@bulebub@Regenbogenpfert@UlrichSiegmund Zumal diese Spende dann erneut durch Steuermittel aufgestockt wird (45% der Spenden an Parteien kommen nochmal durch die Parteienförderung DAZU)
Du wirst dich nie einem Streitgespräch mit ernsthaften Vertretern der neuen Rechten stellen. Kaiser, Sellner, Kubitschek, Höcke- es bleibt bei Spitzen in Artikeln & Tweets. Deine Komfortzone sind schon tausendmal gesehene Debatten mit intellektuell ungefährlichen Mainstreamlinken
Zeitgleich würdest du mit einer solchen Debatte nicht nur mehr Neues, sondern auch mehr Aufsehen zutage fördern, als mit den nächsten 20 "Lib vs Woke"-Neuauflagen zusammen, bei denen sich eh schon jeder den Inhalt denken kann, noch bevor das erste Wort gesprochen ist.
Nach links suchst du das Streitgespräch, weil du dir recht sicher sein kannst, es für dich entscheiden zu können. Nach rechts schreibst du lieber von "machiavellistisch-liberalen Moves", mit "ausgewählten gemäßigten Vertretern" (von denen du dir keine Gegenargumente, sondern opportunistische Anbiederung erhoffst) "das Gespräch zu suchen, um die AfD in eine Klärung zu zwingen", also zu spalten (Zitat aus 'Die Differenzierung der Rechten').
Du suchst händeringend nach einem Trick, mit dem deine politische Strömung um die inhaltliche Auseinandersetzung mit der aufstrebenden Opposition herumkommt. Und zwar, weil du weißt, dass ihr in der ähnlich aussehen würdet wie Amann gegen euch.
@Storch_i@Frank03101985 Du nimmst ihn als Autorität. Und zwar mit einer solchen Strahlkraft, dass. Diese noch beim Enkel wirkt, der damit Aufmerksamkeit sucht.
Ich würde mich wahnsinnig gerne über Danger Dan aufregen und das alles furchtbar schlimm finden, wie so etwas denn sein könne, »das ist ja Linksextremismus-Glorifizierung in der deutschen Popkultur und auch noch beim ZDF!!«, herrjemine, aber ich kann leider nicht. Ich muss, fünf Jahre nach »Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt«, lachen.
Das Lustigste an diesem Danger Dan-Skandal und seinem neuen Lied ist die Tatsache, dass er in seiner komplett kalkulierten Glorifizierung von Linksextremismus auf absurde Weise ein bundesrepublikanisches Mitläufertum abbildet. Da sitzt ein von GEZ-Geldern gepampertes und von Spoti-Streams genährtes Spanferkel, energielos, erschlafft, mit Truckerbart und Adidas-Samba-Sneakern, und trägt einen siebenminütigen Song vor, der Antifa als eine Art edgy Lifestyle definiert, in schwarz-weiß-Optik und mit Streichern. Danach grüßt Danger Dan die Hammerbande, womit er natürlich einerseits ganz bewusst für einen Skandal sorgen will, andererseits aber auch zeigt, dass sich der Systemkünstler 2026 um jeden Preis in den Fiebertraum einer Résistance wähnen will, während ihm ZDF-Bühnen und Igor-Levit-Kooperation offen stehen.
Spätestens aber, wenn die Normie-Kabarettisten der »Anstalt« dich zur Primetime für deine ach-so-provokante Kunst bejubeln, solltest du merken, dass du nicht subversiv und widerspenstig, sondern staatstragend und systemkonform bist. Natürlich ist die Ausladung Danger Dans aus dem ZDF dennoch völlig richtig und sein Skandalisierungspost auf Instagram völlig lächerlich. Ansonsten taugt »Keine Angst« aber nicht zum Skandal, sondern als Beispiel, wie sich die Linke zum Max-Uthoff-goutierten Fallobst gemacht hat.
Danger Dan ist also ein eindrückliches Anschauungsbeispiel dafür, wie aus Antifa Staatsdoktrin und monetarisierbarer Lifestyle geworden sind, und was ich damit meine, wenn ich davon spreche, dass »die Mitte« und die Realität heute extrem links sind. In diesem ganzen Larp geht es, um eine Line aus dem Song auszugreifen, nur noch um Fame (und Virtue Signalling) – und gar nicht um »Straßenpolitik«. Dieses Verlangen nach Fame wird aber immerhin mit dramatischer Geigermimik unterlegt.
Danger Dan dient (zweitens) auch als Anschauungsbeispiel für innerlinke kognitive Dissonanz: Er (und die Antilopen) traten immer maximal israelsolidarisch auf, und werden von der internationalistischen Linken gehasst. Im deutschen Kontext wollen sie sich aber als politische Mitte und Anti-Rechts-Ikonen stilisieren. Genau diese Mixtur erlaubt ein Andocken an den Mainstream, das Militanz popkulturkompatibel machen will, aber dabei noch die Restimpulse der systemerhaltenen Mitte befriedigt. Lachhaft.
Was dieser Song und dieses Skandälchen ganz sicher nicht sind: mutig, ikonisch, subversiv. »Keine Angst« bedeutet eine Antifa, die als Stadtbeamte arbeitet, Leitmedien toll findet, eigentlich auch nur ein Eigenheim mit Webergrill will und den ZDF-Fernsehgarten toll findet. Danger Dan ist deshalb auf traurige Art und Weise Deutschland, auch wenn er das nicht merkt.
In dieser geradezu lustigen Staatskunst wird Widerstand mit saturiertem Privileg verwechselt, während subkulturell jedem Jugendlichen klar werden dürfte, dass ein Besuch in Schnellroda, ein MMA-Cagefight, die Teilnahme bei der Migrantifa, ein Burschenschaftlerabend, eine Auswärtsfahrt beim Hochrisikospiel oder ein Bannerdrop bei der IB 50-mal rebellischer sind als diese schiefe BRD-Hymne, bei der in jeder Line sichtbar wird, wie sehr man dazugehören will. Wäre ich so etwas wie ein extrem linker Jugendlicher mit extrem linken Idealen, würde ich mir nach diesem Song und diesem »ZDF-Skandal« jede einzelne Pianotaste in die Fresse hauen. Und – angesichts der Tatsache, dass meine Subkultur zum System geworden ist – anfangen, zu heulen.
Ich würde mir wahrscheinlich das Leben nehmen, wenn ich eine Debatte verlieren würde gegen jemanden, der nebenbei isst und im Overwatch T-Shirt chillt, holy fuck.
@UlrichSchneider@PrienKarin Ich habe mit einem BMI um die 45 teilgenommen und habe es überlebt. Ja, in manchen Jahren mangels Disziplinen, die ich hätte machen können "Sportunfähig" aber auch ich habe es in dem Zustand hinbekommen, zwei mal nicht unweit eines Abzeichens zu kommen.