Wenn Medien ihre Rolle als neutrale, als distanzierte Beobachter verlassen und stattdessen selbst zu Akteuren im politischen Machtkampf werden, passiert genau das, dass die Wertmaßstäbe fundamental
verrutschen.
Es entscheidet dann nicht mehr die demokratische Relevanz eines Vorfalls, sondern welche mediale Wucht eine Redaktion entfalten möchte, um eine Person zu stützen oder zu Fall zu bringen. #Faz
Nach Spahns unfreiwilligem Rückzug auf Raten, stellt sich die Frage, wer schützte ihn so lange, wie, warum?
Letzte Woche ereignete sich ein Schauspiel, das selbst für das Spahn-Ronzheimer-Döpfner-Senst-Netzwerk von Springer erstaunlich schamlos war. Rekapitulation in 5 Akten: 1/
Jens Spahn ist wirklich ein Fass ohne Boden für jedwede Glaubwürdigkeit der Union.
Kein Wunder dass der Bundeskanzler hier ein wachsendes Ungerechtigkeitsgefühl in der Bevölkerung zu beklagen hat.
Ich hätte so eine Idee, was man alles an konkreten Schritten dagegen tun könnte.
BILD entschuldigt sich bei Jens Spahn, weil ein Foto von ihm mit seinem Baby „in einem privaten Rahmen“ entstanden sei. Artikel gelöscht. Öffentliche Entschuldigung.
Interessant ist, wie BILD in anderen Fällen mit Persönlichkeits- und Opferschutz umgeht:
Yannis, 2 Jahre, Aschaffenburg. BILD zeigte das getötete Kind unverpixelt. Der Presserat rügte das ausdrücklich. Später stellte der Presserat fest, dass BILD-Medien wegen der wiederholten Abbildung desselben Kindes bereits zum dritten Mal gerügt wurden. Ein BILD-Beitrag mit seinem Foto ist weiterhin online. Keine Entschuldigung.
Florian, 31, Hamburg. BILD veröffentlichte Fotos und persönliche Details des erschossenen Unternehmers. Der Presserat rügte die identifizierende und sensationelle Berichterstattung wegen Verletzung des Opferschutzes. Der betreffende BILD-Artikel ist weiterhin abrufbar. Keine Entschuldigung.
Milena, 28, Stadtallendorf. BILD veröffentlichte das Porträt der mit 41 Messerstichen getöteten Frau. Laut Presserat lag offenbar keine Einwilligung der Angehörigen für das Opferfoto vor. Der Artikel samt Porträt ist bis heute online. Keine Entschuldigung.
Sabine, 55, Ibbenbüren. Nach ihrer Tötung durch einen Schüler zeigte BILD ein unverpixeltes Foto der Lehrerin. Der Presserat rügte die Veröffentlichung wegen Verletzung des Opferschutzes. Der Artikel mit ihrem Foto ist weiterhin online. Keine Entschuldigung.
4-Jähriges Opfer in Traunstein. BILD zeigte das konkrete Mehrfamilienhaus, in dem eine Vierjährige getötet worden war. Der Presserat wertete die Veröffentlichung als Verletzung des Schutzes des privaten Aufenthaltsortes. Der betreffende Artikel mit dem Hausfoto ist weiterhin online. Keine Entschuldigung.
Und bei Jens Spahn?
Ein Urlaubsfoto mit seinem Baby reicht für Löschung und öffentliche Entschuldigung.
Bei einem getöteten Zweijährigen, einer erstochenen Mutter, einer ermordeten Lehrerin oder anderen Gewaltopfern bleiben gerügte Beiträge teilweise weiter online.
BILD weiß also sehr wohl, was Privatsphäre bedeutet.
Die interessantere Frage ist offenbar: Wessen Privatsphäre?
Besonders stark finde ich Yannis Fall: Der Presserat spricht inzwischen von drei Rügen wegen der wiederholten Abbildung desselben zweijährigen Kindes.
Übrigens: Allein 2026 wurde BILD am Sonntag vom Deutschen Presserat bereits 18-mal gerügt. 2025 waren es insgesamt 38 Rügen.
Jens Spahn war heute wegen Krankheit nicht im Haushaltsausschuss. Die BILD schrieb vor einer Stunde aber, er sei im Urlaub. Jetzt ist der Text wieder offline. Wird sich sicher aufklären.
Als Herr #Habeck 2022 zur gleichen Zeit die Gasspeicher mit großem Einsatz fast voll bekam, hetzten BILD, WELT, Focus, Spiegel, FAZ gegen ihn und beschwörten unnötigerweise den #Blackout herauf. Jetzt sind die Gasspeicher tatsächlich fast leer aber die Presse schweigt gemeinsam. Wieso?
Spahns Ministerium nannte 1,95 € je Maske „marktgerecht“. Trotzdem bestellte er 100 Millionen bei Emix für 5,40 € – 345 Millionen Euro mehr. Förmliche Verträge nicht auffindbar. 48% der Masken mangelhaft. Und dieser Mann sitzt jetzt im Haushaltsausschuss.
Hatte bisschen was zu tun nach dem Wahlabend, habe hier aber einiges an Solidarität (neben viel Hate) gesehen und sage einmal Danke.
Und weil es hier ständig falsch steht: Nein, er hat das Video nicht an sich gelöscht, nur den Tweet dazu. Rest hier:
Wie man die AfD aus der Ausweichzone holt
Das Interessante an Ulrich Siegmunds Auftritt im ZDF-Morgenmagazin ist für mich nicht, dass er irgendwann gereizt wirkte oder, wie BILD es boulevardesk formuliert, „ins Schlingern“ kam. Interessant ist, warum das passierte.
Andreas Wunn hat etwas gemacht, das eigentlich selbstverständlich sein sollte und in politischen Interviews trotzdem erstaunlich oft nicht passiert: Er hat eine konkrete Frage gestellt und sich anschließend geweigert, Siegmund beim Ausweichen hinterherzulaufen.
Die Frage betrifft ausländische Ärzte und eine entsprechende Aussage im eigenen AfD-Programm. Siegmund antwortet nicht mit Daten oder Belegen, sondern landet beim Attentäter von Magdeburg. Ein perfekter Themenwechsel, denn nun könnte man über Migration, Sicherheit und Taleb A. diskutieren und die ursprüngliche Frage wäre verschwunden.
Wunn macht genau das nicht.
Er kommt zurück zur Frage.
Siegmund versucht es erneut, erklärt sogar, wie er auf eine Frage antworte, müsse ihm selbst überlassen bleiben. Natürlich. Nur muss der Journalist diese Antwort deshalb noch lange nicht als Antwort akzeptieren.
Also wieder zurück zur Frage.
Beim 100-Tage-Programm dasselbe Spiel. Wirtschaft sei eines der wichtigsten Themen, also fragt Wunn nach den konkreten wirtschaftspolitischen Maßnahmen dieses Programms. Siegmund redet über Ideologie, Mittelstand, Insolvenzen und andere Themen. Wunn folgt ihm nicht, sondern geht wieder zurück zum 100-Tage-Programm.
Und genau da liegt für mich die eigentliche Geschichte dieses Interviews.
Man muss einen Politiker nicht anschreien, nicht moralisch aburteilen und ihm auch nicht zwanzig Gegenargumente gleichzeitig um die Ohren hauen. Gerade bei populistischer Kommunikation reicht manchmal etwas viel Einfacheres.
Eine Frage stellen.
Das Ausweichen erkennen.
Nicht auf den Themenwechsel aufspringen.
Zur ursprünglichen Frage zurückkehren.
Und das so lange, bis entweder eine Antwort kommt oder für jeden Zuschauer sichtbar wird, dass keine kommt.
Das funktioniert übrigens nicht nur bei der AfD und sollte auch nicht nur bei ihr angewandt werden. So sollte guter politischer Journalismus grundsätzlich funktionieren.
Bei der AfD ist es allerdings besonders interessant, weil ihre Kommunikation häufig davon lebt, eine konkrete Frage schnell in eine größere Erzählung über Migration, Medien, Eliten, Berlin, Brüssel oder „das System“ zu verwandeln. Folgt der Journalist dieser Erzählung, bestimmt der Politiker plötzlich wieder das Thema.
Wunn hat ihm diese Möglichkeit genommen.
BILD erzählt daraus die Geschichte eines Kandidaten, der „gegrillt“ wurde. Ich sehe etwas anderes.
Ich sehe einen Journalisten, der einem Politiker schlicht nicht erlaubt hat, die Frage zu beantworten, die dieser lieber gestellt bekommen hätte.
Vielleicht ist genau das eine der wirksamsten Methoden gegen politische Nebelkerzen:
Nicht empören.
Nicht hinterherrennen.
Einfach fragen.
Und bei der Frage bleiben.
POLIZEI-JAGD AUF ADENAUER: Der mdr enthüllt, dass @PolizeiSachsen seit Monaten einen illegalen Kreuzzug gegen uns führt! Sie hat eine Handlungsanleitung gegen den Adenauer SRP+ geschrieben, wie er ohne vorherige Anhörung am besten beschlagnahmt wird https://t.co/1Nzwvp3itx
Update von „Der Atomausstieg wird nicht revidiert“
Atomausstieg 2002: Die Grünen beschließen den
Atomausstieg 2005: Die CDU übernimmt die Regierung.
Atomausstieg wird nicht revidiert.
2006: Die CDU regiert.
Atomausstieg wird nicht revidiert.
2007: Die CDU regiert.
Atomausstieg wird nicht revidiert.
2008: Die CDU regiert.
Atomausstieg wird nicht revidiert.
2009: CDU gewinnt Bundestagswahl.
Atomausstieg wird nicht revidiert.
2010: Die CDU regiert.
Atomausstieg wird nicht revidiert.
2011: Die CDU regiert.
Fukushima. Aktionismus.
Auch von Katherina Reiche. Jens Spahn.
Atomausstieg wird final nicht revidiert.
🔚 Biblis A, Biblis B, Neckarwestheim 1, Philippsburg 1, Ohu/Isar 1, Unterweser und Esenshamm/Unterweser gehen vom Netz.
2012: Die CDU regiert.
Atomausstieg wird nicht revidiert.
2013: CDU regiert nach BTW weiter.
Atomausstieg wird nicht revidiert.
2014: Die CDU regiert.
Atomausstieg wird nicht revidiert.
2015: Die CDU regiert.
Atomausstieg wird nicht revidiert.
🔚 Grafenrheinfeld geht vom Netz.
2016: Die CDU regiert.
Atomausstieg wird nicht revidiert.
2017: Die CDU regiert nach BTW.
Atomausstieg wird nicht revidiert.
🔚 Gundremmingen B geht vom Netz.
2018: Die CDU regiert.
Atomausstieg wird nicht revidiert.
2019: Die CDU regiert.
Atomausstieg wird nicht revidiert.
🔚 Philippsburg 2 geht vom Netz.
2020: Die CDU regiert.
Atomausstieg wird nicht revidiert.
2021 Die Grünen sind das erste Mal seit 2005 *in Verantwortung*.
Atomausstieg wird nicht revidiert.
🔚 Grohnde, Gundremmingen C und Brokdorf geht vom Netz.
2022 Die Grünen beschließen *Laufzeitverlängerung* ("Streckbetrieb") bis 2023 wegen der Energiekrise.
2023 Die Grünen bekämpfen weiter die Energiekrise.
🔚 Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2 geht vom Netz.
2024: Die Grünen bringen den Netzausbau voran und Statistiken zeigen, dass die Atomkraftwerke aufgefangen wurden durch Erneuerbare Energien
2025: Die Ampel zerbricht. CDU macht Wahlkampf, dass sie den Ausstieg revidieren. CDU gewinnt die Wahl.
2026: Die CDU regiert.
Atomausstieg wird nicht revidiert.
Weiterhin gilt:
DIE GRÜNEN HABEN DIE AKWs ABGESCHALTET!!!
#Maischberger @ulfposh
Markus Söder postete am 31. August* aufgrund einer Studie der TU München "die beste Uni Europas"* würde klar, dass man das Verbrenner-Aus zurücknehmen müsste.
Die Studie ist jetzt öffentlich abrufbar und ich habe sie einmal durchgesehen und komme zu einem anderen Ergebnis: 🧵1/4
Mit einer 12 Zentimeter langen Klinge griff der AfD-Anhänger Daniel F. den 30-jährigen Ayoub F. an. Er stach ihm ihm in den Rücken, dabei wurden Hauptschlagader und Lunge getroffen. Kurz darauf starb das Opfer im Krankenhaus.
Der Angriff am 11. Januar 2026 ereignete sich in Uelzen (Niedersachen), als Ayoub F. auf dem Weg zur Moschee war.
Der Täter hatte in der Vergangenheit bereits eine Gruppe von Kindern mit einer Waffe bedroht. Die Schüler schilderten vor Gericht, wie er im September 2025 mit einer Axt auf sie zuging und sagte: „Ihr seid nicht die ersten Ausländer, die ich kaputt schlage.“ Im gleichen Zeitraum beschädigte der Täter im Garten seiner Nachbarn ein Schild, auf dem „Kreuz ohne Haken, für Vielfalt“ stand. Daraufhin habe gegenüber dem Nachbarehepaar „Die AfD wird bald die stärkste Kraft im Land, und dann werdet ihr schon sehen“ und „Deutschland den Deutschen“ gesagt.
Trotz dieser Hintergründe sieht das Gericht kein rassistisches Motiv im Tötungsfall. Der Täter hatte einen Tag vor der Attacke nach „erlaubter bewaffneter Notwehr“ gegoogelt. Zuvor bereits habe er auch gegoogelt, ob „alle Schwarzen“ abgeschoben werden könnten und ob er das N-Wort straffrei sagen könnte.
Daniel F wurde vom Landgericht Lüneburg wegen Totschlags zu einer Haftstrafe von 10 Jahren verurteilt. Das Gericht sieht Ayoub F. als Zufallsopofer. Der Täter habe einen Konflikt gesucht, um „einmal als Sieger“ dazustehen. Direkt nach der Tat sei er in ein Restaurant in der Nähe des Tatorts gerannt und „es ist Gegenwehr“ und „Das gibt bestimmt wieder Ärger mit Multikulti“ gerufen haben, berichten Zeugen vor Gericht.
Daniel F. hatte ein Feindbild: Ausländer, Multukulti. Darauf weist auch der Nebenklägeranwalt Björn Elberling hin. Laut taz wirft er dem Gericht vor, die gezielte Opferauswahl und den tödlichen Angriff eines „Rassisten und AfD-Anhängers“ auf einen Minderwertigkeitskomplex zu reduzieren. „Der Angeklagte hat Ayoub F. angegriffen und getötet, weil er ihn stellvertretend für eine ganze abgewertete Gruppe als Ausländer und als Muslim wahrgenommen hat“, wird er in der taz zitiert.
Die ehemalige Grüne Familienministerin Anne Spiegel musste damals nach einer Springer-Kampagne („Flutversagerin“) zurücktreten, weil sie nach der Aartal-Flut mit ihrer Familie in den Urlaub reiste.
Der aktuelle Bundeskanzler Friedrich Merz ist einfach trotz verheerender Waldbrände, einer Jahrhundertdürre und einem vereitelten Drohnen-Anschlag am Leipziger Flughafen einfach seit knapp einem Monat untergetaucht und für Bild & Co. ist das anscheinend überhaupt kein Problem.
Wird hier mal wieder mit zweierlei Maß zwischen Partei und Geschlecht gemessen?
Dieser Mann, der den Klimawandel geleugnet und die Bauern, mit Galgen, durch Deutschland gehetzt hat, will wegen der diesjährigen Dürre, unsere Steuergelder auf die Konten von sich und anderen Agrarfabriken überwiesen haben. Und das sofort. #Rukwied unverschämter gehts nicht.