Else Kröner Fresenius Professor & Chair of Translational Nutritional Medicine @TU_Muenchen | PI @HelmholtzMunich | Former @LMU_Muenchen @Harvard @unihh
@selberpflegen@KlocknerMarcus Nein, ich setze mich privat pro bono (und unter intellektuellen Qualen und ehrabschneidenden Beleidigungen) für die wissenschaftliche Wahrheit ein.
Ich setzte mich gegen Desinformation ein.
Die Flut an Wahlbetrug-Tweets beweist nur eins: Die AfD hat Panik vor Raumduft-Ulis Niederlage. Wenn Russland und Afrika ihre Botfabriken so heißlaufen lassen müssen, weiß man, dass alles richtig läuft. Ich liebe es.
#rechte_Loser#fck_AfD
Da hat der Herr Tillschneider nach dem „Aspekte“-Besuch für den Dreh mit @Ronzheimer die Kalashnikov-Flasche und die dazugehörige Handgranate extra schon weggestellt …
Die ehemalige Bundeskanzlerin fordert auf, mutig zu sein und für die Demokratie einzustehen. Sie beklagt, dass die AfD den Diskurs in Deutschland bestimme. https://t.co/3B7xR0R9yk
🤔Interesting definition of “no benefit.”
30% fewer major cardiovascular events
43% fewer MIs
NNT 37
No increase in dementia or serious adverse events
🤦🏻♂️Yet because all-cause mortality was neutral, apparently none of that matters
That’s not evidence-based medicine
That’s endpoint cherry-picking
„Der Feind steht rechts“: Wie ein Nazi-Sharepic sich selbst widerlegt und Geschichtsklitterung am praktischen Beispiel 👇
Dieses Sharepic kursiert wieder in rechten und AfD-nahen Kreisen und ist ein perfektes Beispiel, wie manipulativen diese Blase 'Desinformation betreibt.
Zu sehen ist eine echte Ausgabe der Deutschen Reichs-Zeitung vom 15. Juni 1934, Nr. 135, 63. Jahrgang.
Rot ⭕️ eingekreist:
„Der Feind steht rechts“
Der Ruf der Hitlerjugend
Die gewünschte Schlussfolgerung wird gleich mitgeliefert: 👉 Die Hitlerjugend sagte, der Feind stehe rechts. Also standen die Nazis offenbar links.
Schachmatt, Geschichtswissenschaft, so einfach geht das.
Es gibt nur ein kleines Problem.
Die Zeitung besitzt unterhalb des roten Kreises noch Text, der in dem Sharepic nicht sichtbar ist aber genau dort wird es interessant. 🤫
🔎 Das Dokument ist echt. Der manipulativen Trick steckt im Ausschnitt.
Eine Fälschung liegt hier gar nicht vor.
👉 Die Zeitung ist echt.
👉 Die Überschrift ist echt.
👉 Der Satz „Der Feind steht rechts“ ist echt.
Das Sharepic arbeitet raffinierter, könnte von #Homburg sein.
Es vergrößert exakt den Teil, der die gewünschte Botschaft liefert, und lässt die Erklärung darunter so klein stehen, dass sie praktisch niemand mehr liest. Perfide, denn der Artikel erklärt unmittelbar selbst, wer mit diesem „Feind rechts“ gemeint ist.
Die Meldung spricht von einem weiterhin großen Teil von
👉 „Reaktionären“
und von
👉 „Miesmachern und Nörglern“
aus dem deutschen Bürgertum.
Dann unterscheidet sie ausdrücklich zwischen zwei Typen des deutschen Bürgers.
Auf der einen Seite steht derjenige,
👉 „der heute treu hinter Adolf Hitler stehe“,
auf der anderen jener, der Hitler kritisiert und am Stammtisch dessen Politik „in den Dreck“ zieht.
Damit ist die Sache eigentlich erledigt. 🙂
Der „Feind rechts“ bezeichnet in diesem Text konservative, bürgerliche und reaktionäre Gegner Hitlers, die den nationalsozialistischen Herrschaftsanspruch kritisierten oder ihm im Wege standen.
Wer dagegen „treu hinter Adolf Hitler“ stand, war ausdrücklich fein raus.
Eine erstaunlich ungeeignete Quelle, um Hitler zum Linken zu erklären. 😉
✂️ Und genau an dieser Stelle hört der Zoom auf
Schaut euch das Sharepic noch einmal genau an!
„Der Feind steht rechts“ bekommt einen roten Kreis.
Die gewünschte Passage wird riesig herausgezogen.
Und dort, wo der Text erklärt, welche Rechten gemeint sind, verabschiedet sich die Vergrößerung.
Historische Desinformation, Geschichtsklitterung braucht eben nicht immer Photoshop und entlarvt sich wie her selbst. Diese Leute hoffen ein Zoom-Regler genügt und gehen davon aus, dass niemand das Kleingedruckte liest.
Der vollständige Artikel treibt die Sache sogar noch weiter, es wird noch besser. ➡️ Am Ende heißt es, die Hitlerjugend werde in den kommenden Tagen
👉„mit zehn Geboten über die Vernichtung der Reaktionäre, Miesmacher und Nörgler“
hervortreten. Ja, auch das steht wirklich dort, schaut nach. Die Zielgruppe dieser Kampagne benennt der Text selbst.
📰 Der Bericht kommt aus dem NS-Nachrichtenapparat
Auch das Sharepic liefert die Information eigentlich frei Haus.
Der Artikel beginnt:
👉 „Einem Bericht des ‚Deutschen Nachrichtenbüros‘ … entnehmen wir“
Das Deutsche Nachrichtenbüro, DNB, war seit Anfang 1934 die zentrale deutsche Nachrichtenagentur. Es stand unter staatlicher Kontrolle und wurde von Goebbels persönlich überwacht. Wir sehen hier also keine spontane politische Erkenntnis einiger Jugendlicher.
Was wir sehen: Eine DNB-Meldung verbreitet eine Kampagne der Hitlerjugend gegen „Reaktionäre“, „Miesmacher und Nörgler“.
Die Deutsche Reichs-Zeitung selbst hatte eine katholische, zentrumsnahe Tradition. 1934 arbeitete auch sie bereits unter den Bedingungen der nationalsozialistischen Presselenkung.
Das macht den Ausschnitt sogar historisch interessanter, denn ein vormals zentrumsnahes Regionalblatt übernimmt die Meldung des zentral kontrollierten Nachrichtendienstes des NS-Staates.
📜 „Der Feind steht rechts“ war außerdem längst keine Nazi-Erfindung
Hier wird das Sharepic endgültig hübsch.
Die Formulierung war schon lange vor 1934 bekannt.
Philipp Scheidemann, Sozialdemokrat, Republikaner und 1919 erster Regierungschef der Weimarer Republik, verwendete sie bereits 1919 gegen die antirepublikanische Rechte. Im selben Jahr erschien eine seiner Reden sogar unter dem Titel:
👉„Der Feind steht rechts!“
Berühmt wurde die Formel drei Jahre später durch Reichskanzler Joseph Wirth vom Zentrum.
Am 24. Juni 1922 ermordeten Rechtsterroristen der Organisation Consul Außenminister Walther Rathenau, nachdem dieser über Jahre Ziel nationalistischer und antisemitischer Hetze gewesen war. Am folgenden Tag wandte sich Wirth im Reichstag an die nationalistische Rechte und schloss seine Rede mit der berühmt gewordenen Feststellung:
👉„Dieser Feind steht rechts!“
Das war eine republikanische Kampfansage gegen die antidemokratische nationalistische Rechte. 😉
Zwölf Jahre später verwendet die Hitlerjugend dieselbe bekannte Formel und füllt sie mit einem anderen Gegner: Nun sind die „Rechten“ jene konservativen und bürgerlichen Kräfte, die Hitler nicht bedingungslos folgen. Das ist keine politische Selbstverortung der NSDAP. Es ist eine Umcodierung einer längst bekannten politischen Parole.
Ob die DNB-Meldung dabei ausdrücklich Wirth zitieren wollte, können wir aus dem Artikel allein nicht beweisen. Das aber die Formel seit Scheidemann und spätestens seit Wirth politisch aufgeladen und weithin bekannt war, ist dagegen eindeutig.
Das Sharepic macht daraus 92 Jahre später auf billigste, leicht durchschaubare Weise:
„Nazis sagten, der Feind stehe rechts, also waren Nazis links. 😩“
Man muss Geschichte wirklich sehr kräftig auswringen, bis das herauskommt.
📅 Der 15. Juni 1934 passt exakt in den politischen Konflikt dieser Wochen
Auch das Datum sollte man nicht überlesen.
#Goebbels führte im Frühjahr 1934 eine Propagandaoffensive gegen „Miesmacher“, „Nörgler“ und konservative Kritiker des Regimes. Genau in diese Kampagne gehört die HJ-Meldung vom 15. Juni.
Zwei Tage später, am 17. Juni 1934, hielt Vizekanzler Franz von Papen die berühmte Marburger Rede. Papen gehörte selbst zur autoritären konservativen Rechten und hatte Hitler politisch mit an die Macht gebracht. Nun wandte er sich gegen Teile der nationalsozialistischen Herrschaftspraxis und gegen die Kampagne gegen vermeintliche „Miesmacher“.
Goebbels unterband die Veröffentlichung der Rede.
Ihr Verfasser Edgar Julius Jung wurde wenige Tage später verhaftet.
Dann kam der 30. Juni.
🔪 Der sogenannte „Röhm-Putsch“ war gar kein Röhm-Putsch 🤫
Der Name gehört selbst zur NS-Propaganda.
Einen tatsächlichen Putschversuch Röhms gab es nach dem Stand der historischen Forschung nicht. Hitler ließ einen angeblich unmittelbar bevorstehenden SA-Aufstand konstruieren und benutzte ihn als Vorwand für eine vorbereitete Mordaktion. Dabei wurden SA-Führer beseitigt, zugleich nutzte das Regime die Gelegenheit für alte Rechnungen.
Zu den Ermordeten gehörten:
Edgar Julius Jung, Verfasser der Marburger Rede.
Kurt von Schleicher, ehemaliger Reichskanzler und General.
Erich Klausener, führender katholischer Funktionär und Regimekritiker.
Und Gustav Ritter von Kahr.
Gerade Kahr ist für unser Thema aufschlussreich, denn er war kein Linker und kein Demokrat. Kahr war ein rechtskonservativer, autoritärer Politiker, hatte Kommunisten und Sozialisten bekämpft und 1923 selbst nahezu diktatorische Vollmachten in Bayern besessen.
Sein Vergehen aus Hitlers Sicht:
Kahr hatte sich 1923 gegen Hitler gestellt und wesentlich dazu beigetragen, dessen Putsch scheitern zu lassen.
Die Nazis ermordeten 1934 also einen rechtskonservativen Antidemokraten, weil sie seinen „Verrat“ von 1923 nicht vergessen hatten. Falls hier jemand noch ein praktisches Beispiel dafür benötigt, warum der Feind einer rechtsextremen Bewegung durchaus ebenfalls rechts stehen kann, Gustav von Kahr meldet sich aus der Geschichte.
🧭 Links und rechts bestimmt man nicht danach, mit wem jemand gerade Streit hat
Dafür gibt es ein erheblich brauchbareres Kriterium.
Der politische Philosoph Norberto Bobbio fasste den grundlegenden Unterschied über die Haltung zur Gleichheit. Linke Politik misst der Gleichheit und dem Abbau gesellschaftlicher Ungleichheiten einen höheren Wert bei. Rechte Ideologien akzeptieren oder rechtfertigen stärker Hierarchie und Ungleichheit.
Beim Nationalsozialismus fällt die Einordnung ausgesprochen leicht. ➡️ Sein Menschenbild beruhte auf biologistisch definierter Ungleichwertigkeit. „Arier“ standen über Juden und anderen als minderwertig definierten Gruppen. „Volksgenossen“ über den Ausgeschlossenen. Der Einzelne unter dem Führer. Die sogenannte Volksgemeinschaft war ausdrücklich hierarchisch, rassistisch und antisemitisch definiert.
Dazu kam die politische Praxis. KPD und SPD wurden zerschlagen. Sozialdemokraten und Kommunisten gehörten zu den ersten Häftlingen der Konzentrationslager.
Und die Gewerkschaften?
Auch hier lohnt sich ein Blick auf nationalsozialistische Begriffsaneignung. Am 1. Mai 1933 machte Hitler den traditionellen Kampftag der Arbeiterbewegung zum gesetzlichen „Tag der nationalen Arbeit“ und veranstaltete ein gewaltiges Propagandaspektakel.
Wer daraus schließen möchte, Hitler sei Gewerkschafter gewesen, sollte nur einen Tag weiterlesen. Schon am 2. Mai 1933 besetzten SA und SS die Gewerkschaftshäuser. Funktionäre wurden verhaftet, Gewerkschaftsvermögen beschlagnahmt und die freien Gewerkschaften zerschlagen.
So funktionierte nationalsozialistische Propaganda häufig:
👉 Begriff übernehmen.
👉 Symbol übernehmen.
👉 Bedeutung verändern.
(kommt euch das von der AfD bekannt vor?)
👉 Den ursprünglichen Träger beseitigen.
Der Name oder die Parole verrät wenig, wenn man die politische Praxis ignoriert.
🎯 Damit bleibt vom Sharepic Folgendes übrig
Die Zeitung ist echt.
„Der Feind steht rechts“ ist echt.
Auch die Hitlerjugend verwendete diese Formulierung.
Nur beweist der Artikel exakt das Gegenteil dessen, wofür er heute herumgereicht wird. 😉
Der Text selbst erklärt, daß mit dem „Feind rechts“ „Reaktionäre“, „Miesmacher und Nörgler“ aus dem Bürgertumgemeint waren. Gleichzeitig stellt er ihnen ausdrücklich den guten Bürger gegenüber,
👉„der heute treu hinter Adolf Hitler stehe“.
Das Sharepic vergrößert den ersten Teil. Die Erklärung bleibt im Kleingedruckten.
Und aus einem innerrechten Machtkampf sowie einer NS-Kampagne gegen konservative Kritiker wird durch heutige Rechte anschließend der angebliche historische Beweis: Hitler war links.
Man muss nichts fälschen.
Man muss nur an der richtigen Stelle aufhören zu lesen.
Ein historischer Zufall vermutlich. 😎
#Faktencheck #Geschichte #Nationalsozialismus #NSDAP #Desinformation #Propaganda #AfD #Medienkompetenz
Jedem AfD-Wähler in Sachsen-Anhalt muss klar sein, dass er mit der AfD den Kreml gleich mit in den Landtag wählt. Und wer es dennoch tut, kann sich seinen "Patriotismus" sonstwo hinstecken. Ihr seid keine Patrioten.
Soll hinterher keiner sagen, das habe man nicht gewusst oder das habe man nicht gewollt oder im offiziellen AfD-Programm stand es aber eigentlich ganz anders.
Die Pläne zur Deportation ("Remigration") von allen Ausländern und deutschen Staatsbürgern mit Migrationshintergrund liegen bereits in den Schubladen der Identitären.
Martin Sellner und Ulrich Siegmund sind Best Buddies. Das muss man wissen und das kann man auch wissen.
Es ist 5 vor 12.
Das Institut von @MartinSellner_ legt einen Remigrationsplan für Sachsen-Anhalt vor. Er betrifft nicht nur Ausreisepflichtige – sondern auch legal hier lebende Ausländer und deutsche Staatsbürger mit Migrationshintergrund.
Wir haben das Papier analysiert: „struktureller Push“, „Assimilationsdruck“, Gruppe C, verfassungsrechtliche Grenzen – und die Verbindungen zur AfD Sachsen-Anhalt, zu Potsdam und zum rechten Vorfeld.
📄 Original-PDF im Bericht
🔎 Belege, Indizien und offene Fragen
✉️ Leser können @UlrichSiegmund , @P_Plattform und die @AfD_LSA -Fraktion selbst mit den offenen Fragen konfrontieren.
https://t.co/WSPj884yQx
#SachsenAnhalt #AfD #Remigration #MartinSellner
Stell dir vor, du trittst in die AfD ein, bist überrascht, dort Neonazis zu finden, meldest sie der Partei, und plötzlich bist du selbst derjenige mit Parteiausschlussverfahren.
Die vermutlich konsequenteste interne Extremismusbekämpfung der AfD: denjenigen entfernen, der darauf hinweist.