Ich bin ein schwuler Mann, psychisch/körperlich auf'm Damm (🙏🏻), in Beziehungen lebend, ohne Kinder, mit gutem Job, mit guter Work-Life-Balance, ohne traumatische Erfahrungen, konservativ-liberal, mit eigener, oft nicht Mainstream-tauglicher Meinung.
Ja, das gibt's hier auch!😊
@Brigitt08184092 Wie widerlich ist Ihr whataboutism?
Merken Sie eigentlich noch irgendwas?
Ich ekle mich vor Menschen wie Ihnen.
Die versuchen, sich alles für ihren eigenen Mist nutzbar machen.🤮🤮🤮
Dieses Schmankerl, diese Sternstunde des linken deutschen Journalismus, konnte ich einfach nicht unkommentiert an mir vorbeiziehen lassen. Denn sie sagt so viel mehr.
Am Samstag, dem 20.06.2026, erhob der etwa 22-jährige taz-Journalist Fridolin Haagen den moralischen Zeigefinger.
Er berichtet über Fußball, woraus bei der taz Beiträge werden wie Fanproteste gegen die AfD, die erste Trainerin bei einem Männer-Bundesligisten, St. Pauli-Fans gegen Netanjahu oder „Das Muster rassistischer Polizeigewalt“.
Soweit, so erwartbar.
Nun beklagt sich Fridolin Haagen in seinem Artikel „Das Recht auf den eigenen Namen“ darüber, dass der Elfenbeinküste kein eigener Name zugestanden würde. Denn „Elfenbeinküste“ sei ein „kolonial geprägter Name, der seit über 40 Jahren eigentlich nicht mehr verwendet werden soll.“
Dabei scheint ihm vollkommen bewusst zu sein, dass die erwünschte und – wie er sogar ausführt – diplomatisch benutzte Bezeichnung „Côte d’Ivoire“ von den französischen Kolonisatoren stammt. Er weiß sogar, dass „Côte d’Ivoire“ nichts anderes bedeutet als „Elfenbeinküste“. Auf Englisch übrigens Ivory Coast, was ebenfalls in der Gemeinsprache genutzt wird.
Die Elfenbeinküste selber hatte lediglich 1985 darum gebeten, nur noch den französischen Begriff „Côte d’Ivoire“ zu verwenden. Weshalb man beispielsweise die Bewohner „Ivorer“ nennt.
Das hat vielleicht auch damit zu tun, dass es gar keine Ivorer im onomastischen, namensgebenden Sinne gibt.
Das Land, das keinen Staat hatte, stand ab dem Hochmittelalter unter dem Einfluss des islamischen Mali-Reiches. Später gehörte es teilweise zum ebenfalls islamischen Stadtstaat Kong.
Bereits im 15. Jahrhundert kamen Europäer an die Elfenbeinküste. Der transatlantische Sklavenhandel führte dazu, dass lokale Warlords Menschen versklavten und an die Europäer verkauften, um sie in die Amerikas zu bringen.
1843 unterzeichnete der französische Admiral Bouët-Willaumez ein Abkommen mit lokalen Königen, die die Elfenbeinküste unter französisches Protektorat stellte. Zur Kolonie wurde die Elfenbeinküste erst 1893, als sie auch ihren Namen erhielt. Vollständige Unabhängigkeit erlangte sie 1960, also nach nur 67 Jahren.
Ohne diesen französischen Kolonialismus gäbe es also gar keine Elfenbeinküste. Denn nur dadurch wurde und wird dieser Staat definiert.
Und deshalb hat man sich auch auf Französisch als Amtssprache geeinigt. Denn die Menschen haben vorstaatlich in kleinen Stämmen gelebt, die dutzende Sprachen aus verschiedenen Sprachfamilien sprechen. (Akan, Kru, Mandé und Gur)
Das ist das Problem mit dem Kolonialismus. Oder besser: das Problem der heutigen, völligen Ablehnung des Kolonialismus. Nicht nur des europäischen, auch des arabischen, der ja gerne vergessen wird. Es wurden vorstaatliche Gesellschaften vereint, die heute Staaten bilden. Das macht die Sache kompliziert. Denn erfahrungsgemäß erfolgen erst Kriege, um Staaten oder größere Volksgruppen zu bilden. Die Deutschen haben da locker 1000 Jahre Erfahrung, nachfragen kann man aber auch in China, Japan, Italien, Britannien und Indien.
Fridolin Haagens Problem, das sein fein abgestimmter Kolonialismus-Detektor ihm angezeigt hat, scheint also keineswegs in der französischen Bezeichnung der Kolonialisten zu bestehen. Sondern darin, dass Deutsche das Land meist in ihrer Sprache als „Elfenbeinküste“ bezeichnen. Vielleicht, weil es einem Deutschen leichter von der Zunge geht, ebenso wie einem Briten die Ivory Coast. Oder vielleicht, weil man kein Zirkumflex oder Apostroph für „Côte d’Ivoire“ hat.
Wir lernen also, eine französische, kolonialistische Bezeichnung für ein nur durch Fremdeinfluss existierendes Konstrukt ist akzeptabel. Die deutsche Bezeichnung „Elfenbeinküste“ für das französische „Elfenbeinküste“ aber nicht.
Denn die Menschen hätten ja ein „Recht auf den eigenen Namen“. Selbst wenn es nicht einmal ihr eigener Name ist, sie haben sich halt dafür entschieden. In der Sprache ihrer eigentlichen ehemaligen Kolonisatoren.
Die kognitive Grätsche muss man erst einmal hinbekommen. Dann kann man auch Artikel bei der taz veröffentlichen.
In den nächsten Folgen unserer beliebten Reihe „Postkolonialistische Gedanken“:
„Römisches Imperium: Italienische Faschisten oder Multi-Kulti?“, „Deutschland den Deutschen: Schluss mit Germany, Allemagne, Niemcy, Saksa und tedeschi!“ und „Warum Palästinenser sich Palästinenser nennen, obwohl sie kein P haben“.
Sie dürfen sich jetzt ruhig betrinken.
Diese ständige Art des sich Dummstellens von Polenz & Co. erinnert mich immer an den legendären Tweet von @MillennialWoes: „Es ist erstaunlich, wie sehr linker Diskurs einfach daraus besteht, dass man so tut, als würde man Dinge nicht verstehen, und dadurch jede Diskussion unmöglich macht.“ Gerade beim Thema Migration passen 99 Prozent aller linken Takes in diese Schablone.
@AmadeuAntonio Kleine Ergänzung:
'Mehr Prominente sollten so eine klare Haltung für Demokratie und gegen Rechtsextremismus [und Linksextremismus , Anmerkung des Verfassers] bekennen.
Bitte, gerne.
@brand_rede Warum werden Sie jedem Menschen gegenüber, der Ihnen und ihrer Meinung nicht applaudiert und dabei noch sachliche Argumente liefert, persönlich, bis hin zu unverschämt, ja beleidigend?
So wenig Attitude? So wenig Selbstbewusstsein?
Meinen Sie, sie sind im richtigen Job?
Liebe @dunjahayali,
manchmal entscheidet nicht das, was gesagt wird, über die Qualität einer Nachricht, sondern das, was weggelassen wird.
Heute fehlte ein entscheidender Teil der Geschichte: Die Hisbollah hat trotz vereinbarter Waffenruhe rund 50 Raketen und Drohnen auf Israel und israelische Soldaten abgefeuert.
Das ist keine Nebensache. Das ist der Auslöser.
Israel hat darauf reagiert - Nicht agiert.
Wer über die Reaktion berichtet, den vorausgegangenen Angriff aber nicht erwähnt, liefert dem Publikum kein vollständiges Bild.
Genau deshalb stellt sich die Frage: Warum wurde dieser Kontext nicht genannt?
Journalismus lebt von Fakten, Einordnung und Vollständigkeit. Gerade in einem Krieg, in dem jedes Wort zählt, sollte Ursache und Wirkung nicht verwechselt werden.
#Israel #Hisbollah #Journalismus #Medienkritik #Nahost #DunyaHayali