President Zelenskyy:
"From intelligence reports and individuals within Putin's inner circle, we know that in early September Putin declared: 'From now on, there are no rules.' The Russians failed to occupy us, so now they are resorting to massive strikes and mass killings. Naturally, they want to destroy our bridges and, as we understand, our data centers, internet infrastructure, mobile networks, hospitals, kindergartens, schools, universities — everything. They want people to flee their cities, and we must do everything in our power to save our people and our cities."
Putins Strategie
Putin sprach am 1. Oktober 2026 beim Waldai-Forum 3:20 Stunden lang in einer Rede und in einem moderierten Gespräch auf der Bühne. Aus seinen ausschweifenden Formulierungen lassen sich fünf zentrale Punkte seiner Strategie herauslesen:
1. Angriff ist Verteidigung
Putins zentrale Meta-Strategie und sein oberstes Ziel ist die Umdeutung jeder russischer Aggression in defensive Notwendigkeit. Putin behauptet, Russland reagiere lediglich auf westliche Angriffe oder Provokationen.
Diese Erzählung ist das Fundament seiner gesamten Politik:
· Putin rechtfertigt den Angriffskrieg gegen die Ukraine als Verteidigung gegen den aggressiven Westen.
· Putin stimmt die russische Bevölkerung auf eine dauerhafte Konfrontation ein.
· Putin stellt jede russische Eskalation in der Vergangenheit und in der Zukunft als „Antwort“ dar, nie als russische Initiative.
Damit schafft Putin einen ideologischen Rahmen, der seine geopolitischen Ziele verdeckt und moralisch absichert.
2. Kein europäisches Russland, sondern ein russisches Europa
Putin strebt eine europäische Sicherheitsordnung an, in der Russland ein Vetorecht über alle Entscheidungen zur Sicherheit Europas besitzt.
Putin beschreibt den Westen als illegitim und regelbrechend. Hinter dieser Rhetorik stehen strategische Ziele:
· Die NATO schwächen, insbesondere die Ostflanke.
· Die EU politisch spalten und wirtschaftlich destabilisieren.
· Mittelosteuropa wieder in eine russische Einflusszone ziehen.
· Russland in Europa als überlegene Macht etablieren.
Putins Forderung nach „weniger westlicher Dominanz“ ist kein Ruf nach einer fairen Balance. Es ist der Versuch, eine neue russische Dominanz aufzubauen, nachdem Moskau seine Vormachtstellung nach 1991 verloren hat.
3. Die Ukraine ist Russland
Putins Ziele in der Ukraine sind sehr weitgehend. Hinter der Forderung nach „Neutralität“ verbirgt sich der Dreiklang aus: keine NATO, keine EU, keine westliche Orientierung.
Putin will dauerhafte territoriale Kontrolle über große Teile der Ukraine, auch über bisher nicht eroberte Gebiete. Putin will vollständige politische Kontrolle über eine Ukraine, die nicht souverän im eigenen Interesse handeln kann, sondern bei jeder Entscheidung die russischen Interessen vorzieht.
Putins Aussage, die Ukraine könne „nicht existieren“ und werde „von außen kontrolliert“, ist eine klassische rhetorische Figur, um die Ukraine zu delegitimieren. Das soll die Grundlage für eine dauerhafte russische Einflussnahme schaffen.
4. Beihilfe zur Selbstabschreckung (alles für Kaliningrad)
Putin versucht, die russische Bereitschaft zur Eskalation bis hin zu Atomwaffen als bedauerlicherweise notwendige Verteidigung darzustellen. Damit verfolgt er einen militärstrategischen Zweck. Putin weiß, dass eine NATO-Verteidigung des Baltikums gegen einen russischen Angriff zwingend die Ausschaltung der Luftverteidigung, Raketenstellungen und militärischen Infrastruktur im hochgerüsteten Kaliningrad erfordern würde.
Die russische Exklave Kaliningrad ist der am stärksten militarisierte Raum Europas, vollgestopft mit Luftabwehr, Raketen, elektronischer Kampfführung. Eine NATO-Verteidigung des Baltikums und des Ostseeraums würde Kaliningrad massiv treffen müssen.
Deshalb versucht Putin rhetorisch:
· die Logik der Verteidigung der NATO als „Aggression“ umzudeuten,
· die politische Bereitschaft Europas zur Verteidigung der Nordostflanke zu schwächen,
· die Verteidigung des Baltikums als „Eskalation“ darzustellen,
· die Schwelle für westliche Gegenmaßnahmen gegen russische Aggressionen im Baltikum und im Ostseeraum zu erhöhen.
Putins Drohungen und sein vages Herumwedeln mit Atomwaffen sollen die NATO davon abhalten, ihre eigene Verteidigungsstrategie konsequent umzusetzen, weil wichtige NATO-Mitgliedsstaaten in Selbstabschreckung verfallen.
5. Wirtschaft als Waffe
Putin präsentiert die russische Wirtschaft als „stabil“ und „resilient“. Erkennbar ist Wirtschaftspolitik ist für Putin kein Instrument zur Verbesserung der Lebensqualität der russischen Bevölkerung, sondern ein geopolitisches Werkzeug.
Putin spricht nicht über menschliche Verluste, soziale Kosten und wirtschaftliche Schäden seines Krieges. Verarmung, demografische Krise und Abwanderung von Fachkräften kommen bei ihm nicht vor.
Für Putin ist die russische Wirtschaft ein Druckmittel gegen Europa, eine Kriegsressource und ein Mittel zum Aufrechterhalten seines Regimes.
Putin spricht über Wirtschaft als Machtressource des russischen Staates, nicht als Lebensgrundlage russischer Menschen.
*
In aller Kürze: Putin will, dass Russland eine europäische Ordnung dominiert, in der die Ukraine dauerhaft unterworfen ist und in der Moskau Einflusszonen kontrolliert. Die russische Aggressivität bis hin zu Angriffskriegen wird dabei als Verteidigung dargestellt.
Putins Strategie
Putin sprach am 1. Oktober 2026 beim Waldai-Forum 3:20 Stunden lang in einer Rede und in einem moderierten Gespräch auf der Bühne. Aus seinen ausschweifenden Formulierungen lassen sich fünf zentrale Punkte seiner Strategie herauslesen:
1. Angriff ist Verteidigung
Putins zentrale Meta-Strategie und sein oberstes Ziel ist die Umdeutung jeder russischer Aggression in defensive Notwendigkeit. Putin behauptet, Russland reagiere lediglich auf westliche Angriffe oder Provokationen.
Diese Erzählung ist das Fundament seiner gesamten Politik:
· Putin rechtfertigt den Angriffskrieg gegen die Ukraine als Verteidigung gegen den aggressiven Westen.
· Putin stimmt die russische Bevölkerung auf eine dauerhafte Konfrontation ein.
· Putin stellt jede russische Eskalation in der Vergangenheit und in der Zukunft als „Antwort“ dar, nie als russische Initiative.
Damit schafft Putin einen ideologischen Rahmen, der seine geopolitischen Ziele verdeckt und moralisch absichert.
2. Kein europäisches Russland, sondern ein russisches Europa
Putin strebt eine europäische Sicherheitsordnung an, in der Russland ein Vetorecht über alle Entscheidungen zur Sicherheit Europas besitzt.
Putin beschreibt den Westen als illegitim und regelbrechend. Hinter dieser Rhetorik stehen strategische Ziele:
· Die NATO schwächen, insbesondere die Ostflanke.
· Die EU politisch spalten und wirtschaftlich destabilisieren.
· Mittelosteuropa wieder in eine russische Einflusszone ziehen.
· Russland in Europa als überlegene Macht etablieren.
Putins Forderung nach „weniger westlicher Dominanz“ ist kein Ruf nach einer fairen Balance. Es ist der Versuch, eine neue russische Dominanz aufzubauen, nachdem Moskau seine Vormachtstellung nach 1991 verloren hat.
3. Die Ukraine ist Russland
Putins Ziele in der Ukraine sind sehr weitgehend. Hinter der Forderung nach „Neutralität“ verbirgt sich der Dreiklang aus: keine NATO, keine EU, keine westliche Orientierung.
Putin will dauerhafte territoriale Kontrolle über große Teile der Ukraine, auch über bisher nicht eroberte Gebiete. Putin will vollständige politische Kontrolle über eine Ukraine, die nicht souverän im eigenen Interesse handeln kann, sondern bei jeder Entscheidung die russischen Interessen vorzieht.
Putins Aussage, die Ukraine könne „nicht existieren“ und werde „von außen kontrolliert“, ist eine klassische rhetorische Figur, um die Ukraine zu delegitimieren. Das soll die Grundlage für eine dauerhafte russische Einflussnahme schaffen.
4. Beihilfe zur Selbstabschreckung (alles für Kaliningrad)
Putin versucht, die russische Bereitschaft zur Eskalation bis hin zu Atomwaffen als bedauerlicherweise notwendige Verteidigung darzustellen. Damit verfolgt er einen militärstrategischen Zweck. Putin weiß, dass eine NATO-Verteidigung des Baltikums gegen einen russischen Angriff zwingend die Ausschaltung der Luftverteidigung, Raketenstellungen und militärischen Infrastruktur im hochgerüsteten Kaliningrad erfordern würde.
Die russische Exklave Kaliningrad ist der am stärksten militarisierte Raum Europas, vollgestopft mit Luftabwehr, Raketen, elektronischer Kampfführung. Eine NATO-Verteidigung des Baltikums und des Ostseeraums würde Kaliningrad massiv treffen müssen.
Deshalb versucht Putin rhetorisch:
· die Logik der Verteidigung der NATO als „Aggression“ umzudeuten,
· die politische Bereitschaft Europas zur Verteidigung der Nordostflanke zu schwächen,
· die Verteidigung des Baltikums als „Eskalation“ darzustellen,
· die Schwelle für westliche Gegenmaßnahmen gegen russische Aggressionen im Baltikum und im Ostseeraum zu erhöhen.
Putins Drohungen und sein vages Herumwedeln mit Atomwaffen sollen die NATO davon abhalten, ihre eigene Verteidigungsstrategie konsequent umzusetzen, weil wichtige NATO-Mitgliedsstaaten in Selbstabschreckung verfallen.
5. Wirtschaft als Waffe
Putin präsentiert die russische Wirtschaft als „stabil“ und „resilient“. Erkennbar ist Wirtschaftspolitik ist für Putin kein Instrument zur Verbesserung der Lebensqualität der russischen Bevölkerung, sondern ein geopolitisches Werkzeug.
Putin spricht nicht über menschliche Verluste, soziale Kosten und wirtschaftliche Schäden seines Krieges. Verarmung, demografische Krise und Abwanderung von Fachkräften kommen bei ihm nicht vor.
Für Putin ist die russische Wirtschaft ein Druckmittel gegen Europa, eine Kriegsressource und ein Mittel zum Aufrechterhalten seines Regimes.
Putin spricht über Wirtschaft als Machtressource des russischen Staates, nicht als Lebensgrundlage russischer Menschen.
*
In aller Kürze: Putin will, dass Russland eine europäische Ordnung dominiert, in der die Ukraine dauerhaft unterworfen ist und in der Moskau Einflusszonen kontrolliert. Die russische Aggressivität bis hin zu Angriffskriegen wird dabei als Verteidigung dargestellt.
Weil heute so viele Extremisten von links & rechts an den 26. September 2022 erinnern – den Tag, an dem jemand Deutschlands Abhängigkeit und Erpressbarkeit von russischem Gas beendete.
So⤵️ sah die Lage damals wirklich aus: Russland drehte uns den Gashahn zu. Nicht die Ukraine.
Der „friedfertige“ Putin führte übrigens 1999-2009 Krieg gegen Tschetschenien, 2008 Krieg gegen Georgien, annektierte 2014 militärisch die Krim und intervenierte im Donbass, führte seit 2015 Krieg in Syrien und seit 2022 den Krieg gegen die Ukraine mit einer Großinvasion.
#Analyse
Nach einer weiteren furchtbaren Woche in der Ukraine werden einige Entwicklungen immer klarer.
1. Russland eskaliert den Krieg gegen die Zivilbevölkerung.
Ausmaß und geografische Ausdehnung des russischen Terrors nehmen täglich zu. Ob ballistische Raketen, düsengetriebene Kamikaze-Drohnen oder gelenkte Bomben: Was Russland erreichen kann, wird angegriffen.
Dabei richtet sich der Beschuss systematisch gegen zivile Infrastruktur. Es geht längst nicht mehr nur um Logistik- und Lagerzentren – darunter zahlreiche mit Lebensmitteln und medizinischen Gütern. Angegriffen werden Supermärkte, Tankstellen, Bahninfrastruktur, und alle Strukturen, die das zivile Leben aufrechterhalten.
2. Die Ukraine hat einige Entwicklungen nicht rechtzeitig kommen sehen.
Der massenhafte Einsatz düsengetriebener Geran-4- und Geran-5-Drohnen hat sich über zwei bis drei Monate angekündigt. Ein erheblicher Teil der ukrainischen Luftverteidigung war jedoch weiterhin auf Geran-3-Drohnen mit Propellerantrieb ausgerichtet.
Mehrere ukrainische Offiziere erklärten mir, man sei deshalb derzeit teilweise wehrlos. Sie gehen davon aus, binnen drei bis vier Monaten eine Lösung zu finden.
3. Russlands Kriegswirtschaft ist uns bei der Luftkriegsführung überlegen.
Russlands Produktion und Beschaffung ballistischer, Hyperschall- und Marschflugkörper übersteigt unsere Abwehrmöglichkeiten bei Weitem.
Diese Unterlegenheit ist zu einem erheblichen Teil selbst verschuldet: Während Russland seine Wirtschaft weitgehend auf Kriegsproduktion umgestellt hat, befinden sich die westlichen Volkswirtschaften weiterhin im Friedensmodus. Eine adäquate Erhöhung der Produktion findet nicht statt.
Deshalb kann die Ukraine noch so sehr bitten: Es gibt schlicht nicht genügend Patriot-Systeme und andere westliche Abfangraketen, um den ukrainischen Luftraum flächendeckend zu schützen.
4. Russland gewinnt diesen Krieg nicht.
Das könnte den Eindruck erwecken, Russland sei militärisch überlegen und eine ukrainische Niederlage stehe bevor. Dem ist mitnichten so.
Russischer Terror und Raketen haben auf die ukrainischen Streitkräfte bislang höchstens einen peripheren Effekt. Die ukrainische Armee steht weiter massiv an der Front, hält ihre Stellungen und drängt russische Truppen lokal sogar zurück.
Es gibt derzeit keine Anzeichen für einen operativen Durchbruch Russlands. Auch ein Fall der Festungsstädte Slowjansk und Kramatorsk in diesem oder dem kommenden Jahr zeichnet sich nicht ab.
Ohne grundlegende Strategiewende und beispielsweise Hunderttausende zusätzliche Soldaten kann Russland die ukrainischen Streitkräfte kaum entscheidend besiegen.
5. Putins Strategie besteht aus Terror & Zeitgewinn.
Moskau weiß, dass diese Strategie keine entscheidenden militärischen Erfolge bringt. Darum geht es auch nicht primär.
Das Ziel ist vielmehr, die Ukraine so weit wie möglich zu zerstören, während die westliche Unterstützung Stück für Stück erodiert. Russland versucht damit, einen militärisch nicht entscheidbaren Krieg in einen politischen und gesellschaftlichen Abnutzungskrieg zu verwandeln.
6. Die Lösung
Wir müssen endlich verstehen, dass Russland sich mit uns im Krieg befindet – und daraus keinen Hehl macht. Daraus muss eine strategische Konsequenz folgen.
Wenn Russland diesen Krieg nicht durch Zerstörung und Abnutzung gewinnen soll, müssen wir es auf dem Schlachtfeld zurückdrängen. Das bedeutet: Russland in der Ukraine zu besiegen.
Die Ukraine benötigt dafür offensive und defensive Fähigkeiten: Sie muss russische Logistik, Produktionskapazitäten und militärische Infrastruktur wirksam bekämpfen und gleichzeitig ihre Städte und Bevölkerung besser vor dem Terror schützen.
Ziel muss sein, Russland wirtschaftlich und militärisch schneller an seine Grenzen zu bringen, als es die Ukraine zerstören kann.
Denn eines zeigt sich erneut sehr deutlich: Russland kann die Ukraine nicht schnell militärisch besiegen. Aber Russland kann sie langsam zerstören. Genau das müssen wir verhindern.
❗️Jeden Hansel, der mir mit „Wer hat damit angefangen?“ oder „Die Ukraine hat zuerst zivile Objekte attackiert“ kommt, blockiere ich umgehend.
🚨Russland verwüstet seit fast fünf Jahren systematisch zivile Objekte in der Ukraine und macht ganze Städte dem Erdboden gleich.
Mariinka⤵️. Drei Jahre vor dem ersten ukrainischen Deep Strike.
Lasst euch ein Hirn wachsen, ihr Leuchten.🤦♂️
Heute vor 65 Jahren wurde die Mauer gebaut, die daraufhin 17 Millionen Deutsche auf Jahrzehnte einsperrte.
Dass heute die Nachkommen dieser 17 Millionen mehrheitlich Parteien wählen, die die Erbauer dieser Mauer und gleichzeitig die letzte Diktatur auf deutschem Boden glorifizieren, beschämt mich als Ostdeutscher zutiefst.
Ich war erst sechs Jahre, als das Regime endete. Aber die Repressionen gegen mich und meine Familie, weil meine Eltern sich weigerten, mich zum Jungpionier zu machen, bleiben mir bis heute lebhaft vor Augen.
Ein Wahnsinn, dass heute AfD, Linke und BSW dieses Regime unserer bundesdeutschen Demokratie vorziehen …
@JulianRoepcke@BILD Danke, für jedes kleinste Detail deiner Arbeit der letzten Jahre! Professionell, unverschleiert, direkt und transparent! Deine Analyse und deine Erläuterungen haben mir das Verständnis dieser höchstkomplexen deutlich leichter gemacht!
Heute ist mein letzter Tag bei @BILD.
⏰Nach 11 Jahren und 3 Monaten endet mein Vertrag und ich beginne ein neues, nicht weniger aufregendes, Abenteuer.
➡️Ich bin glücklich und dankbar für die Zeit. Für Journalismus mit Haltung, der bei BILD nicht nur möglich, sondern auch gewollt war. Journalismus für Menschen, der deren Leben beeinflussen und nach Möglichkeit verbessern will. Journalismus, der die Welt verändert.
🚨Immer objektiv. Niemals neutral.
Danke für die Chance, @jreichelt, @johannesboie und @marionhorn!