⏸️ Dä Köbes – für Fortgeschrittene
Zu meiner Verwendung des Begriffs „Köbes“ kam eine Nachfrage. Natürlich aus Sachsen.
Da auch viele Rheinländer den Begriff zwar kennen, aber nicht mehr wissen, woher er stammt, komme ich meinem Bildungsauftrag nach. Und weil Wochenende ist. Ich hatte es zwar mal erklärt, ist aber Jahre her.
Der Jakobsweg ist der alte Pilgerweg zum Grab des heiligen Jakobus in Santiago de Compostela.
Es ist nicht nur ein Weg, sondern ein Netz von Wegen.
Pilgerten Menschen im Mittelalter aus Skandinavien, Hamburg oder Westfalen dort hin, kamen sie fast immer durch das Rheinland. In Düsseldorf stand eine Kaiserpfalz, ein netter Touristenpunkt. In Köln gab es den Schrein der Heiligen drei Könige, der noch heute im Dom steht.
Die wenigsten hatten aber viel Geld bei sich, manche waren vielleicht ausgeraubt worden, und so weiter. Also bot es sich an, in solchen großen Zwischenstationen einige Zeit Rast zu machen und sich für etwas Geld zu verdingen.
Viele arbeiteten dann für eine Zeit als Brauereigehilfen. Tagsüber schufteten sie in der Brauerei, wofür sie üblicherweise eine lange, wollene Schürze trugen, um die Fässer mit den Oberschenkeln zu verfrachten.
Abends mussten sie im Ausschank helfen. Da in einer Zeit vor den Kühlschränken zumeist direkt aus dem kühlen Keller ausgeschenkt wurde. Nebenbei wurden so die Biergärten erfunden: Die Brauereien stellten einfach ein paar Bänke auf und der Geselligkeit war genüge getan.
Der Wirt war also nicht nur ein Wirt, sondern der Braumeister. Ein hoch angesehener Handwerker einer Zunft.
So nannte man die Gehilfen einfach nach dem Pilgerweg alle „Jakob“, weil man sich nicht die ständig wechselnden Namen merken wollte. Und der heißt in der rheinischen Verkürzung „Köbes“.
Heute sind dem Köbes mehrere Merkmale gemein.
Beispielsweise ist die lange Schürze und der Klingelbeutel geblieben. Die Oberbekleidung ist ein Arbeitshemd, schon ein T-Shirt zeugt von übertrieben moderner Dynamik.
Im Gegensatz zu früher ist der Köbes aber üblicherweise fest angestellt und hat häufig eine entsprechende Ausbildung. Studentische Aushilfen o.ä. gibt es höchstens selten, wenn überhaupt.
Die wichtigste Regel: Wer ein Bier bestellt, wird automatisch ein neues bekommen, sobald sein Glas leer ist. Die Kompetenz eines Köbes wird nicht an Freundlichkeit bemessen, sondern daran, wie lange ein Glas leer stehen bleibt. Will man kein weiteres Bier, oder etwas anderes, legt man seinen Deckel auf das Glas. Dann muss man aber manchmal etwas warten, denn Ausschank geht vor Kassieren.
Am besten man spricht möglichst wenig mit dem Köbes und lässt ihn seinen Job machen.
Daher ist es ein weit verbreitetes Fehlkonzept, dass Rheinländer wenig vertragen, weil sie so kleine Gläser haben. Jeder, der das behauptet, hat noch nie einen Abend in einem rheinischen Brauhaus verbracht.
Die Gläser sind klein, damit das Bier möglichst frisch und kühl ist, möglichst nach dem nächsten Fassanstich.
Ein weiteres Maß für Kompetenz ist die Schlagfertigkeit eine breite Varietät an dusseligen Antworten zu geben. Lakonische Maulfechterei ist generell ein verbreitetes Hobby im Rheinland.
Frei übersetzt:
„Wat? Ein Wasser? Beim dritten gibt’s en Goldfisch gratis.“
„Tee? Nebenan is ne Apotheke“
„Pitter, mach et Lich aus, hier will einer Dunkelbier.“
„Radler? Sieht dat hier aus wie ne Cocktailbar?“
Sozialpädagogikstudentinnen vom Prenzl würde ich von Debatten mit einem Köbes abraten, wenn sie sich ihr Weltbild erhalten wollen.
Zu empfehlen ist meist auch der Apfelsaft (Boomsaap), der häufig im Hause selbst gepresst wird.
Wer eine gute Haxe essen will, muss in ein Brauhaus gehen.
Die Ähnlichkeiten zur traditionellen Gastronomie in Bayern sind markant. Die Entstehung von Biergärten, kleine Karte, usw. In Bayern ist aber zumeist Selbstbedienung und häufig auch der Verzehr von Mitgebrachten erlaubt. Im dicht besiedelten Rheinland, wo die Biergärten meist in Innenhöfen entstanden, eher nicht.
Ein Brauhaus ist keine Kneipe, sondern ein Glas-Bier-Geschäft und eine Tradition. Und ein Köbes ist kein Kellner, sondern eine Institution.
An dieser Stelle rate ich Ausländern, also allen von außerhalb von Köln/Düsseldorf, dringend davon ab, sich in internen Streit einzumischen. Nach außen halten Rheinländer immer zusammen.
„Mafia“ heißt auf Deutsch „Kölsche Klüngel“.
In der nächsten Stunde: „Schääl Sick“.
Un jetz jeh fott.
@schwerin19055@Phuean57@BrennpunktUA Und selbst wenn die Ukraine korrupt und nationslistisch wäre und eigenhändig den Osterhasen erschlagen hätte: Russland hat trotzdem kein Recht, da einzumarschieren, die Bevölkerung zu unterdrücken, vergewaltigen, ermorden, bombardieren... Die Ukraine verteidigt sich nur.
@27BJ84@Faktencheck2030 Auf meinem Balkon ist noch nie einer vorbei gekommen, um die toten Vögel (2) zu zählen, die sich in meine Fenster verirrt hatten. Kam aber auch kein Tier zur Entsorgung, mußte ich selber übernehmen. Was sagt uns das jetzt?
@HoschiMike@Heicapa1@byte_p@dietmar_hipp@Friedemann1 Sorry, aber eben noch teilst Du aus ("irre Weltuntergangssekten Fuzzis") und exakt EINEN Druko weiter weinst Du wegen ad hominem? Komm mal klar mit Deiner Attitüde.
@Berg_Oetzi@vmuecke_k Es ist aber auch ein bißchen traurig, weil die ja alle nur von trotzigen Rentnern umgeben sind, die sich aus reiner Bockigkeit dem Internet aktiv verweigert haben in jüngeren Jahren.
@DieterBren88694@vmuecke_k@kawuffi Und genauso gibt's Leute, deren Finger so arthritisch sind, daß sie ein Handy nicht mal mehr halten geschweige denn bedienen können. Und die so schlecht sehen, daß sie trotz maximal eingestellter Schriftgröße am PC Daten nicht mehr richtig lesen können.
@Kein_Agent@HansMeissen@MacGyv0r@VceOfReason Simpel ausgedrückt: wenn vorher mit ner Verdreifachung gerechnet wurde, ist ne Verdoppelung zwar immer noch bescheiden aber dennoch eine Verbesserung ggü. der der Modellierung zugrundeliegenden Annahme.
Denken in Alternativen sollte eigentlich nicht so schwer sein...
@Kein_Agent@HansMeissen@MacGyv0r@VceOfReason Das ist doch kein Widerspruch? Wenn es weltweit mittlerweile nicht so viel EE gäbe, wäre es noch mehr Kohleverbrauch. Ist halt anders (besser) gekommen, als erwartet durch so viel EE. Deshalb die Streichung des extremsten Szenarios. Was ist daran nicht zu verstehen?
@MarineMaster9@dertutnix@VceOfReason Dann recherchier mal, wie viel EE China so baut bzw in den letzten Jahren gebaut hat. Ubd wieviel weniger Kohle dadurch verbrannt wird. Da wurde bei der letzten Modellierung nicht mit gerechnet.
@halli1501@EFIEBER_ANDRE Entscheidet euch mal.
Erst "... wir haben viel zu viel Strom!!"
Dann plötzlich "...wo soll der ganze Strom herkommen?!"
Und schließlich: "...wo soll der EE-Strom gespeichert werden?!?! "
👉Richtig: in Batterien wie von E-LKWs 🥳
@BeckerDibecker@littlewisehen Nicht nur die Dummheit hat aufgehört, sich zu schämen. Die Bösartigkeit offenbar auch. Und hier sogar vertreten in ein und derselben Person.
@AnnFall3@A_Girl_Insane Das meiste, was er sagt, ist leider schon von der Realität überholt worden. Es wurde mWn bei dirsem Ausbruch bereits asymptomatische Ansteckung nachgewiesen, und Ansteckung ohne engen Kontakt.