Bin selber Ossi. Habe in einem verkommenen Produktionsbetrieb gelernt. Kohlen geschleppt. Die verdreckte Luft geatmet. Alles, was mich umgab, war kaputt, auch die Menschen. Im Unterschied zu denen da bin ich aber den Wessis dankbar und versinke nicht in Mitleid oder habe mir eine besondere Antenne für Diktatur angedichtet. Obwohl ich die schon damals hatte und demonstrierte als die Vopos noch prügelten. Die da haben damals gar nichts getan. Die da hatten es nie schwer, auch nach der Wende nicht. Schwer hatten es die Polen, Ungarn, Tschechen und vor allem die Jugoslawen - denen als Flüchtlinge im Osten die Scheiben eingeschmissen wurden.
Wir im Osten hatten abgefederte, auszuhaltende Probleme, aber waren 1990 alle in Italien und sonstwo wie Graf Koks am Buffet und wedelten mit der D-Mark.
Und jetzt stehen die da und halten sich für erleuchtet - winken mit Russenfahnen und ergötzen sich in Vernichtungsfantasien gegen „Altparteien“; in denen sie sich nie engagierten.
Dabei müssten die auf Knien rutschen dafür, dass Leute aus Essen, Dortmund und Hamburg teilweise Kassenkredite aufnahmen, um im Osten den Russen-Schrott zu beseitigen. Aber NÖ: Riesige Klappe, von nix einen Plan und ein Handy voller Lesezeichen zu Nuoviso, Ken Jebsen und Daniele Ganser.
Wirklich bemerkenswert.
Bei jeder AfD-Veranstaltung verbieten Funktionäre oder Ordner den eigenen Mitgliedern mit Pressevertretern zu sprechen.
Die Mitglieder gehorchen alle!
Es sind dieselben, die behaupten, in einer Diktatur zu leben.
Die merken das gar nicht.
AfD-Programm: Arbeitslosengeld gibt's erst nach 3 Jahren Einzahlung und dann nur 6 Monate. Aktuell: 12 Monate nach 24 Monaten Einzahlung. Wer mit 55 entlassen wird, ist nach AfD-Plan in 6 Monaten beim Bürgergeld. 30 Jahre eingezahlt? Egal. Das ist keine "Partei der kleinen Leute"
Again: Merz erntet gerade die Früchte seines eigenen Verhaltens als Oppositionsführer. Er hat drei Jahre lang Rot/Grün/Gelb mit inhaltsfreier Polemik schrottreif geschossen. Dieser Stil ist jetzt normalisiert und etabliert.
Monolog mit dem Bundeskanzler
Herr Merz, ich habe das SPIEGEL-Gespräch mit Ihnen gelesen. Die Schlagzeile über Ihr Gefühlsleben kennen inzwischen wohl alle, aber Sie haben ja noch über weit substanziellere Dinge gesprochen.
In einigen Punkten gehe ich sogar d’accord: Sie weigern sich zu Recht, gegen Trump zu poltern, weil das nichts bringt. Sie öffnen die Tür zum europäischen Nuklearschirm mit Frankreich und teilen glücklicherweise nicht Markus Söders martialisches Gerede von der „letzten Patrone der Demokratie“. Darauf stehe ich auch nicht.
An einem Satz bin ich jedoch hängengeblieben:
„Ich bin seit 20 Jahren der erste Kanzler, der den Deutschen sagt: Unsere Wohlstandsillusion wird nicht halten.“
Hier möchte ich, bei allem Respekt, ein Fass aufmachen. Welche Wohlstandsillusion meinen Sie eigentlich, Herr Bundeskanzler? Sie verwenden diesen Begriff ja recht inflationär.
Meinen Sie die Illusion des Landes, das die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt ist? Oder die der deutschen Haushalte, die zusammen ein Privatvermögen von rund 15 Billionen Euro besitzen? Eine Zahl, gewaltiger als die Wirtschaftsleistung von Frankreich und Italien zusammen. Wohlstand gibt es bei uns satt und genug – aber von diesem Wohlstand sprechen Sie vermutlich nicht, oder?
Ich ehrlich gesagt auch nicht. Denn rund zwei Drittel dieses unfassbaren Vermögens liegen in den Händen der obersten zehn Prozent. Die unteren 50 Prozent teilen sich klägliche drei Prozent. In Zahlen: 3.
Es ist ja noch ernüchternder: Der mittlere deutsche Haushalt ist ärmer als der italienische, spanische oder französische. Die Reallöhne stagnierten in den 2000ern, Mieten in Großstädten haben sich verdoppelt, Sozialabgaben sind gestiegen. Offenbar versteckt sich die „Wohlstandsillusion“ irgendwo im Leben von uns „Normalos“?
Die Krankenschwester aus Magdeburg mit 30 Beitragsjahren und einer Rentenerwartung von 1.100 Euro hat keine Illusionen. Sie hat einen Taschenrechner. Schon immer.
Der Trick steckt im Wort selbst. In Ihrem Wort. ☝️
Die „Wohlstandsillusion“ haben Sie nämlich selbst erfunden – und zwar schon 2004. Damals veröffentlichten Sie Ihr Buch „Nur wer sich ändert, wird bestehen“. Das war die Zeit, als Gerhard Schröder mit der Machete der Agenda 2010 den Arbeitsmarkt deregulierte und Millionen Menschen in den Niedriglohnsektor schickte. Ihnen war das offenbar noch nicht genug.
Damals war Ihre These: Deutschland geht unter, wenn wir nicht radikal umsteuern. Was passierte wirklich? Fünfzehn Jahre Wachstum, Rekordbeschäftigung, Rekordexporte. Die Steuereinnahmen verdoppelten sich. Was nicht stieg, waren die unteren Reallöhne. Was sich verschob, war das Vermögen – immer weiter nach oben.
Sie hatten 2004 nicht recht, Herr Bundeskanzler. Sie hatten ein ideologisches Programm. Und das wärmen Sie nun, 22 Jahre später, einfach wieder auf. Mit denselben Rezepten und denselben Verlierern.
Ihre „Wohlstandsillusion“ ist ein rhetorischer Kniff, um die Schuld an teuren Sozialtöpfen dem „nimmersatten Bürger“ zuzuschieben: „Hört auf, euch was vorzumachen, werdet realistisch!“
Warum eigentlich? Ist es nicht genau umgekehrt?
Zahlen wir nicht jeden Monat pünktlich unsere Abgaben für Gesundheit, Pflege und Rente? Und ja, zur ehrlichen Bilanz gehört auch: Ich habe jahrelang in eine Arbeitslosenversicherung eingezahlt. Eine Versicherung! Beitrag gegen Leistungsanspruch. Was die Hartz-Reformen daraus machten, war ein stiller Vertragsbruch: Wer 30 Jahre eingezahlt hatte, bekam plötzlich dasselbe wie jemand, der nie eingezahlt hatte. Beitragsjahre? Einfach wegradiert.
Das ist das Muster: Du zahlst ein, du bekommst weniger als versprochen, die Differenz bleibt im System. Genau diese Logik wollen Sie nun auf Gesundheit, Rente und Pflege ausweiten. Nicht offen, sondern hinter dem Begriff der „Illusion“ versteckt – als wäre der Anspruch der Versicherten das Problem und nicht das gebrochene Versprechen der Politik.
Heute, im Jahr 2026, drängt sich die Frage auf, ob nicht vielmehr die Illusionen der Politik geplatzt sind:
☝️ Die Illusion, man könne die Bundeswehr drei Jahrzehnte kaputtsparen.
☝️ Die Illusion, massiv auf russisches Gas zu setzen, während Putin bereits Tschetschenien, Georgien und die Krim überfiel.
Diese Entscheidungen haben wir Bürger nicht getroffen. Aber wir baden sie aus. Dass wir wegen einer verpatzten Energiewende höhere Preise zahlen, ändert nichts an der Tatsache, dass wir für unsere soziale Absicherung gearbeitet und eingezahlt haben.
Aber jetzt sollen wir die „Wohlstandsillusion“ abbauen? Welche denn? Die mit den hohen Mieten oder die mit den stagnierenden Löhnen? Sollen wir da auch noch was wegnehmen?
Warum sparen wir nicht bei der Erbschaftsteuer für Betriebsvermögen im dreistelligen Millionenbereich? Warum nicht bei einer Vermögensteuer oder einer Finanztransaktionssteuer? Warum nicht bei Konzernen, die seit Jahrzehnten Steuern umgehen?
Stattdessen setzen Sie bei der Gesundheit, der Rente und der Pflege an. Bereiche, in denen niemand sagen kann: „Dann verzichte ich halt.“ Hier geht es um Krankheit, um das Alter, um die Endlichkeit. Um die drei Säulen, von denen Generationen glaubten, sie seien sicher, weil ein Vertrag sie schützte.
„Die Rente ist sicher“, warb die CDU 1986. Generationen haben darauf vertraut und geliefert. Dass das Geld jetzt fehlt, liegt nicht an mangelndem Fleiß, sondern an politischem Management. Jetzt nennen Sie es „Basisabsicherung“ – weil man ja privat hätte vorsorgen können, nein, doch schon eher müssen. Mit welchem Geld eigentlich?
Wenn ich Glück habe, halte ich noch durch, bevor ich nicht ins Pflegeheim gehe. Denn bei einem Eigenanteil von 3.500 Euro und einer Durchschnittsrente von 850 Euro ist das Heim für die meisten Frauen schlicht unbezahlbar. Plopp. Da zerplatzt sie, Ihre Wohlstandsillusion.
Sie sagten im Interview, Sie besuchten Ihre Eltern alle drei Wochen im Heim. Was das kostet, wollten Sie nicht sagen – nur: „Im Monat ziemlich viel.“ Diese Zahl würde der Durchschnittsrentnerin wohl die Tränen in die Augen treiben, zumal wenn der Sohnemann nicht Friedrich Merz heißt, der noch was besteuern kann.
Meine Angst ist nicht hysterisch. Es ist die Angst einer normalen Deutschen, die ihr Leben lang eingezahlt hat und nun sieht, wie ihr das System unterm Hintern weggezogen wird.
Währenddessen wird Unternehmen, die „systemrelevant“ sind, das Geld hinterhergeworfen. Erbschaften in Millionenhöhe gehen steuerfrei am Fiskus vorbei, Cum-Ex-Geschäfte wurden jahrelang durchgewunken.
„Systemrelevant“ sind offenbar nur die, die zu groß sind, um zu fallen. Ich bin wohl klein genug.
Apropos Reform: Während der SPIEGEL Sie befragte, hat Ihr Kabinett heute, am 29. April 2026, das Beitragssatzstabilisierungsgesetz auf den Weg gebracht. 16,3 Milliarden Euro Einsparungen bei der gesetzlichen Krankenversicherung.
Sie selbst nannten es heute die „größte Sozialstaatsreform der vergangenen 20 Jahre“. Ich nenne es: längere Wartezeiten, höhere Zuzahlungen, gestrichene Vorsorge. Ich frage: Wofür zahle ich eigentlich diese unfassbaren Beiträge? Und ich habe Glück. Ich kenne Menschen, die sich die Zuzahlungen schlicht nicht mehr leisten können.
Schauen wir hin: Zuzahlungen steigen von 5-10 auf 7,50-15 Euro, künftig jährlich anzupassen. Homöopathie ist raus. Hautkrebs-Vorsorge wird „überprüft“, also wahrscheinlich raus. Zahnersatz-Zuschüsse minus 10 Prozentpunkte. Familienmitversicherung beschränkt.
Wer wird belastet?
Patienten und Kassenmitglieder zusammen mit rund 22 Prozent der Sparsumme.
Pharma, Praxen und Kliniken mit 69 Prozent – aber das ist ja der Bereich, in dem die Lobbyarbeit nicht müde wird, alles wieder aufzuweichen, was das Bundestagsverfahren bietet. Stehen lassen werden sich die Patientenanteile. Garantiert.
Sei es, wie es ist. Ich habe am Ende dieses Textes meine Argumente jedenfalls nicht auf einen Bierdeckel bekommen und Sie sicher nicht überzeugt. Aber Sie mich auch nicht.
Die einzige wirkliche Illusion ist die der Politik: Die Illusion, ein Land dauerhaft regieren zu können, ohne an die Vermögensverteilung heranzugehen. Die Illusion, dass „Reformen“ immer nur unten und in der Mitte ansetzen müssen. Und die Illusion, dass wir Beitragszahler schweigen, wenn man kurz vor knapp die Spielregeln ändert.
Das ist die Illusion, die fallen muss, Herr Bundeskanzler. Und sie ist nicht meine.
Das erste Mal überhaupt in meinem Leben spüre ich „die Krise“. Noch nicht so, dass es an meinem Leben etwas ändert, eher wie ein Gewitter, das aufzieht, wenn man noch draußen sitzt und sich denkt, dass man langsam die Bezüge reinbringen sollte.
Die fetten Jahre sind vorbei. Spürbar ist das bei meinen Kunden (Bildungsträger), daran, dass immer weniger Geld im System ist, bei ihren Auftraggebern, den Jobcentern, der Agentur für Arbeit, dem BAMF.
An immer mehr Rechtfertigungsdruck, gegenüber den Jugendämtern bspw. in SGB VIII Maßnahmen (Jugendhilfe).
Ein völlig bescheuerten politischen Entscheidungen in meinem Feld wie dem „Vermittlungsvorrang“, ich will nicht so weit ausholen, sagen wir einfach, es ist reines Marketing für eine bestimmte Klientel, die man glaubt, damit erreichen zu können und dabei so viel kaputtmacht, was uns alle am Ende viel mehr kosten wird.
Eigentlich ist es egal, wohin ich schaue. Industrien, die uns mal groß gemacht und uns international eine gewisse Gestaltungsmacht gegeben haben, gehen vor die Hunde, allen voran die Autoindustrie. Der letzte Verbrenner-Fahrer wird ein Deutscher sein, der „FREIHEIT!!“ rufend mit 250 über die Autobahn dieselt, freie Fahrt, da sich niemand mehr den Sprit leisten kann.
Wir degenerieren als Menschen, unsere Menschlichkeit degeneriert, Trump, AfD, die Liste ist endlos. Die Techniken, die das möglich machen, überfordern uns, belohnen das Falsche, sind in den falschen Händen, sind unfassbar mächtig.
Und zu allem kommt nun KI, die größte Veränderung unserer Zeit, wir werden irgendwann von einem Zeitalter vor der KI und nach der KI sprechen.
Eine Technik, die zuerst ohne jegliche Rücksicht und Regulierung geklaut hat, was sie in die Finger bekam und das größte Geschenk ist, das man dem Kapitalismus je gemacht hat.
Kreative Arbeit aus Menschenhand? Das wird ein LiebhaberStück sein, für Menschen, die sich ihren Tisch bei einem Schreiner bauen lassen, anstatt zu IKEA zu fahren.
Man weiß gar nicht, was man der Welt wünschen soll. Dass die KI Blase platzt, jetzt, da alle gerade ihre wunderschöne Transformation durchmachen, gerade heute wieder gehört, wie ganze Abteilungen entlassen werden und durch KI ersetzt.
Und was passiert, wenn die Anbieter ihre Preise drastisch erhöhen, was sie irgendwann tun müssen, um vielleicht überhaupt die Chance zu haben, profitabel zu werden?
Ich bin Softwareentwickler und sehe zu, wie nun jeder Softwareentwickler ist. Ohne jeglichen Sachverstand. Datenschutz. Sicherheit.
Jeder ist Grafikdesigner. Nichts hat mehr einen Wert, alles ist inflationär.
„Von Menschen gemacht“ wird ein Qualitätssiegel werden.
Der lachende Dachdecker, der sagt, KI wird kein Dach decken. Ich empfehle ihm mal, sich ein paar Informationen zum Thema humanoide Robotik zu besorgen. In sagen wir zehn Jahren, spätestens, werden da einfach fünf Roboter aus dem Sprinter steigen und dein Dach decken. Altenpflege? Da werden Roboter Frau Müller in Zimmer 13 waschen.
Wie soll das alles aufgehen? Wenn nichts mehr etwas kostet, wer soll davon dann leben können?
Ich sehe uns als Gesellschaft, als Menschheit, als Deutschland, auf einen Abgrund zustolpern.
Wird Zeit, die Bezüge reinzubringen.
Ein extrem bemerkenswerter Moment heute in der Pressekonferenz mit KathErina (das e steht für EON) Reiche.
Sie lügt eiskalt zu Ihrer Tätigkeit bei Westenergie. Ihr beteiligt euch an eurer Schmutzkampagne, wenn ihr das teilt.
Frau Reiche würde das nicht wollen! Teilt das NICHT! 🤝
Katherina Reiche hat heute gelogen, dass sie vor ihrer Zeit als Wirtschaftsministerin NICHT für die Gaslobby (Westenergie) gearbeitet habe. Ich fragte sie zuvor, ob sie ausschließt nach ihrer Regierungszeit wieder für die fossile Lobby zu arbeiten. Das wollte sie nicht tun...
Wer verbreitet, dass die CDU im Wahlkampf noch für sichere Renten und ein stabiles Renteneintrittsalter geworben hat, beteiligt sich an einer infamen Schmutzkampagne. ☝️
#NiewiederCDUCSU#Lügenunion
„Ich befürchte, dass die #Bundesregierung das Flickwerk der letzten Wochen fortsetzt. Nach ‚Tankrabatt‘ und ‚Klimageld‘ lädt der Bundeskanzler die Tarifpartner nun ein, sich auf #Einmalzahlungen einzulassen. Das ist kein Konzept, das ist Flickwerk.“ (tm) @morgenmagazin