Leihmutterschaft. Maskenaffäre. Villa. Spendendinner. Jens Spahn spielt im «Team Ich, Ich, Ich»
Jens Spahn hat ein bemerkenswertes Verhältnis zu Regeln: Für die Allgemeinheit können sie kaum streng genug sein. Sobald sie seinen eigenen Interessen im Weg stehen, findet sich jedoch erstaunlich zuverlässig ein Ausweg.
Nun ist Spahn mithilfe einer Leihmutter in den USA Vater geworden. Dem Kind ist selbstverständlich alles Gute zu wünschen. Der politische Vorgang aber verdient keine sentimentale Babyglück-Berichterstattung, sondern eine Debatte über Macht, Geld und Doppelmoral.
Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten. Ärzte dürfen sie nicht durchführen, Agenturen nicht vermitteln. Spahns CDU will daran ausdrücklich festhalten. Der Grund: Die Partei warnt vor der Kommerzialisierung des weiblichen Körpers und der Ausbeutung von Frauen.
CDU-Spahn umgeht dieses Verbot, indem er genau jene Dienstleistung im Ausland in Anspruch nimmt, die er deutschen Paaren weiterhin verwehren will. Das ist nicht strafbar. Aber es unterläuft den Sinn der deutschen Rechtslage: Wer reich und international vernetzt genug ist, fliegt in die USA. Wer sich das nicht leisten kann, muss sich an das Verbot halten.
Regeln für die anderen. Ausnahmen für Jens Spahn.
Dieses Muster ist nicht neu.😉
Als Gesundheitsminister ließ Spahn in der Pandemie Masken in einem Umfang beschaffen, dessen finanzielle Folgen den Bund noch Jahre später beschäftigen. Milliarden Masken blieben ungenutzt, milliardenschwere Prozessrisiken entstanden. Eine Sonderermittlerin warf ihm überteuerte Einkäufe, mangelnde Kontrolle und die Bevorzugung eines Unternehmens aus seinem Heimatwahlkreis vor. Ihre vernichtende Zusammenfassung: nicht «Team Staat», sondern «Team Ich».
Strafrechtliche Ermittlungen wurden zwar eingestellt. Politische Verantwortung verschwindet dadurch aber nicht. Wer Milliardenrisiken produziert, kann sich nicht für entlastet erklären, nur weil sich schlechte Amtsführung nicht ohne Weiteres in einen Straftatbestand übersetzen lässt.
Dann war da die Berliner Luxusvilla, deren Kaufpreis Spahn gegenüber der Öffentlichkeit geheim halten wollte. Er ging juristisch gegen Journalisten vor, die zu seiner Finanzierung recherchierten. Ausgerechnet ein Politiker, der über Regeln, Pflichten und Verzicht für Millionen Menschen entschied, beanspruchte beim eigenen Vermögen größtmögliche Diskretion.
Hinzu kamen Spendendinner, bei denen Unternehmer für mehrere Tausend Euro mit Spahn speisen konnten, sowie seine auffällige Nähe zu Wirtschafts- und Gesundheitslobbyisten. Auch hier gilt: Nicht alles, was politisch anrüchig ist, ist automatisch illegal. Doch genau in dieser Grauzone hat Spahn es sich gemütlich gemacht.
Er fordert Härte vom Staat, wenn sie andere trifft. Er predigt Eigenverantwortung, während der Steuerzahler für die Folgen seiner Maskenpolitik einstehen muss. Er verteidigt Verbote, die er selbst mit genügend Geld im Ausland umgehen kann. Und er verlangt Vertrauen, während er Transparenz in eigenen Angelegenheiten als Zumutung behandelt.
Das Problem ist deshalb nicht, dass Jens Spahn Vater geworden ist. Das Problem ist ein Spitzenpolitiker, der Gesetze als moralische Leitplanken verkauft, solange er selbst bequem daran vorbeikommt.
Bei Spahn lautet die eigentliche Regel offenbar: Verboten ist, was sich die anderen nicht leisten können.
Foto X
🔴 Nouveau communiqué de la RBFA concernant l'affaire Balogun :
« Suite à sa précédente déclaration, la RBFA souhaite expliquer publiquement le déroulement des événements de ces dernières heures.
Après avoir appris par voie de presse la décision de la FIFA de lever la suspension automatique du joueur Balogun, la RBFA a adressé un courrier à la FIFA pour en demander une copie ainsi que des explications sur la procédure suivie, tout en exposant sa position au regard de la réglementation applicable.
En guise de seule réponse, la FIFA a informé la RBFA qu'elle considérait ce courrier comme un recours, qu'un juge avait été désigné et que la RBFA ne disposait que de quelques heures pour finaliser ce recours. Aucune information n'a été communiquée par la FIFA.
Pour qu'un recours soit recevable, le règlement de la FIFA stipule que la décision motivée doit préalablement avoir été notifiée au requérant. Alors que la RBFA sollicitait simplement des explications légitimes, la FIFA a elle-même qualifié la démarche de recours tout en veillant immédiatement à ce qu'elle soit déclarée irrecevable.
Tout cela s'est produit alors que, parallèlement, la FIFA refusait de répondre aux demandes légitimes de la RBFA.
Par ailleurs, lors de la réunion de coordination du match, la FIFA a délibérément retiré de sa présentation la section relative à la suspension automatique des joueurs. Ce point avait pourtant été abordé lors de toutes les réunions similaires précédant les quatre rencontres précédentes. La RBFA a interrogé la FIFA, tant oralement que par écrit, sur les raisons de ce changement, sans toutefois obtenir de réponse.
Il convient de préciser qu'à ce jour, la RBFA n'a toujours reçu aucune décision ni aucune explication de la part de la FIFA à ce sujet. Elle n'a donc d'autre choix que de contester l'éligibilité du joueur pour le match à venir.
Indépendamment de l'issue sportive de cette rencontre, la RBFA est vivement préoccupée par le déroulement des événements et continuera de se battre, dans les heures, jours et mois à venir, pour défendre les principes fondamentaux d'éthique et d'équité sportive, ainsi que les intérêts du football dans son ensemble. »
(Officiel)
Eigentlich wollte ich zu dieser Wahl kein Wort verlieren. Die inneren Machtfragen einer Drei-Prozent-Partei sind normalerweise kein Ereignis von staatsphilosophischer Tragweite. Doch gelegentlich verdichtet sich in einer Personalentscheidung ein größerer politischer Befund. Der heutige #FDP-Parteitag war ein solcher Moment.
Denn die Entscheidung zwischen @MAStrackZi und Wolfgang Kubicki war weit mehr als eine Abstimmung über zwei Persönlichkeiten. Sie war ein Votum darüber, welches Verständnis von Liberalismus in dieser Partei künftig noch eine Rolle spielen soll. Die FDP hat sich entschieden. Und vielleicht hat sie damit vor allem eines getan: Sie hat einen lange schwelenden Selbstbetrug beendet.
Der Liberalismus gehört zu den großen politischen Emanzipationsbewegungen der Moderne. Sein historischer Kern war nie die Verherrlichung des Marktes. Er war die Befreiung des Individuums aus den Fesseln von Herkunft, Stand, Willkür und Machtkonzentration. Liberale kämpften für Rechtsstaatlichkeit, Bürgerrechte, Bildungsaufstieg und die Idee, dass Freiheit mehr bedeutet als die bloße Abwesenheit staatlicher Eingriffe.
Ralf Dahrendorf verstand Freiheit deshalb stets als die Existenz realer Lebenschancen. Freiheit ohne Zugang zu Bildung, Teilhabe und sozialem Aufstieg war für ihn kein liberales Ideal, sondern eine rhetorische Leerformel. Genau an diesem Punkt beginnt die Tragödie der heutigen FDP.
Über Jahrzehnte hat sie den Liberalismus schrittweise auf eine ökonomische Restgröße reduziert. Aus der Verteidigung individueller Freiheit wurde die Verteidigung wirtschaftlicher Freiheit. Aus einer politischen Philosophie wurde eine Steuerlehre. Aus einer Partei mit gesellschaftlichem Gestaltungsanspruch eine Interessenvertretung mit angeschlossenem Grundsatzprogramm.
Das eigentliche Problem dabei ist nicht einmal die Einseitigkeit dieser Perspektive. Das Problem ist ihre intellektuelle Erschöpfung. Die großen Fragen unserer Zeit – soziale Mobilität, Bildungsgerechtigkeit, demokratische Resilienz, technologische Machtkonzentration, gesellschaftlicher Zusammenhalt – verlangen nach einem Liberalismus, der Antworten auf die Bedingungen von Freiheit formuliert. Die FDP antwortet darauf seit Jahren mit den immer gleichen Reflexen: weniger Regulierung, niedrigere Steuern, mehr Markt. Man gewinnt den Eindruck, eine Partei habe ihre Instrumente mit ihren Zielen verwechselt.
Vor diesem Hintergrund besitzt die Wahl Kubickis eine beinahe symbolische Konsequenz. Er verkörpert nicht den Aufbruch einer politischen Idee, sondern ihre Beharrungskraft. Nicht die Weiterentwicklung des Liberalismus, sondern seine Verwandlung in eine politische Folklore. In ihm triumphiert nicht die Zukunft über die Vergangenheit, sondern die Gewohnheit über die Erkenntnis.
Die bemerkenswerte Ironie besteht darin, dass sich eine Partei, die einst angetreten war, starre gesellschaftliche Strukturen aufzubrechen, heute selbst wie eine Gefangene ihrer eigenen Dogmen wirkt. Sie verteidigt mit großer Leidenschaft Antworten auf Fragen, die kaum noch jemand stellt, und übersieht dabei die Fragen, die längst den politischen Alltag bestimmen.
Die Niederlage von Strack-Zimmermann ist deshalb weniger wegen ihrer Person bedeutsam als wegen dessen, was sie symbolisiert: die Absage an die Möglichkeit, den Liberalismus wieder breiter, gesellschaftlicher und intellektuell anspruchsvoller zu denken.
Man muss darüber nicht einmal besonders enttäuscht sein. Parteien haben das Recht, sich politisch zu irren. Bemerkenswert ist lediglich die Konsequenz, mit der die FDP inzwischen jeden Anlass nutzt, ihre eigene historische Bedeutung auf die Größe ihrer aktuellen Umfragewerte zu reduzieren.
Sehr geehrte Frau @MAStrackZi!
Danke für Ihre Bewerbung.
SIE als Person und die (meisten der) von Ihnen vertretenen Positionen sind der einzig verbliebene Grund für mich, sich die Entwicklung der @fdp überhaupt noch mit Interesse anzuschauen. Bleiben Sie als Korrektiv an Bord!
@_MartinHagen Das erscheint mir als nicht belegbares, unwürdiges Nachtreten. Eines Politikers der Liberalen, der (mehr) Verantwortung übernehmen möchte, nicht würdig. Finde das bei aller politischen Konkurrenz zu den Grünen fragwürdig und enttäuschend. MfG
@Kachelmann@Coolnasenbaer Bitte gerne weitermachen und auch nicht aufhören... Es tut gut, hier vernünftige Stimmen im Ozean des Mülls, des Trash', des Hasses zu lesen!
Man gehe "mit mehr Gas gegen die Gaskrise vor, mit dem Verbrenner gegen die Ölkrise" und gebe Mineralölkonzernen die Chance, "noch mehr Geld zu verdienen", kritisiert die Bundesvorsitzende der @Die_Gruenen, Franziska Brantner @fbrantner.
@Hoellenaufsicht Ja, so so richtig!
Wobei "Idiot" an sich noch geschönt ist, er ist gefährlich und destruktiv.
Oh, wait... er WAR...
Danke, Ungarn!
🇪🇺🇪🇺🇭🇺🇭🇺
Frau Reiche, es reicht! Sie beklagt 36 Mrd. Kosten für Erneuerbare in der FAZ – und verschweigt 140 Mrd. für fossile Importe und Subventionen. Ihre PR-Agentur gehört dem US-Fossilinvestor KKR. Das ist keine Analyse – das ist Lobby-PR mit Ministeriums-Briefkopf.
@ScherhagThomas@djpr Beeindruckend klare Analyse.
Vielleicht ist es genau dieser Ansatz, der "uns" zeigt, dass wir nicht über jedes Stöckchen, das uns Verwirrte oder Radikalisierte hinhalten, springen müssen.
Gestern schrieb ich: „Morgen spricht Rubio. Seid gewarnt.“
Heute hat Rubio gesprochen. Standing Ovations. Langer Applaus. Der Saal atmete auf. MSC-Chef Ischinger sagte ihm ins Gesicht: „Ich weiß nicht, ob Sie das erleichterte Seufzen im Saal gehört haben?“
Eine NBC-Reporterin brachte es auf einen Satz: „Außenminister Marco Rubio erklärt den Europäern die Politik von Donald Trump.“ Rubio übersetzt Trump ins Diplomatische.
Das Problem ist: Der Saal hat die Übersetzung als solche nicht erkannt.
Ich habe mir die gesamte Rede angesehen. Und was ich gesehen habe, war keine versöhnliche Rede. Es war eine ideologische Grundsatzrede der MAGA-Bewegung, verpackt in Nostalgie, Schmeichelei und dem warmen Gefühl, dass jemand nette Dinge über unsere gemeinsame Geschichte sagt.
Gehen wir es durch.
Rubio beginnt mit dem Kalten Krieg. Die Kubakrise. Die NATO. Der gemeinsame Kampf gegen den Kommunismus. Wir standen zusammen, wir haben gesiegt, Amerika und Europa haben die Zeit überstanden. Große Gefühle, große Geschichte, großes Kino.
Und dann der Dreh: Dieser Sieg habe uns „in eine gefährliche Täuschung geführt“. Man habe geglaubt, es sei das Ende der Geschichte. Und aus dieser Illusion heraus habe man Fehler begangen. Fehler, die man „zusammen begangen“ habe.
Und welche Fehler waren das laut Rubio?
Erstens: Wir haben den freien Handel umarmt.
Zweitens: Wir haben uns einem „Klimakult“ verschrieben, der zu einer falschen Energiepolitik geführt habe.
Drittens: Wir haben die Türen für eine „Welle der Massenmigration“ geöffnet, die eine Bedrohung für die nationale Sicherheit sei und „unsere gemeinsame Kultur“ unterminiere.
Viertens: Staatliche Souveränität haben wir an internationale Organisationen übertragen.
Das ist die komplette MAGA-Doktrin:
Freihandel war ein Fehler.
Klimaschutz ist ein Kult.
Migration zerstört unsere Kultur.
Internationale Organisationen rauben uns die Souveränität.
Vance hat vergangenes Jahr in München genau dasselbe gesagt. Nur dass er es als Anklage formulierte – und der Saal empört war. Rubio sagt exakt dasselbe – nur als Einladung. Wir haben diese Fehler GEMEINSAM gemacht. Kommt, lasst sie uns GEMEINSAM korrigieren. Unter der Führung von Donald Trump natürlich.
Ach ja, diese gemeinsamen Fehler. Bisschen wie vom größeren Bruder zigarettensüchtig gemacht zu werden und dann zu behaupten, wir wollten es doch beide.
Wie sich in die UNO und NATO einzureihen, weil der Weltführer sich bei der Schaffung so viel Mühe gegeben hat und im Grunde natürlich die Mitgliedschaft forderte.
Die Fehler hat man aber gemeinsam gemacht.
Wie in Kalifornien den Katalysator einzuführen und Europa läuft erstmal hinterher.
Wie Nixon die Tür zu China öffnete, aber wir sollen sie jetzt bitte zumachen.
Wie Kommunistenangst und Öldurst sich durch Vietnam, Korea, durch Afghanistan I, durch Mittelamerika, Iran fräste, aber wir sind mitschuld.
Wie Menschen aus hunderten Nationen den neuen Kontinent bevölkerten und ein spanisch-kubanischstämmiger US-Außenminister der Gute, ein Erntehelfer aus Kuba aber die größte Bedrohung unserer aller Kulturen seit Alexander dem Großen ist.
Trump, so Rubio, sei der Mann präsentierte, der unser aller Welt erneuern will, nicht nur Amerika. Und diese Erneuerung, so Rubio, sollte am besten mit den Europäern zusammen stattfinden. Denn – und jetzt hört genau hin – man sei Teil einer Zivilisation, die durch „Erbe, Sprache und die christliche Religion“ geprägt sei. Europäer hätten sich 500 Jahre lang die Welt ausgebreitet, Amerika erober, Wunderbares gebracht.
Kein Wort darüber, was diese 500 Jahre europäischer Expansion auch bedeuteten:
Genozid an den Ureinwohnern Amerikas. Sklaverei. Kolonialismus. Das existiert in Rubios Geschichtsbild nicht. Der europäische Imperialismus war großartig – nur die anderen bedrohen jetzt „unsere“ Zivilisation. Diejenigen, die immer hübsch innerhalb ihrer Grenzen von uns ausgebeutet wurden die sollen sich jetzt nichts ähnliches erdreisten wie wir zuvor.
Deutschland – das Volk der Ingenieure, der Physiker, der Philosophen – wurde in Rubios Süßholzgeraspel reduziert auf Landwirtschaft und Bier. Kein Wort über die deutschen Wissenschaftler, die Amerikas Atomprogramm überhaupt erst möglich machten, was wiederum die USA zur erstmals unbesiegbaren stärksten Macht der Welt machte.
Kein Wort über Einstein, Oppenheimer, von Braun.
Bier. Das war Deutschlands Beitrag zur westlichen Zivilisation laut Marco Rubio.
Und jetzt der Punkt, den man sich auf der Zunge zergehen lassen muss:
Rubio sprach auf der Münchner SICHERHEITSKONFERENZ. Und die NATO erwähnte er mit keinem einzigen Wort.
Der Krieg in der Ukraine? Kam vor – als Aufzählungspunkt in Trumps Erfolgsbilanz: Man habe einen Deal in Gaza erreicht, Venezuela von einem Drogen-Boss befreit, und Russland und die Ukraine an einen Tisch gebracht.
Weiter, nächstes Thema. Kein Wort zum Krieg selbst. Keine Analyse der Lage. Kein Bekenntnis zur Ukraine. Einfach: Trump hat‘s gerichtet.
Der größte Krieg in Europa seit 1945? Nicht erwähnt. Das Verteidigungsbündnis, das der Grund ist, warum diese Konferenz existiert? Nicht erwähnt.
Ischinger musste ihn im Anschluss an die Rede danach erst fragen. Und Rubio antwortete ausweichend:
Die Probleme seien „weniger geworden“. Man wisse aber nicht, „ob die Russen ernst machen mit der Beilegung des Krieges“. Konkreter wurde es nicht.
Dafür hat Rubio am selben Tag ein geplantes Spitzentreffen zur Ukraine mit Vertretern Deutschlands, Finnlands, Polens und der EU-Kommission kurzfristig platzen lassen. Einfach abgesagt. Europäische Diplomaten kommentierten das mit einem einzigen Wort: „verrückt“. Schon am Freitag war er dem Treffen der Europäer mit Selenskyj ferngeblieben. Die Botschaft: Die Ukraine wird zwischen Washington und Moskau verhandelt. Europa sitzt nicht am Tisch.
Die Kamera zeigte während der Rede immer wieder Kaja Kallas, die EU-Außenbeauftragte. Ihr Gesicht war versteinert. Kein Lächeln. Kein Nicken. Jede Zelle auf der Hut. Diese Frau kommt aus Estland. Sie weiß, was russische Bedrohung bedeutet. Sie hatte am Vortag zu den Amerikanern gesagt: „Wenn ihr in den Krieg zieht, kommen wir mit und verlieren unsere Leute. Ihr braucht uns auch.“ Während der Saal klatschte, rechnete Kallas.
Nico Lange, ehemaliger Stabschef im Bundesverteidigungsministerium – kein Linker, CDU-Sicherheitsestablishment –, schrieb auf X: Rubios Botschaft sei „passive aggressive“.
Wir sorgen uns zutiefst um euch – und deshalb schubsen wir euch herum, überrumpeln euch bei Sicherheitsfragen und belehren euch über Migration und Kulturkampf.
In einem zweiten Post nannte er das transatlantische Verhältnis eine „toxische Beziehung“: Ein bisschen freundlicher Ton und schon ist „alles wieder gut“. Und: „Wir wünschen uns starke Verbündete – und deshalb verhalten wir uns ihnen gegenüber so, als wären sie keine Verbündeten.“
Und wo fährt Rubio nach der Liebeserklärung hin?
Nicht nach Berlin. Nicht nach Paris. Nicht nach Warschau.
Er fährt zu Viktor Orbán nach Budapest. Und zu Robert Fico in die Slowakei. Offizielles Thema: russische Energieimporte. Rubio will den beiden angeblich sagen, sie mögen bitte kein russisches Öl und Gas mehr kaufen, was ihnen Trump selbst ja schon gesagt hat.
Orbán und Fico sind Trumps Lieblingseuropäer. Sie torpedieren zuverlässig jede europäische Sanktionsverschärfung gegen Russland. Sie haben jeden EU-Druck ausgesessen. Nichts hat sie bewegt. Und jetzt kommt Rubio vorbei und die beiden ändern ihre Meinung zu den Ölkäufen, weil – was genau?
Natürlich nicht. Das ist kein Druck. Das ist ein Besuch bei Verbündeten. Trump belohnt die, die in der EU stören. Rubio fährt nicht hin, um ihnen die Leviten zu lesen. Er fährt hin, um ihnen zu zeigen: Macht weiter so. Und bei Orbán Wahlkampfhilfe.
Merz saß während Rubios Rede nicht im Saal. Was er verpasst hat: Rubio hat ihm öffentlich widersprochen. Merz hatte am Vortag gegen Protektionismus und Strafzölle gesprochen. Rubio sagte: Man habe sich „getäuscht“, „den freien, unregulierten Handel umarmt“. Merz‘ zaghafte Freihandelslinie – in derselben Konferenz abgebügelt. Und Merz war nicht einmal dabei. Trotzdem Standing Ovation.
Die SZ fasst es zusammen: „Im Ton klingt das offen und versöhnlich. Inhaltlich bewegt sich Rubio aber nicht weg vom MAGA-Kurs seines Präsidenten.“
Das ist der Kern. Vance war letztes Jahr der Vorschlaghammer. Rubio ist das Skalpell mit Lokalanästhesie. Beide arbeiten am selben Patienten.
Was Rubio in München getan hat, ist keine Versöhnung. Es ist eine Einladung zur Unterwerfung oder zumindest zur Komplizenschaft bei den Ausbeutungsfantasien des neuen Diktators in Washington, vorgetragen mit dem Lächeln eines Mannes, der weiß, dass der Saal den Unterschied nicht hören will.
Er hat die gesamte Nachkriegsordnung zur Disposition gestellt – NATO nicht erwähnt, UNO als reformbedürftig abgetan, Freihandel als Fehler bezeichnet, Klimaschutz als Kult diffamiert, Völkerrecht als Hindernis dargestellt – und das alles verpackt in die Sixtinische Kapelle und 500 Jahre gemeinsame christliche Zivilisation.
„War das eine vergiftete Liebeserklärung?“, fragte einer im Saal.
Ja. War es. Nur dass das Gift nicht zwischen den Zeilen stand. Es stand in jeder Zeile. Man musste nur zuhören.
„Wir werden immer ein Kind Europas sein“ – blieb in den Köpfen: Die Unschuld des Heilands selbst in der Krippe von Betlehem, nichts weniger. Vor einem Kind könnt ihr doch nicht Angst haben!
Honi soit qui mal y pense!
Der Saal hat also nicht nur brav geklatscht, sondern erhob sich aus den Stühlen. Weil es nicht mehr so wehtat wie bei Vance.
Weil sich alles für einen Moment so leicht und versöhnlich anfühlte in einer Welt, die von Epstein, ICE, Grönland, dem Genozid in der Ukraine, den Gräueltaten in Iran, den extremen Wetterverhältnissen weltweit durchgeschüttelt wird.
Und genau darauf hat Rubio, mit einem engelsgleichen Unschuldsgesicht, wie es kein Leonardo da Vinci besser hätte malen können, gesetzt.
BREAKING: A new video of ICE murdering the man in Minneapolis today shows a clear view of what happened from the front angle.
If anyone has the identities of the ice agents who shot this man, please DM me.
The apparently innocent man, who had a license to carry a firearm was merely recording ICE agents, and then ICE began pepper-spraying a young woman next to him. The man then goes to try and pull the young woman to safety when ICE tackles him.
Then multiple agents begin beating on him before shooting and killing him.
This is cold blooded murder!
"Er gibt 200 Mio. $ für einen Ballroom aus. Glaubt ihr wirklich, er geht 2028 dann einfach? Er geht auf eine 3. Amtszeit. Er mag keine ehrlichen Wahlen. Wacht auf!"
Gavin #Newsom@CAgovernor sieht man an, wie ernst er es meint. Und er liegt richtig.
@dieternuhr Sehr geehrter Herr Nuhr!
Ich gönne Ihnen ein durchaus verdientes und längeres Sabbatical. Die Allgemeinheit würde noch ein wenig von Ihrem Schaffen unbehelligt bleiben. Win-win-Situation! Deal?
MfG,
D. Mumot