Dieser Text beschäftigt mich auch einen Tag später noch, weil er die Hybris, den Wahn, den Schwachsinn, den nur leicht kaschierten Antisemitismus und die Terrorverherrlichung zutage treten lässt wie kaum ein anderer.
Während „weiße Deutsche“ nicht verstünden, warum sie Deutschland nach 15 Jahren verlassen wolle, würden ihr „Menschen mit Migrationshintergrund oder People of Colour“ dazu gratulieren. Das ist diese typische Unterteilung zwischen „den Weißen“ und „wir PoC“, die wir – zu Recht – bei Rechtsextremisten beklagen, die sie aber selbst gern betreibt, wenn es ihr in den Kram passt.
Ganz abgesehen davon stimmt es nicht. Vielleicht mögen ihr „Menschen mit Migrationshintergrund oder People of Colour“ dort, wo sie sich aufhielt, nämlich in Berlin-Neukölln, gratuliert haben. Diesen Stadtteil haben sie allerdings leider schon sehr nach ihren Vorstellungen geprägt. Aber anderswo? No way. Ich kenne extrem viele Menschen mit Migrationsgeschichte, die ihre Sichtweise ganz ausdrücklich nicht teilen. Zum Glück.
Wie kann man über den 7. Oktober 2023 schreiben und mit keinem einzigen Wort das Massaker, den Terror, das Blutbad der Hamas erwähnen? Was genau stimmt da nicht?
Und dann relativiert sie ganz nebenbei den Holocaust, indem sie uns, der deutschen Gesellschaft „die historische Sonderrolle“ vorwirft, „die dem Holocaust zugewiesen wird, indem man ihn zum ultimativsten Übel erklärt, das niemals mit anderen Übeln verglichen werden darf“.
Wie erklärt man es ihr?
Der Holocaust ist das „ultimativste Übel“. Er war ein Genozid an den Juden. Er war genau das, was die Hamas sich heute für die Juden wünscht.
Israel führt einen Krieg gegen diejenigen, die alle Juden ausgerottet sehen wollen. Dass weder Hamas noch Hisbollah noch der Iran das selbst ausführen, liegt nicht daran, dass sie so menschen- oder judenfreundlich wären, sondern schlicht daran, dass ihnen die Waffen und das militärische Know-how fehlen, es umzusetzen. Zum Glück. Man kann diesen Krieg in seiner Härte kritisieren. Aber er ist kein „Genozid“.
Man kann auch den Krieg kritisieren, den die USA infolge von 9/11 in Afghanistan geführt haben. Ich habe das getan. Ich war vor Ort und habe über all die Dinge geschrieben: bombardierte Hochzeiten, Amok laufende US-Soldaten, Tausende getötete Zivilisten et cetera. Aber eines war es nicht: ein „Genozid“.
Man kann auch die Bombardierungen der Alliierten im Zweiten Weltkrieg auf Dresden, Köln, Hannover, Heilbronn, Münster et cetera kritisieren. Man kann die Verhältnismäßigkeit infrage stellen und die Einhaltung des Völkerrechts anmahnen. Aber eines war es nicht: ein „Genozid“.
Ich bin es leid, mir diesen Unsinn jetzt, da die Hamas hoffentlich weiter militärisch bekämpft wird, immer wieder anhören zu müssen, denn es wird einzig und allein geäußert, um Gewalt und Antisemitismus zu rechtfertigen. Leute, die Juden überall auf der Welt das Leben zur Hölle machen. Die Restaurants angreifen. Seit Jahrzehnten schon stehen Einrichtungen wie Synagogen, Schulen, Kindergärten, Kultureinrichtungen, diplomatische Vertretungen unter Polizeischutz. Seit dem 7. Oktober 2023 erhöhen sie ihre Schutzmauern, bringen zusätzliche Kameras an, bauen noch mehr Panzerglas ein. Beschämen sollte uns das, dass das notwendig ist.
Und ja, der Holocaust hat eine Sonderrolle. Selbstverständlich! Wer das nicht kapiert, hat etwas Grundlegendes an Deutschland nicht verstanden und tut gut daran, hier nicht zu leben, sondern wegzuziehen.
Allen Ernstes vertritt sie die Haltung, diese Gesellschaft sei schlecht, weil sie ihren Unsinn nicht teile. Dass diese Gesellschaft „die Augen vor der Realität“ verschließe und sie deshalb nur noch Mitleid empfinde.
Um dann am Ende zu behaupten, sie habe „so viel Schönheit und Gemeinschaft in unseren Herkunftsländern aufgegeben, um hier ein Zuhause aufzubauen“ – wie sehr kann man selbst die Augen vor der Realität verschließen? Und wie sehr kann man Rechtsextremisten Zulauf verschaffen wollen?
Ich finde, das darf niemals unwidersprochen bleiben.
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People are most motivated to tweet when they are outraged.
When people are outraged, they are at their most idiotic.
Therefore, people are most motivated to tweet when they are at their most idiotic.
This is why browsing Twitter often feels like visiting a mental asylum.
Über Elitenbeschimpfung: "Abzulehnen, was zu tun ist, das wäre sonst nur dumpfer Starrsinn, Zynismus gegen die Nachfahren. Nur wenn es die Gängelung durch die Elite, den Elfenbeinturm gibt,wird daraus ein Befreiungskampf" @Claudiusseidl im @FAZ_Feuilleton
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@ChZaschke@SZ Ihr Text ist völlig unverfänglich und ausgewogen. Es werden nur die üblichen Schreihälse getriggert, deren Unfug und Wut man mittlerweile unter nahezu jedem Beitrag der "Systempresse" finden kann.
Wer in #Russland aufwächst, kennt Dutzende Namen für #Gewalt. Die in den Kasernen heißt #Dedowschtschina. Hunderttausende junger Männer werden dort gedemütigt, oft geschlagen, manchmal vergewaltigt ...
Mein Essay in der FAS https://t.co/zWgpXDMl4e
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