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Da mir etliche Türken wegen meines Berichts zu den Hintergründen des kroatischen ESC-Beitrags Geschichtsrevisionismus unterstellen und uns am liebsten glauben lassen wollen, dass meine Vorfahren die Gräueltaten im Zusammenhang mit der 415 Jahre andauernden osmanischen Herrschaft in Bosnien und Herzegowina (1463–1878) erfunden haben, biete ich an dieser Stelle echte, nachprüfbare Geschichte an.
Ich erzähle euch vom Schicksal von Katarina, der letzten bosnischen Königin.
Sie ist die berühmteste tragische Figur des bosnischen Mittelalters.
Ihr Name war Katarina Kosača-Kotromanić.
Sie war die Tochter von Herzog Stjepan Vukčić Kosača, dem mächtigsten Adligen von Herzegowina - von ihm stammt der Name „Herzegowina", Land des Herzogs. Heute heißt das Land Bosnien und Herzegowina.
Geboren wurde sie 1424 im Schloss Blagaj bei Mostar. Sie wuchs vermutlich orthodox auf und trat bei der Heirat 1446 klar zum Katholizismus über. Sie heiratete 1446 König Stjepan Tomaš, den vorletzten König Bosniens. Sie hatten zwei Kinder: Šimun (geb. 1449) und Katarina (geb. 1451).
Sie war eine sehr aktive Königin (1446–1461). Sie förderte die katholische Kirche massiv, finanzierte Franziskaner-Klöster, ließ Kirchen bauen und unterstützte die Mission gegen die „Crkva bosanska"- eine eigenständige bosnische Kirche, deren Niedergang Theorien zufolge die spätere Islamisierung Bosniens erleichterte.
Katharina war fromm, gebildet und politisch engagiert. 1461 stirbt ihr Mann unter ungeklärten Umständen -manche Quellen u.a. Osmanen behaupten er sei von seinem eigenen Sohn aus erster Ehe vergiftet worden. Dieser Sohn, Stjepan Tomašević, wird letzter König.
1463 beginnt die Tragödie. Sultan Mehmed II. marschiert mit großer Armee in Bosnien ein. Innerhalb weniger Wochen fällt das Königreich. Der letzte König Stjepan Tomašević wird gefangen genommen und in Jajce enthauptet obwohl die Osmanen versprachen, ihn zu verschonen.
Katarinas Schicksal ist fürchterlich. Sie flieht zunächst Richtung Kupres. In dieser Zeit lässt sie noch die Kirche der Heiligen Dreieinigkeit im Ort Vrila (heute Otinovci) erbauen. Dann muss sie weiter - über Konjic und Ston bis nach Dubrovnik und schließlich auf die Insel Lopud.
Dort hinterlässt sie den Säbel ihres Mannes Stjepan Tomaš mit der Bitte, ihn für ihren Sohn Šimun aufzubewahren, bis er aus der osmanischen Gefangenschaft befreit werde. Damit er, mit dem Säbel seines Vaters in der Hand, sein Erbland von den Osmanen befreien könne. Später muss sie ins Exil nach Rom fliehen, als Dubrovnik droht von den Osmanen erorbert zu werden.
Ihre beiden Kinder Šimun (14) und Katarina (12) werden gefangen genommen, nach Istanbul verschleppt, zwangskonvertiert und in den osmanischen Hof eingegliedert.
Damit beginnt ihr lebenslanges Trauma, das zum Kern ihrer tragischen Geschichte werden sollte und uns noch Jahrhunderte später - bis heute - an diese Schrecken erinnert:
Šimun erhält eine neue Identität und verschwindet als osmanischer Würdenträger in den Archiven, vermutlich identisch mit dem späteren Ishak-beg Tomašević, - Kraljević („der Königliche") taucht teilweise als Beiname auf. Er macht osmanische Karriere, wird Sandschakbeg und lebt als Muslim.
Ihre damals 12-jährige Tochter Katarina wird Hatice genannt und mit einem osmanischen Würdenträger verheiratet.
Ihre Mutter verbringt den Rest ihres Lebens damit, sie zurückzubekommen sowohl auf diplomatischen Wege, finanziell, über den Papst, über den ungarischen König.
Es gelingt ihr nie.
Sie sieht ihre Kinder nie wieder.
Sie lebt 15 Jahre im Exil in Rom (1463–1478), beim Heiligen Stuhl. Sowohl Papst Pius II. als auch später Sixtus IV. unterstützen sie mit einer Pension. Sie wohnt in der Nähe von Santa Maria in Aracoeli auf dem Kapitolshügel.
Sie trägt bis zu ihrem Tod die schwarze Witwentracht, bezeichnet sich offiziell weiter als „Königin von Bosnien" und kämpft diplomatisch für die Rückeroberung ihrer Heimat. Es soll vergeblich bleiben.
In den letzten Jahren ihres Lebens trat sie dem franziskanischen Dritten Orden bei und lebte in strenger Frömmigkeit. Sie wurde im franziskanischen Habit beigesetzt - Königin und Tertiarin zugleich.
In ihrem berühmten Testament (1478) vermacht sie ihre Rechte auf das Königreich Bosnien dem Heiligen Stuhl unter der Bedingung, dass es zurückerobert wird. Falls ihre Kinder zum Katholizismus zurückkehren, sollen sie das Erbe antreten dürfen.
Sie kehren nie zurück.
Dieses Testament wurde von kroatischen Nationalisten im 19. und 20. Jahrhundert oft als rechtlicher Anker zitiert als Beweis, dass Bosnien „eigentlich" katholisch und westlich orientiert sei.
Sie stirbt am 25. Oktober 1478 in Rom und wird in Santa Maria in Aracoeli beigesetzt. Ihr Grabstein existiert dort bis heute.
Die Inschrift existiert in kroatischer Sprache in bosančica-Schrift (einer regionalen kyrillischen Variante) sowie in lateinischer Sprache:
CATHARINAE REGINAE BOSNENSI KATARINA, KÖNIGIN DER BOSNIER
Sie ist die einzige gekrönte slawische Königin, die in Rom begraben ist. Sie wurde 1990 durch Papst Johannes Paul II. seliggesprochen und wird in Bosnien und in Herzegowina als „Königin der Bosnier" verehrt.
In Kraljeva Sutjeska - dem zentralbosnischen Franziskaner-Kloster und ihrer ehemaligen Königsresidenz - wird ein Gewand verwahrt, das der Tradition nach Königin Katarina gehört haben soll. Der Ort ist bis heute Pilgerstätte.
Ihr Todestag am 25. Oktober wird als Gedenktag begangen. Traditionell tragen kroatische Frauen in Bosnien und Herzegowina an diesem Tag schwarze Kopftücher als Erinnerung an ihre Trauer.
Diese Tradition ist Teil der bosnisch-kroatischen Identität und wird in Westherzegowina bis heute gepflegt.
Warum ihre Geschichte so wichtig ist?
Katarina verkörpert für die bosnischen Kroaten alles auf einmal:
- Den Untergang des eigenen Staates
- Den Verlust der Kinder an den Islam, das tiefste Trauma der gesamten Region
- Die Treue zum Glauben bis in den Tod
Sie ist die historisch-königliche Variante dessen, was Diva Grabovčeva und Mila Gojsalić (von ihrem Schicksal hab ich bereits erzählt) in den Volksliedern sind. Sie ist eine reale historische Person und gleichzeitig eine Symbolfigur, die durch ihre eigene Tragik unsterblich wurde.
Wenn man in Herzegowina am 25. Oktober ältere kroatische Frauen sieht, die schwarz tragen, dann trauern diese - fünfhundertfünfzig Jahre später - nicht nur um Katarinas verlorene Kinder, sondern auch um die vielen anderen Schicksale dieser Zeit.
So bin ich aufgewachsen. Mit dieser Geschichte meiner Ahnen, die ich ehren werde und deren Andenken ich durch diese Erzählung lebendig halten werde.
Soll ich euch jetzt von der Legende der „Gospa Sinjska" erzählen?
Croatia has stormed the Eurovision final with a historic anthem that denounces the Ottoman occupation and revives the ancient Christian tattoo tradition to protect young girls from rape
Performed entirely in Croatian, the song slams centuries of Islamic Turkish occupation of their lands and recalls how Catholic girls were tattooed with Christian motifs to stop them from being abducted, converted to Islam, and forced into sexual slavery
"That’s why many chose the grave, our mothers did not birth slaves”
Turkey is already attacking the group for performing the song