Ein paar Tage Denkpause. Und zurück mit dem Blick nicht nach Moskau oder Washington, sondern auf uns. Denn während Putin in der Ukraine weiter mordet, ist er bei uns bald am Ziel all seiner Träume - und zwar ganz ohne einen einzigen Schuss. Und das Trojanische Pferd haben ihm gute Bekannte ins Land gerollt, vor denen die Wähler gerade in Scharen davonlaufen.
Merz’ Union rauscht in die Tiefe. Seine Beliebtheit ist historisch dünn. Und plötzlich platzieren Journalisten Hendrik Wüst als Ersatzmann, den netten Westfalen, der es geräuschloser könnte. Der Stern raunt, sein Name gehe „wie ein Geist durch die Flure“. Die FAZ schreibt bereits über die mögliche Einwechslung.
Nur: Wer wechselt hier eigentlich ein? Wer steht an der Seitenlinie und hält die Tafel hoch? Es gibt keinen Mannschaftsboss mehr. Deutschland, das Land der 82 Millionen Nationaltrainer, ist führerlos. Während alle über den besseren Spieler diskutieren, merkt kaum noch jemand, dass ein Teil der Zuschauer längst das Stadion längst verlassen und die Sportart gewechselt hat.
Die AfD führt die Umfragen an, die Union rennt ihr hinterher, die SPD taumelt. Gegen diese Statik hilft kein Gesichtertausch. Denn das Problem ist längst größer als die Frage, wer Kanzler wird. Das Problem ist, was mit diesem Land passiert ist.
Manche meinen heute, alles sei Putin schuld. Aber der Kreml musste Deutschland nicht einmal wirklich angreifen. Er musste nur warten, bis nicht etwa die AfD, sondern Teile der Union begannen, genau jene Erzählungen salonfähig zu machen, von denen Moskau seit Jahren profitiert.
Zwar liegt mit der AfD inzwischen eine Partei vorne, die der Ukraine faktisch die Mitschuld an ihrem eigenen Überfall gibt. Das tut die Union nicht.
Doch sie hat einer Partei den Weg bereitet, die Putins Blutrausch relativiert und sich nichts sehnlicher wünscht als die Rückkehr zu den billigen Gaslieferungen von früher.
Millionen Menschen träumen offen davon, das Opfer fallenzulassen und mit dem Täter wieder Geschäfte zu machen. Das ist einer der größten außenpolitischen Erfolge des Kreml seit Jahrzehnten, und er kostet Russland keine einzige Patrone.
Komisch nur: Dieselben AfD-Wähler waren schon wütend, als Nord Stream noch lief, das Gas billig war und niemand von Energiekrise sprach. Die Wut war zuerst da. Das Narrativ kam hinterher. Es ging nie wirklich ums Gas. Das Gas wurde nur zur nachträglichen Erklärung eines längst vorhandenen Misstrauens.
Denn der Brennstoff, mit dem sie zuerst zündelte, hatte mit Gas gar nichts zu tun, kam aber auch aus Moskau. Putins Luftwaffe zerbombte Syrien und trieb Hunderttausende Richtung Europa.
Und hier kommt die Partei ins Spiel, die heute wieder den Kanzler stellt:
In der Union gab es bei alledem immer eine Rolle, die nie lange unbesetzt blieb: die des Scharfmachers. Seehofer erklärte 2018 die Migration zur „Mutter aller Probleme“. Merz sprach später von migrantischen „kleinen Paschas“. Die Gesichter wechseln, die Funktion bleibt dieselbe: Man übernimmt die Sprache der Rechten, um rechte Wähler zurückzuholen, und wundert sich anschließend, dass am Ende doch das Original gewinnt.
Der eigentliche Wendepunkt kam im Januar 2025, als Merz erstmals einen Antrag zur Verschärfung ebendieser Migrationspolitik mit Stimmen der AfD durch den Bundestag brachte. Hunderttausende gingen daraufhin auf die Straße, allein in Berlin bis zu eine Viertelmillion Menschen. Das oft so träge Land erhob sich plötzlich, um die demokratische Brandmauer zu verteidigen.
Und wie reagierte Merz? Wenige Wochen später sprach er beim Wahlkampfabschluss von Grünen und „linken Spinnern“, die nicht alle Tassen im Schrank hätten.
Da lag plötzlich alles offen. Jahrelang hieß es, man müsse die „besorgten Bürger“ ernst nehmen, sonst treibe man sie der AfD in die Arme. Doch als Hunderttausende Bürger aus Sorge um die Demokratie protestierten, wurden sie verspottet. Offenbar war nie jede Sorge gemeint. Sondern nur jene Sorte Wut, die nach unten tritt oder sich gegen Fremde richtet.
Vielleicht hätte man auch Habeck nicht jahrelang zur nationalen Witzfigur erklären sollen, wenn das Ergebnis am Ende Katharina Reiche heißt. Denn irgendwann ging es längst nicht mehr nur um politische Kritik. Ein Teil des Landes gewöhnte sich daran, Menschen wie Habeck wie legitime Zielscheiben zu behandeln. Man durfte sie beschimpfen, bedrängen, lächerlich machen, ihnen auf Fähren samt Mitreisenden einen Todesschreck einjagen, und große Teile des politischen Betriebs reagierten erstaunlich gelassen darauf.
Gleichzeitig wurde mit zweierlei Maß gemessen. Wer sich fürs Klima auf die Straße klebte, galt als Staatsfeind. Wer Autobahnen mit Mist blockierte oder Politiker einschüchterte, wurde plötzlich als Ausdruck verständlicher Wut behandelt. Und genau diesen Hass fand die Union in der Opposition lange opportun. Sie glaubte, die aufgeheizte Stimmung nutzen zu können, um selbst wieder an die Macht zu kommen. Nun steht sie vor einem Land, das sich an Verachtung gewöhnt hat und seinen Institutionen nicht mehr traut.
Die Union hat in der Opposition nicht nur Klimaziele bekämpft. Sie hat geholfen, das politische Klima dieses Landes zu vergiften. Gemeinsam mit der AfD machte sie aus der Migrations- und Klimapolitik keinen Streit über Maßnahmen mehr, sondern einen Kulturkampf gegen „die Grünen“, gegen Aktivisten, gegen eine ganze Lebenshaltung. Aus Gegnern wurden Feindbilder.
Die Union steht damit vor den Trümmern einer Strategie, die sie selbst mit aufgebaut hat. Niemand vertraut mehr irgendwem. Die früheren Stammwähler laufen zu einer Partei über, für die der Krieg gegen die Ukraine bloß eine Erzählung der Eliten ist und Frieden angeblich ganz einfach wäre, wenn man nur aufhörte, sich zu wehren.
Und die Bilanz? Im Wahlkampf versprach man finanzpolitische Härte, dann kamen historische Schulden. Die Wirtschaftswende bleibt aus. Selbst Wirtschaftsvertreter aus Nordrhein-Westfalen bescheinigen der Regierung mangelndes Tempo und fehlende Konsequenz. 84 Prozent der Deutschen sind unzufrieden, sollen aber in der größten Krise des Landes ausgerechnet jetzt durch den großen Reform-Fleischwolf gedreht werden.
Merz ist dabei der Gegen-Bismarck. Otto von Bismarck schuf den Sozialstaat nicht aus Menschenliebe, sondern aus Angst vor einer radikalisierten Arbeiterschaft. Er wollte die Wut binden, bevor sie das Land zerreißt. Merz zieht heute die gegenteilige Schlussfolgerung. Mitten in einer historischen Verunsicherung diskutiert seine Regierung über historische Einschnitte bei Rente, Sozialstaat und Arbeitsrecht und wundert sich anschließend, dass immer mehr Menschen zur AfD laufen.
Und hier wird es gespenstisch. Die Arbeiter des 19. Jahrhunderts kämpften darum, sich soziale Sicherheit überhaupt erst abzuringen. Ihre Urenkel laufen heute einer Partei hinterher, die ihnen genau diese Sicherheiten schneller kürzen würde als selbst Merz. Das ist die eigentliche Folge einer verbrannten Mitte: Menschen werden so misstrauisch, dass sie irgendwann nicht einmal mehr ihren eigenen Interessen trauen.
Und all das geschieht in einer weltpolitischen Lage, die brandgefährlich ist. Putins Krieg geht weiter, der Nahe Osten lodert, die NATO wirkt brüchiger als lange zuvor, und die Bundeswehr ist noch immer nicht annähernd dort, wo sie sein müsste. Jahrelang wurde die sicherheitspolitische Realität verdrängt. Heute zahlen wir den Preis dafür.
Gerade als Land, das nach dem Zweiten Weltkrieg in Asche lag, weil sich das Volk an Demagogen hielt, sollten wir vielleicht diesmal eine andere Reihenfolge wählen. Nicht erst die Trümmer, dann die Einsicht. Sondern ausnahmsweise erst die Einsicht, bevor wieder Menschen glauben, man könne mit den Radikalen taktieren, ohne selbst unter die Räder zu geraten.
Denn genau das ist die eigentliche Krise dieses Landes: Nicht die Schwäche eines einzelnen Kanzlers. Sondern die Zerstörung von Vertrauen. Vertrauen in demokratische Institutionen. Vertrauen ineinander. Vertrauen in die Fähigkeit dieses Landes, sich gegen autoritäre Versuchungen zu behaupten.
Nichts davon löst man mit einem freundlicheren Gesicht an der Spitze. Stattdessen müsste sich die Politik ehrlich machen. Sie müsste zugeben, dass sie selbst an der Verrohung des Landes mitgewirkt hat. Dass man aus kurzfristigem Machtkalkül Ressentiments gefüttert hat, deren Folgen heute außer Kontrolle geraten.
Doch stattdessen diskutiert Berlin über den nächsten Mann, der den Wassereimer halten soll, während es längst lichterloh brennt.
Söder nannte Schwarz-Rot einmal die „letzte Patrone der Demokratie“. Er irrte sich nur in der Richtung. Die Patrone war scharf. Und das Pulver dafür hatte die Union selbst gestopft.
@Coolnasenbaer Glaube nicht, dass unsere aktuelle Regierung sich das (obwohl erforderlich) traut. Da rechne ich eher mit abwiegeln und Äußerungen wie "müssen sie inhaltlich stellen", statt endlich mal erforderliche Maßnahmen zu ergreifen.
Was ein krasses Bild aus Aleppo. Auf jedem Dach steht eine Solaranlage. Syriens Stromnetz wurde durch den Krieg massiv geschwächt. Jetzt versorgen sich die Menschen mit Sonnenstrom einfach selbst. Ein beeindruckendes Beispiel das zeigt, wie man sich selbst in schwierigster Lage, mit PV ein kleines Stück Unabhängigkeit bewahren kann🙏
Wer diese Kritik des links-grünen Nationalen Normenkontrollrates am Heizungsgesetz von Katherina R. liest, kommentiert, liked oder verbreitet, beteiligt sich aktiv an der nächsten Schmutzkampagne !
https://t.co/ZySStqg75b
@BerlinReporter@bundeskanzler WIE will er denn Wachstum fördern? WAS sind seine Vorschläge?
Nur ein Ziel zu benennen, ohne eigene fördernde Maßnahmen dafür zu haben, ist kein Konzept
Das ist wie die deutsche Nationalmannschaft ohne Abwehr zur WM zu schicken, damit kein Verteidiger einen Fehler machen kann
Der Podcast FIREWALL zeichnet die politische Karriere von Spahn nach, die von Affären, Machtmissbrauch & Skandalen geprägt ist. Kein anderer Spitzenpolitiker hätte das überlebt. Dass bei Spahn das bisher anders ist, wirft die Frage auf: Wer schützt ihn, warum & wie lange noch?
Axel Springer streicht das „vereinte Europa“ aus seinen Unternehmensgrundsätzen. Die „Essentials“ sind seit 1967 in der Satzung verankert und für alle Redakteure vertraglich bindend. Jetzt verlieren sie ihren ersten und ältesten Grundsatz:
Pro-amerikanisch bleibt. Pro-europäisch ist weg.
Ein klares Bekenntnis.
Döpfner baut Springer seit Jahren zum transatlantischen Rechtsmedienimperium aus: Bild, Welt, Politico, Business Insider - und seit März der Daily Telegraph für 575 Millionen Pfund, weit über Marktwert bezahlt.
Auf dem Weg dorthin traf sich Döpfner mit Nigel Farage und Boris Johnson.
Seinen Konzern beschrieb er in der eigenen Strategie als „digital und transatlantisch“ - kein Wort mehr von Europa.
Sicher, das EU-skeptische Telegraph-Publikum lässt sich schlecht mit einem Bekenntnis zur europäischen Einigung verkaufen. Auf dem US-Markt, den Döpfner als „wichtigsten Wachstumsmotor“ bezeichnet, verkauft sich Europa erst recht nicht. Also weg damit.
Was bleibt, ist ein Medienkonzern, der Europa als bloßen Absatzmarkt betrachtet, aber nicht mehr als Wert.
Und eine Redaktion, deren Mitarbeiter ab sofort vertraglich zu etwas verpflichtet sind, das sich von Trumps Weltbild kaum noch unterscheidet:
Amerika ja, Europa nein, Markt immer.
Axel Springer, der Verlagsgründer, war einst glühender Europäer.
Mathias Döpfner, der CEO, streicht ihn aus der Satzung.
@markus_bublitz@djpr 4. Keiner hat einen Plan für langfristige, begründbare Strategien der Parteien. Kein eigenes politisches Profil und Ziel. Deswegen laufen alle dem ersten nach, der andere Parteien angreift, damit man zumindest so den Anschein von Geschlossenheit vortäuschen kann?
Es schlägt gerade goße Wellen, wie ein Ukrainisches Drohnenteam bei der Übung Hedgehog 2025, NATO Verbände aufgemischt haben.
Nun hagelt es häme und es werden Micropunkte diskutiert.
Dabei sind die Probleme Tiefergreifend.
Dazu ein Thread 🧵
1/
https://t.co/Lx7ILDRxCK
@Sunnymica Unsere Regierung hat viel zu viel Angst vor verm. 'Vorwürfen' der radikalen Parteien, man hätte dadurch DE in einen Krieg geführt. Man fürchtet sich vor jeder kommenden Wahl, steckt daher den Kopf in den Sand und tut nix.
Mut und Strategie kann ich nach 1 Jahr nirgends erkennen.
@17janik 'Klugscheißmodus an die Mopo':
Nur Strafanträge (hier nicht relevant) können zurückgenommen werden. Nach Anzeigenerstattung entscheidet die StA, ob oder wie intensiv ermittelt wird, öffentliches Interesse besteht oder weitere Strafnormen betroffen sind (z.B. §145d StGB)
PROTOKOLL VIDEOKONFERENZ Teilnehmer: "Berlin Group" (Europäische Ukraine-Koordinierung) Datum: 27. Dezember 2025, 21:19 Uhr MEZ
MERZ: So. Alle da? Ich weiß, für uns Europäer ist es spät, aber wir haben nicht viel Zeit. Wolodymyr, Mark — ihr seid dran?
SELENSKYJ: (aus Ottawa, Hintergrund: Bürogeräusche, noch Tageslicht) Wir sind hier. Bei uns ist es erst Nachmittag. Mark sitzt neben mir.
CARNEY: Hallo zusammen. Wir sind gerade die neuesten Ideen durchgegangen—
MERZ: Gut. Also. Closely coordinated approach. Das ist morgen entscheidend.
MACRON: (bitter) Diesmal closely coordinated. Nicht wie Alaska.
STARMER: Emmanuel, bitte.
MACRON: Was? Sollen wir so tun, als wäre das nicht passiert?
MELONI: (schweigt)
TUSK: Wann genau ist das Meeting, Wolodymyr?
SELENSKYJ: Fünfzehn Uhr Florida-Zeit. Mar-a-Lago.
MACRON: Natürlich. Sein Golfclub. Nicht mal das Weiße Haus.
CARNEY: (trocken) Logo, kein roter Teppich und F-22 Flugshow wie für Putin.
[Breaking News Einblendung: "Trump auf Truth Social: 'Selenskyj-Meeting auf 13 Uhr vorverlegt. Hab viel zu tun!'"]
SELENSKYJ: (seufzt) Jetzt dreizehn Uhr. Zwei Stunden weniger Zeit zur Vorbereitung.
CARNEY: Wir hatten gerade unsere Timeline neu gemacht. Zum dritten Mal heute.
VON DER LEYEN: Das Wichtige ist deine Botschaft. Geschlossenheit. Eins mit uns. Wolodymyr, wir stehen hinter dir—
RUTTE: Absolut! Und Trump hat wirklich großartige Absichten. Ich hatte gestern mit ihm telefoniert, und—
MACRON: Du hast gestern mit ihm telefoniert?
RUTTE: Ja, nur kurz, um—
STARMER: Mark, warum wissen wir nichts davon?
SELENSKYJ: (ungläubig) Warte — du hast mit Trump über mein Meeting gesprochen? Ohne mich?
RUTTE: Es war informell! Höflichkeitsanruf! Wogen glätten! Ich schwöre!
MICHAL: Closely coordinated.
CARNEY: (zu Selenskyj, off-mic aber hörbar) Das ist genau das, wovor ich dich gewarnt habe.
MACRON: Was hast du ihm gesagt, Mark?
RUTTE: Nur dass wir alle hinter seiner Friedensmission stehen und dass seine Führung—
MACRON: Mon Dieu.
SELENSKYJ: (sehr ruhig) Was hat er gesagt? Trump?
RUTTE: (zögert) Er… er war sehr positiv. Sehr offen für Dialog.
CARNEY: (direkt) Das heißt, er hat dir nichts Konkretes gesagt.
RUTTE: Es war ein gutes Gespräch!
MERZ: Können wir uns bitte auf das Wesentliche konzentrieren? Die Ukraine-Finanzierung steht, neunzig Milliarden Euro. Das ist ein starkes Signal.
SELENSKYJ: Neunzig. Als Kredit.
CARNEY: (leise) Ihr wolltet zweihundertzehn aus russischen Vermögen.
MERZ: Mit sehr günstigen Konditionen—
SELENSKYJ: Friedrich, lass uns nicht zu lange darüber reden. Die neunzig Milliarden — ich bin dankbar. Aber jetzt geht es um den Plan. Den eigentlichen Plan.
[Kurze Stille]
SELENSKYJ: Also. Der 28-Punkte-Plan. Der ursprüngliche …
MACRON: Der auf Russisch verfasst war.
SELENSKYJ: Genau. Grozev hat das analysiert. Egal — wir haben ihn auf zwanzig runtergedampft. Wie ihr wisst, habe ich ihn Weihnachten öffentlich gemacht.
STARMER: War das klug? Trump schien … nicht begeistert.
CARNEY: (liest von Tablet) „Selenskyj hat nichts, solange ich es nicht genehmige.“ Das hat er Politico gesagt. Und: „Es gibt ein Original mit achtundzwanzig Punkten.“
SELENSKYJ: Er will zurück zu seinem Plan. Moskaus Plan.
MACRON: Das ist doch nicht sein Plan! Das ist Putins Wunschliste!
SELENSKYJ: Emmanuel, für Trump ist es sein Plan. Er hat ihn unterschrieben. In Alaska.
TUSK: Was genau hast du rausverhandelt, Wolodymyr?
SELENSKYJ: Die schlimmsten Punkte. Kein gesetzlich verankerter NATO-Verzicht mehr — das ist jetzt „Entscheidung der NATO-Mitglieder.“ Kein kompletter Donbass-Abzug — stattdessen „Kontaktlinie zum Zeitpunkt der Vereinbarung.“
STUBB: Das ist… das ist doch etwas.
SELENSKYJ: Ja. Aber Trump will das Original. Und Putin—
[Stubbs Handy vibriert. Er schaut drauf, wird blass.]
STUBB: (unterbricht) Leute. Ich bekomme gerade etwas vom finnischen Geheimdienst.
ALLE: (schauen zu ihm)
STUBB: (liest) Putin hat heute Morgen eine Lagebesprechung abgehalten. Im Kommandoposten und (kurz pausierend) in Uniform. Er sagt… „Angesichts des Tempos der russischen Offensive ist das Interesse am Abzug der ukrainischen Streitkräfte aus dem Donbass gleich null.“
[Stille]
SELENSKYJ: (sehr leise) Er zieht das Angebot zurück.
STUBB: (weiterlesend) „Wenn die Kiewer Behörden die Sache nicht mit Frieden beenden wollen, werden wir alle Aufgaben mit bewaffneten Mitteln lösen.“
MACRON: Das ist— das ist doch—
CARNEY: Das ist Verhandlungstaktik. Einen Tag vor dem Meeting.
SELENSKYJ: Das ist keine Taktik, Mark. Das ist die Wahrheit. Der achtundzwanzig-Punkte-Plan — der originale — der sah vor, dass ich den kompletten Donbass räume. Auch die Teile, die ich noch halte. Das war der „Kompromiss.“ Und jetzt sagt Putin: Nicht mal das interessiert mich mehr.
TUSK: Er will alles.
SELENSKYJ: Klar, will er alles. Und er weiß, dass er es kriegen kann. Weil wir — (zeigt auf die Bildschirme) — weil ihr — ihm Zeit gebt.
MERZ: Wolodymyr, das ist nicht fair—
SELENSKYJ: Friedrich, ich habe vorgestern gesagt, dass ich bereit bin, einen Plan B zu akzeptieren. Eine Volksabstimmung. Das ukrainische Volk soll entscheiden, ob wir Gebiete aufgeben.
STARMER: Eine Volksabstimmung? Mitten im Krieg?
SELENSKYJ: Nicht mitten im Krieg. Ich habe eine Bedingung gestellt: Sechzig Tage Waffenstillstand. Dann Referendum.
VON DER LEYEN: Das ist … das ist ein sehr mutiger Schritt, Wolodymyr.
SELENSKYJ: (bitter) Es ist eine Verzweiflungstat, Ursula. Ich gebe die Verantwortung an mein Volk, weil ich sie allein nicht tragen kann. Neunzig Prozent der Ukrainer sind gegen Gebietsabtretungen. Aber wenn Trump sagt: „Friss oder stirb“ — dann soll das Volk entscheiden.
MACRON: Putin wird nie sechzig Tage Waffenstillstand akzeptieren.
SELENSKYJ: Ich weiß.
MACRON: Dann ist das—
SELENSKYJ: Dann ist das meine Art zu sagen: Ich bin bereit. Seid ihr es auch?
[Michals Handy vibriert]
MICHAL: (liest, wird noch blasser als Stubb) Oh nein.
TUSK: Kristen?
MICHAL: Mein estnisches Büro schickt mir gerade auch was: Lawrow. Interview mit TASS. Gerade rausgekommen.
VON DER LEYEN: Was sagt er?
MICHAL: (liest vor) „Europa versucht derzeit, einen Mechanismus für den Einsatz ausländischer Truppen in der Ukraine zu schaffen. Diese sogenannte ‚Koalition der Willigen‘. Für uns werden diese Truppen sofort zu legitimen Zielen.“
[Stille]
MICHAL: (weiterlesend) Er nennt euch namentlich. „Von der Leyens, Merzes, Macrons und die anderen… die europäische Kriegspartei, die bereit ist, bis zum Äußersten zu gehen.“
MACRON: Er droht uns. Direkt.
MICHAL: Ja, Emmanuel. Er droht uns. Am Tag bevor Wolodymyr zu Trump fliegt.
MERZ: Das ist Propaganda. Das ist—
MICHAL: Das ist ein Signal, Friedrich. An Trump. „Wenn Europa Truppen schickt, gibt es Krieg mit Europa.“ Trump hört das. Und weißt du, was Trump dann denkt?
MERZ: …
MICHAL: „Warum sollte ich das bezahlen?“
[Lange Stille]
SELENSKYJ: (zu Carney, leise) Siehst du jetzt, warum ich den Referendum-Plan brauche?
CARNEY: (nickt langsam) Ja.
SELENSKYJ: (zu allen) Also gut. Putin zieht sein „Angebot“ zurück. Lawrow droht mit Krieg, falls ihr Truppen schickt. Und ich fliege in… (schaut auf Uhr) …fünfzehn Stunden nach Mar-a-Lago. Allein.
RUTTE: (verzweifelt optimistisch) Aber wir sind doch closely coordinated! Wir haben—
ALLE außer Selenskyj und Carney: (schauen ihn an)
RUTTE: (sehr klein) …haben wir?
SELENSKYJ: (zu Rutte, nicht unfreundlich) Mark, du hast Trump „Daddy“ genannt. Vor laufenden Kameras.
RUTTE: Das war— das war symbolisch gemeint—
MACRON: Du hast “Thank you, Daddy” gesagt. Auf Englisch. Bei der NATO-Jahresfeier. Es gibt Videos. Und schau, was es gebracht hat.
CARNEY: (zu Selenskyj, leise) Aber echt!
SELENSKYJ: (nickt) Ja, echt. Juni. Den Haag.
RUTTE: (verzweifelt) Ich wollte nur eine kollegiale Atmosphäre schaffen!
STUBB: Mark. Golf-Trick Nummer eins: Wisse, wann du den Mund halten sollst.
[Breaking News Einblendung: „Russland: Über 500 Drohnen und Raketen in 48 Stunden auf Ukraine abgefeuert“]
TUSK: Während wir hier sitzen.
SELENSKYJ: (emotionslos) Ja. Während wir hier sitzen.
MELONI: (unerwartet) Wolodymyr, ich sage dir etwas, das die anderen nicht sagen werden.
ALLE: (schauen zu ihr)
MELONI: Trump wird nicht nachgeben. Putin wird nicht nachgeben. Und Europa — wir — wir können nicht ersetzen, was Amerika gibt. Die Satelliten, die Munition, die Geheimdienstinfos. Das können wir nicht. Nicht so.
MACRON: Giorgia, das ist—
MELONI: Das ist die Wahrheit. Und Wolodymyr verdient die Wahrheit.
SELENSKYJ: (nickt langsam) Danke, Giorgia.
MELONI: Aber — und das ist wichtig — du kannst Zeit kaufen. In Mar-a-Lago: Du sagst, du bist bereit zu Gesprächen. Du legst du den zwanzig-Punkte-Plan auf den Tisch, mit Witkoff und Kushner besprochen. Du erwähnst das Referendum. Sechzig Tage Waffenstillstand. Dass du zu allem bereit bist. Und Trump für alles dankst. Du musst Trump zwingen, die Details zu klären. Öffentlich.
MACRON: Das ist Kapitulation!
MELONI: Was du wieder redest, Emmanuel. Das ist Taktik. Putin hat gerade gesagt, dass ihn der Truppenabzug nicht mehr interessiert. Das heißt: Der achtundzwanzig-Punkte-Plan — sein Plan — ist tot. Trump muss neu verhandeln. Oder zugeben, dass er Putin nicht kontrollieren kann.
CARNEY: (zu Selenskyj) Das ist nicht der schlechteste Plan.
SELENSKYJ: Es ist der einzige Plan. (Pause) Ich gehe hin. Ich höre mir an, was er sagt. Ich stelle konkrete Fragen. Und dann— dann sehen wir.
MERZ: Und wir stehen bereit. Für eine gemeinsame Erklärung, für—
SELENSKYJ: (müde) Friedrich, bitte. Keine Erklärungen. Ich brauche Waffen.
MERZ: (leise) Ja. Natürlich.
STARMER: Wolodymyr, eine Frage. Wenn Trump nein sagt zu allem. Was dann?
SELENSKYJ: Dann kämpfe ich weiter. Mit oder ohne ihn.
MERZ: Nicht ohne uns.
SELENSKYJ: (lächelt schwach) Das werden wir sehen, Friedrich. Lawrow hat euch gerade „legitime Ziele“ genannt. Wollt ihr das wirklich?
[Stille]
SELENSKYJ: Genau. (steht auf) Ich muss los. Mark und ich haben noch Briefings.
CARNEY: (steht ebenfalls auf) Danke für eure Zeit, alle zusammen.
VON DER LEYEN: Wolodymyr, warte—wir sollten noch über die Kommunikationsstrategie—
SELENSKYJ: Ursula, ich melde mich nach dem Meeting.
[Selenskyjs und Carneys Bildschirme werden schwarz]
[Lange Stille]
MICHAL: (sehr leise) Closely coordinated.
MACRON: (bitter) Putin zieht sein Angebot zurück. Lawrow droht uns mit Krieg. Und wir — wir sitzen hier und „koordinieren.“
STUBB: Europas Motto für 2025.
MERZ: (reibt sich Gesicht) Wir … wir sollten vertagen. Es ist spät.
MICHAL: Es war die ganze Zeit spät, Friedrich.
MERZ: Kristen, ich verstehe deinen Frust—
MICHAL: Nein. Nein, das tust du nicht. Lawrow hat uns namentlich genannt. Dich, Friedrich. Ursula. Emmanuel. „Kriegspartei.“ „Legitime Ziele.“ Das ist keine Rhetorik mehr. Das ist eine Drohung.
VON DER LEYEN: Wir sollten trotzdem eine Folgeerklärung vorbereiten—
MICHAL: Eine weitere Erklärung. Wunderbar. Putin hat heute früh gesagt, dass er sich alles militärisch holen wird. Und wir antworten mit einer Erklärung.
VON DER LEYEN: Kristen!
MICHAL: Ursula, entschuldige. Aber ich bin müde. Wir sind alle müde. Und Wolodymyr — Wolodymyr geht morgen allein hin. Weil wir es nicht hinbekommen, ihm etwas anderes anzubieten.
[Lange Stille]
MERZ: (sehr leise) Das wird schon.
MACRON: (lacht joylos) „Das wird schon.“ Deutschlands Motto.
TUSK: (seufzt) Ich muss auch los. Warschau braucht Anweisungen für morgen.
STARMER: Welche Anweisungen?
TUSK: (kurze Pause) Gute Frage.
[Einer nach dem anderen verlässt die Schalte. Zuletzt nur noch Merz und Macron]
MACRON: Friedrich?
MERZ: (starrt auf leeren Bildschirm) Ja?
MACRON: Lawrow hat uns beide genannt. In einem Atemzug mit Ursula.
MERZ: Ich weiß.
MACRON: Putin hat das Truppenabzugs-Angebot zurückgezogen. Heute. Am Tag vor dem Meeting.
MERZ: Ich weiß.
MACRON: Wir haben ihn im Stich gelassen.
MERZ: (lange Pause) Ich weiß.
MACRON: Und morgen werden wir es wieder tun.
MERZ: (noch leiser) Ich weiß.
[Beide Bildschirme werden schwarz]
ENDE PROTOKOLL
Fortsetzung: Ungewiss
Closely coordinated: Definitiv nicht
Solltet ihr an Weihnachten alleine sein und Schwierigkeiten damit haben, ruft bei der weihnachtlichen Seelsorge an, es hilft!
0800 - 111 0 111
0800 - 111 0 222
Wenn ihr keinen Bock auf reden habt, gibt es auch Online Seelsorge:
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Jeder braucht mal Hilfe 🫶
#BVerfG Besoldung der Berliner Landesbeamten (Besoldungsordnung A) im Zeitraum 2008 bis 2020 weit überwiegend verfassungswidrig https://t.co/VcZ0fyMU6S