Politikprof TU Darmstadt / Hallenser
Beruflich Mann ohne politische Einstellungen, flexible Mehrheiten-Ultra, diskursiver Ausleuchter des Möglichen (999 Lumen)
Man kann an blaue Magie glauben (wer sie berührt, nein - nur in ihre Richtung schaut, wird zerstört) oder selbstbewusst zu eigenen Positionen stehen und dafür Mehrheiten in demokratischen Parlamenten organisieren. Möglicherweise wird man zerstört, weil man sich die ganze Zeit die Geschichte von der blauen Magie erzählen lässt und sie auch noch selbst erzählt.
@Kranzschwinger@benedikt_kaiser Es gibt aber einen Unterschied zwischen Brandmauerbruch durch Koalition vs. flexible Mehrheiten
https://t.co/Z2xdreajmo
Wie sollte die Union mit der AfD umgehen? Zur Gretchenfrage haben wir ein Umfrageexperiment durchgeführt (Spoiler: Der sweet spot liegt in einer Strategie themenbasierter Kooperation und Abgrenzung zur AfD, nicht in einer Koalition und nicht in einer hermetischen Brandmauer). 🧵
...und das seit Jahrzehnten! Auch schlimm: Die Mitte-Links-Regierung wird hin und wieder Gesetze mit rechten Parteien verabschieden, manchmal wird es breiteste und langfristige Kompromisse geben (z. B. Verteidigungspolitik), manchmal schmale Mehrheiten, niemand wird sich eingeschnappt jeglicher Kooperation verweigern, manchmal wird die Regierung verlieren und einfach nicht zurücktreten. Die spinnen doch die Dänen!
@SebTillmann@faznet Wir hatten 2021 mal dt. Politikwissenschaftler (N = ~300) nach ihrer persönlichen positionalen Nähe zu verschiedenen Parteien befragt. https://t.co/7X0JSqOHZk
Ja, einige meiner Vorschläge sind wohl aus der Kategorie "das wäre doch vor 5-6 Jahren einen Versuch wert gewesen". In Sachsen-Anhalt läuft jetzt der Versuch, ob der Wahlkampf eines Anti-AfD-Bündnisses für die absolute Mehrheit reicht oder gerade eine absolute Sitzmehrheit für die AfD besorgt.
@Arv345548 Ja, aber was anderes sage ich doch gar nicht (auch wenn ich mir was anderes wünsche), oder? Es bleiben aber noch eigenartige Szenarien, etwa monatelange Hängepartie mit geschäftsführender LReg.
Zumal die etablierten Parteien diese Themen und Positionen erst frei/unrepräsentiert gemacht haben. Es wäre aberwitzig anzunehmen, dass die AfD 2017 bei der BTW so stark wurde, weil der mainstream ihre Positionen gespielt hat. Wobei einige vermutlich sagen würden, man hat 2015 nur nicht leidenschaftlich genug affirmiert. Die Analyse verheddert sich hier in den normativen Setzungen (bei Mudde: Multikulturalismus vs. Nativismus ist konstitutiv für (liberale) Demokratie).
@Mr_Brankijam Ja. Das Dilemma der Dritteltheorie in etwas anderen Zahlen. Macht man das eine, ist das andere Drittel weg und umgekehrt. Aber in LSA wird man eines davon machen müssen. Es sei denn man will mal sowas ausprobieren wie flexible Mehrheiten.
Kann mir als neutralen Politikinteressierten das jemand aus der Union erklären? Während sich der Parteikollege in Sachsen-Anhalt mit einer Schicksalswahl vor der Brust einen abbricht, den Eindruck zu vermeiden, man würde sich (noch weiter) nach links öffnen, sagt jemand mit einem völlig anderen Wählermarkt, dass man sich (noch weiter) nach links öffnen wolle. Kommt als nächstes noch eine pauschale Ossi-Beschimpfung aus der West-CDU (fehlende Dankbarkeit, Diktaturschaden, Nudossi schmeckt scheiße)? Bitte nur ernstgemeinte Zuschriften! Es interessiert mich wirklich brennender als absichtliche Eigentore beim Fußball.
Die Einschätzung verstehe ich nicht. Da die Union vor der Brandmauer schrumpft, wird ihr Bündnis mit linken Parteien explizit(er) und der "eher mit der AfD"-Teil geht von Bord. Sachsen-Anhalt als Kulminationspunkt dieser Entwicklung könnte wiederum die ganze Union in Panik versetzen.
Selbstverstümmelung vor der Brandmauer - und ich dachte, damit rechnen / darauf hoffen Sie.
@baha_jam@ohaeusler Ihr solltet die Explosion der Produktivität aber nicht für noch mehr Projekte nutzen, sondern in der frei werdenden Zeit mehr meditieren und besinnliche Zeit mit Freunden und Familie verbringen. Sonst verglüht ihr! Sagt zumindest mein Codex-skill "Guter Rat"
Die Novelle des #WissZeitVG ist ambitionslos und - mal wieder - wissenschafts- sowie karriereschädlich.
"Zugleich entfällt allerdings die bisherige Möglichkeit, nicht ausgeschöpfte Befristungszeiten aus der Promotionsphase in die Postdoc-Phase mitzunehmen." von @JMWiarda
»Die Partei ist proletarischer geworden, kleinbürgerlicher und ostdeutscher. Die Vorstellung, dass das inhaltlich keine Spuren hinterlassen haben soll, ist unplausibel«, sagt der Politologe Philip Manow über die AfD. https://t.co/4Ij4stZNwx
@jannibal_ formuliert hier m.E. eine Wahrnehmung/Empfindung, die sich schon anthropologisch durch Zuwanderung ergeben kann, stellt keine Hierarchie (~Rassismus) sondern ihn störende Unterschiedlichkeit fest und sagt nix über genaue Ziele und Mittel, mit der ein ihm passender Zustand erreicht werden sollte. Man kann das alles anders sehen, kann dabei aber ohne Rassismusverdacht auskommen. Es ist m.E die Differenzierungslosigkeit in der Debatte, die ganz "normale Migrationsgegner" zur AfD treibt. An den Zuwanderungseinstellungen der Deutschen hat sich seit 1990 kaum etwas geändert.
@replayNIKO Aber so müsste/könnte das m.E. auch laufen. Man sieht ein, dass flexible Mehrheiten the new game in town sind und passt die Regeln entsprechend an (haben die NZ auch gemacht). Schön & Danke, dass Sie das Buch rezipiert haben!