"Citizen Vigilante" - ohne FSK Freigabe wird als Zensur begriffen?
Ich kann es kurz fassen und habe heute über einen Schweizer Server den Film vollständig gesehen.
Als Jurist stehe ich hinter der Entscheidung keine FSK - Freigabe zu erteilen. Es geht nicht um Sex oder Gewaltverherrlichung, so dass eine FSK18 Freigabe in Erwägung gezogen werden könnte.
Das Machwerk verherrlicht Straftaten in mannigfaltiger Natur im Gewandt des Edelmuts und der Rechtschaffenheit mit einer völlig irrationalen Verirrung, Kapitalverbrechen als Rechtschaffenheit zu verkaufen. Es ist schon gaga - es aber so extremistisch auf die Spitze zu treiben - führt zu einer Verblendung, die niemals gut geheißen werden kann. Die Verherrlichung einer völligen Perversion des Rechts, die als Vorbild präsentiert wird, aber rechtlich nichts anderes darstellt als die Anleitung Kapitalverbrechen als genehmigtes Mittel zur Zielerreichung zu verstehen, steht völlig außerhalb unserer Rechtsordnung.
Die Lehre, die ein juristisch nicht vorgebildeter Zuschauer aus diesem Film ziehen könnte ist, dass dies eine Art des Vorgehens des "Helden" Vorbildcharakter hätte.
In einem juristischem Seminar wäre der Film höchst interessant, sicher aber nicht für den allgemein juristisch nicht vorgebildeten Zuschauer. Die intendierten Fehlschlüsse sind mehr als nur fatal.
Dieser Film ist den Tausenden von Vergewaltigungs- und Mordopfern in Europa gewidmet, die von unserem Rechtssystem im Stich gelassen wurden.
Der Film Citizen Vigilante wurde in Deutschland nicht freigegeben.
Warum?
Weil er einen wunden Punkt trifft.
Nicht die Fiktion ist gefährlich. Gefährlich ist eine Politik, die Täter erklärt, Opfer vergisst und Warnsignale so lange verdrängt, bis sie zur Realität werden.