Friedrich Merz dreht bei Illner den Spieß um und fragt sie: „Welche Subventionen hätten Sie denn gestern gekürzt? Nennen Sie doch mal drei oder vier Beispiele.“ Und Maybrit Illner? Antwortet ernsthaft: „Ich bin ja nicht in der Regierung.“
Genau deshalb wirkt politischer Journalismus in Deutschland oft so erschreckend unkritisch. Die naheliegenden Antworten liegen seit Jahren auf dem Tisch: eine gerechte Erbschaftsteuer, konsequenter Kampf gegen Steuerhinterziehung, klimaschädliche Subventionen abbauen, sehr große Vermögen stärker besteuern. Statt den Kanzler damit zu konfrontieren, lässt man ihn einfach weiter erzählen, Kürzungen beim Sozialstaat seien alternativlos. Genau dafür braucht es Journalismus: Macht mit Alternativen zu konfrontieren, nicht ihr das Ausweichen zu erleichtern.
Lieber Friedrich,
während du den Deutschen vorwirfst, sie wären mit 14,8 Krankheitstagen ein Volk von Drückebergern, melden sich die Mitarbeiter deines eigenen Bundestags 22,3 Tage krank, und die Kollegen im Bundesrat sogar 25,2.
Das sind keine Krankheitstage, das ist ein verlängertes Sabbatical auf Steuerzahlerkosten.
Vielleicht solltest du statt, „mehr arbeiten“ erstmal in deinem eigenen Laden für Disziplin sorgen. Oder ist der Krankenstand im Berliner Politbetrieb plötzlich „systemrelevant“
Glas-Haus-Friedrich lässt grüßen.