E.ON-Chef Birnbaum schimpft über die „irre Subventionierung von Wärmepumpen". Wirklich irre ist:
E.ONs größtes Netz erzielt 45% (!!!) Eigenkapitalrendite - über die Netzentgelte - hinkt aber bei der Digitalisierung der Netze hinterher. Teuer ist nicht die Wärmepumpe - teuer ist dieses Monopol.
Eine SWR-Recherche zeigt, was uns E.ONs Monopolmacht kostet: Deutschlands 18 größte Verteilnetzbetreiber erzielten 2024 im Schnitt 30,1% Eigenkapitalrendite - der Regulierungsrahmen sieht 5 bis 7% vor. E.ON-Tochter Westnetz - ja das Westnetz von KathErina (das E steht für EON) Reiche - kommt auf 45% (!!!!). Analyse des Bundesverband Neue Energiewirtschaft e.V. (bne): https://t.co/7oQMZZNV7A
Aber der ehemaligen E.ON-Managerin KathErina (das E steht für EON) Reiche reichen selbst diese 45% offenbar nicht. Beim Handelsblatt-Energiegipfel im Januar verlangte sie höhere Renditen für die Netzbetreiber und drängte die unabhängige Bundesnetzagentur, die diese Renditen festlegt!!!!
Ab 13:30: https://t.co/uFmz8YZOhA
Die Renditen aus dem Netzmonopol fließen an die Eigentümer von E.ON - bezahlt werden sie von Verbraucher:innen und Unternehmen über die Netzentgelte.
Sinken die Renditen, ließen sich bis zu 3 Milliarden Euro im Jahr sparen. Trotzdem soll Haushalten die Wärmepumpen-Förderung gestrichen werden.
Und anstatt das Netz auszubauen, zu digitalisieren oder besser zu nutzen, wollte Katherina Reiche nun - auf explizite Wunsch der Verteilnetzbetreiber (Zur Erinnerung wir haben 860 - alle mit eigenen Prozessen, Geschäftsführern, Marketing und Strukturen!!! - Erneuerbare entschädigungslos abregeln. Nach großem Protest gegen diesen Redispatch-Vorbehalt rudert sie zumindest hier zurück.
Ein Zwischenerfolg!
Energiepolitik ist Freiheitspolitik - für uns alle. Die Kostenvorteile der Erneuerbaren müssen bei allen ankommen. Förderung lässt sich über die Zeit verbessern - jetzt aber braucht der Markt Stabilität statt Verunsicherung.
Deshalb: Unterzeichnet unseren Aufruf.
https://t.co/zxTLtY0QGC
Text von @sven_giegold.
Angepasst von mir. Ich habe nur Verachtung für „Speicher sind nur für Glücksritter“ Birnbaum.
Via FB:
Dass der Elektromotor dem Verbrennungsmotor in fast allen rein technischen Belangen überlegen ist, liegt an seiner fundamentalen Natur. Man vergleicht hier im Grunde eine kontrollierte Explosion mit der Eleganz von Magnetfeldern.
Der Wirkungsgrad: Keine Energieverschwendung
Der größte Schwachpunkt des Verbrenners ist die Wärme. Er ist im Grunde eine Heizung, die nebenbei etwas Bewegung erzeugt.
Verbrennungsmotor: Erreicht im besten Fall einen Wirkungsgrad von ca. 35 % bis 40 %. Der Rest (über 60 %) verpufft ungenutzt als Hitze durch den Auspuff und den Kühler.
Elektromotor: Setzt weit über 90 % der eingesetzten Energie direkt in Vortrieb um. Er bleibt hocheffizient, weil kaum Reibung und fast keine Abwärme entstehen.
--
Das Drehmoment: Kraft aus dem Stand
Beim Fahren merkt man den Unterschied sofort im Gaspedal.
Der Verbrenner muss erst "auf Touren kommen". Er braucht eine bestimmte Drehzahl (z. B. 2.000 bis 4.000 U/min), um seine volle Kraft (das Drehmoment) zu entfalten. Deshalb braucht er auch ein komplexes Getriebe mit mehreren Gängen.
Der Elektromotor hat sein maximales Drehmoment ab der allerersten Umdrehung. Sobald du das Pedal berührst, ist die volle Kraft da. Ein Schaltgetriebe ist überflüssig – ein einziger Gang reicht völlig aus.
--
Rekuperation: Energie zurückgewinnen
Wenn du mit einem Verbrenner bremst, drückst du Metall auf Metall. Die Bewegungsenergie des Autos wird an den Bremsscheiben in nutzlose Hitze umgewandelt.
Ein Elektromotor kann sich umdrehen. Lässt du das Gaspedal los, wird der Motor zum Generator. Er bremst das Auto ab und speist die gewonnene Energie direkt wieder zurück in die Batterie (Rekuperation). Das schont die Bremsen und erhöht die Reichweite.
--
Platzersparnis und Packaging
Weil ein Elektromotor so kompakt ist (oft nicht größer als ein Reisekoffer), lässt er sich direkt an den Achsen verbauen. Es braucht keinen massiven Motorblock vorne, keinen Getriebetunnel in der Mitte und keinen Auspuffstrang. Dadurch entsteht im Innenraum und im Kofferraum (Stichwort: "Frunk" – Kofferraum vorne) deutlich mehr Platz für die Passagiere.
--
Der Elektroantrieb gewinnt das Duell in jeder einzelnen Kategorie.
#Solar hat die Strecke von 100 auf 1.000 TWh globaler Jahreserzeugung in 8 Jahren zurückgelegt.
#Wind in 12.
Nuklear brauchte 28 Jahre.
Kohle 32. Gas 39.
Das sind keine Prognosen — das sind Messwerte. Wer heute noch argumentiert, Erneuerbare seien zu langsam für die Transformation, argumentiert gegen die Datenlage.
*Quelle: #Ember (2026) + Pinto et al. (2023) via OWID*
#Erneuerbaren #Energien
Die Energiewende ist ein absoluter Erfolg. Wir sind schon viel weiter gekommen, als die Kritiker 2000 je für möglich gehalten haben.
Erneuerbare Energien werden Deutschland perspektivisch unabhängig von Fossilimporten machen. Das feiere ich.
Dass das den Lobbyisten von Big Fossil nicht gefällt, liegt auf der Hand. Aber warum so viele Bücklinge diese Art der Unabhängigkeit nicht als patriotisches Ziel ansehen, ist mir etwas weniger klar.
Und ja; es kommt Kosten. Aber Spoiler: die Fossilimporte sind mit 100 MRD Euro im Jahr auch nicht ganz billig.
Deutschland im Jahr 2000. Mehr als die Hälfte des Stroms kommen aus Kohle. Ein Drittel aus Atomkraft. Wasserkraft ist die wichtigste erneuerbare Energiequelle, Windkraft ein absolutes Nischenprodukt und Solarenergie statistisch nicht messbar. Doch am 29. März 2000 beschließt Rot-Grün das Erneuerbare-Energien-Gesetz - der Urknall der Energiewende. Was jetzt geschieht ist wirklich unglaublich!
Innerhalb von 25 Jahren entwickeln sich die Erneuerbaren zur tragenden Säule des Energiesystems. Wir schaffen den Atomausstieg und halbieren unseren Kohleverbrauch. Die Windkraft wird mit 30% 🇩🇪 wichtigste Energiequelle und PV trägt zeitweise 80% des Verbrauchs. Das EEG wird zum Exportschlager. 144 Länder führen nach 🇩🇪 Vorbild ähnliche Gesetze ein - eine beispiellose Erfolgsgeschichte❤️
Die 🇩🇪 Energiewende hat die Welt verändert. Sie hat den fossilen Mythos widerlegt, dass Sonne und Wind nie mehr als 4% des Stroms liefern können. Und wie! Jetzt gilt es zu beweisen, dass Sonne & Wind auch 100% liefern können. Der Weg ist technisch anspruchsvoll, aber nicht unmöglich. Dafür müssen wir die Erfolgsgeschichte der Energiewende noch viel stärker erzählen, Probleme offen benennen und mit Lösungen beantworten. Genau so werden sich die konstruktiven Kräfte am Ende gegen all die Dauernörgler, Pessimisten und fossilen Kräfte durchsetzen. Davon bin ich zu 100% überzeugt❤️🙏
18 ARD-Beiträge zur Hitze
13 im ZDF
7 Tote in Frankreich und UK
0 Erwähnungen der Ursache
Wer die Hitze meldet, aber den Klimawandel verschweigt, schützt nicht die Zuschauer vor schlechten Nachrichten, sondern die Verursacher und politischen Blockierer vor unbequemen Fragen.
Der Weltklimarat streicht sein schlimmstes Szenario – sofort jubeln Rechtspopulisten: „Apokalypse abgesagt!“ Falsch. Das Szenario fällt weg, weil Erneuerbare boomen. Entwarnung gibt es nicht: 3°C Erwärmung können Kipppunkte auslösen.
👉 Video ansehen:
https://t.co/huUEsDENpJ
Via @captainfutura:
Hier der Grund, warum die Öl- UND GASkrise nicht auf den deutschen Strommarkt durchschlägt.
Der Wahnsinn ist nicht die #Energiewende - der Wahnsinn ist, dass es rechtskonservativen Demagogen und Physikverächtern gelungen ist die Energiewende als gescheiterten "linksgrünen Wunschtraum" zu labeln, während der offensichtlicher Erfolg der Energiewende gerade das Einzige ist, das zwischen uns und einer noch viel heftigeren Wirtschaftskrise steht.
Absolut perfide ist, wie die üblichen Verdächtigen von Springer bis Nius gerade MITTEN IN EINER ÖLKRISE riesige Schlagzeilen bringen wenn es durch viel erneuerbaren Strom für kurze Zeiträume zu Negativpreisen kommt.
Die beschweren sich ERNSTHAFT darüber, dass wir uns nicht durchgehend alle dumm und dusselig zahlen müssen, weil ansonsten, ohne die Erneuerbaren, das derzeit teure Gas einen viel höheren Strom-Großhandelspreis diktieren würde, der dann verzögert auch auf die Konsumenten durchschlägt.
Muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, wie bekloppt das eigentlich ist.
Öl und (damit auch Gas) ist gerade wegen der orangenen Hohlbirne auf Höchstpreisen und dank unsere lustigen Bundesregierung stehen immer kurz vor 12 Uhr alle an der Tankstelle um zumindest für eine Tankfüllung nicht das Haus verpfänden zu müssen und Springer und Nius wünschen sich einfach nur aus purer, dreckiger und von Lobbyisten bezahlter Ideologie, dass wir uns auch noch für teuren Strom aus Erdgas dumm- und dusselig zahlen sollen.
Denn für alle, die es noch nicht wissen: Der teuerste Teilnehmer im Strommarkt bestimmt den Preis für alle! Das bedeutet, wäre die Energiewende nicht so erfolgreich und hätten wir gerade nicht so viel erneuerbaren Strom im Netz, würden häufig die teuren Erdgaskraftwerke den Preis vorgeben.
Da der Erdgaspreis mit dem Ölpreis gestiegen ist würden also ALLE Marktteilnehmen richtig fett Schotter auf unsere Kosten machen und z.B. Kohlekraftwerke Rekordgewinne einfahren.
Eon und RWE gefällt das. Und exakt daher weht der Wind. Denn in den Firmenzentralen weinen die gerade täglich entgangenen Spitzenrenditen hinterher wegen dieser nervigen Wind- und Sonnenkraftwerke, die gerade so zuverlässig liefern und die Ölkrise vom Strommarkt fernhalten. Dabei wissen wir doch alle: Die Krise des einen, ist die Rendite des Anderen. Nur das wir Bürger IMMER die einen sind und die Fossilbosse IMMER die anderen.
Bis zur Energiewende eben. Denn seit der weht der Wind immer häufiger in die andere Richtung.
1️⃣✅️2️⃣
Das muss man sich mal geben. Alle 16 (!) - also sogar Sachsen und Bayern!! - haben sich gegen dieses Gesetz ausgesprochen. Sie handelt entgegen aller Interessen!!!
Rechne mir gerade meine Chancen bei einer Machtergreifung der AfD aus.
Pro:
Weiß
Deutsch
Männlich
Hetero
Gesund
Spitzenverdiener
Contra:
Grün
Elektroauto
Trinke Hafermilch
Nutze inklusive Sprache
Glaube nicht jeden Scheiß
Mir ist völlig egal, ob jemand schwul oder lesbisch oder was auch immer ist
Habe in Geschichte aufgepasst
Verstehe das Konzept nicht, Menschen abzulehnen, weil sie aus einem anderen Land sind oder ihre Haut eine andere Farbe hat
Freund erneuerbarer Energien
Halte den ÖRR für wichtig und notwendig
Halte die EU für die wichtigste Institution und DEN Garant für Frieden und Wohlstand
Halte Zuwanderung für wichtig und notwendig
Finde Nazis extrem abstoßend
Finde Alice Weidel als Mensch extrem abstoßend
Halte Deutschland für eines der schönsten, demokratischsten und freiesten Länder der Welt und die AfD für die größte Bedrohung dieser Freiheit
…
Tja. Hoffen wir das Beste! 👌
200 Quadratmeilen Wüste. 15.000 Arbeiter. Eine eigene Entsalzungsanlage, ein eigenes Glasfasernetz, Roboter, die zweimal am Tag staubfrei wischen. Und Solarmodule, so weit das Auge reicht.
Willkommen im Khavda Renewable Energy Park in Indien. Dem größten Kraftwerk, das die Menschheit je gebaut hat.
30 Gigawatt. Solar und Wind kombiniert, auf einer Salzwüste in Gujarat, betrieben vom Adani-Konzern. 13 Gigawatt sind bereits am Netz. Das allein wäre schon mehr als die gesamte installierte Solarleistung mancher europäischer Länder.
Aber es wird noch verrückter. Weil tagsüber mehr Strom produziert wurde als verkauft werden konnte, hat Adani in neun Monaten die vermutlich größte Netzbatterie der Welt gebaut. 1,1 Gigawatt Leistung, 3,5 Gigawattstunden Kapazität. Offiziell in Betrieb seit diesem Monat. Bis April 2027 sollen weitere 10 Gigawattstunden dazukommen. 13,5 Gigawattstunden Batteriespeicher an einem einzigen Standort.
Der Grund für die Batterie: Tagsüber ist der Strom billig, weil die Sonne scheint und alle Solaranlagen gleichzeitig liefern. Abends wird der Strom teuer, weil die Nachfrage steigt und Solar wegfällt. Adani speichert jetzt den billigen Tagesstrom und verkauft ihn abends zu Marktpreisen. Das ist kein Subventionsmodell. Das ist ein Geschäftsmodell.
Adani-Nachhaltigkeitschef Arun Sharma sagt es so: "Wir machen nichts auf Megawatt-Ebene. Auch nicht auf Hunderte-Megawatt-Ebene. Wenn es nicht Gigawatt ist, haben unsere CEOs nicht die Aufmerksamkeitsspanne dafür."
Und Khavda ist nicht allein. In der chinesischen Provinz Qinghai, auf dem Tibetischen Plateau in 3.000 Metern Höhe, steht der Talatan-Solarpark. Über 17 Gigawatt, auf einer Fläche von sieben Manhattan. Die Höhe ist kein Nachteil, sondern ein Vorteil: Die Sonne strahlt intensiver als auf Meereshöhe, und die kalte Luft macht die Solarmodule effizienter. Unter den Modulen grasen Schafe.
In Kalifornien plant der Westlands Water District einen 21-Gigawatt-Solarpark auf brachliegenden Agrarflächen im Central Valley, deren Wasser versiegt ist. Aus einem Wasserproblem wird ein Energieprojekt.
Stellt euch das vor: 30 Gigawatt Erzeugung plus 13,5 Gigawattstunden Speicher an einem einzigen Standort in Indien. 17 Gigawatt auf dem Dach der Welt in China. 21 Gigawatt auf ehemaligem Farmland in Kalifornien. Vor fünf Jahren galten Projekte mit einigen hundert Megawatt als Rekorde.
Die Solarenergie hat die Gigawatt-Schwelle durchbrochen. Und sie kommt nicht wieder zurück.
Quellen: Canary Media / New York Times / Adani Green Energy / https://t.co/kMQChukfVD
Worüber Bild & Co. natürlich nicht berichten, weil es nicht ins fossile Weltbild passt: Nicht nur das Worst-Case Szenario auch das Best-Case Szenario wurde von Klimaforschern jetzt für „unplausibel“ erklärt. Aktuelle Emissionstrend werden „unvermeidlich“ dafür sorgen, dass die 1,5 Grad Grenze zeitweilig überschritten wird, so die Forscher. Eine mutige Klimapolitik um jedes weitere Zehntel Grad Erwärmung zu verhindern, ist also drängender den je!
Die @NZZde ist ein Lügenblatt!In den letzten Tagen wurde mehrfach behauptet und mit Bildchen "belegt", dass trotz Ausbau von Wind- und Solarenergie angeblich weniger Strom aus Erneuerbaren erzeugt werden würde (siehe Bild 1, 2). Das ist eine LÜGE. Sowohl die erzeugte Strommenge, als auch der relative Beitrag zur Stromversorgung haben stetig zugenommen (siehe Bild 3 von Fraunhofer ISE). Offenbar wird hier manipulativ die Tatsache benutzt, dass der relative Energieertrag bei Neuanlagen sinkt. Das lässt sich aber einfach damit erklären, dass Wind- & PV-Anlagen so billig wurden, dass sich ihre Installation auch unter suboptimalen Bedingungen lohnt: PV-Fassaden, windärmere Binnenstandorte etc. Lassen Sie sich nicht verdummen, canceln Sie die @NZZ oder zeigen Sie sie an. Verbreiten Sie dies weiter!
Sie sind eine Lügnerin: Deutsche Klimapolitik ist an den Pariser Zielen ausgerichtet, die Erwärmung auf unter 2° zu begrenzen. Dafür ist kein Extremszenario Grundlage, sondern das verbleibende, szenariounabhängige, nationale CO₂-Budget, welches bereits den relativen Anteil Deutschlands beinhaltet
https://t.co/Uxv4dp8VXK
Ich habe die letzten Jahre der DDR noch selbst erlebt. Alt genug, um zu merken, worüber Erwachsene nur leise gesprochen haben. Welche Themen man besser nicht angesprochen hat. Dass in den Nachrichten oft etwas anderes erzählt wurde als das, was Menschen im Alltag wirklich erlebt haben. In der Schule gab es klare Vorgaben. Und sobald es um Politik ging, wurden viele plötzlich vorsichtig.
Nach der Wiedervereinigung habe ich in der BRD zum ersten Mal erlebt, was Freiheit wirklich bedeutet. Frei reden. Frei wählen. Widersprechen dürfen. Ohne Angst.
Vielleicht höre ich deshalb heute genauer hin, wenn die Alternative für Deutschland von Indoktrination spricht, aber selbst tief in Bildung, Gesellschaft und unser Denken eingreifen will. Wenn die NATO infrage gestellt wird, Nähe zu Russland gesucht wird und unsere westliche Bindung klein geredet wird.
Und ganz ehrlich, ich verstehe bis heute nicht, wie Menschen, die die DDR selbst erlebt haben, sich wieder nach solchen Denkmustern sehnen können. Wer weiß, wie sich fehlende Freiheit anfühlt, sollte wissen, was wir heute zu verlieren haben.
#DDR #Demokratie #Freiheit #NieWieder #ErinnernStattVergessen
Zumal wenn der Kanzler und die Regierung gerade andauernd erzählen, dass wir jetzt den Gürtel enger schnellen müssen. Warum sollen ausgerechnet gut bezahlte Angeordnete nicht Teil dieses „wir“ sein?
Als ich heute Morgen die Spiegel-Schlagzeile sah, dachte ich zuerst: gähn. „Russland bildet Hacker aus.“ Wer hätte das gedacht. Der Spiegel hat hier eine Hausaufgabe fürs Fleißkärtchen gemacht, alles aufgeschrieben, was wir sowieso schon wissen, ab in den Druck.
Falsch gedacht.
Was Spiegel, Le Monde, Guardian, The Insider, Delfi, VSquare und Frontstory da in den letzten Monaten in einem Konsortium ausgewertet haben, sind 2.000 interne Dokumente aus der Moskauer Bauman-Universität. Lehrpläne mit Stundenangaben. Verträge zwischen Dozenten und GRU-Einheiten. Klausuraufgaben („Hacke einen Testserver“). Pflichtseminare („Erstelle ein Social-Video, um ein heißes Thema mit Manipulation und versteckter Propaganda zu promoten oder zu entkräften“). Namenslisten. Notenübersichten. Zuteilung von Praktikumsplätzen.
Der Unterschied zu allem, was wir bisher wussten, rangiert in einer ganz neuen Kategorie:
Ja, wir wussten, dass Russland einen Cyberkrieg führt. Wir wussten aber nicht, dass es dafür einen sechsjährigen Diplomstudiengang gibt. Mit Abschlusszeugnis. Mit Pflicht-Trainingscamp inklusive Bartrasur und Alkoholverbot. Mit benannten Dozenten, die nebenbei aktive Geheimdienstoffiziere sind. Mit einem geheimen „Lehrstuhl 4“, der in keinem offiziellen Organigramm der Universität auftaucht.
Das ist kein „Russland hat Hacker“. Das ist „Russland hat ein Westpoint für hybride Kriegsführung“, mitten in Moskau, vier Kilometer vom Roten Platz entfernt.
Was lernen die jungen Leute dort konkret?
Der Pflichtkurs „Abwehr technischer Aufklärung“ umfasst 144 Stunden über zwei Semester. Inhalt: Passwortattacken, Ausnutzung bekannter IT-Schwachstellen, Trojaner, praktische Hackingübungen, mit denen die Studierenden in Testsysteme einbrechen müssen, DDoS-Angriffe (das sind die Attacken, mit denen kürzlich die Deutsche-Bahn-App lahmgelegt wurde). Modul 6: „Computerviren und Würmer“. Klausuraufgabe: Hacke einen Testserver. Bestehst du nicht, wirst du kein Diplom-Saboteur.
Daneben steht klassische Spionagetechnik: Telefone anzapfen, Richtmikrofone, Wanzendetektion, Überwachung mit hochwertigen Beobachtungsfernrohren von Nikon (eine echte Empfehlung aus den geleakten Folien). Drohnenkunde mit 54 Slides, darunter die „Vector“-Drohne der bayerischen Firma Quantum Systems aus dem Landkreis Starnberg. Also genau das Gerät, das die Ukraine in Massen einsetzt, um russische Stellungen aufzuspüren. Im März 2026 hat der Generalbundesanwalt zwei mutmaßliche russische Agenten festgenommen, die Quantum Systems ausgespäht hatten. Im Auftrag Moskaus, mit Filmaufnahmen vom Arbeitsplatz einer Zielperson. Wer im Bauman-Lehrplan steht, steht auch auf Russlands Liste.
Und dann das Pflichtseminar, das einem den Kaffee kalt werden lässt: „Entwickeln einer Propagandakampagne“. Praxisaufgabe wörtlich: „Erstelle ein Social-Video für ein beliebiges Thema, indem du Manipulation, Druck und versteckte Propaganda verwendest, um ein ‚heißes‘ Thema zu promoten oder zu entkräften.“ Eine andere Vorlesung heißt schlicht „Propaganda, Agitation, Manipulation und Überzeugung“.
Wer wissen will, wie das Gelernte in der Praxis aussieht, schaut zurück auf den Wahlkampf der letzten Bundestagswahl: Friedrich Merz wurden im Netz psychische Probleme angedichtet, Robert Habeck eine 100-Millionen-Euro-Korruptionsaffäre. Beides war frei erfunden. Beides war keine Improvisation übermütiger Trolle. Es war Lehrstoff. Ausgeführt von Absolventen der Uni für den kleinen James-Bond von Putins Gnaden.
Auffällig: Welche fremden Armeen die Studierenden der Bauman-Universität besonders intensiv studieren müssen. Drei. Die russische, die amerikanische – und die deutsche. Bewaffnung der Bundeswehr-Kampfeinheiten. Eigenes Seminar: „Schutz der Informationssicherheit in Deutschland“. Wer geglaubt hat, wir wären zu klein, zu unwichtig, zu unfähig für besondere Aufmerksamkeit, hat sich geirrt. Deutschland ist Hauptfach.
Und einer der besten Deutschland-„Experten“ kommt jetzt zu uns. Dank der Rechercher wissen wir, dass er existiert. Wir wissen, dass er in der Spionage-Fakultät ausgebildet wurde. Wir wissen sogar seinen echten Namen. Wir wissen nur nicht, wie er sich in Deutschland präsentieren wird, wann und wo er genau auftauchen wird. Als Phantom kann ihn niemand stoppen:
Der junge Mann heißt Iwan Makarow. Er wurde in Moskau geboren, sein Vater wohnt unter derselben Postadresse wie GRU-Einheit 26165 (die Truppe, die 2015 den Bundestag gehackt und Merkels Postfach kopiert hat). Nicht ungewöhnlich, denn Spionage ist bei Russen ein Familiengeschäft – die Nachkommen treten gern in die Fußstapfen der Väter, so werden Loyalitätsfragen geregelt.
Im März 2024 hat der russische Staat dem jungen Makarow einen neuen Pass ausgestellt und ihm eine neue Sozialversicherungsnummer gegeben. Sein neuer Name: Mark Fisher.
Diese Praxis kennt der Westen seit Sergey Cherkasov, der als „Victor Muller Ferreira“ jahrelang als Brasilianer durch Europa lief, bis er 2022 in den Niederlanden aufflog, als er sich ausgerechnet in Den Haag dort einschleusen wollte, wo russische Verbrechen gegen die Menschlichkeit untersucht werden.
Mark Fisher hat seinen Bauman-Abschluss für Hacker mit falscher Identität gerade gemacht. Er ist nicht mehr in Moskau. Er ist irgendwo. Vielleicht in Berlin, vielleicht in München, vielleicht in Frankfurt. Vielleicht ist er der nette Typ, der heute Morgen bei Starbucks neben dir gestanden hat und mit ganz leichtem, charmantem Akzent „a flat white please“ bestellt hat. Vielleicht ist er dein neuer Kollege im IT-Team. Vielleicht hat er dich auf LinkedIn angeschrieben, weil ihn dein Profil so interessiert.
Bleibt eine Frage: Glauben die Macher hinter all dem eigentlich selbst an ihre Sache?
Eher nicht. Der Mann, der den Lehrstuhl 4 als stellvertretender Leiter prägt, heißt Kirill Stupakow. Er ist Oberstleutnant, Jahrgang 1982. Er hält die Vorlesung über Spionagetechnik und verfügt über einen mustergültigen militärischen Lebenslauf.
Denkste! Dem Spiegel ist es gelungen, ihm Telegram-Chats zuzuordnen: Dort nennt Stupakow seinen Präsidenten einen „Opa“. Den ehemaligen Präsidenten Medwedjew einen Alkoholiker. Den russischen Generalstabschef Gerassimow eine „dumme Fotze“. Über den Krieg, in den er seine Studenten Sommer für Sommer verabschiedet, schreibt er: „Wird schlecht für uns enden.“
Und am Montag steht er wieder vor der Klasse und drillt den jungen Männern ein, dass die Ukraine von „Nationalisten und Neonazis“ beherrscht werde, dass die „Spezialoperation unausweichlich“ gewesen sei, dass sie ihre Feinde schlagen sollen wie Väter, Großväter und Urgroßväter. Im täglichen Newsletter, der an der Uni zirkuliert, steht das so. Auf Russisch. Schwarz auf weiß.
Das ist die wahre Lehre der Bauman-Files: Autoritäre Apparate funktionieren nicht, weil ihre Funktionäre an die Sache glauben. Sie funktionieren, weil ihre Funktionäre auch dann weitermachen, wenn sie nicht mehr an die Sache glauben. Stupakow hält Putin für einen Greis, Gerassimow für einen Vollidioten und den Krieg für verloren – und schickt trotzdem fünfzehn neue Cyberkrieger pro Jahrgang nach Anapa, Sewastopol, Kursk, irgendwann womöglich auch nach Berlin.
Wer geglaubt hat, dieses System bricht zusammen, wenn die Eliten innerlich kündigen, hat den Charakter dieses Systems nicht verstanden. Sie haben längst gekündigt. Sie machen trotzdem weiter. Genau deshalb müssen wir es ernst nehmen.