Als ich heute Morgen die Spiegel-Schlagzeile sah, dachte ich zuerst: gähn. „Russland bildet Hacker aus.“ Wer hätte das gedacht. Der Spiegel hat hier eine Hausaufgabe fürs Fleißkärtchen gemacht, alles aufgeschrieben, was wir sowieso schon wissen, ab in den Druck.
Falsch gedacht.
Was Spiegel, Le Monde, Guardian, The Insider, Delfi, VSquare und Frontstory da in den letzten Monaten in einem Konsortium ausgewertet haben, sind 2.000 interne Dokumente aus der Moskauer Bauman-Universität. Lehrpläne mit Stundenangaben. Verträge zwischen Dozenten und GRU-Einheiten. Klausuraufgaben („Hacke einen Testserver“). Pflichtseminare („Erstelle ein Social-Video, um ein heißes Thema mit Manipulation und versteckter Propaganda zu promoten oder zu entkräften“). Namenslisten. Notenübersichten. Zuteilung von Praktikumsplätzen.
Der Unterschied zu allem, was wir bisher wussten, rangiert in einer ganz neuen Kategorie:
Ja, wir wussten, dass Russland einen Cyberkrieg führt. Wir wussten aber nicht, dass es dafür einen sechsjährigen Diplomstudiengang gibt. Mit Abschlusszeugnis. Mit Pflicht-Trainingscamp inklusive Bartrasur und Alkoholverbot. Mit benannten Dozenten, die nebenbei aktive Geheimdienstoffiziere sind. Mit einem geheimen „Lehrstuhl 4“, der in keinem offiziellen Organigramm der Universität auftaucht.
Das ist kein „Russland hat Hacker“. Das ist „Russland hat ein Westpoint für hybride Kriegsführung“, mitten in Moskau, vier Kilometer vom Roten Platz entfernt.
Was lernen die jungen Leute dort konkret?
Der Pflichtkurs „Abwehr technischer Aufklärung“ umfasst 144 Stunden über zwei Semester. Inhalt: Passwortattacken, Ausnutzung bekannter IT-Schwachstellen, Trojaner, praktische Hackingübungen, mit denen die Studierenden in Testsysteme einbrechen müssen, DDoS-Angriffe (das sind die Attacken, mit denen kürzlich die Deutsche-Bahn-App lahmgelegt wurde). Modul 6: „Computerviren und Würmer“. Klausuraufgabe: Hacke einen Testserver. Bestehst du nicht, wirst du kein Diplom-Saboteur.
Daneben steht klassische Spionagetechnik: Telefone anzapfen, Richtmikrofone, Wanzendetektion, Überwachung mit hochwertigen Beobachtungsfernrohren von Nikon (eine echte Empfehlung aus den geleakten Folien). Drohnenkunde mit 54 Slides, darunter die „Vector“-Drohne der bayerischen Firma Quantum Systems aus dem Landkreis Starnberg. Also genau das Gerät, das die Ukraine in Massen einsetzt, um russische Stellungen aufzuspüren. Im März 2026 hat der Generalbundesanwalt zwei mutmaßliche russische Agenten festgenommen, die Quantum Systems ausgespäht hatten. Im Auftrag Moskaus, mit Filmaufnahmen vom Arbeitsplatz einer Zielperson. Wer im Bauman-Lehrplan steht, steht auch auf Russlands Liste.
Und dann das Pflichtseminar, das einem den Kaffee kalt werden lässt: „Entwickeln einer Propagandakampagne“. Praxisaufgabe wörtlich: „Erstelle ein Social-Video für ein beliebiges Thema, indem du Manipulation, Druck und versteckte Propaganda verwendest, um ein ‚heißes‘ Thema zu promoten oder zu entkräften.“ Eine andere Vorlesung heißt schlicht „Propaganda, Agitation, Manipulation und Überzeugung“.
Wer wissen will, wie das Gelernte in der Praxis aussieht, schaut zurück auf den Wahlkampf der letzten Bundestagswahl: Friedrich Merz wurden im Netz psychische Probleme angedichtet, Robert Habeck eine 100-Millionen-Euro-Korruptionsaffäre. Beides war frei erfunden. Beides war keine Improvisation übermütiger Trolle. Es war Lehrstoff. Ausgeführt von Absolventen der Uni für den kleinen James-Bond von Putins Gnaden.
Auffällig: Welche fremden Armeen die Studierenden der Bauman-Universität besonders intensiv studieren müssen. Drei. Die russische, die amerikanische – und die deutsche. Bewaffnung der Bundeswehr-Kampfeinheiten. Eigenes Seminar: „Schutz der Informationssicherheit in Deutschland“. Wer geglaubt hat, wir wären zu klein, zu unwichtig, zu unfähig für besondere Aufmerksamkeit, hat sich geirrt. Deutschland ist Hauptfach.
Und einer der besten Deutschland-„Experten“ kommt jetzt zu uns. Dank der Rechercher wissen wir, dass er existiert. Wir wissen, dass er in der Spionage-Fakultät ausgebildet wurde. Wir wissen sogar seinen echten Namen. Wir wissen nur nicht, wie er sich in Deutschland präsentieren wird, wann und wo er genau auftauchen wird. Als Phantom kann ihn niemand stoppen:
Der junge Mann heißt Iwan Makarow. Er wurde in Moskau geboren, sein Vater wohnt unter derselben Postadresse wie GRU-Einheit 26165 (die Truppe, die 2015 den Bundestag gehackt und Merkels Postfach kopiert hat). Nicht ungewöhnlich, denn Spionage ist bei Russen ein Familiengeschäft – die Nachkommen treten gern in die Fußstapfen der Väter, so werden Loyalitätsfragen geregelt.
Im März 2024 hat der russische Staat dem jungen Makarow einen neuen Pass ausgestellt und ihm eine neue Sozialversicherungsnummer gegeben. Sein neuer Name: Mark Fisher.
Diese Praxis kennt der Westen seit Sergey Cherkasov, der als „Victor Muller Ferreira“ jahrelang als Brasilianer durch Europa lief, bis er 2022 in den Niederlanden aufflog, als er sich ausgerechnet in Den Haag dort einschleusen wollte, wo russische Verbrechen gegen die Menschlichkeit untersucht werden.
Mark Fisher hat seinen Bauman-Abschluss für Hacker mit falscher Identität gerade gemacht. Er ist nicht mehr in Moskau. Er ist irgendwo. Vielleicht in Berlin, vielleicht in München, vielleicht in Frankfurt. Vielleicht ist er der nette Typ, der heute Morgen bei Starbucks neben dir gestanden hat und mit ganz leichtem, charmantem Akzent „a flat white please“ bestellt hat. Vielleicht ist er dein neuer Kollege im IT-Team. Vielleicht hat er dich auf LinkedIn angeschrieben, weil ihn dein Profil so interessiert.
Bleibt eine Frage: Glauben die Macher hinter all dem eigentlich selbst an ihre Sache?
Eher nicht. Der Mann, der den Lehrstuhl 4 als stellvertretender Leiter prägt, heißt Kirill Stupakow. Er ist Oberstleutnant, Jahrgang 1982. Er hält die Vorlesung über Spionagetechnik und verfügt über einen mustergültigen militärischen Lebenslauf.
Denkste! Dem Spiegel ist es gelungen, ihm Telegram-Chats zuzuordnen: Dort nennt Stupakow seinen Präsidenten einen „Opa“. Den ehemaligen Präsidenten Medwedjew einen Alkoholiker. Den russischen Generalstabschef Gerassimow eine „dumme Fotze“. Über den Krieg, in den er seine Studenten Sommer für Sommer verabschiedet, schreibt er: „Wird schlecht für uns enden.“
Und am Montag steht er wieder vor der Klasse und drillt den jungen Männern ein, dass die Ukraine von „Nationalisten und Neonazis“ beherrscht werde, dass die „Spezialoperation unausweichlich“ gewesen sei, dass sie ihre Feinde schlagen sollen wie Väter, Großväter und Urgroßväter. Im täglichen Newsletter, der an der Uni zirkuliert, steht das so. Auf Russisch. Schwarz auf weiß.
Das ist die wahre Lehre der Bauman-Files: Autoritäre Apparate funktionieren nicht, weil ihre Funktionäre an die Sache glauben. Sie funktionieren, weil ihre Funktionäre auch dann weitermachen, wenn sie nicht mehr an die Sache glauben. Stupakow hält Putin für einen Greis, Gerassimow für einen Vollidioten und den Krieg für verloren – und schickt trotzdem fünfzehn neue Cyberkrieger pro Jahrgang nach Anapa, Sewastopol, Kursk, irgendwann womöglich auch nach Berlin.
Wer geglaubt hat, dieses System bricht zusammen, wenn die Eliten innerlich kündigen, hat den Charakter dieses Systems nicht verstanden. Sie haben längst gekündigt. Sie machen trotzdem weiter. Genau deshalb müssen wir es ernst nehmen.
2 Möglichkeiten, mit negativen Strompreisen umzugehen:
1. Netze modernisieren, lokale Speicher hochziehen, flexible Industrieabnehmer unterstützen, und den günstigen erneuerbaren Strom tatsächlich nutzen.
2. Weniger günstigen Strom produzieren.
Ratet mal, was in DE passiert.
“Microwave safe" plastic containers release billions of plastic particles into food.
Heating your leftovers in plastic containers might be introducing a staggering amount of toxic material into your diet.
A recent study found that microwaving plastic—even products labeled "microwave safe" by the FDA—can release up to 4.2 million microplastics and 1.2 billion nanoplastic particles per square centimeter.
The process of microwaving subjects these containers to a "double whammy" of intense heat and hydrolysis, which causes the material to crack and shed microscopic fragments and chemical leachates directly into your food.
While the long-term biological impact of ingesting these particles remains a subject of intense investigation, early evidence suggests they may be significantly more toxic than previously realized. The findings are so stark that leading environmental health experts are now calling on the FDA to overhaul its labeling guidelines. They argue that the current "microwave safe" designation is misleading and that the public should be alerted that no commercially available plastic container is truly safe for use in the microwave.
source: Hussain, K. A., Romanova, S., Okur, I., Zhang, D., Pelikan, J., Schmidt, M. E., & Li, Y. Assessing the Release of Microplastics and Nanoplastics from Plastic Containers and Reusable Food Bags: Implications for Human Health. Environmental Science & Technology.
Der Hass auf #Habeck speiste sich weniger aus seinen Fehlern als aus dem Bruch, den er erzeugte: Er hat die bequeme politische Abstraktion zerstört und den Blick auf die harte Realität gelenkt – auf Heizkeller, Kosten und kausale Zwänge der Transformation.
Während andere Parteien lange mit beruhigenden Sprachhüllen arbeiteten, zwang Habeck zur Auseinandersetzung mit Struktur statt Gefühl.
Diese plötzliche Konfrontation überforderte viele und erzeugte Abwehr. Die Union nutzte das, indem sie versprach, diese unangenehme Aufmerksamkeit wieder zu dämpfen – ohne jedoch selbst tragfähige Lösungen zu liefern.
So entstand ein doppeltes Erwachen: Die Realität bleibt, und die politische Sprache wirkt zunehmend entkoppelt von ihr. Habeck hat die Wunde sichtbar gemacht; andere versuchen, sie rhetorisch zu überdecken.
#Energiewende
Katherina #Reiche: "Ich war nie in der Gaslobby tätig."*
Tatsächlich war Reiche noch am Tag ihrer Vereidigung als Lobbyistin der Eon-Tochter Westenergie im Lobbyregister aufgeführt. Unsere Recherche 👇
https://t.co/PKyn9P8hUd.
Rund 80.000 Menschen heute in Deutschland laut Veranstalter @campact auf der Straße für #Erneuerbare. Klasse! Und wenn’s sein muss, ist das erst der Anfang! ☀️👏💪
#Energiewende verteidigen.
Just 20 minutes before Trump announced the Strait of Hormuz was open—Someone dumped 7,990 lots of Brent crude futures.
A $760 million bet that oil prices would drop.
Orders far larger than anything else in the market at that moment.
They made a fortune.
But somebody knew the announcement was coming.
This is insider trading at the highest level of government.
The PBS NewsHour has documented the Trump family's unprecedented conflicts of interest. Jared Kushner, a 'volunteer' with no official position, has $6 billion in assets from Saudi Arabia, the UAE, and Qatar-the same governments he is negotiating with on Middle East peace. Donald Trump Jr. and Eric Trump have invested in drone companies that are now competing for Pentagon contracts in the war their father started.
Forbes estimated that Eric and Don Jr., they were worth about $40, $50 million each before the 2024 election. About a year later, Eric at $400 million and Donald Trump Jr. at about $300 million.
They're using war and diplomacy to enrich themselves
Wie @DanielGreveIP der Frage von @MKreutzfeldt ausweicht und rumeiert ist wirklich bemerkenswert. Es ist doch nicht schwer zu sagen:
„Ja, das war korrupte Lobby Scheiße.“
Wobei dann wäre der letzte verbliebene Mitarbeiter von Reiche gekillt worden… 🤷♂️
Wir erleben ein immer grotesker werdendes Schauspiel um Vetternwirtschaft und Filz im Bundeswirtschaftsministerium. Bundeskanzler Merz muss sich dazu äußern, was er von diesem Treiben in einem seiner vielleicht wichtigsten Ministerien hält.
Was mag Gas-Katie am liebsten? Richtig. Gas. Was mag sie gar nicht? Batteriespeicher.
Aber dem Ministerium fehlten offenbar die Argumente. Also dachten sich Katies Mitarbeiter: Fragen wir doch mal bei den Profis nach.
Die Profis: EnBW und RWE. Beide wollen natürlich neue Gaskraftwerke bauen. Beide wurden aktiv vom Ministerium um Argumente gegen Batteriespeicher gebeten. ☝️
Nochmal zum Mitschreiben: Nicht die Gas-Anbieter haben von sich aus ihre Argumente ans Bundesministerium geschickt, NEIN, es war das Ministerium, dass proaktiv nachfragte.
Aber dann haben die vom Ministerium doch sicher auch die Batteriespeicher-Firmen um Argumente gebeten?
Nö. Kyon Energy wurde nicht gefragt. Eco Stor wurde nicht gefragt. Uniper und EWE dementieren ausdrücklich jeden Kontakt.
Wer nur eine Seite fragt, will keine Antwort. Er will eine Bestätigung.
Und der Hammer: EnBW hat erst nach Spiegel-Anfrage im Lobbyregister eingetragen, dass der Vorgang so passierte, wie er passierte – dazu verpflichtet wäre es schon Ende März gewesen.
Das gibt nur eine Ordnungswidrigkeit. Ein winziges Bußgeld von bis zu 50.000 Euro. Für einen Konzern, der Milliarden an Fördergeldern anstrebt.
Recherchiert hat das @derspiegel.
Guten Morgen? Nicht in Deutschland!
Wer diese Tweets von Friedrich Merz und Jens Spahn teilt, die zeigen, dass sie von der Ampel eine mehr als doppelt so hohe Senkung der Spritpreise gefordert haben, als sie es selber jetzt machen, beteiligt sich an einer Schmutzkampagne. ☝️
Die Wut auf die #Gruenen speist sich letztlich aus dem Zerbrechen der Illusion, dass alles unverändert fortbestehen könne – und aus der unterschwelligen Angst vor einer Zukunft, die Mut, Anpassungsfähigkeit und aktives Engagement verlangt.
Am Ende wirkt es eher, wie ein reflexhaftes Lamentieren als, wie eine sachliche Auseinandersetzung.
1.200 Jahre Daten, ein unscheinbarer Chart.
Die Kirschblüten in Kyoto blühten ein Jahrtausend lang stabil Anfang April.
Seit der Industrialisierung aber blühen sie 17 Tage früher.
Vielleicht der bemerkenswerteste Klimachart, den ich seit Langem gesehen habe:
https://t.co/Cc8NWNoAJL
MAGA calls Europe freeloaders. Here’s what they’re not telling you.
1. Ramstein Air Base, the most important US military hub outside America, is built on German land provided rent-free, with Germany contributing hundreds of millions to its upkeep. The US couldn’t replace it anywhere in the world.
2. Every US military operation in the Middle East, Africa and Central Asia flows through Ramstein. Lose it and US power projection in the Eastern Hemisphere is crippled.
3. The UK provides and maintains RAF Lakenheath used almost entirely by the US Air Force. Italy provides Aviano. Greece provides Souda Bay. Turkey provides Incirlik. European land. European infrastructure. American operations.
4. The US Sixth Fleet depends entirely on European ports for fuel and supplies. Souda Bay, Naples, 11 Greek ports. Without them the Sixth Fleet cannot operate in the Mediterranean or project power into the Middle East.
5. The majority of NATO’s intelligence and surveillance capacity is hosted on European soil and fed directly to the CIA, NSA and Pentagon.
6. Early warning radar at Fylingdales, UK. Missile tracking in Greenland. Norwegian monitoring stations near Russia. All dependent on European goodwill.
7. It would cost America MORE to bring the troops home than keep them here. European hosts subsidise roughly a third of all basing costs.
8. Europe is America’s largest arms customer. Stop buying American and part of their defence industry goes bankrupt.
9. The bases aren’t charity. They’re America using European soil, European money and European goodwill to project power across the world.
10. We’re not the freeloaders.