“, „Sozialstaatsnomaden“ oder Teil einer angeblichen „Asylindustrie“ beschrieben. Das ist kein Zufall, sondern ein Weltbild. Nicht das Verhalten einzelner zählt, sondern die Herkunft. Und genau so schafft man ein pauschales Feindbild.
Noch spannender ist die Finanzierung. Das Programm fordert mehr Abschiebehaft, mehr Abschiebeflüge, neue Behörden, eine Task Force, Remigrationsbeauftragte, Remigrationslotsen, Rückkehrprämien, flächendeckende Dokumentenprüfgeräte und jährliche Überprüfungen von Schutzstatus. Also einen gewaltigen Ausbau des Staatsapparats.
Die entscheidende Frage bleibt unbeantwortet. Wer bezahlt das alles?
Und dann die Fachkräfte. Internationale Fachkräfte werden pauschal zum Sicherheitsrisiko erklärt, gleichzeitig sollen Einbürgerungen erschwert und Zuwanderung massiv begrenzt werden.
Deutschland konkurriert weltweit um Ärzte, Pflegekräfte, Ingenieure und IT-Fachkräfte. Die AfD scheint ernsthaft zu glauben, dass diese lieber in ein Land kommen, das sie zunächst als „kulturfremd“ bezeichnet.
Am Ende bleibt auch hier viel Angst, viele Feindbilder und erstaunlich wenig dazu, wie Sachsen-Anhalt mit weniger Arbeitskräften wirtschaftlich erfolgreicher werden soll.
*Handy klingelt
"Moin Maxi, bist du im Betrieb?"
Ich:
"Nein, ich hab..."
Er:
"Dann bist du in der Halle, sehr gut! Ich hab ein Problem mit meinem BMW, der springt nicht..."
Ich:
"Alter! Ich hab Urlaub, ich bin..."
Er:
"Zuhause, sehr gut, dann schlepp ich den gleich..."
Ich:
"NICHT zu mir, läufst du auf allen Pötten? Ich HAB URLAUB!"
Er:
"Oh...okay...aber..."
Ich:
"Kein ABER und außerdem..."
*meine Frau nimmt mir das Handy aus der Hand
"Und außerdem schneid ich zuerst dich und danach deine Dreckskarre in Scheiben, wenn du hier auftauchen solltest! MAXI HAT URLAUB! PUNKT!"
*Legt auf
Ich weiß schon warum ich diese Frau, mit dem Temperament eines brennenden Benzinkanisters, vor vielen Jahren geheiratet habe und jeden Tag aufs Neue von ganzem Herzen immer mehr liebe❤️
Die Rechte feiert Alice Weidels Auftritt bei Dunja Hayali & Co.
Verständlich.
Wer Politik nur als Dominanzclip versteht, verwechselt Ausweichen mit Stärke.
Aber genau diese Interviews zeigt, warum Weidel keine Kanzlerin kann.
Eine Kanzlerin kann nicht bei jeder kritischen Frage „Framing“ rufen.
Sie muss erklären, warum mehrere #AfD -Landesverbände als gesichert rechtsextremistisch eingestuft werden.
Sie muss auch erklären, warum ein Höcke-Vertrauter in die Parteispitze rückt.
Und sie muss erklären, warum ihre Partei vom Verfassungsschutz rechtskräftig als Verdachtsfall beobachtet werden darf.
Ebenfalls, wie sie mit Russlandnähe, Geheimschutz, EU, Haushalt, Fachkräftemangel, Renten und Rechtsstaat umgehen will.
>>Weidel tat nichts davon.<<
Sie lieferte keinen Kanzlerinnenauftritt.
Sie lieferte stattdessen Abwehrreflexe.
„Wir lassen uns nicht labeln“ ist keine Regierungserklärung.
Es ist die Sprache einer Partei, die Macht will, aber Kontrolle nicht erträgt.
Wer schon im Interview keine Frage aushält, sollte keinen Staat führen.
Das Sommerinterview mit Lars Klingbeil war leider ziemlich lehrreich.
Nicht, weil man danach wusste, wofür die SPD steht.
Eher, weil man langsam ahnt, woran sie gerade erstickt.
Klingbeil erklärte die neuen Pläne zur Krankschreibung als Kompromiss. Die Union wollte Karenztage. Also Krankheit ohne Lohnfortzahlung. Das hat die SPD verhindert. Gut so. Wirklich.
Nur bleibt am Ende trotzdem übrig:
AU ab dem ersten Krankheitstag.
Telefonische Krankschreibung soll weg.
Gewerkschaften und Ärzte sind sauer.
Beschäftigte stehen mal wieder unter Generalverdacht.
Aber keine Sorge, sagt Klingbeil sinngemäß, niemand müsse sich krank zum Arzt schleppen.
Aha.
Man braucht also eine Bescheinigung ab Tag eins, soll sich aber nicht zum Arzt schleppen müssen, während die telefonische Krankschreibung abgeschafft werden soll.
Das ist keine Reform.
Das ist Bürokratie-Yoga für Fortgeschrittene.
Besonders hübsch wird es beim Faktencheck.
Die telefonische Krankschreibung ist laut Tagesschau nicht der Grund für den Anstieg der Krankheitszahlen. Ihr Anteil liegt bei gerade einmal 0,8 bis 1,2 Prozent. Ein großer Teil des Anstiegs der gemeldeten Krankheitstage hängt außerdem mit der elektronischen AU zusammen, weil Krankmeldungen seit 2022 vollständiger erfasst werden.
Also bekämpft man ein Symbolproblem.
Natürlich bei Arbeitnehmern.
Wo auch sonst.
Dann die „Superreichensteuer“.
Klingt schön nach SPD. Nach Gerechtigkeit. Nach roter Fahne im Wind. Nach Arbeiterlied mit Steuerbescheid.
Nur sagt der Faktencheck ziemlich trocken: Eine Superreichensteuer ist gar nicht geplant.
Geplant ist eine höhere Besteuerung sehr hoher Einkommen. Ab 250.000 Euro zu versteuerndem Einkommen 45 Prozent, ab 280.000 Euro 47 Prozent.
Das kann man machen.
Aber Superreiche sind nicht einfach Menschen mit hohem Jahreseinkommen. Superreiche sitzen auf Vermögen. Auf Erbschaften. Auf Kapital. Auf Strukturen, die von Arbeitseinkommen so weit entfernt sind wie Friedrich Merz vom Wartezimmer einer überfüllten Hausarztpraxis.
Und genau da passiert wieder: erstaunlich wenig.
Richtig finster wird es beim Informationsfreiheitsgesetz.
Klingbeil beruhigt: NGOs und Journalisten sollen weiter arbeiten können.
Der Faktencheck sagt: Moment mal. Im Reformpapier steht, Auskunftsrechte sollen künftig auf natürliche Personen mit berechtigtem Interesse fokussiert werden. NGOs sind aber keine natürlichen Personen.
Also während man unten Arbeitnehmer genauer kontrollieren möchte, wird oben Transparenz offenbar etwas schmaler geschnitten.
Satire schreibt sich manchmal nicht.
Sie bekommt einfach ein Regierungsprogramm.
Und das ist das eigentliche Problem der SPD.
Sie verhindert Schlimmeres und verkauft den Rest als Fortschritt.
Sie bremst die Union ein bisschen und nennt es sozialdemokratische Handschrift.
Sie übernimmt die Verteidigung eines Pakets, bei dem Gewerkschaften vor Angriffen auf Beschäftigtenrechte warnen.
Und dann wundert man sich, warum die Partei bei 12 Prozent herumkrebst.
Vielleicht liegt es nicht daran, dass die Menschen Reformen nicht verstehen.
Vielleicht verstehen sie sie inzwischen zu gut.
Vielleicht merken sie, dass da eine Partei sitzt, die historisch für Arbeit, Sozialstaat, Aufstieg und Würde stand, aber aktuell viel zu oft klingt wie die freundliche Pressestelle einer CDU, die „mehr Kapitalismus wagen“ für einen Therapieansatz hält.
Die SPD muss nicht grüner werden.
Sie muss nicht linker klingen.
Sie muss wieder sozialdemokratisch handeln.
Nicht Arbeitnehmer verdächtigen.
Nicht Kranke schikanieren.
Nicht Transparenzrechte ausdünnen.
Nicht hohe Einkommen mit Superreichen verwechseln.
Nicht jedes rote Pflaster auf schwarze Politik kleben und hoffen, dass niemand die Farbe darunter sieht.
Denn irgendwann fragt man sich nicht mehr, ob die SPD noch gebraucht wird.
Irgendwann fragt man sich nur noch:
Merkt sie eigentlich selbst, dass sie gerade dabei ist, sich überflüssig zu erklären?
Ab heute gibt’s jeden Tag ein bisschen AfD-Parteiprogramm aus Sachsen-Anhalt.
Liebe @AfD-Wähler*innen, bitte versteht das als kostenlosen Service. Nicht, dass ihr später einmal sagt, ihr hättet es nicht gewusst.
Ok, Tag 1: Familie und Kinder.
Die AfD beginnt nicht mit Familienpolitik, sondern gleich mit dem Untergang des Abendlandes. Aus dem demografischen Wandel wird das angebliche Aussterben des deutschen Volkes. Schließlich verkauft sich Weltuntergang besser als Statistik.
Danach läuft das bekannte Programm. Alle anderen sind schuld, nur die AfD hat angeblich den Durchblick. Dass niedrige Geburtenraten in fast allen wohlhabenden Ländern vorkommen, passt nicht ins Drehbuch und wird deshalb großzügig ausgeblendet.
Und dann die große Überraschung. Die Lösung lautet Vater, Mutter und möglichst viele Kinder. Wie das funktionieren soll, bleibt allerdings ein gut gehütetes Geheimnis.
Keine Antwort auf hohe Mieten, steigende Lebenshaltungskosten, fehlende Kitaplätze oder unsichere Arbeitsverhältnisse. Offenbar reicht es, das traditionelle Familienbild oft genug zu wiederholen und der Nachwuchs kommt von allein.
Am Ende bleibt vor allem eines. Viel Panik. Viel Eigenlob. Viel Schuldzuweisung. Aber ausgerechnet bei den Lösungen herrscht gähnende Leere. Für eine Partei, die ständig behauptet, alle Antworten zu haben, ist das eine erstaunlich kinderarme Ideenwelt.
https://t.co/vuhUtQwB1a
Werter Herr Bundeskanzler.
Vielleicht würde das Nörgeln über diese Regierung ja tatsächlich verstummen.
Man müsste nur ein paar winzige Details korrigieren.
Zum Beispiel eine Regierung einsetzen, die Kranke nicht reflexhaft für Schauspieler hält, während sie selbst jede Verantwortung überzeugend weginszeniert.
Einen Kanzler haben, der Arbeitnehmer nicht behandelt, als hätten sie heimlich ein Zweitleben als Freizeitbetrüger.
Eine Union, die beim Bürgergeld nicht mit der Taschenlampe im Existenzminimum herumstochert, als suche sie nach versteckten Luxusreserven zwischen Miete und Nudeln.
Eine Koalition, die Informationsfreiheit nicht wie eine lästige Nebenwirkung der Demokratie betrachtet, die man am liebsten absetzen würde.
Eine Politik, die bei großen Vermögen plötzlich nicht in fürsorgliche Schnappatmung verfällt, während sie unten bei 563 Euro noch den letzten Cent Effizienz herausquetschen will.
Und vielleicht, ganz abwegige Idee, einen Kanzler, der bei 13 Prozent Zustimmung nicht ausgerechnet die Bevölkerung zum Problem erklärt, sondern sich selbst einmal in den Spiegel schaut.
Aber klar.
Die Leute nörgeln.
Nicht etwa, weil sie Reformen erleben, die konsequent nach unten treten und nach oben höflich nicken.
Nicht, weil Kranke, Arbeitslose, Arbeitnehmer und Bürger zunehmend unter Generalverdacht stehen, während Macht und Geld erstaunlich unbehelligt bleiben.
Nicht, weil die SPD zwar gelegentlich bremst, am Ende aber doch brav mitfährt, wenn es sozial bergab geht.
Nicht, weil die Union soziale Kälte inzwischen als Führungsstärke verkauft.
Nein.
Die Menschen sind einfach Nörgler.
So nennt man das wohl, wenn ein Kanzler mit 13 Prozent Zustimmung dem Land erklärt, dass nicht seine Politik das Problem ist, sondern die angeblich schlechte Stimmung der Bevölkerung.
Man kann das natürlich so machen.
Man kann Kritik delegitimieren.
Man kann Sorgen als Befindlichkeiten abtun.
Man kann Misstrauen säen und es dann den Bürgern anlasten.
Man kann Härte nach unten als mutige Reform etikettieren.
Nur sollte man sich dann nicht wundern, wenn dieses Land irgendwann trocken zurückfragt:
Herr Kanzler, wenn wirklich alle nörgeln – könnte es vielleicht doch an Ihrer Politik liegen?
Ein kleiner (fiktiver?) Blick in die Zukunft:
Es ist 7:05 Uhr
Der kühle Herbstwind streicht langsam durch die Äste einer alten Eiche. Die spärliche Beleuchtung einer Straßenlaterne, zeichnet abstrakte Schatten der wartenden Menschen an die Hauswand der kleinen Hausarztpraxis. Manche stehen dort schon seit zwei Stunden oder länger und sind aufgrund des hohen Fiebers in Decken gehüllt.
"Mama, wie lange dauert es noch?" fragt ein kleines Mädchen nun schon zum wiederholten Mal ihre Mutter.
"Gleich ist es soweit Schatz, du weißt doch..."
*Lautes und bellendes Husten unterbricht sie in ihrer Antwort.
Nach einem kurzen Moment in der ihr kurz schwarz vor Augen wurde, findet sie ihre Stimme wieder
"...ich brauche diese Krankmeldung, sonst verliert ich meinen Job"
Dann Kind nickt langsam und zuckt plötzlich zusammen, als sich eine andere Person in der Warteschlange, hinter ihnen auf den Gehweg erbricht.
Am Ende der Straße erscheinen die Scheinwerfer eines Autos und bringen für einen Moment etwas mehr Licht in die Szenerie.
Es sind nun so viele Menschen geworden, dass die Warteschlange nun bis um die Ecke der Hausarztpraxis reicht.
Menschen die sich den Bauch halten.
Menschen die schwitzen und gleichzeitig zittern.
Menschen mit FFP2 Masken.
Menschen die sich augenscheinlich aus ihren Betten gequält haben, um ihrem Arbeitgeber die "Krankmeldung am ersten Tag" zu bringen.
Das Auto parkt am Straßenrand und eine Frau steigt aus. Sie hält kurz inne und betrachtet die Menschen die dort ausharren.
Sie greift in ihre Handtasche, holt einen Schlüsselbund heraus und eine kleine Sprühdose.
Jetzt wird den Wartenden klar, dass sie zum Praxispersonal gehört. Ein aufatmen ist vereinzelt zu hören.
Die Frau geht über die Straße, in ihrem Blick spiegelt sich Angst ab.
"Ich weiß Sie warten hier schon sehr lange," beginnt sie "aber der Herr Doktor ist erst gegen 9:00 Uhr in der Praxis, weil er heute Nacht einen Notfall hatte und..." weiter kommt sie nicht, denn schlagartig ändert sich die Stimmung von erwartungsvoll, in Unmut.
Einige rufen etwas wie "ICH WARTE HIER SEIT STUNDEN, ICH BRAUCHE DIESE KRANKMELDUNG!" oder "ICH KANN NICHT MEHR!"
Die Frau hält die kleine Sprühdose nach oben und die vordersten Leute erkennen das Pfefferspray in ihrer Hand.
"Ich will das hier nicht wieder einsetzen müssen! Ich würde Ihnen allen gern helfen, aber Sie müssen sich gedulden!"
Die Menschen am vorderen Teil der Warteschlange beruhigen sich wieder, während am hinteren Teil einige zu Boden sinken, weil sie einfach nicht mehr stehen können.
Die Frau schließt die Praxistür auf, geht in den Flur der zur Rezeption führt, atmet kurz durch und sagt zu sich selbst:
"Danke Herr Merz, vielen lieben Dank für diese Zustände...Das war wirklich eine tolle Idee gewesen den Leuten Angst zu machen, dass sie rausgeschmissen werden, wenn nicht bereits am ersten Tag der Krankheit eine Krankmeldung vorliegt. Und zusätzlich dazu, stecken sich diese Menschen gerade alle gegenseitig mit allen Krankheiten an! Ganz toll gemacht!"
Die Worte hallen in ihrem Kopf nach...seltsam...muss wohl am Stress liegen...
Sie betätigen den Lichtschalter an der Rezeption und startet die PCs.
"Dann wollen wir mal..."
Ende (?)
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Diese Story ist natürlich rein fiktiver und überspitzter Natur.
Aber sie soll verdeutlichen, dass unserer Bundesregierung nicht weiter denkt, als ihr eigener Horizont reicht.
Das Problem ist nicht der Krankenstand - Das Problem ist, dass die Menschen zu schlecht bezahlt werden, ausgenutzt werden, überfordert werden und schließlich ausbrennen.
Dazu kommen natürlich noch Misswirtschaft in die eigenen Taschen von großen Unternehmen.
Der "einfache Arbeiter" ist heutzutage nichts mehr wert, es zählt nur noch Profit, Profit, Profit!
Doch irgendwann fällt das Kartenhaus zusammen, es ist nur eine Frage der Zeit...
Danke fürs Lesen
Euer Maxi 🔧
Es ist wichtig, dass das hier von allen verstanden wird.
Bitte Teilen, Teilen, Teilen ‼️‼️‼️‼️
Die „Abschaffung der telefonischen Krankschreibung“ ist ein Bürokratiemonster.
Firmen müssen nun mit dem Personal nach verhandeln und neue Verträge für das Personal abschließen. 😡
Arztpraxen werden unter Mehrlast stöhnen. Krankenkassen werden mehr ausschütten müssen.
Das wird uns wieder Milliarden kosten.
Und ich gehe Wetten ein, dass die Zahl der durchschnittlichen Krankschreibungen steigen wird, weil sich dann viele gleich für zwei oder mehr Tage krankschreiben lassen werden, anstatt nur an dem einen Tag mit den schlimmsten Beschwerden zu fehlen. 🙄
Wieder andere werden mit einem Infekt zur Arbeit gehen und andere anstecken, was dann dazu führt, dass viel mehr Personal krank ist und weniger leistungsfähig ist. Auch das erhöht die Zahl der Kranktage.