"Kein Krieg ums Öl."
Jahrzehntelang war das die offizielle Linie jeder US-Regierung. Wer das Gegenteil behauptete, galt als Verschwörungstheoretiker.
Heute schreibt der US-Präsident öffentlich: Wir nehmen Kharg Island und übernehmen die totale Kontrolle über Irans Öl- und Gasmärkte. Im Fernsehen ergänzt er: "Man würde ein Vermögen machen."
Was 2003 noch geleugnet wurde, ist 2026 das erklärte Ziel.
Der Reihe nach.
November 2002, wenige Monate vor dem Einmarsch in den Irak. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld erklärt, der kommende Krieg habe "buchstäblich nichts mit Öl zu tun". Diese Sprachregelung überlebte vier Präsidenten.
Trump hat sie schrittweise demontiert. Im März sagte er der Financial Times, sein Lieblingsgedanke sei es, das Öl im Iran zu nehmen, nur "dumme Leute" in den USA seien dagegen. Damals klang das wie eine Provokation am Rande eines Interviews.
Heute Morgen wurde daraus eine Ankündigung mit Fahrplan.
Auf Truth Social schreibt Trump, die USA würden Iran heute Nacht "sehr hart" treffen. In nicht allzu ferner Zukunft werde man Kharg Island und weitere Ölanlagen einnehmen und die totale Kontrolle über Irans Öl- und Gasmärkte übernehmen. So wie in Venezuela, was für beide Länder "brilliant" laufe.
Wenige Stunden später legt er bei Fox News nach. Seine Präferenz sei immer gewesen, Kharg Island zu nehmen. Er wisse nur nicht, ob Amerika den Magen dafür habe. Und dann der Satz, der alles zusammenfasst: "You'd make a fortune." Man würde ein Vermögen machen.
Kharg Island ist eine Koralleninsel im nördlichen Persischen Golf, rund 25 Kilometer vor der iranischen Küste. Über ihre Verladeterminals laufen mehr als 90 Prozent der iranischen Rohölexporte, daran hängt etwa die Hälfte der Staatseinnahmen des Regimes. Wer diese Insel besitzt, besitzt Irans Ölgeschäft. Laut CNN hat Teheran dort in den vergangenen Monaten Fallen gelegt und zusätzliche Luftabwehr stationiert, weil man genau mit diesem Szenario rechnet.
Und das Modell, das Trump auf Iran übertragen will, läuft bereits.
Seit Januar kontrollieren die USA die Ölexporte Venezuelas. Der Council on Foreign Relations, einer der ältesten außenpolitischen Denkfabriken Washingtons, hat vergangene Woche Bilanz gezogen. In vier Monaten flossen fast 100 Millionen Barrel venezolanisches Öl im Wert von rund 8 Milliarden Dollar durch ein System ohne Transparenz und mit minimaler Aufsicht. Allein im April waren es 3,7 Milliarden Dollar, gut sechsmal so viel wie im Januar. Größter Abnehmer des Öls sind die USA selbst mit 43 Prozent, gefolgt von Indien mit 26 Prozent.
Wie viel davon kam nachweislich in Venezuela an? Außenminister Rubio bezifferte die ausgezahlte Summe vor dem Kongress auf 300 Millionen Dollar, geflossen über ein Kurzzeitkonto in Katar. Weitere 200 Millionen lägen dort noch. Für den Rest wurde eine nachträgliche Prüfung versprochen.
8 Milliarden eingenommen, 300 Millionen nachweislich ausgezahlt. Diesen Zustand nennt Trump heute "brilliant für beide Länder".
Parallel öffnet das US-Finanzministerium eine zweite Front. Iran hat im Mai eine eigene Behörde gegründet, die Durchfahrtsgebühren für die Straße von Hormuz kassieren soll. Finanzminister Bessent erklärte heute, jede an diese Behörde gezahlte Gebühr werde durch Entnahmen aus iranischen Konten ausgeglichen. Gemeint ist das iranische Staatsvermögen von bis zu 100 Milliarden Dollar, das weltweit eingefroren ist. Geld, über dessen Freigabe eigentlich gerade verhandelt wird, soll als Kasse für Kriegsschäden und Gebührenausgleich dienen.
Der Ölmarkt hat auf all das kaum reagiert. Brent stieg heute um ein halbes Prozent auf rund 93,50 Dollar.
Zur Einordnung: Ende März reichte die Drohung, Irans Ölanlagen zu zerstören, um Brent auf fast 117 Dollar zu treiben. Heute kündigt Trump die Übernahme der gesamten Exportinfrastruktur an, und der Preis bewegt sich seitwärts. Die Wetten auf fallende Ölpreise, sogenannte Short-Positionen, haben sich seit Ende März verdreifacht. Der Markt hat gelernt, Trumps Drohungen auszublenden.
Genau darin liegt das Risiko. Ein Markt, der Eskalation nicht mehr einpreist, wird von echter Eskalation kalt erwischt. Sollten amerikanische Soldaten tatsächlich auf Kharg landen, träfe das auf Ölpreise, in denen dieses Szenario mit praktisch null Wahrscheinlichkeit steht.
Für uns in Europa ist das mehr als Geopolitik-Theater. Der Ölpreis wirkt über Energie- und Transportkosten direkt auf die Inflation im Euroraum, damit auf den Zinspfad der Europäischen Zentralbank, auf Kreditzinsen und Anleihekurse. Und es entsteht ein Präzedenzfall: Wenn die Rohstoffinfrastruktur eines souveränen Staates per Ankündigung übernommen werden kann, trägt jedes rohstoffabhängige Investment ab jetzt ein Risiko, das in keinem Modell steht.
Jahrzehntelang hat Washington jeden Verdacht zurückgewiesen, seine Kriege hätten etwas mit Öl zu tun. Seit heute Morgen steht die Übernahme fremder Ölmärkte als offizielles Ziel im Account des Präsidenten.
Die Verschwörungstheorie von gestern ist die Pressemitteilung von heute.
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Trump hat US-Zölle erhoben. Der Supreme Court hat sie im Februar als illegal eingestuft.
Morgen um 14 Uhr deutscher Zeit fließen 127 Milliarden Dollar an Erstattungen.
Die Tax Foundation hat berechnet: Jeder amerikanische Haushalt hat im letzten Jahr im Schnitt 1.000 Dollar mehr für Importwaren bezahlt.
Aber das Geld geht nicht an die Verbraucher. Es geht an Walmart, Costco, Apple, Amazon. Und es ist eines der größten Liquiditätsereignisse, das die US-Aktienmärkte seit Jahren gesehen haben.
Was morgen passiert:
Die US-Zollbehörde CBP schaltet um 8 Uhr Ortszeit Washington das CAPE-System frei. Über dieses Portal können US-Importeure ab diesem Moment Erstattungen für Zölle beantragen, die der Supreme Court am 20. Februar 2026 mit 6 zu 3 Stimmen als illegal eingestuft hat. Mehr als 56.000 Firmen haben sich bereits registriert. 53 Millionen Sendungen sind betroffen. In der ersten Phase werden 127 Milliarden Dollar freigegeben. Die Gesamtsumme könnte 166 Milliarden Dollar erreichen.
Wer bekommt das Geld?
Die “Importer of Record”. Das sind genau jene Konzerne, die Goldman Sachs zufolge 55 Prozent der Zollkosten an die US-Verbraucher weitergegeben haben. Walmart ist als größter Importeur des Landes der größte Profiteur. Mehrere Milliarden Dollar Erstattung werden erwartet. Costco, Target, Apple, Amazon, FedEx folgen.
Eine CNBC-Umfrage unter 25 Finanzchefs großer US-Konzerne brachte ein eindeutiges Ergebnis: 12 von ihnen beantragen die Erstattung. Null planen, das Geld an Kunden weiterzugeben. Treasury Secretary Scott Bessent hat das öffentlich bestätigt. Costco-Kunden, so Bessent, würden “wahrscheinlich keinen Cent” sehen.
Was das für die Märkte bedeutet:
Das ist kein Verbraucher-Thema. Das ist ein Liquiditäts-Tsunami für börsennotierte US-Konzerne. Walmart hatte bereits 2024 ein Aktienrückkaufprogramm über 30 Milliarden Dollar angekündigt. Analysten erwarten, dass die Zollerstattungen ab Juli direkt in eine Beschleunigung dieser Rückkäufe fließen. Bei Target wird die Erstattung bereits als “bullish catalyst” gehandelt. Konsumgüter-ETFs, Retail-Aktien und der gesamte S&P 500 Consumer Discretionary Sektor stehen vor einer einmaligen Sonderausschüttung, die nicht aus operativem Geschäft kommt, sondern aus dem Staatshaushalt.
Wall Street verdient doppelt. Hedgefonds und Logistikfirmen wie Flexport bieten kleinen Importeuren bereits an, ihre Erstattungsansprüche sofort gegen Cash aufzukaufen. Mit Abschlag. Wer auf das Geld nicht warten kann oder den Antrag nicht navigieren will, verkauft seinen Anspruch unter Wert. Wall Street kassiert die volle Summe.
Die fiskalische Seite ist explosiv:
Die USA müssen 127 Milliarden Dollar plus Zinsen zurückzahlen. In ein Haushaltsjahr, in dem die Staatsschulden bereits über 38 Billionen Dollar liegen und die Zinszahlungen erstmals die Marke von 1 Billion Dollar pro Jahr überschritten haben. Jeder Tag Verzögerung kostet zusätzliche Zinsen. Aufgewendet wird das Geld in einem Land, das gerade einen Krieg im Nahen Osten finanziert und dessen Notenbank politisch unter Druck steht.
Trump hat öffentlich gesagt, dass die Erstattungen “1929 again” auslösen würden, eine “Great Depression”. Genau das versucht er aktuell juristisch zu verzögern. Das CAPE-System startet morgen nur, weil das US Court of International Trade es angeordnet hat. Phase 1 deckt 63 Prozent der Forderungen ab. Die restlichen 37 Prozent, so Sanne Manders von Flexport, “könnten Jahre dauern”.
Die Inflation kommt durch die Hintertür zurück:
Wenn Konzerne Cash bekommen, ohne ihn an Kunden weiterzugeben, bleibt das Preisniveau hoch. Die ursprünglichen Preiserhöhungen waren mit Zöllen begründet. Die Zölle fallen weg, das Geld kommt zurück. Aber die Preise im Supermarkt bleiben. Der Effekt ist kein einmaliger, sondern ein dauerhafter Margenausbau bei den großen Handelsketten. Der Joint Economic Committee des US-Kongresses hat berechnet, dass amerikanische Verbraucher zwischen Februar 2025 und Januar 2026 Zollkosten von insgesamt 231 Milliarden Dollar getragen haben. Rund 1.745 Dollar pro Haushalt im Jahr.
Das ist die größte stille Vermögensumverteilung von Verbrauchern zu börsennotierten Konzernen, die wir seit Jahren gesehen haben. Und sie startet morgen um 14 Uhr deutscher Zeit.
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So einfach wird die Bevölkerung enteignet:
- Staat erhebt Zölle (Steuern), die Unternehmen zahlen müssen
- Unternehmen reichen diese Kosten über höhere Preise an die Bevölkerung weiter
- Zölle werden später für rechtswidrig erklärt
- Unternehmen bekommen die gezahlten Zölle vom Staat zurückerstattet
- Die Bevölkerung sieht davon keinen Cent
- Milliarden werden stillschweigend umverteilt
"The most ironic entertaining outcome would be that the cryptocurrency that was started as a joke, to make fun of cryptocurrencies, ends us being the leading cryptocurrency"
一 Elon Musk
Sometimes you complain about ChatGPT being too restrictive, and then in cases like this you claim it's too relaxed. Almost a billion people use it and some of them may be in very fragile mental states. We will continue to do our best to get this right and we feel huge responsibility to do the best we can, but these are tragic and complicated situations that deserve to be treated with respect.
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Apparently more than 50 people have died from crashes related to Autopilot. I only ever rode in a car using it once, some time ago, but my first thought was that it was far from a safe thing for Tesla to have released. I won't even start on some of the Grok decisions.
You take "every accusation is a confession" so far.