@USuedb59956@Karl_Lauterbach Tagelöhner auseinanderdividiert und am Ende Unsummen in die Krüge von Renditeabschöpfern herausdestilliert. Und das fiel nicht irgendwelchen Amtsschimmelreitern ein, sondern wurde von uns Wähler:innen die letzten mind. vier Jahrzehnte exakt so an den Wahlurnen bestellt. Das 2/
@_michaelmerten@Leseerlaubnis@faznet Ein Abschluss begründet nicht automatisch Kompetenz. Oder wollen wir kurz über den Bankkaufmann sprechen, der nicht mit (fremdem) Geld umgehen kann?
Der Trick ist immer derselbe:
Man nennt die große Zahl.
751,2 Milliarden Euro Sozialleistungen.
Klingt dramatisch.
Klingt nach Kontrollverlust.
Klingt nach „der Staat verschenkt unser Geld“.
Was man lieber nicht so laut sagt:
Ein großer Teil davon sind Leistungen, für die Menschen vorher eingezahlt haben.
Rente? Jahrzehntelang Beiträge gezahlt.
Arbeitslosengeld I? Vorher in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt.
Krankengeld? Teil der Krankenversicherung.
Das ist kein Almosenstaat.
Das ist ein Versicherungssystem.
Man kann über Reformen reden. Muss man sogar.
Aber wer Renten, Arbeitslosengeld I und Krankengeld einfach in einen großen Sozialkosten-Topf wirft, ohne den Beitragscharakter zu erwähnen, verkauft den Beitragszahler am Ende als Kostgänger.
Und genau da wird es schäbig.
Erst zahlen die Leute jahrzehntelang ein.
Dann bekommen sie im Alter, bei Krankheit oder Jobverlust eine Leistung.
Und plötzlich klingt es so, als hätten sie sich am Staat bedient.
Nein.
Sie bekommen nicht „geschenkt“.
Sie bekommen zurück, wofür sie vorher gearbeitet haben.
Aber klar:
Mit dieser Wahrheit lässt sich schlechter Stimmung gegen den Sozialstaat machen.
@HasselerMartina Lustig finde ich an dem Vorschlag ja: Wie soll das praktisch in Landstrichen laufen, in denen Immobilien – insb. solche mit massivem Sanierungsstau – nicht nachgefragt sind? Soll die der Staat zum Phantasiepreis nehmen? Oder werden die beschlagnahmt und abgefackelt?
Deutschland ist schon ein faszinierendes Land.
Wenn du morgens um sechs aufstehst, arbeiten gehst und dein Geld ehrlich über Lohn verdienst, dann steht der Staat pünktlich mit dem Messbecher neben dir.
Lohnsteuer. Krankenversicherung. Pflegeversicherung. Rentenversicherung. Arbeitslosenversicherung.
Jeder Euro wird erst einmal gründlich befragt, ob er überhaupt bei dir bleiben darf.
Aber wenn sich Milliardenvermögen über Aktien, Fonds, Beteiligungen, Holdings und Erbschaften stapeln, wird Deutschland plötzlich ganz sensibel.
Vermögensteuer?
Schwierig.
Erbschaftsteuer ohne Schlupflöcher?
Ganz schwierig.
Kapital stärker an der Finanzierung des Gemeinwesens beteiligen?
Um Gottes willen, dann verlassen die Reichen doch sofort das Land.
Interessant.
Der Krankenpfleger kann nicht einfach gehen.
Die Verkäuferin kann nicht einfach gehen.
Der Handwerker kann nicht einfach gehen.
Der normale Arbeitnehmer kann nicht einfach sagen: „Ich verlege meinen Wohnsitz aus steuerlichen Gründen nach Monaco.“
Bei denen nennt man es Solidarität.
Bei Superreichen nennt man es Standortpolitik.
Und während man der Mitte erklärt, sie müsse länger arbeiten, mehr Beiträge zahlen, weniger erwarten und bitte nicht so viel jammern, wächst oben das Vermögen weiter.
Aber keine Sorge.
Für Bürgergeldempfänger findet man immer Härte.
Für Pflegebedürftige findet man immer Eigenanteile.
Für Arbeitnehmer findet man immer höhere Beiträge.
Für Rentner findet man immer neue Zumutungen.
Nur bei sehr großen Vermögen findet man plötzlich ganz viel Verständnis, ganz viele Bedenken und ganz viel ökonomische Feinsinnigkeit.
Deutschland ist eben gerecht.
Nicht für alle.
Aber sehr zuverlässig für die Richtigen.
@dokhollidays er darf nicht mit einem kurzen Knirschen von der Bank rutschen. Und es müssen die MAGA-Fans und Papen-Cosplayer um Spahn mit in den Abgrund stürzen. Ebenso muss die SPD endlich einen Lernprozess durchlaufen. 2/2
@dokhollidays Nein. Dann lernen Union und SPD nichts aus dem Fiasko, das sie verursacht haben, und irrlichtern mit freundlicherem Gesicht, weniger Bürgerbeschimpfung und genauso planlos wie bisher in die nächste Regierungskrise. Das muss jetzt mal scheppern. Merz muss krachend scheitern, 1/
@Politic87517874@ntvde Hausspeicher kannst du selbst bei formaler Abregelung beliebig füllen und entleeren – was soll da das Laden deines Autos hemmen? 2/2
@Politic87517874@ntvde Was hat das Eine mit dem Anderen zu tun? Die PV regelt (wenn es eine halbwegs moderne Anlage ist) nur soweit herunter, dass nach dem Eigenverbrauch kein Überschuss ins Netz fließt. Moderne intelligente Anlagen planen den Ladestrom für das Auto da natürlich mit ein. Und den 1/
@HasselerMartina schwäbische Hausfrauen, die den Staat verschleißen, das Land verfallen lassen, die Menschen krank machen und verelenden lassen und unser Geld an Ölstaaten überweisen. Die Ökonomie kann nichts dafür, dass wir Narren auf Throne heben. 2/2
@HasselerMartina Eher: der falschen Ökonomen. Sonst hätten wir drei Jahrzehnte intensivsten Glasfaserausbaus, eine florierende Solarindustrie, die besten Schulen der Welt und ein niederschwelliges zugehendes Gesundheits- und Sozialsystem. Das würde Wohlstand sichern. Stattdessen haben wir 1/
@Fre17444@Storch_i@lobbycontrol Doch, schon. Wenn man eben weiß, woher die Botschaft kommt, weiß man auch, wer mit welchen Mitteln wieder Wachstum generieren soll und wer die Früchte erntet. Das vergiftet die Bilder.
@lohner_ste92670@therealhabicht@DirkMaySachsen Frag doch mal den linksgrünwoken Markus Söder, wo in seinem Bayernland das Endlager hin soll. Dann wird er dir ein paar Takte zur Popularität der Kernkraft in verschiedenen Teilen des politischen Spektrums erzählen.