@bradsferguson@jamesdouma I guess the main challenge is not to proof a program does what it should but that it doesn't do what it should not.
(Granted, the same problem can be said for the compilation step from source to binary)
Hat eigentlich mal jemand verglichen, wie viele deutsche Schlagzeilen das wegen Niedrigwasser gedrosselte ungarische AKW thematisieren - und wie viele den frisch geleakten deutschen Strommangelplan, den wir nie brauchten, als wir noch AKW hatten?
Wolkenkuckucksheim am Stromnetz
Man muss diese Grafik eigentlich rahmen.
Nicht, weil sie schön ist. Sondern weil sie das deutsche Energieproblem in einer einzigen Woche erklärt.
Die schwarze Linie ist der Verbrauch. Also das, was das Land tatsächlich braucht. Industrie, Haushalte, Bahn, Krankenhäuser, Server, Kühlung, Maschinen, Licht, Pumpen, alles. Darunter liegt die glorreiche Erzeugung. Viel Sonne am Tag, wenig Wind, Kohle als Notnagel, Gas als Pflaster, Biomasse als Fußnote und Wasserkraft irgendwo als dekorativer grüner Strich.
Und dann sieht man das deutsche Wunder.
Mittags produzieren wir Strom, als hätte jemand die Solaranlagen mit dem Gartenschlauch gegossen. Die Sonne knallt, die Kurve geht hoch, der Markt sagt: Danke, haben wir gerade zu viel. Der Preis fällt, manchmal Richtung null, manchmal darunter, und Deutschland exportiert seine Überproduktion wie ein Nachbar, der dir im August ungefragt 40 Kilo Zucchini vor die Tür legt.
Abends ist dann Schluss mit Sonnenromantik.
Die gelbe Fläche fällt weg, der Verbrauch bleibt, der Wind macht gerade Mittagsschlaf, und plötzlich steht das modernste Industrieland Europas da und sucht Strom wie ein Teenager sein Ladekabel.
Das ist keine Energiewende.
Das ist betreutes Hoffen mit Kohlehintergrund.
Und genau hier beginnt die große deutsche Erzählkunst. Tagsüber zeigt man stolz auf die Solarspitze und ruft: Seht her, Erneuerbare liefern! Abends zeigt man lieber nicht so genau hin, weil dann wieder Kohle, Gas, Import und Reserve die Party aufräumen müssen. Wie bei einer grünen WG: Einer malt das Plakat, ein anderer spült den Dreck weg.
Natürlich war Atomkraft böse. Viel zu zuverlässig. Viel zu CO₂-arm. Viel zu langweilig planbar. Also weg damit. Deutschland wollte moderner sein. Zukunft. Wasserstoff. Speicher. Flexibilität. Smart Grid. Transformation. All diese schönen Wörter, die immer dann besonders gut klingen, wenn die dazugehörige Infrastruktur noch nicht existiert.
Wolkenkuckucksheim hat jetzt einen Netzanschluss beantragt.
Leider dauert die Genehmigung.
Und währenddessen läuft die Realität weiter. Strom ist kein Gedicht. Strom ist kein Haltungsseminar. Strom muss in jeder Sekunde passen. Zu viel ist schlecht. Zu wenig ist schlecht. Falscher Ort ist schlecht. Falsche Zeit ist schlecht. Und genau das ist der Punkt, den die deutsche Energieromantik nie wirklich begreifen wollte: Ein Stromsystem ist kein Jahresdurchschnitt. Es ist ein Echtzeitsystem.
Man kann sich nicht im Juli um 13 Uhr auf die Schulter klopfen und sagen: Heute war die Zukunft aber sonnig.
Denn um 21 Uhr fragt die Maschine nicht nach der Mittagsbilanz. Sie fragt: Ist jetzt Strom da?
Und wenn die Antwort lautet: „Nein, aber der Ausbaupfad ist ambitioniert“, dann bleibt die Maschine trotzdem stehen.
Das eigentlich Peinliche ist, dass Deutschland mit diesem Zickzack nicht nur sich selbst belastet. Es hängt ja im europäischen Netz. Wenn wir zu viel Strom haben, drücken wir ihn in den Markt. Wenn wir zu wenig haben, saugen wir ihn wieder heraus. Mittags verschenken, abends teuer zurückholen. Ein Geschäftsmodell, das man sonst nur aus sehr schlechten Kneipen kennt: Freibier um zwölf, Champagnerrechnung um acht.
Und dann wundert man sich, dass andere Länder irgendwann genervt sind.
Frankreich hält mit Kernkraft große Teile Europas stabiler, als es deutsche Energiepolitiker je zugeben würden. Andere Länder haben wenigstens noch eine Ahnung davon, dass Stromversorgung nicht aus Wetterbericht plus Pressemitteilung besteht. Deutschland dagegen spielt Energiewende-Lotto und nennt es Systemdesign.
Das ist der neue deutsche Exportartikel:
Netzstress.
Früher exportierten wir Maschinen, Autos, Chemie, Präzision. Heute exportieren wir mittags Solarüberschuss und importieren abends Realität.
Man muss das erst einmal schaffen.
Und natürlich gibt es dann wieder Erklärungen. Speicher kommen. Netze kommen. Wasserstoff kommt. Gaskraftwerke kommen. Lastmanagement kommt. Alles kommt. Deutschland ist ein Land, in dem die Lösung immer kommt. Nur nie dann, wenn man sie braucht.
Bis dahin machen wir weiter wie bisher.
Tagsüber zu viel.
Abends zu wenig.
Im Sommer Kohle.
Im Winter Gebete.
Und dazwischen die feste Überzeugung, dass Physik bestimmt bald durch politische Bildung ersetzt wird.
Die Grafik zeigt keine Energiewende.
Sie zeigt eine tantenhafte Politik, die beim Stromnetz mit Duftkerze und Zukunftsworkshop anrückt und sich wundert, dass Ampere nicht auf Moderationskarten reagieren.
Deutschland hat kein Stromproblem, weil die Sonne nicht scheint.
Deutschland hat ein Stromproblem, weil es glaubt, Sonne zur falschen Zeit sei schon Versorgung.
Und wenn dann abends wieder importiert, geregelt, geschoben, gedrosselt und teuer stabilisiert werden muss, heißt es bestimmt:
Die Energiewende ist auf einem guten Weg.
Ja.
Nur leider fährt der Weg ohne Fahrplan, ohne Speicher, ohne Grundlast und manchmal ohne Strom.
Entweder Sie verstehen meinen Punkt bewusst falsch oder Sie verstehen den Gedankengang nicht.
Es ist ein Affront aus Sicht der Muslime - aber im Sinne einer wirklich freien Rede sollte man eben auch Dinge sagen/veröffentlichen dürfen, die andere als Affront auffassen. Und genau an der Stelle sind Islam und freie Rede nicht kompatibel. An der Stelle sind wir uns offensichtlich einig.
Sie meinen, nur wenn @LozzaFox
hier eine Mohammed-Karikatur präsentiert hätte, hätte er sich nicht unterworfen - ich sehe es anders, denn es ging ihm im Kern nicht darum, ob er sich unterwirft oder nicht, sondern darum, den anderen ihre Maske herunterzureißen und Ihnen zu zeigen, dass sie sich unterwerfen, während sie gleichzeitig meinen, es nicht zu tun.
Und genau diesen Beweis tritt er auf diese Weise sehr viel besser an, als hätte er eine tatsächliche Mohammed-Karikatur aus dem Umschlag gezogen.
Er demonstriert hier ein drucksvoll die Schere im Kopf der Anderen.
Kann man drüber streiten: auf diese Weise hat er meines Erachtens die Verlogenheit der anderen Seite viel stärker offenbart.
Wie er es sagt: die Angst der anderen steckte in diesem Umschlag - es geht in dem Moment gar nicht spezifisch um die Mohammed-Karikatur, sondern um die Frage, ob man sich vorauseilend dem Diktat der Religion unterwirft oder wirklich für Freiheit und freie Rede eintritt. Bestes Beispiel ist die muslimische Präsidentin der Free Speech Society, die aus Angst interveniert.
Er braucht gar nicht einen tatsächlichen Affront - es reicht schon, dass die anderen einen solchen befürchten. Genau das macht den Auftritt aus meiner Sicht viel stärker.
Friedrich Merz hat mit einem abgewählten Bundestag Billionenschulden aufgenommen, 95% des Geldes zweckentfremdet, den Staatskonsum aufgebläht und verdient dennoch 460.000 Euro pro Jahr.
Javier Milei lässt sich selbst und sämtlichen Mitgliedern der Regierung die Bezüge streichen, wenn der Haushalt mehrere Monate in Folge durch Schulden finanziert werden sollte.
Friedrich Merz erklärt, dass Javier Milei sein Volk mit Füßen tritt. Kann man sich nicht ausdenken.
@Ruediger_Krause@T_r_e_s@sparbuchfeinde Wenn man nicht zu einer Feten Uhrzeit irgendwo sein muss und es auch ok ist, wenn man immer mal wieder gar nicht ans Ziel kommt, ist das eine gute Idee.
Ich gebe Ihnen gerne ein paar Punkte mit. Meldestellen für Meinungsäußerungen unterhalb der Strafbarkeitsgrenze, Entzug des passiven Wahlrechts durch die Hintertür für Vertreter der Opposition (auf kommunaler Ebene), Hausdurchsuchungen für Meinungsäußerungen, anlasslose Massenüberwachung (Chatkontrolle), Staatsquote > 50%, Mietendeckel usw.
Wunderbarer Beitrag.
Die Frage wird sein, ob es unserer heutigen "Ständegesellschaft" gelingt, die Dinge aus sich heraus wieder ins Gleichgewicht zu bringen oder ob die Zentrifugalkräfte bereits zu groß geworden sind - und was dann passiert.
Im Moment besteht eher der Eindruck, man versucht es erneut mit der Kuchen-statt-Brot-Empfehlung.
Mit meinem Beitrag, Politiker und Beamte würden keine Steuern zahlen, habe ich vielleicht was ausgelöst. Einige Leute sind richtig böse auf mich und zeigen mir das auch deutlich mit ihren Kommentaren. Ich fühle mich ein wenig wie Emmanuel Joseph Sieyès, der 1789, im Vorfeld der Französischen Revolution, die wichtige Frage stellte: „Was ist der Dritte Stand?“
Damals gab es den ersten Stand, die Kirche. Sie behauptete zu wissen, was gut und richtig ist. Sie erklärte, wie die Menschen zu leben haben, und sie fühlte sich dabei moralisch überlegen und duldete keinen Widerspruch.
Dann war da der zweite Stand, der Adel. Der hat in diesem moralischen Überbau wunderbar gelebt; alles finanziert aus einem System, das andere tragen mussten.
Darunter war der dritte Stand. Diejenigen, die gearbeitet haben. Diejenigen, die all das finanziert und möglich gemacht haben. Diejenigen, die irgendwann angefangen haben zu fragen: Moment mal, wer bezahlt das hier eigentlich?
Auch heute gibt es einen ersten Stand. Nur heißt er nicht mehr Kirche. Heute ist es ein Geflecht aus Institutionen, Organisationen, öffentlich finanzierten Strukturen, die sich eine moralische Deutungshoheit anmaßen. Sie sehen ihre Aufgabe darin, Menschen zu erziehen. Sie geben vor, was gutes Verhalten, richtige Sprache und passende Gedanken sind. Wer von dieser Norm abweicht, wird moralisch verurteilt.
Aus diesem Anspruch heraus entsteht die Bereitschaft, Dinge zu regulieren, einzuschränken und notfalls zu verbieten, alles im Namen des Guten.
Und genau hier entsteht Macht. Denn dieser moralische Rahmen liefert die Rechtfertigung für alles, was darauf aufbaut, besonders für den zweiten Stand. Der zweite Stand von heute sind aber nicht mehr Adelige im klassischen Sinne. Es sind Menschen, die sich im System eingerichtet haben, die vom Staat leben oder eng mit ihm verbunden sind. Die Einkommen beziehen, die nicht direkt am Markt erwirtschaftet werden, sondern aus Mitteln stammen, die andere erst erarbeiten müssen.
Da wird ausgegeben, verwaltet und verteilt, ganz so, als wäre das Geld das eigene, als hätte man einen Anspruch darauf, als wäre es selbstverständlich, dass dieses Geld fließt, dass andere es erwirtschaften und dass es immer weiter verteilt werden kann.
Genau hier greift der erste Stand wieder ein, der neue öffentlich-rechtliche Kirchenersatz.
Damit dieses System stabil bleibt, braucht es eine moralische Begründung. Es braucht die Erzählung, dass das alles nicht nur notwendig ist, sondern gut, gerecht und richtig. Es braucht die Beteuerung, dass es moralisch geboten ist, dass einige nehmen und verteilen, was andere erarbeiten. Der erste Stand liefert diese Moral. Der zweite Stand profitiert davon. Beide zusammen bilden ein System, das sich selbst stabilisiert.
Aber dann gibt es jene, die anfangen zu fragen: Wer finanziert das alles? Warum ist das selbstverständlich? Warum gilt es als moralisch überlegen, wenn man über das Geld anderer verfügt? Warum wird nicht darüber gesprochen, wer es erarbeiten muss?
Und wie reagieren der erste und der zweite Stand heute darauf? Die Fragen werden nicht beantwortet. Stattdessen werden die Fragenden moralisch abgewertet. Es wird erklärt, sie seien kaltherzig, unsensibel und egoistisch. Sie würden sich weigern, ihren Beitrag zu leisten. Sie würden das Gute infrage stellen.
In dem Moment, in dem jemand den ersten Stand infrage stellt, seine moralische Überhöhung, und den zweiten Stand kritisiert, seine Selbstverständlichkeit im Umgang mit fremdem Geld, wird er selbst moralisch angegriffen.
Wer den ersten und zweiten Stand kritisiert, dem wird vorgeworfen, die Ideale nicht zu teilen, die diese beiden Stände vorgeben zu hegen und zu pflegen. Es ist eine moralische Erpressung des modernen Klerus und Adels.
Die Fragen werden aber nicht mehr verschwinden. Sie werden immer lauter. Immer mehr Menschen spüren, dass hier etwas nicht stimmt. Wir stehen an einem Punkt, an dem sich die alte Frage neu stellt:
Wer ist der dritte Stand?
Deutsche Politik besteht meist darin, den Menschen zu erklären, was alles nicht geht.
Die Menschen wären sehr überrascht, was wir alles tun könnten, wenn es nur den Willen gäbe.
@BerlinReporter@bundeskanzler Vielleicht gehört er einfach nicht zur Gruppe jener Regierungschefs, die ihr Land lieben und seine Bevölkerung schützen wollen. Das würde auch einiges andere erklären.
@gvz@DrKoch0nes@Lars_Feld Das ist doch genau das Problem. Es hilft halt niemandem, wenn "im Mittel" genug Strom da ist. Es geht darum, den Strom bedarfsgerecht zu liefern und das geht mit EE naturgemäß nicht.