Jenseits der Sehnsucht
Er, der von allen Träumen aufgewacht
und aller Welten Eitelkeit durchdacht –
seht, womit wollt ihr ihn verführen?
Mit welcher Sehnsucht wollt ihr ihn berühren?
Er trug ja alles Wollen längst zu Grab.
Kein Ich, kein Mein, kein Morgen mehr,
nur Wind im Baum, der war und ist nicht mehr.
Ein Blick, der kommt – und nicht mehr hält,
ein Herz, das leer – und doch die Welt.
Was bleibt ihm nun, da nichts ihn mehr bewegt,
kein Wunsch ihn ruft, kein Traum sich zu ihm legt?
Vielleicht nur das, was schweigend in ihm wacht:
Ein fernes Licht, das durch die Leere fällt,
ein Atemzug, der nichts mehr von ihm hält –
und diese Welt, die still in ihm erwacht.
@KSchulz19640223 Die Quellenangabe fehlt ebenso wie die Anmerkung, dass es sich um ein Zitat handelt.
Es wird häufig dem US-amerikanischen Autor und Sprecher Dave Willis zugeschrieben, wobei es im Netz oft in leicht abgewandelten deutschen Übersetzungen kursiert.
"Einem größeren Publikum bekannt wurde er (#Wodarg), weil er dort den Medizin-Hochstapler und gelernten Postboten Gert Postel als stellvertretenden Amtsarzt einstellte." Expertise - so wichtig https://t.co/f7Fr72LMat
@AngedeChaton Rilke a un jour décrit cet instant en ces termes : « Elle était déjà une racine. » Un mythe primitif selon lequel on perd certaines choses dès qu’on tente de les retenir du regard.
In der Ruhe einer Hotelbar zu sitzen und das Geschehen um sich herum zu verfolgen, hat gerade eine subtile Qualität. Rechts und links sitzen Paare, deren Unterhaltungen längst versiegt sind; man tauscht belanglose Blicke aus oder starrt ins Leere, vereint nicht einmal mehr im gemeinsamen Schweigen.
In diesem Moment stellt sich einem eine beruhigende Gewissheit ein: Es ist kein kleines Privileg, nicht Teil dieser mühsam aufrechterhaltenen Kulisse zu sein, sondern das Geschehen einfach nur als unbeteiligter Beobachter zu begleiten - ganz für sich.
Gestern, nach meiner Lesung, trat eine frühere Kollegin aus Flensburger Tagen auf mich zu und begrüßte mich herzlich. Sie hatte ein Geschenk dabei: ein Foto aus jener Zeit, als ich als Dr. Dr. Clemens Bartholdy firmierte. Ich kannte das Bild nicht; Aufnahmen aus diesen Jahren sind ohnehin selten, umso größer war die Freude. Nun sitze ich im Hotel, rauche in Ruhe meine Pfeife und betrachte die Aufnahme genauer. Je länger ich hinschaue, desto mehr staune ich: Wie konnte man diesem großen Kind damals eigentlich ohne Weiteres abkaufen, ein doppelpromovierter Facharzt für Psychiatrie und Neurologie zu sein? Ich selbst hätte diesem Mann allein nach dem Äußeren wohl kaum geglaubt. Hier ist das Bild nun – als kleine, exklusive Erstveröffentlichung.
#Flensburg
Der beispiellose Ansturm auf meine gestrige Lesung hat selbst meine Erwartungen übertroffen. Zahlreiche anwesende Ärzte folgten meinen Ausführungen mit spürbarer Sympathie. Dass sich darunter auch ein offensichtlich verwirrter Allgemeinarzt befand, der mich allen Ernstes für einen fiktiven Flensburger Doppelmord verantwortlich machen wollte, sorgte bei mir für amüsierte Gelassenheit. Es bewahrheitet sich doch immer wieder, dass fundierte psychiatrische Kenntnisse den Umgang mit gewissen Zeitgenossen ungemein erleichtern. Ein rundum glanzvoller Abend, der dem Publikum – und mir selbst – große Freude bereitete. Passend dazu erscheint am Dienstag ein Podcast zu dieser Lesung, und Ende nächster Woche wird der gesamte Abend schließlich als Video auf YouTube zu sehen sein.
#Flensburg