@wenig_worte Wenn es nicht auch um politische Erwägungen geht, warum werden Verfassungsrichter/innen dann von Parteien nach Proporz vorgeschlagen? Wieso geht es nicht, wie bei anderen Stellenbesetzungen, in einem geregelten Verwaltungsverfahren nach Eignung, Befähigung u. fachlicher Leistung?
@NicoleGohlke Lehrer, Erzieher und sonstige Staatsorgane können aber auch keine Eltern ersetzen. Wer Kinder in die Welt setzt sollte seine Verantwortung als Familie wahrnehmen und nicht diese nicht auf den Staat abschieben.
@Hoellenaufsicht Das stimmt wohl. Reaktionäre männliche Erziehung kommt in bestimmten Kulturen/Gesellschaften aber stark überproportional vor. Das gehört zur Wahrheit eben auch dazu.
@MauriceHoefgen Sofern Du lieber Grossinvestoren und Spekulanten als Familienunternehmen im deutschen Wettbewerb haben möchtest, hast Du vollkommen recht.
@Hoellenaufsicht Stimmt - mit der Namensgebung beweist man natürlich die Redlichkeit der Absichten und Methoden. War auch schon in der „Deutschen Demokratischen Republik“ so.
Liebe Frau Dröge,
Kein Grund zur Sorge. Es ist jedem einigermaßen anständigen Menschen klar, dass Sie mit dieser Aussage selbstverständlich niemanden verletzen wollten und dass Ihre Aussage nicht aus dem Inneren einer abgrundtief bösen Seele stammt.
Natürlich wissen wir alle, dass der Spruch „Jedem das Seine“ auf dem Tor des Konzentrationslagers Buchenwald stand. Ich bin mir sicher, dass Sie das keinesfalls relativieren wollten.
Ich weiß auch, dass der Satz historisch älter ist. „Jedem das Seine“ hat eine lange Geschichte und wurde vor allem in der frühen Neuzeit als Sinnspruch oder Wahlspruch verwendet, etwa in lateinischer Form „suum cuique“. Er taucht in verschiedenen Kontexten auf, darunter Recht, Philosophie und auch im gesellschaftlichen Leben, zum Beispiel bei Handwerkszünften und Winzerverbänden, die ihn als Ausdruck von Fairness, Gerechtigkeit oder Eigenverantwortung nutzten.
Und doch, Frau Dröge, in Ihrer Entschuldigung sehe ich etwas, das mich beunruhigt, nämlich die Vermutung, dass, wenn ein politischer Gegner einen solchen Lapsus begangen hätte, Sie das maximal skandalisieren und ausnutzen würden. Genau dies ist nämlich in letzter Zeit immer wieder geschehen.
Gerade Ihre Partei neigt dazu, den politischen Gegnern die widerlichsten Ansichten zu unterstellen, um diese dann zu skandalisieren und die Person maximal zu diskreditieren. Ich fürchte, in Ihrer Entschuldigung spiegelt sich die Angst wider, dass man Sie so behandeln könnte, wie Sie andere behandeln.
Und wo wir schon dabei sind, wie Mitglieder Ihrer Partei sich teilweise verhalten: Glauben Sie nicht, dass das, was Sie eigentlich sagen wollten, mindestens genauso gefährdet ist, in der Luft zerrissen zu werden, und zwar von jenen Leuten, die eine unbändige Lust darin empfinden, andere zurechtzuweisen, zu maßregeln und ihnen die absurdesten Gemeinheiten zu unterstellen. Ich kann mir nur zu gut vorstellen, wie ein wild gewordener Mob brüllen würde:
„Aha! Sie wollten also sagen ‚Jeder, so wie er es mag‘. Das ist hochgradig sexistisch und ausgrenzend! Wo bleiben die Frauen? Nicht ‚Jede, so wie sie es mag‘? Und was ist überhaupt mit den Trans-Menschen? Wollen Sie die etwa nicht? Wollen Sie die etwa vernichten? Skandal! Weg mit der TERF!“
Frau Dröge, Sie wissen genau, was ich meine, und Sie wissen, dass es solche Menschen gibt, die so mit anderen umgehen und ihnen diese Dinge unterstellen, und ich weiß, dass Sie wissen, dass es solche Menschen in Ihrer Partei gehäuft gibt.