Kaymans Text erweist sich als der klassische Versuch, Thesen mittels unzulässiger semantischer Verschiebungen zu konstruieren.
Um seinen Forderungen ein tragfähiges Fundament zu geben, hätte er seine eigenen Begriffsbestimmungen methodisch sauber herleiten und erklären müssen.
Dies zeigt sich exemplarisch an seiner These, „Muslimisch“ werde oft zur reinen Kollektividentität. Hier offenbart Kayman, dass er die Trennschärfe zwischen Identität und Persönlichkeit entweder verkennt oder bewusst missachtet. Identität konstituiert sich - in Abgrenzung zur individuellen Persönlichkeit - per definitionem als Zugehörigkeitsmarker einer sozialen Gruppe, der maßgeblich durch die Fremdperspektive von Außenstehenden erzeugt wird.
Ebenso widersprüchlich bleibt seine Prämisse zur Säkularität: Einerseits spricht er einer Weltanschauungsgemeinschaft - hier der islamischen - das Recht ab, eine Überlegenheit der eigenen Werte zu beanspruchen. Andererseits deklariert er die Säkularität zum stärksten Garanten für den „reinen“ Glauben. Da Säkularität jedoch selbst eine weltanschauliche Überzeugung darstellt, erhebt Kayman sie hier zum ideologischen Primat - ein Absolutheitsanspruch und eine Mission zugleich.
Des Weiteren verstrickt sich der Text in eine innerislamische Debatte darüber, ob die Aqida (das Glaubensfundament) allein im Herzen verankert ist oder erst durch das gesprochene Wort und die Tat vollendet wird. Statt diese theologische Frage fundiert zu durchringen, weicht Kayman auf ein vages gesellschaftliches „Ethos“ aus, ohne dessen normative Quellen zu benennen.
In der Summe liefert Kayman einen stark meinungsgetriebenen Essay, der sich in prätentiösen Schachtelsätzen verliert, um eine analytische Tiefe vorzutäuschen, die der Text substanziell nicht einlöst.
Von der staatlichen Uniform zur gesellschaftlichen Uniformität: Der inquisitorische Trugschluss einer sterilen Staatsneutralität
Die Debatte um das Kopftuch im Staatsdienst leidet an einem fundamentalen Denkfehler. Mit der Behauptung, das Tragen dieses religiösen Symbols könne beim Bürger den Eindruck fehlender staatlicher Neutralität erwecken, wird ein rein subjektives Empfinden zur maßgeblichen Rechtsgrundlage erhoben.
Es ist ein klassischer Zirkelschluss: Eine abstrakte Annahme bildet das Fundament einer restriktiven Rechtspraxis. Dennoch fungiert dieses Argument seit Jahren als unhinterfragter Pfeiler im Diskurs über religiöse Symbole im öffentlichen Dienst. In der Konsequenz führt diese Argumentationslinie zu einer folgenschweren Objektivierung: Das Kopftuch - und damit die Trägerin selbst - wird als potenziell staatsgefährdendes Subjekt markiert, dessen bloße Sichtbarkeit im öffentlichen Raum präventiv unterbunden werden muss.
Dies entfaltet eine fatale gesellschaftliche Signalwirkung, die weit über den konkreten Einzelfall hinausreicht. Indem bestimmte religiöse Ausdrucksformen exkludiert werden, stellt man die betroffenen Frauen unter einen permanenten, institutionalisierten Generalverdacht. Sobald der Staat einzelne religiöse Symbole selektiv als Bedrohung deklariert, verlässt er die Sphäre einer bloßen verwaltungsrechtlichen Zweckmäßigkeit. Er transformiert sich stattdessen zum Legitimationsbeschaffer gesellschaftlicher Vorbehalte und Ressentiments. Unter dem Deckmantel der Unparteilichkeit erhebt er ein spezifisch säkular geprägtes Erscheinungsbild zur verbindlichen, universellen Norm und betreibt damit eine Politik der strukturellen Exklusion.
Damit verkehrt sich das ursprüngliche, inkludierende Ideal staatlicher Neutralität in sein exkludierendes Gegenteil. Die liberale Staatsidee versteht das Gemeinwesen - im Sinne eines modernen, pluralistischen Staatsrechtsverständnisses - eigentlich als offenes „Haus aller Religionen und Weltanschauungen“. Durch die Praxis des Verbots mutiert dieses Haus jedoch zu einer inquisitorischen Institution, die Uniformität erzwingt und nur noch eine einzige, hegemoniale Erscheinungsform duldet.
Es ist die Perversion eines Begriffs: Neutralität wird nicht mehr als Schutzraum für Differenz verstanden, sondern als Werkzeug zu deren Ächtung.
Wer das Vertrauen der Bürger in die Resilienz und Gerechtigkeit staatlicher Institutionen nachhaltig stärken will, muss die Verbotslogik daher umkehren. Nicht das Diktat der Unsichtbarkeit, sondern die Abbildung des gesellschaftlichen Querschnitts erzeugt wahre staatliche Autorität. Ein liberaler Rechtsstaat beweist seine Unparteilichkeit folglich abseits eines kompromisslosen Ausschlusses des Differierenden; er zeigt sie vielmehr durch die gleichberechtigte Sichtbarkeit einer pluralen Realität.
Echte Neutralität ist kein Vakuum und keine sterile Leere. Sie manifestiert sich erst dort, wo das sichtbare Kreuz ebenso wie das Kopftuch, die Kippa oder das bewusst bekenntnislose Auftreten gleichberechtigt nebeneinander existieren dürfen - als lebendiger Beweis einer inkludierenden Gesellschaft, die mutig genug ist, diese Diversität weit über ein bloßes Lippenbekenntnis hinaus zu leben.
#Islam #Kopftuch
https://t.co/k6nXavd5F7
Nachhilfe für die NIUS- Redakteure, die sich gerne als leidenschaftliche Verfassungspatrioten bezeichnen.
Das Grundgesetz entstand als bewusster Gegenentwurf zu einem autoritären Staats- und Gesellschaftsverständnis. Es ist in erster Linie ein Abwehrrecht des Bürgers gegenüber dem Staat und kein Instrument staatlicher Verhaltenssteuerung oder gesellschaftlicher Gleichschaltung. Das Individuum besitzt das verfassungsrechtlich verbriefte Recht, seinen eigenen Lebensentwurf zu entwickeln und soziale Konventionen eigenständig zu definieren (vgl. insbesondere Art. 1 Abs. 1, Art. 2 Abs. 1 GG in Verbindung mit der Menschenwürde und der allgemeinen Handlungsfreiheit). Mehrheitspräferenzen, wie die Üblichkeit eines Handschlags als Begrüßungsform, werden vom Staat oder von der Verfassung nicht vorgeschrieben. Der Bürger hat vielmehr das Recht, seine körperliche Intimsphäre und die Grenzen physischer Nähe selbst zu bestimmen. Der Staat ist nicht befugt, bürgerliche Umgangsformen zu erzwingen, solange keine strafrechtlich relevanten Grenzen überschritten werden. Die Verfassung schützt die Freiheit des Einzelnen, auch dann, wenn diese Freiheit von der Mehrheit als unhöflich, befremdlich oder kränkend empfunden wird. Gerade in einem freiheitlichen Rechtsstaat muss der Einzelne nicht jede soziale Konvention mittragen, um als verfassungstreu zu gelten. Die einseitige Betonung des Handschlags als „allgemeingültige Geste des gegenseitigen Respekts“ durch NIUS mag gesellschaftspolitisch wünschenswert sein; verfassungsrechtlich begründet sie jedoch keine Verpflichtung. Das Grundgesetz kennt keine Pflicht zur Anpassung an mehrheitliche Höflichkeitsnormen; es schützt vielmehr die Abweichung davon, solange sie sich im Rahmen der Rechtsordnung bewegt. Wer das Grundgesetz ernst nimmt, sollte daher nicht jede abweichende Verhaltensweise reflexartig als verfassungsfeindlich diskreditieren oder relativieren; auch und gerade gegen gesellschaftliche oder politische Erwartungshaltungen.
#Islam #NIUS #Miosga
Herr @bundeskanzler, wir muslimische Frauen sind es leid, für politische Stimmungsmache missbraucht zu werden. Wer sich um Musliminnen sorgt, sollte sich dafür einsetzen, dass sie in der Gesellschaft nicht diskriminiert werden, statt sie weiterhin zu diffamieren.
Der Umgang mit der MOTRA-Studie legt ein grundlegendes Problem offen. Während die Ergebnisse zu vermeintlich islamistischen Tendenzen bei über 40 % der unter 40-Jährigen in einem hysterisch anmutenden Duktus breit diskutiert werden, bleibt eine vergleichbare Debatte über rechtsextremistische Tendenzen in derselben Studie nahezu vollständig aus, obwohl sich rund 33 % der unter 40-Jährigen in der Gesamtbevölkerung Offenheit für rechtsextremes/autoritäres Gedankengut zeigen. Dabei hat der Rechtsextremismus bei Weitem bessere politische und kulturelle Voraussetzungen, die Gesellschaft zu transformieren. Der Islam wird in der Regel als fremd wahrgenommen, während der Rechtsextremismus an tief verwurzelte Ankerpunkte wie Nation, Volk oder gemeinsame Geschichte anknüpfen kann, Ressourcen, die ihm eine viel größere transformative Kraft und gesellschaftliche Anschlussfähigkeit verleihen. Diese Schieflage in der öffentlichen Diskussion ist das eigentliche Problem. Sie zeigt, wie blind die Gesellschaft für diese Tendenz geworden ist.
https://t.co/R6G8wFccnF
Präsident Erdoğan:
„Genauso wie Islamophobie ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist, ist es auch Antisemitismus.“
- Würde man darunter verstehen, dass die Bürgerinnen und Bürger sowie ihre Religionen unter dem Schutz des Staates stehen, so wäre dagegen nichts einzuwenden. Doch verwendet Erdoğan diesen Begriff, um damit die „Normalisierung“ mit der Besatzungsmacht einzuleiten.
Dass die Verantwortlichen aus Ankara bald wieder per Handschlag auf sog. Vertreter Tel Avivs treffen werden, sollte daher niemanden verwundern, denn in der Politik der „Hypokraten“ gilt: Heute ist heute, und morgen ist morgen.
Es ist schwer zu sagen, ob der ständige Vorwurf, wir Muslime spielten immer die Opferrolle, als humoristische Einlage oder ernst gemeint ist.
Der Vorwurf kommt nämlich zumeist ausgerechnet von denen, die selbst eine jahrzehntelange Tradition des Opferkults pflegen:
▶️Opfer des Dolchstoßes
▶️Opfer des Versailler Schandvertrags
▶️Opfer des Bolschewismus
▶️Opfer des Weltjudentums, dann doch plötzlich Opfer der Nazis
▶️Opfer der Besatzung
▶️Opfer des Kommunismus
▶️Opfer der Stasi
▶️Opfer der EU
▶️Opfer der Währungsunion
▶️Opfer der US-Vormundschaft
▶️Opfer der offenen Grenzen
▶️Opfer der linksgrünen Meinungsdiktatur
▶️Opfer einer ideologischen Umweltpolitik
▶️Opfer eines Bevölkerungsaustauschs
▶️Opfer eines Parteienkartells
▶️Opfer der Islamisierung
Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen!
@hubertus_heil in dem Interview behaupten Sie: "Dass Dialog – zum Beispiel zwischen Politik und Religion oder zwischen Politik und Kirche – die Quelle sein kann für gesellschaftlichen Zusammenhalt oder gesellschaftliche Orientierung vor allem auch in ethischen Fragen, davon bin ich zutiefst überzeugt.".
Wenn dem so ist, wieso unterstützen Sie dann politische Meinungszensur, wenn es um den Genozid in Gaza geht? Von welcher "Ethik" sprechen Sie, wenn Sie per Staatsräson den Mantel des Schweigens über die Verbrechen "Israels" legen? Als @schweizermel einige wahre Worte über Gaza äußerte, wurde sie von Ihnen direkt entlassen. Das ist "Chilling-Effect" und hat nichts mit "Dialog" und "Ethik" zu tun, für die Sie vorgeben, einzustehen. Vielleicht wurden Sie ja in diesem Fall auch selbst zum Opfer der Staatsräson, welche Sie zwang, gegen Ihre eigentliche innere Überzeugung zu handeln. Falls es so ist, biete ich Ihnen eine Lösung: Setzen Sie ein Zeichen, indem Sie gemeinsam mit über 300.000 Unterstützen meine Petition #NieWiederStaatsräson unterschreiben! Meine Petition steht für Diskurs statt Repression, gemäß Ihren Aussagen, ist das doch Ihr Anliegen, oder nicht?
@nouripour wenn Sie einer "Repression etwas entgegensetzen" möchten, dann tun Sie das doch als erstes in Deutschland! Wenden Sie sich gegen die deutsche Staatsräson, welche als autoritäres Konzept den Genozid in Gaza politisch mitträgt und kritische Stimmen diesbezüglich unterdrückt. Meine Petition #NieWiederStaatsräson mit bisher über 300.000 Unterschriften zeigt, dass viele Menschen die deutsche Nahostpolitik ablehnen. Unterzeichnen auch Sie, wenn Ihnen die "iranischen Verhältnisse" doch solche Sorgen bereiten!
Auf die "Fehleranalyse" wäre ich aber gespannt gewesen. Eine politische Debatte über den Sinn und Unsinn der Staatsräson hätte ein Roderich Kiesewetter jedoch haushoch verloren. Und weil er das auch selbst weiß, blockiert er mich schnell, der "große Demokrat"...
Was Deutschland vor allem dringend tun muss, ist, sich vom Genozid in Gaza loszusagen und eine Revision der Nahostpolitik vorzunehmen. Omid Nouripour sollte dem Beispiel von über 300.000 Bürgern folgen und meine Petition #NieWiederStaatsräson unterschreiben.
Über 300.000 Unterschriften sind eine gewaltige Leistung! Ich danke allen Unterstützern, möge Allah (t) mit euch allen zufrieden sein. Wer #NieWiederStaatsräson noch nicht unterschrieben hat, kann dies noch bis zum 31.01.2026 tun. Link zur Petition:
https://t.co/3BRyGWYMme
Noah feiert kein Weihnachten, Hanna auch nicht!
Ein aktuelles Pixi-Buch für Kinder erklärt kindgerecht, warum Juden kein Weihnachten feiern, und beleuchtet dabei Gemeinsamkeiten wie Unterschiede der "drei abrahamitischen Religionen". Die beliebten Pixi-Hefte zeichnen sich durch einfache, altersgerechte Sprache, bunte Illustrationen und anschauliche Erzählungen aus, die besonders bei den Jüngsten großen Anklang finden. In der November-Ausgabe „Warum feiert Noah kein Weihnachten?“ betont die Autorin Anke Küpper, dass trotz aller Unterschiede "ein friedliches Nebeneinander" möglich sei. Sie plädiert für gegenseitiges Verständnis, auch dann, wenn Religionsgemeinschaften durch identitätsstiftende Feste klare Grenzen ziehen.
Deutlicher noch formulieren es jüdische Würdenträger: Rabbiner Lord Jonathan Sacks rät, Chanukka zu feiern, um die eigene jüdische Identität zu stärken, "statt christliche Bräuche zu immitieren". Rabbiner Eliezer Breitowitz warnt, "die Teilnahme an weihnachtlichen Traditionen könne die jüdische Einzigartigkeit verwässern".
Sowohl das Pixi-Buch als auch die Positionen dieser Rabbiner vertreten legitime Standpunkte: Religiöse Feste dienen der Schärfung und Bewahrung der eigenen Identität und sind für den inneren Zusammenhalt von Gemeinschaften unverzichtbar.
Umso befremdlicher wirken daher Anfeindungen gegen Muslime, die Weihnachten bewusst nicht als Teil ihrer religiösen Identität und Überzeugung ansehen und deshalb darauf verzichten.
Wir sprechen über den Mut von Aktivisten, die für die Kinder Gazas einstehen – trotz Druck, Drohungen und Hausdurchsuchungen. Schweigen ist keine Option. Menschlichkeit darf niemals der Staatsräson geopfert werden.
👉 👉 Petition unterschreiben
📱 QR-Code im Video | 🔗 Link in den Kommentaren
#NieWiederStaatsräson
Über 200.000 Unterschriften sind für eine Online-Petition eine gewaltige Leistung, was zeigt, dass viele Menschen #NieWiederStaatsräson mittragen und eine Revision der deutschen Nahostpolitik einfordern.
Link zur Webseite: Nie wieder Staatsräson! – Für eine Revision der deutschen Nahostpolitik https://t.co/1GTGUxlHuT
Die einzige Botschaft, die das Kopftuchverbot muslimischen Mädchen vermittelt, ist, dass die Schule für sie zu einem Raum der Unterdrückung und Diskriminierung wird.
Nein, nicht die Mädchen entscheiden, sondern eine totalitäre Politik beschneidet muslimische Mädchen in ihren Rechten. Das Kopftuch gehört zur kulturellen Identität von uns Muslimen und hat nichts mit "Islamisten" und "Sittenwächtern" zu tun. Die Verwendung dieser Kampfbegriffe soll nur darüber hinwegtäuschen, worum es der österreichischen Regierung bei dem Verbot eigentlich geht: Nämlich um eine kulturimperialistische Symbolpolitik, welche die islamfeindliche Stimmung bei ihren Wählern bedienen soll.